Norwegen Angelfreunde

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Warum es in Fjordnorwegen so schön ist

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Grüne Augen und rote Fjorde - ein Bilderbericht ohne Fisch

 
Vielleicht etwas für die Norwegenlose Zeit für viele nun - ansonsten total langweilig
 
Tag eins, Teil eins...der Ködertag
 
Nach 24h Dauerunwohlsein (in dem der Gedanke - wo nimmt der Verdauungstrakt das alles her? - nahe liegend war) war viel Schlappheit und noch Unwohlsein vorhanden, was hilft da besser als Tage auf dem Boot, der Natur und dem Fisch nachjagen?
 
Zumal bei einem Traumherbstwetter, Sonnenschein, wenn auch kühl, und fast still liegenden Fjord, Idealbedingungen für Kamera und leichte Gewichte auf Idealdriften.
 
Also aufs Arbeitspensum geschaut, heute bis Mittag, morgen bis Mittag - das geht und dann Plan geschmiedet - am ersten Tag mit ganz feinen Geschirr ein paar nette Köder jagen und am nächsten dann damit mal in die richtige Tiefe schauen.
 
Zügig die " Dicke " klar machen - ist ja nicht viel zu tun, Tanks prüfen, Motor warmlaufen lassen und Echolot schon an, nebenbei die Bilge auspumpen.
 
 
Dabei lässt sich in Ruhe laden, am ersten Tag geht das rasch, die Tasche mit den kleinen Zockerpilkern, dazu die Spinnrute, Messer, Fischkiste, Eimer - fertig.
 
Kamera steckt ja sowieso in der Beintasche.
 
An einem solchen Tag geht’s auch mal ohne die vorschriftsmäßige Kleidung... soll ja eher ein Bootsausflug mit Angeln werden, als Angeln pur. (Dieser Gedanke ist absolut sträflich und zeigt beginnende Überheblichkeit, absolut nicht zur Nachahmung empfohlen)
 
Also nur Handschuhe und Mütze auf...und raus aus dem Hafen.
 
Auf Stordseite hat sich die Sonne schon hinter dem Fjell versteckt - unser Ufer liegt im Schatten, gefällt mir nicht...also rüber nach Tysnes, direkt vor den Leuchtturm, die Stelle reizt mich schon lange auf der Seekarte.
 
Mal langsam anfahren, und ja - auf dem Echo zeigt sich bei den Suchschleifen ganz klar das Relief - ein steil abfallender Unterwasserberg mit zwei kleineren Plateaus dazwischen, eine Traumstelle.
 
 
 
Sagt das Echo auch und zeigt ganz klare Fischsymbole, die ich als reale Fische einstufe und nicht als die üblichen "Scheinfische"
 
Dann wollen wir mal, in dieser herrlichen Kulisse, Leuchtturm hinter mir, dazu Steilwand, vor mir dass von der tief stehenden Sonne überschienene Stordfjell - einmalig.
 
Heute ist ein Tag für Blödsinn, ich entscheide mich für rot / silber, obwohl eigentlich noch Briesling als Futterfisch dienen sollte, welcher bekanntlich bläulich silbrig schimmert - aber manchmal macht Ungewöhnliches neugierig.
 
Erster Wurf auf 120m , die Kante entlangtingelnd....Biss - Drill mit wenig Aufregung - feine Kopfstösse, sanft abfederbare Fluchten...eine interessante Sache trotzdem.
 
An der Bordwand zeigt sich ein wunderschöner Sei, genau passend für die Pfanne, das nenn ich das Nützliche mit dem Praktischen verbinden, neben Köder auch gleich das Abendbrot ins Boot hieven.
 
Als Begrüßung spuckt mir der Geselle aber erst einmal eine Fuhre Mini- Brieslinge in den Eimer, Manieren hat der....
 
Eigentlich sollte der umsichtige und fischverrückte Angler spätestens nun die Farbe wechseln....aber wozu, ich gehe nur mit dem Gewicht runter ein schöner schlanker und schnell führbarer 40g Sølvkroken mit leicht rötlichen Rücken und silbrigen Bauch kommt nun zum Einsatz - die Dinger gefallen mir durch ihre S - Form, richtige Zocker halt.
 
Etwas dichter an die steil abfallende Kante, so bei 90 m ansetzen...ein wenig Bootsfahrkunst also, genau draufsetzen.....ist ja Zeit für solche Experimente.
 
Dann zeigt das Echo zwei Dinge, genau die Kante und Fischschwarm bei 60 - bis 90 m ...was ist denn das für ein Unfug? 30m Fisch ?
 
Probieren, Motor auf Leerlauf, Zocker raus...absinken lassen...bei 75m ist Schluss - nimmt keine Schnurr mehr, Blick zum Echo:-98 und fallend...aha?
 
