Mit Seekarte und GPS

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Mit Seekarte und GPS

 

 

 

Ein Leitfaden für Angler


Autor: Isfugl

 

 

Das Copyright für veröffentlichte, von mir selbst erstellten Objekten, bleibt allein bei mir. Eine
Vervielfältigung oder Verwendung dieser Grafiken und Texte in anderen elektronischen oder
gedruckten Publikationen ist ohne meine ausdrückliche Zustimmung nicht gestattet.

 


 

 

 


Vorwort

 

Die folgenden Seiten sollen euch einen Überblick geben wie man, meiner Meinung und Erfahrung nach, mit Seekarte und GPS sicher seine gewünschte Angelposition erreicht, oder wieder sicher zurück in den Hafen findet.

 

 

Meine „Qualifikation“ dieses Thema zu erstellen erhielt ich durch meine berufliche Ausbildung und durch private Weiterbildung. Da ich aber generell gegen die Neuerfindung des Rades bin, habe ich wertvolle Quellen – in Form von Internetangeboten – von Fachleuten gerne genutzt und hier einfließen lassen.

 

 

Allen voran möchte ich hier die Seite www.kowoma.de nennen, mich für die Genehmigung, ihre Inhalte hier mitnutzen zu dürfen, ganz herzlich bedanken und möchte euch diese Seite für weitergehende Fragen zu den hier angesprochenen Themen wärmstens empfehlen.

 

 

 

Bitte nehmt euch Zeit, wenn ihr beabsichtigt dieses Thema hier zu lesen. Fünf Minuten reichen definitiv nicht aus! Und glaubt mir ich habe deutlich mehr Zeit benötigt, um diese Zeilen zu schreiben, als ihr brauchen werdet um sie zu lesen!

 

 

 

Sollten den Fachleuten unter Euch offenkundige Fehler oder Fehlinterpretationen meinerseits auffallen, seid Ihr hiermit aufgefordert mir dies mitzuteilen. Wenn möglich liefert mir bitte auch gleich die Korrektur der entsprechenden Passage mit. Ich werde es dann schnellstmöglich richtig stellen. Auf der letzten Seite findet ihr meine E-mail Adresse.

 

 

 

Die Nichtfachleute unter Euch – und an Euch richtet sich dieses Thema vor allem – sind hiermit aufgefordert mir mitzuteilen was ich missverständlich ausgedrückt habe, oder wo ihr eventuell weitergehender Erklärungen bedürft, um die Problematik zu verstehen.

 

 

 

Die hier gegebenen Ratschläge und Erfahrungen beziehen sich auf die Benutzung eines einfachen Hand-GPS in Verbindung mit einer Papierseekarte. Ich gehe hier nicht auf die Verwendung von Kartenplottern, also GPS mit integrierten digitalen Seekarten ein, da sich die im folgenden beschriebenen Probleme bei diesen Geräten nicht unmittelbar stellen.

 

 

 

Meine Betrachtungen erheben in gar keinem Fall den Anspruch auf Vollständigkeit! Es war nie meine Absicht hier eine Abhandlung zum Thema „Navigation auf See“ zu schreiben. Das kann und will ich gar nicht leisten! Hauptsächlich deshalb, weil mir hierfür der erforderliche Hintergrund fehlt!

 

 

 

Hauptgrund für mich, dieses Thema näher zu beleuchten, waren die im Forum immer wiederkehrenden Fragen und Probleme bei der Benutzung eines GPS. Vorrangig in Verbindung mit Koordinaten aus Seekarten, zum Auffinden von attraktiven Angelpositionen – den so genannten Hotspots. Ich versuche hier, einem roten Faden folgend, so kurz wie möglich aber so umfangreich wie nötig dieses Thema zu behandeln.

 

 

 

Nach dem Durchlesen dieses Themas sollten beim geneigten Leser eventuell bestehende Unklarheiten ausgeräumt sein und er sollte in der Lage sein mit Hilfe von Seekarte und GPS die von ihm gesuchte Position auf dem Wasser sicher zu finden. Der große Vorteil, dieser Vorgehensweise, besteht darin ohne Zeitverlust, direkt und meistens auch sicherer an unsere geplante Angelposition und zurück zu kommen und nicht die wertvolle Zeit mit langem Suchen zu vertrödeln.