Naja, langsam in die offene Schnur greifen, mal straffen--- klar der Trick klappt doch immer wieder...Anbiss - und sofort ist der Übeltäter erkannt, Streifentiger der Marke "wieviel Schnur haben’s denn?"
 
Dollen Drill liefern diese Kämpfer, ich mag sie eigentlich nur, wenn der Leng drauf gebissen hat - aber sie machen soviel Spaß - dass sie dadurch auch immer wieder Pfannengast werden.
 
Ein beachtliches Exemplar kommt an Bord...Fettmakrele?
 
Also Köder Nummer eins...neuer Anlauf, selbe Stelle - noeh - das kann jeder.
 
Ich tukker mal ein wenig weiter nordwärts...mir die andere Kante des Berges ansehen, hier lauft er flacher aus...in den Langenuen geht’s scheinbar ins unendliche sanft ab...interessant, zu Tysnes hin langsam flacher.
 
Steilkante dann flach auslaufend? mein Freund der Lyr fällt mir ein...mal probieren - bei knapp 50m kommt ein brutaler Griff nach meinem Zocker, Anschlag - wech - der Bruder war besser wie ich...aber - die Vermutung stimmte also.
 
Das Echo zeigt plötzlich aufgeregt wieder Schwarm...na mal sehen
Wieder Streifentiger...dasselbe Spiel...wunderbarer Drill, ein Köder mehr...
 
Danach mal umsetzen, rüber zum Kraftwerk, sollte der ganze Fjord voll sein...?
 
An meinem Lieblingshang am Kraftwerk, mit der Postkartenkulisse des Hardangermassivs im Hintergrund, wieder volles Echolot, Schwarm...nun baue ich mal um...meine kleine Geheimwaffe kommt zum Einsatz: Makrelenvorfach in Rekerdekor, selbst leuchtend...eine "todsichere Sache".
 
Ab damit...der Vorteil von Colorschnur, man sieht schön wie man sich dem Schwarm nähert...die Spannung steigt...dann Biss...aber hallo, wer wird so reinballern und dermaßen mit dem Schädel schlagen?
 
Und auf dem Weg nach oben so vehement das Weite suchen wollen, Streifentiger ist das nicht, dazu ist das zu behäbig.
 
Während ich drille, versuche ich im Kopf meinen Essensplan der Woche zu überarbeiten.
 
Aber Hochmut kommt vor dem Fall - zwei Miniseis haben sich auf die Rekerimitationen gestürzt, dass war nicht im Plan, der Schwarm ist also ein Kindergarten.
 
Leider war’s für einen der Winzlinge zu arg, also gibt’s die Gnade und den Weg in den Ködereimer, sein Kumpel bekommt nen vorwurfsvollen Blick wegen Verfressenheit und die Freiheit.
 
Miniköhler am Ort? Kein Platz für meine Pilker...ich überschlage mal, drei Fische, gute Größe, sechs Filets, dass langt doch dicke, also Rückmarsch antreten.
 
Vor einem wundertätigen Herbstabendrot laufe ich ein, die Stille ist greifbar, ein sich vom Lärm der Angelsaison erholendes Land, Norge pur.
 
Und ein Superangeltag, jeder zweite Wurf ein Treffer, feine Drills ...ein Fisch zum Abend - (Angeltouristen würden von einem verlorenem Tag sprechen? Betrachtungsfragen der Wertigkeit gehen mir durch den Kopf.) - und für morgen schöne Köder...die bei den anstehenden Nachttemperaturen abgedeckt im Hafen ihrem Einsatz entgegenschummern.
 
 
 grüne Augen und rote Fjorde - ein Bilderbericht ohne Fisch
 
Nun Teil 2 also
 
Nächsten Mittag, neue Runde, diesmal dauert das Laden länger - heute soll’s ja " zur Sache " gehen - wobei, bis Mittag wars perfekt, gerade kommt Stroemung auf, aus Nord...es gibt besseres.
 
Also, alles an Bord hieven...die Bleisammlung, ein paar Montagen der Klasse - bitte lass den Fisch so groß wie den Haken werden...zwei Grundruten dazu ( klugerweise bleibt die Spinnrute an Bord, wie man sehen wird ) - extra Batterie - nicht wegen dem Boot....ich bin über vierzig, ich darf die Köderkontrollen elektrisch begleiten, sagt mein Arzt.
 
Dann los, wieder zum Leuchtturm, man sollte Stellen mal ausangeln und wirklich testen, wenn Zeit dazu ist.
 
Ein wenig kreisen, Drift probieren, wie ich dachte die Nordströmung macht Kummer...nach mehreren Anläufen (bin ich U - 96?) liegt die " Dicke " richtig...beginnend bei 120m und abfallend soll’s gehen.
 
Also das Filet des Unglückskleinseis rauf, gut mit Draht verzwirbeln und ab damit...Leng ahoi!
 
 
Buff - die 300 Gramm schlagen fühlbar am Felsen auf.also mal knapp einen Meter hoch, dann sollte das ganze schoen and er Wand entlangtingeln...
 
Ja Essig ist’s, da hängt was.merklich schwerer ploetlich aber nicht deutliches...nen Pillie???
 
Bitte nicht diese Plagegeister...nicht heute...mein Sinn steht auf anderes.
 
Also ein Drill der Klasse - kurbel’ doch du Ochse...ich lass mich hängen. Ab und an macht man sich mal bermerkbar.damit sowas wie Spannung aufkommen koennte...aber auch nur koennte.
 
Kurz vor Ultimo schaue ich ns Wasser...Rotbarsch mit graue Rücken und so lang? Eher selten...es ist, die Landplage der Grundangelei, ein Hai...wir schauen uns beide gleich beleidigt an.
 
Und, der freche Hund hängt zwar sauber gehakt, aber mein Filet hat er deutlich schon im Wanst. die Reste könnte man fürs Kinderangeln auf Lippfische vom Steg verwenden...na bravo.
 
 
An Bord mit ihm - Hände ins Wasser, ihn in die Kiste, abfummeln und ab dafür, er taucht gemütlich wieder ab...der hat Nerven.
 
Ich fummele also das Makrelenfilet auf, wieder schön festzwirbeln, neuer Anlauf...mal tiefer beginnen - so um die 180 und fallend...das Ziel heißt heute ja " die Grossen der Tiefe " die Drift sollte mich dorthin bringen.
 
198m - Anschlag des Bleis am Grund..dann mal schön nachgeben - ja was ist das? Biss...aber was für einer - ne Seejungfrau mit Kuchengabel?
 
Anhiebchen dagegen...da zappelt was, ganz leicht, kaum zu bemerken - ochneeeee ne?
 
Wieder dieses Kurbeln und mal gucken ob überhaupt wer da...der ist netter, er schüttelt unterwegs wenigstens mal verneinend den Schädel. Mir schwant Böses, und es kommt auch, wieder sehen mich zwei große, kalt wirkende grüne Augen an...nur eine Nummer größer...und wieder, fehlt das Filet...wie machen die Brüder das?
 
 
Dieser etwas größere Geselle muss erst noch für nen Fotoshooting herhalten, was ihm durch Zwischenpausen im Eimer auch gelingt, geht auch schnell...dann fort mit ihm...er taucht eher grummelig ab...fragt sich sicher was der Quatsch nun sollte.
 
Ich grübele über Landplagen und Schwimmen in Fjorden nach...und über ungewöhnlichen Köderschwund.
 
Nebenbei ziehe ich das nächste Filet auf.
 
Das Ergebnis - man darf raten...Grund, Biss, Einschlafdrill, grüne Augen - Filet weg, abhaken....grummelige Blicke auf beiden Seiten.
 
 
Jetzt habe ich die Faxen dicke, also noch weiter raus, bei 260m beginnend, hier geht’s dann tief in Fjord, nun sollte wohl Schluss sein mit den Jungs....also Filet Nummer 4 ran - mit noch mal bekannten Ergebnis - dunkelgrauer Köderdieb aus dem Keller...
 
Okay, Okay...ihr habt gewonnen, ich verziehe mich ja schon...ich bin Angler, kein Haifischdompteur.
 
Fahr ich eben zum Kraftwerk, da ist es auch schön - und Leng gibt’s da nachweislich auch, ihr Spaßverderber, mit provokant hoher Hecksee rausche ich majestätisch davon ( die Biester haben sicher gefeixt - gucke mal die beleidigte Leberwurst )
 
 
Am Kraftwerk setze ich mich punktgenau auf meine 137m Rinne hier reicht ein Blick ans Ufer und auf die kleinen Wellchen und ich finde fast blind die richtige Ansatzstelle, ein nächstes Seifilet rauf, stammt ja von hier, im Eimer liegt nun noch einsam eine Makrelenseite und lockt eine einzelne Möwe ums Boot, soviel zum Thema reichlich Köder.
 
Nun aber ab dafür...runter mit dem Geroedel...ich lasse ab und betrachte dabei die vorbeilaufende MS " Bergensfjord " , egal was man über die inneren Werte der betagten Dame sagen mag oder die Preisgestaltung ihrer Reeder, ein hübscher Anblick vor diesem Panorama ist sie, die Designer haben eine prima Winterjob gemacht.
 