 

 

 

Denkt aber bitte daran, das ein GPS nicht die Fische für euch fängt. Es ist lediglich ein Navigationsgerät und Koordinaten sind nur definierte Punkte im Raum und beides zusammen ist noch lange keine Fanggarantie!

 

 

 

Ein möglicher Sicherheitsaspekt liegt darin begründet, dass man sich in der Regel vorher mit der Karte und damit dem Angelgebiet beschäftigt. Mögliche Risiken, aber auch Handlungsoptionen für einen Notfall, können so schon im Vorfeld erkannt und berücksichtigt werden.


 

 


 

 

Gliederung der Kapitel:

 

0. Einleitung

1. Das Kartendatum - Warum es so wichtig ist

2. Koordinaten - Ermitteln von Koordinaten und ihre Schreibweisen

3. Der Kartenmaßstab - Schnelles Ermitteln von Entfernungen

4. GPS-Setup - Worauf muss man achten

5. An und auf dem Wasser - Was mit und ohne GPS alles geht

6. Schlussbetrachtungen und Quellenangaben

 

 

0. Einleitung

 

Wichtigste Grundlagen überhaupt, zur genauen Bestimmung einer Koordinate oder zum Auffinden einer Position, ist geeignetes Kartenmaterial und ein – entsprechend den Erfordernissen – richtig eingestelltes GPS (siehe Kapitel 4).  Empfehlenswert, wenn auch nicht gerade günstig in der Anschaffung, sind originale Papierseekarten. Wer öfter hintereinander in das gleiche Angelgebiet fährt, sollte diese Investition tätigen. Wer ständig das Angelrevier wechselt kann versuchen gebrauchte Karten günstiger zu erstehen oder auch Karten zu tauschen.

 

 

Bei einem Kartenausschnitt, der eventuell digital vergrößert oder verkleinert (Scanner / Kopierer) wurde, so das er nicht mehr im Originalmaßstab vorliegt und bei dem die am Rand aufgedruckten Grad- und Minutenangaben fehlen wird es fast unmöglich sein eine Entfernung zu bestimmen und eine Koordinate heraus zu nehmen. Der Grund dafür besteht in dem Fehlen essentieller Bestandteile des „Informationssystems“ Karte.

 

 

 

Ohne diese Bestandteile haben wir zwar immer noch eine Übersichtskarte – mit mehr oder weniger interessanten Details, farbig oder in schwarz/weiß – aber die praktische Nutzung dieser Informationen gestaltet sich dann sehr schwierig.

 

 

 

Probleme wird uns auch eine Karte, oder eine aus dieser Karte heraus genommene Koordinate, bereiten wenn das Kartendatum (siehe Kapitel 1) nicht bekannt ist – man wird seinen Angelplatz nicht genau und unproblematisch finden können und das trotz Einsatz eines GPS!

 

 

 

Das klingt im Moment vielleicht etwas komisch, aber im weiteren Verlauf wird sich herausstellen warum das zwangsläufig passieren muss und was unser GPS damit eigentlich zu tun hat. Im Prinzip sind deshalb auch Koordinaten von Hotspots, die uns andere Angler mitteilen, deutlich weniger wert wenn uns nicht bekannt ist welches Kartendatum diesen Koordinaten zu Grunde liegt.

 

 

 

Dies sollte uns eigentlich der „Lieferant“ dieser Koordinaten sagen können. Tut er das nicht, dann werden wir nur durch einen Zufall die gewünschten Positionen finden, aber nicht durch gute Vorbereitung und eine exakte Navigation.

 

 

 

Wer bis hierhin nichts Neues erfahren hat und mit der gesamten Materie vertraut ist, bzw. einen Kartenplotter sein Eigen nennt der kann jetzt aufhören zu lesen. Allen anderen wünsche ich viel Ausdauer, soweit möglich etwas Spaß beim Lesen und hoffentlich nicht zu viele offene Fragen am Ende dieses Themas!

 

 

 

 


 

Das folgende Kapitel ist mit Sicherheit etwas trocken, aber es ist für das Grundverständnis der Gesamtproblematik absolut unerlässlich. Ich habe es darum an den Anfang gestellt, wo der geneigte Leser hoffentlich noch fit und aufnahmefähig genug ist.

 

 

Jede Karte ist eigentlich der Versuch der zweidimensionalen Darstellung unserer dreidimensionalen Umwelt. Das dies nicht ohne weiteres funktioniert ist wahrscheinlich jedem klar. Wenn nicht, versucht doch einfach mal ein Blatt Papier um eine Kugel zu „wickeln“. Ohne Falten, Knicke und Überlappungen wird es nicht gehen.

 

 

 

Was bleibt ist also das praktische und technische Problem der Umsetzung unserer dreidimensionalen Umgebung in die Zweidimensionalität einer Karte. Der Vergleich - er stammt nicht von mir - mit der Schale einer Orange, die sich nicht so ohne weiteres auf dem Tisch zweidimensional flach ausbreiten lässt, erklärt das Problem in meinen Augen sehr anschaulich.

 

 

 

Man spricht, bei der Umsetzung der Wirklichkeit in die Karte, von der so genannten Projektion. Bei dieser Projektion kommt es natürlich zu Einbußen in der Realitätstreue. Idealerweise sollte eine Karte längen-, flächen- und winkeltreu sein. Die einzige „Karte“, die das alles annähernd gleichzeitig erfüllt ist ein Globus, aber der ist ja nun auch wieder eine dreidimensionale Karte und im Boot hilft der uns auch kein Stück weiter – von einem tauglichen Maßstab mal ganz abgesehen.

 

 

 

So dient z.B. die so genannte Mercator – Projektion den meisten Seekarten wegen ihrer Winkeltreue als Grundlage. Ein großer Nachteil der Mercator – Projektion ist dafür aber die gravierende Größenverzerrung zu den Polen hin.

 

 

 

 

 Mercator-Projektion (Quelle: www.aquarius.geomar.de)

 

Entstehung einer Mercator-Karte (Quelle: www.kowoma.de)

 

 

 

Ich möchte hier jetzt nicht weiter auf die verschiedenen Projektionsarten eingehen, das ist wirklich ein Kapitel für sich - siehe dazu bitte: www.kowoma.de

 

Für den Hersteller und den Nutzer einer Karte bedeutet das aber, sich entscheiden zu müssen, wofür die Karte später gebraucht wird und welche Informationen dann wirklich wichtig, oder aber auch vernachlässigbar sind.

 

Um die Erde bestmöglich zweidimensional auf das Papier zu bringen, musste sie natürlich vorher so genau wie möglich vermessen und erfasst werden. Nur so konnte sicher gestellt werden, das eine zehn Kilometer lange Straße auch in der Karte zehn Kilometer lang ist – selbstverständlich im entsprechenden Maßstab (siehe Kapitel 3) dargestellt. Diese Aufgabe übernahmen die Landesvermesser und Kartographen und hier begann „unser Problem“ seinen Lauf zu nehmen!

 

Die Wissenschaftler von damals wussten schon, dass die Erde eine Kugel und das diese Kugel leider nicht so perfekt ist, wie uns z.B. ein Globus glauben macht.

 

 

 


 

 

Sie erkannten die Problematik von Gebirgen, Ebenen, Seen, Fjorden und Meeren und deren Einfluss auf die tatsächliche Oberfläche der Erde und deren Darstellung in einer Karte. Die Wissenschaftler glichen die o.g. regionalen Abweichungen der Erdoberfläche vom „idealen Ellipsoid“ (Globus) dadurch aus, dass sie in ihrem Gebiet ein „lokal bestangepasstes Ellipsoid“ berechneten, das sich der Erdoberfläche im betreffenden Gebiet „anschmiegte“.

 

Die folgende Grafik zeigt recht gut, worum es dabei geht. Der rote Ellipsoid passt am besten im „Nordosten“. Der grüne Ellipsoid passt im „Südwesten“ am genauesten.

 

Der blaue Ellipsoid umfasst offensichtlich den gesamten Planeten. Er passt zwar an vielen Punkten, hat aber gegenüber den anderen beiden Ellipsoiden anscheinend Nachteile in der Genauigkeit. Zu diesem blauen Ellipsoid kommen wir etwas später noch einmal zurück, also bitte nicht vergessen!

 

 

 

 Ellipsoid

Unterschiedliche Ellipsoide (Quelle: www.kowoma.de)

 

 

So entstanden regional, überall auf der Welt, Dutzende geodätische Systeme (Bezugssysteme für Karten), oder auch Kartendatum genannt!