 
In ihre Hecksee hinein, die das Boot schön hebt : Naturköderpilken? - kommt ein zaghafter Biss und dann nichts mehr...ich habe einen Moment durch das Geschaukel Problem bei der klaren Köderkennung...und spure dann - mein Blei ist schwerer geworden...neeeeeeeeeeee, nicht doch. hör doch auf!
 
Tatsächlich glotzen mich am Ende der Kurbelei wieder diese grünen Augen an...langsam wächst der Verdacht in mir, die kenne ich...der grinst doch, oder?
 
Nachdem ich ihm ins Gewissen geredet habe, dass sich das nicht gehört und er sich den Wanst überfressen wird, ( ich kann ihm die Auswirkungen noch gut schildern ) geht er wieder zurück, wobei ich einen Moment versucht bin, ihm ein Zeichen auf den Rücken zu malen, als Kontrolle.
 
Neuer Versuch, ich betrachte missmutig das letzte Filetstück, die Möwe über mir protestiert, die hat sich das sicher auch anders gedacht, ich einen großen Leng, sie die restlichen Köder...
 
 
Nun gehe ich auf Nummer sicher, beginne meinen Anlauf auf 70m an der anderen Flanke des Berges am Kraftwerk, dort gelangen mir vergangenen Winter in knapp 90m schön Fänge, mal sehen...und die Landplagen scheinen ja derzeit die Tiefe zu mögen.
 
Also geht neu los, geht auch, der Köder rollt brav die Wand herab...dann die unebenen Felsstellen in 107m Tiefe...eigentlich immer ne gute Adresse für meine beiden Kumpels.....ja wenn, ja wenn da nicht wieder dieses doofe Beissverhalten, dass ich nun schon im Handgelenk habe, wäre
 
Ich bin fast versucht, alle guten Vorsätze fallen zu lassen und auf den Knopf der E-Rolle zu drücken.
 
Aber ein Blick hoch genügt, nein, Respekt geht vor...wer hier so hantiert, sollte abreisen...endgültig.
 
Also kurbel ich unter dem brummeln von netten Fischvornamen hoch - um wieder diese Augen zu sehen - und diesmal bin ich mir ganz sicher...der grinst - und wie der grinst....
 
Gehabtes Spiel, er ist satt, schwimmt davon, schaut bockig und ich bin auch satt...und gucke auch bockig.
 
Sooo - meine Köder sind alle, ich habe die Faxen vom Grundangeln für deute dicke.
 
Wobei, statistisch bin ich ein Held...sechsmal ablassen in Tiefe über 100m, sechs Fische...das nenn ich mal hundertprozentige Trefferrate...ich sollte Guide werden, der Weg zu Ruhm und Geld läge golden vor mir.
 
Erstmal guide ich mich selbst, nämlich schön weit weg von diesem heute haiverseuchten Grund.
 
Ich fahre an eine meiner geliebten Steilkanten, dort scheint noch ein Rest Sonne hin...Ententeichwasser, dabei aber stetiger Zug im Wasser - durch die dortigen Gegebenheiten (der Platz ist Privatwissen - nachfragen zwecklos) und werfe die sofort 90m steil abfallende Kante an.
 
 
Beim ersten zügigen Einholen gibt es einen schönen Biss...kraftvolles Einsteigen, rasante Fluchtversuche, ich muss nach dem stumpfsinnigen Gekurbel erstmal umschalten...dass nenn
ich mal einen Drill.
 
Am Ende landet ein schöner Lyr vor mir. na also...wenigstens keine grünen Augen und was absolut essbares...der Tag ist gerettet.
 
Nebenbei zeigt das Echo einen Schwarm, ich überlege, morgen soll noch gutes Wetter sein, warum also nicht?
 
Ein zwei Würfe später...ein Streifentiger bietet seinen dankbaren Renndrill und sich selbst für die Köderkiste an.
 
Das Ganze noch zweimal wiederholen, 3 Fische, sechs Filets als Köder, das sollte dicke langen für den nächsten Tag.
 
Und genau bei dem Gedanken habe ich das Gefühl mich sehen zwei grüne Augen an und der grinst...
 
Nach einem sehr merkwürdigen und denkwürdigen Nachmittag wieder dieses Einlaufen bei Klischeeanblick.
 
Einen Moment steh ich noch im Hafen und sehe hinaus...in zwei grüne Augen...ich mag diese Landplagen ja doch, sie gehören seit Millionen Jahren genau hier hin...wahrscheinlich grinst er darum - über meine Unvollkommenheit bei seinem täglichen Geschäft - der Jagd auf Fisch.
 
Waren zwei für mich perfekte Angeltage ( besser Nachmittage ), wenn auch nur zwei Pfannenfische raus sprangen...wer bei Norwegen an Fisch denkt, haben noch einen langen Weg vor sich....

Euer Fjordsven

 

 

 

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