 

 

Endlich sind wir also bei diesem mysteriösen „Datum“ angekommen. Die Mehrzahl von Kartendatum lautet übrigens Kartendatums. Das in der Vergangenheit ein japanischer und ein deutscher Kartograph nicht das gleiche Kartendatum benutzt haben, dürfte jetzt klar geworden sein.

 

Diese Bezugssysteme entstanden zeitlich und räumlich voneinander getrennt und wurden über lange Zeit nur regional genutzt. Die Namen der verschiedenen Bezugssysteme beweisen dies deutlich.

 

Solche Kartendatums , um nur einige zu nennen, sind zum Beispiel:

European Datum 1950 (kurz: ED oder ED-50)

Potsdam

Norwegian Graduation (Norsk Gradnett oder NGO)

Hong Kong 1963

 

Das Kartendatum hat also nichts mit dem Erscheinungsdatum bzw. dem Herausgabedatum einer Karte zu tun, sondern bezeichnet das Bezugssystem, häufig in Zusammenhang mit einer Jahreszahl. Dieses Bezugssystem wiederum basiert auf einem Referenzellipsoid, wie oben beschrieben!

 

Bei den häufig genutzten norwegischen Papierseekarten können wir heute auf Karten mit den Kartendatums ED-50, Norwegian Graduation und WGS-84 treffen. Es ist möglich, dass noch andere Kartendatums Verwendung finden. Diese sind mir persönlich aber nicht bekannt!

 

 


 

 

Um es noch einmal zu betonen! Alle von uns genutzten, originalen, Seekarten - unabhängig von ihrem Kartendatum - sind genau, meist aktuell, untereinander nahezu identisch in der Farbgebung und Darstellung der Kartenbilder und im Normalfall für alle „nautischen“ Zwecke eines Anglers geeignet!

 

 

Bei der alleinigen Betrachtung des Kartenbildes wird uns ein Unterschied in der Darstellung, auf Grund eines unterschiedlichen Kartendatums, kaum auffallen! Das Kartendatum ED-50 ist auf norwegischen Seekarten z.B. so aufgedruckt bzw. angegeben:

 

 

 

 

 

Dieser Aufdruck weist für uns zwei wichtige Punkte auf. Erstens gibt er uns das Kartendatum an, in diesem Fall European Datum (ED-50). Und als zweite Information weist er uns darauf hin, dass Positionsangaben (Koordinaten) die von Satellitennavigationssystemen (GPS-Gerät) empfangen werden und auf dem WGS-84 basieren, sich auf unserer Karte 0,0271 Minuten weiter nördlich und 0,0999 Minuten weiter östlich befinden.

 

Was das bedeutet und wie wir dieses Problem lösen, dazu später mehr.

 

Das Kartendatum Norwegian Graduation ist auf norwegischen Seekarten wie folgt angegeben:

 

 

 

 

Auch hier erhalten wir die gleichen Informationen wie schon oben beim ED-50 Kartendatum. Deutlicher ist hier aber der Unterschied in der „Verschiebung“ unserer WGS-84 Koordinate zum Norsk Gradnett zu erkennen. Die Koordinate befindet sich auf unserem Kartenblatt 0,0518 Minuten weiter südlich und 0,5227 Minuten weiter östlich!

 

Keine Panik! Meistens muss man nicht anfangen Koordinaten umzurechnen, oder irgendwelche Hotspots auf den Karten zu verschieben. Zur praktischen Lösung dieses kleinen Problems kommen wir bald und unser GPS wird uns dabei tatkräftig unterstützen. Schließlich verursacht es ja auch das Problem, welches wir ohne die Satellitennavigation ja gar nicht hätten!

 

Sollte unser persönliches GPS, weil es leider keine so umfangreiche Datenbank hat wie andere GPS-Geräte, dies nicht tun – dann finden wir auch dafür eine Lösung. Wer ein neues GPS sucht kann übrigens auch im Shop unseres Werbepartners Schlageter stöbern:

 

GPS von Angel-Schlageter

 

 

 


 

Das Kartendatum WGS-84 finden wir in den norwegischen Seekarten so angegeben:

 

 

 

 

Dieser Aufdruck sagt uns, dass wir Positionen die von Satellitennavigationssystemen (GPS) empfangen werden und die sich auf das WGS-84 beziehen, direkt in die Karte übertragen können.

 

Na Prima, anscheinend die einfachste Lösung. Richtig! Unser Problem besteht aber leider darin, das noch längst nicht alle Seekarten auf WGS-84 umgestellt sind. Also, schaut mal auf eure Seekarten drauf. Wer auf allen benötigten Karten „WGS-84“ liest – Herzlichen Glückwunsch, ihr könnt euch den Rest des Tages frei nehmen – allen anderen empfehle ich einfach weiterzulesen!

 

Was hat es denn nun eigentlich auf sich, mit dem mysteriösen WGS-84 und warum zeigt das verdammte GPS „seine Koordinaten“ nicht dort an, wo unsere Papierkarte mit dem etwas älteren Kartendatum ED-50 sagt, dass sie eigentlich dort sein sollten? Das World Geodetic System 1984 (WGS-84) ist die geodätische Grundlage des Global Positioning Systems (GPS). Zu diesem System (Kartendatum) gehört natürlich auch ein Referenzellipsoid.

 

Im Gegensatz zu den schon weiter oben genannten lokal angepassten Referenzellipsoiden handelt es sich hier um ein global angepasstes Rotationsellipsoid, das der Erdoberfläche angenähert ist.

 

Unser blauer Ellipsoid aus der Grafik auf Seite 5 - richtig - der, den wir nicht vergessen wollten, kann als vereinfachte Form dieses WGS-84 Ellipsoiden betrachtet werden. Durch die Satellitentechnik war es erstmals möglich die Erde exakt zu vermessen und in ihrer tatsächlichen Form darzustellen. Dies wiederum ermöglichte die Erstellung des „WGS-84 Geoids“. Dieses Gebilde wird in der folgenden Grafik gezeigt:

 


3-D Modell des WGS-84 Geoids (Quelle: www.gfz-potsdam.de)

 

 

Geoid bedeutet „erdförmig“ und mit Hilfe dieses erdförmigen Modells konnte dann das WGS-84 Ellipsoid berechnet werden – unser blauer Ellipsoid von vorhin.

 

Da unser blauer Ellipsoid global - also überall auf der Erde - passen muss ergeben sich natürlich Unterschiede - in Form von Abweichungen - zu den älteren, ausschließlich regional, verwendeten Kartendatums. Und diese Abweichungen sind unser eigentliches Problem!

 

 


 

 

Auch wenn es etwas umständlich ist, so lange noch nicht alle Karten auf das WGS-84 umgestellt sind, werden wir bei Benutzung eines GPS und einer nicht WGS-84 basierten Karte mit den hier beschriebenen Problemen zu tun haben.

 

Um es noch einmal klar herauszustellen:

 

Legt man z.B. zwei Karten gleichen Maßstabs und des gleichen Gebietes, eine mit dem Kartendatum ED-50 und eine mit dem Kartendatum WGS-84 nebeneinander und sucht sich z.B. eine Insel im Fjord heraus dann wird sie sich auf beiden Karten an der gleichen Position – rein oberflächlich betrachtet – befinden.

 

Macht man sich nun aber die Mühe und bestimmt auf beiden Kartenblättern nacheinander die Koordinaten (die Position) der Insel, dann wird man feststellen das die Koordinaten verschieden sind. Dieser Unterschied liegt zwar meist nur im Sekundenbereich, ist also nicht wirklich dramatisch. Aber es können je nach Gebiet und Kartendatum immerhin bis zu mehreren hundert Metern Unterschied zwischen den Positionsangaben liegen.

 

Entschuldigung, dass dieser Teil nun doch so lang geworden ist! Aber ich wusste nicht wirklich, was ich hätte weglassen können, ohne den Zusammenhang zu zerreißen und damit dann sofort wieder Verständnisprobleme und neue Fragen aufzuwerfen.

 

Also, erstmal kurz Luft holen und dann schauen wir uns mal eine typische Situation in Norwegen an, die der ein oder andere so ähnlich vielleicht schon erlebt hat.

 

Lasst uns an einem Beispiel mal untersuchen was die ganze, oben beschriebene, Theorie und die ganzen trockenen Grundlagen für Konsequenzen auf dem Wasser haben können, wenn man sie nicht beachtet.

 

Was bedeutet das nun in der Praxis?

 

Ein Angler sucht sich aus einer Seekarte ein Plateau heraus, bei 65m Tiefe. Er achtet nicht auf das Kartendatum seiner Seekarte -Norsk Gradnett- denn davon hat er noch nie etwas gehört. Wie er es gelernt hat, ermittelt er die Koordinate (siehe Kapitel 2) des Plateaus und schreibt sie sich auf. Anschließend gibt er die gerade ermittelte Koordinate in sein GPS ein (siehe Kapitel 4) nennt sie „Plateau 65m“ und versieht sie noch zusätzlich mit einem Fischsymbol. Der Punkt den er eine Stunde später anfahren möchte wird ihm nun auf dem Display seines GPS angezeigt. Er überprüft noch einige Einstellungen und Anzeigen, übersieht aber – weil er die Bedeutung nicht kennt – das im Menü „Kartendatum“ seines GPS-Gerätes WGS-84 eingestellt ist.

 

Nachdem er seinen beiden Angelkollegen von seiner Idee erzählt hatte und sie zustimmten mal ihr Glück an dieser Stelle zu probieren, ging es sofort los.

 

Zuversichtlich wurde das Echolot vorbereitet, das GPS so eingestellt das es die Besatzung zum „Plateau 65“ führt und die Fahrt begann. Nach einiger Zeit meldete das GPS die Annäherung an den Zielpunkt und bei einer Entfernung von nur noch 100m wurde das Tempo gedrosselt, ein Blick auf das Echolot geworfen und darauf gewartet das sich die angezeigte Tiefe von momentan etwa 200m schnell auf nur noch 65m reduzieren würde. Die Richtung wurde beibehalten, der GPS-Besitzer sah auf dem Display wie der gesuchte Punkt erreicht wurde und . . mmhhh . . man sich langsam wieder davon entfernte.

 

Das Echolot zeigte zwar eine Änderung der Tiefe an, aber leider nicht in die erwartete Richtung. Mittlerweile konnte man schon 250m Tiefe ablesen. Etwas ratlos schaute man sich an, versuchte noch einmal das Plateau mit Hilfe des GPS und des Echolotes zu finden, aber Fehlanzeige. Das 65m Plateau wurde nicht gefunden.

 

 


 

 

 

Letztendlich einigte man sich darauf das es wohl ein Zahlendreher, beim Eingeben der Koordinate, gewesen sein muss der das Problem verursachte. Kommt diese Geschichte jemandem bekannt vor?

 

Was aber war tatsächlich passiert?

 

Dem Angler war, durch Unkenntnis verursacht, nicht aufgefallen das er die Koordinate aus einer Karte heraus genommen hatte, die das Kartendatum Norsk Gradnett besaß. Diese Koordinate gab er in sein GPS ein und achtete, wiederum aus Unkenntnis, nicht auf das von seinem GPS genutzte Kartendatum. Dies war nämlich weiterhin auf WGS-84 eingestellt, wahrscheinlich werksseitig.

 

Durch den zwischen beiden Kartendatums bestehenden Unterschied in den Koordinatenwerten, der zum Beispiel wie oben gesehen 0,5227 Minuten beim Ostwert betragen kann, wurde das Plateau einfach nicht gefunden!

 

Ein Unterschied im Ostwert von 0,5 Minuten, in diesen nördlichen Breiten, macht eine Positionsverschiebung - in Ost-/Westrichtung - von etwa 450 Metern aus.

 

Wie kann man dieses Problem nun praktisch lösen?

 

Unser Angler sucht sich wie oben beschrieben seine Koordinate aus der Karte. Sollte er es nicht schon vorher getan haben, sucht er sich nun den Kartenaufdruck (siehe oben) der ihm mitteilt welches Kartendatum seiner Seekarte zu Grunde liegt. Anschließend stellt er unter dem Menüpunkt Kartendatum seines GPS Norsk Gradnett ein und tippt dann die vorher ermittelte Koordinate ein. Fertig! Das war die einfache Variante, das Problem ist gelöst! Dies gilt sinngemäß natürlich für alle anderen Kartendatums, die uns so vor die Flinte – Pardon Angel natürlich – kommen können.

 

Aber halt – wo es eine „einfache Variante“ gibt, lauert doch sicher noch eine etwas schwierigere?!

 

Ja, aber nur dann, wenn sein GPS dieses benötigte Kartendatum nicht kennt. Dann muss er leider etwas umständlicher vorgehen.

 

Er subtrahiert 0,0518 Minuten vom Nordwert und addiert 0,5227 Minuten zum Ostwert, der von ihm aus der Karte herausgenommenen Koordinate - so wie es der Kartenaufdruck vorgibt.

 

Während man die Korrektur des Nordwertes offensichtlich fast vernachlässigen könnte, schlägt der Ostwert aber mit über einer halben Minute, also etwas mehr als 30 Sekunden zu Buche. Diese 30 Sekunden sollte man nicht vernachlässigen, wenn man eine Koordinate punktgenau ansteuern möchte. In so einem Fall sind 450m Unterschied ein echtes Brett.

 

Übrigens reicht es, wenn man in einem relativ begrenzten Gebiet bleibt – z.B. auf dem Gebiet der vorliegenden Seekarte – diese Korrektur einmal exemplarisch auszurechnen und / oder sinnvoll zu runden. Dieser dann einmal errechnete „Korrekturwert für das Kartendatum“ gilt natürlich auch für alle anderen, später herausgesuchten, Angelstellen auf diesem Kartenblatt.

 

Dieses Vorgehen ist aber wie gesagt nur notwendig, wenn unser GPS ein benötigtes Kartendatum nicht „kennt“ und dadurch die Koordinate nicht „selbständig umrechnen“ kann. Wer mit dem Umrechnen der Koordinaten ein Problem haben sollte, kann sich über den folgenden Link - www.cache-test-dummies.de/ - bei der Umrechnung in ein anderes Koordinatenformat helfen lassen. Das wird hier automatisch erledigt.

 

Mit dem richtig ausgewählten Koordinatenformat ist es auch sehr viel einfacher z.B. 0,0518 Minuten zu subtrahieren und 0,5227 Minuten zu addieren. Zu den am häufigsten benutzten Koordinatenformaten kommen wir übrigens im Kapitel 2, also vorerst keine Panik!

 


 

 

Ach ja, es fehlt ja noch das Ende der kleinen Geschichte. Ich habe mich natürlich für ein gutes Ende dieser Geschichte entschieden, aber lest selbst!

 

Nachdem wir nun unserem GPS die richtige Koordinate, verbunden mit dem richtigen Kartendatum, mitgeteilt haben läuft der Rest der Aktion genauso ab, wie oben beschrieben. Lediglich mit einer winzigen Änderung.

 

Das Plateau wird auf Anhieb gefunden, das Echolot zeigt glaubhafte 67m an und gleich bei der ersten Drift werden über dem Plateau in 45m Tiefe gute Köhler und Dorsche verhaftet! Die Angelkollegen sind voll des Lobes und der Anerkennung für „ihren Navigator“. Ohne lange suchen zu müssen und Angelzeit zu verschwenden, hat er sie direkt zu dieser tollen Stelle geführt.

 

 

Position 1 markiert das Plateau und die Koordinate, die aus dieser Karte mit dem Kartendatum „Norsk Gradnett“ heraus genommen wurde.

 

Position 2 zeigt exakt die gleiche Koordinate, die unser GPS aber auf der Grundlage desKartendatums WGS-84 – das im Setup eingestellt war – angesteuert hat.

 

 

 

(Zum Vergrößern bitte anklicken)

 

FAZIT: Obwohl die Koordinate exakt aus der Karte heraus genommen wurde und ohne Zahlendreher richtig in das GPS eingegeben wurde, finden wir wegen der Nichtbeachtung einer „Kleinigkeit“ nicht zu unserem Plateau!

 

Diese Kleinigkeit heißt KARTENDATUM und sollte mit diesem Kapitel hoffentlich ausreichend erklärt sein und fortan nie wieder ein Problem darstellen!

 

 

 

 

 


 

 

 

2 . Koordinaten Ermitteln von Koordinaten und ihre Schreibweisen

 

 

Auch dieses Kapitel möchte ich mit einigen theoretischen Vorbetrachtungen beginnen, vor allem um einige „Begrifflichkeiten“ zu klären.

Die Position eines Punktes im Raum kann mit oder in einem Koordinatensystem dargestellt werden.

Mit Hilfe der geografischen Breite und der geografischen Länge lässt sich die Lage eines Punktes auf der Erde festlegen. Es ist das am meisten verbreitetste und bekannteste Koordinatensystem. Als Bezugsachsen, oder auch Bezugsebenen, für dieses System wurden der Äquator – für die geografische Breite und der Nullmeridian – für die geografische Länge festgelegt.

 

Wer, wie ich, ein Problem mit dem Auseinanderhalten von Länge und Breite hat, dem seien hier zwei kleine Eselsbrücken empfohlen, oder auch die Erklärung von Kowoma siehe: Mittelmeer!

 

1. Gott sei Dank, die Längengrade sind alle gleich lang.

2. Tropische Breite erreicht am Äquator die größte Weite.

 

 

 

 


Längen- und Breitengrade
(Quelle: www.kowoma.de)

 


 

Die Erde hat einen Umfang von etwa 40.000 km. Daraus ergibt sich ein Abstand der Breitengrade von etwa 111 km. Ein Grad ist in 60 Bogenminuten und diese wiederum in 60 Bogensekunden aufgeteilt. Eine Bogenminute, also 1/60 eines Grades umfasst somit 1,85 km.

 

Den meisten wird diese Entfernung wahrscheinlich bekannt vorkommen, es ist natürlich die in Kilometer angegebene Nautische Meile (Seemeile). Sie ermöglicht das einfache Ablesen von Entfernungen aus Karten mit Gradeinteilung. Dazu später mehr.


Vom Äquator beginnend Richtung Nordpol, misst man die Nördliche Breite. In Richtung Südpol wird das Ganze als Südliche Breite gemessen. Dabei entspricht der Äquator selbst 0°. Die Breitengrade enden jeweils an den Polen, bei 90°.


Die Längengrade durchlaufen den Nordpol und den Südpol und stehen senkrecht auf dem Äquator. Von Greenwich (London) aus wird, bei 0° am Nullmeridian beginnend, nach Osten die Östliche Länge gemessen und nach Westen die westliche Länge.

 

 


 

 

Beide, Östliche wie auch westliche Länge, enden auf der anderen Seite der Erdkugel jeweils bei 180°. Dieser Längengrad wird auch Datumsgrenze genannt.

 

Gut, das soll an theoretischen Vorbetrachtungen reichen! Man benötigt also, zur Bestimmung einer Koordinate, ein Koordinatensystem oder auch Gitternetz um den Punkt genau beschreiben zu können.

Originale Karten, vor allem Seekarten, werden in der Regel immer mit einem solchen Koordinatensystem aufwarten können. Bei unseren Seekarten wird es mit Sicherheit eines sein, das auf der geografischen Breite und der geografischen Länge basiert. Auf englisch wird die Breite als Latitude und die Länge als Longitude bezeichnet. Abgekürzt finden wir es häufig als Lat / Lon wieder.


Hier werden wir also unsere Koordinaten in der wahrscheinlich bekannten Form – auf diese kommen wir gleich – herauslesen oder eintragen können. Diese Koordinaten kann man nun auf verschiedene Art und Weise schreiben, oder angeben. Es bleiben aber trotzdem geografische Koordinaten. Lediglich die Art, wie ihr „Name“ geschrieben wird ändert sich. An der Position, dem Punkt wo die Koordinate zu finden ist, ändert sich dadurch aber absolut nichts. Sie bleibt exakt gleich. Mehr dazu am Ende dieses Kapitels.


Nur der Vollständigkeit halber sei gesagt das es natürlich eine Vielzahl von unterschiedlichen Koordinatensystemen oder Gitternetzen gibt und unser geografisches System (Lat/Lon) nur eines von vielen ist. Egal auf welcher Grundlage sie funktionieren, alle haben das gleiche Ziel – die Beschreibung eines Punktes im Raum.


Ein sehr einfaches Gitternetz kennt jeder aus einem Autoatlas – oder vom „Schiffe versenken“. Auf der waagerechten Achse sind z.B. die Felder des Gitternetzes mit Buchstaben versehen und auf der senkrechten Achse mit Zahlen.
Durch eine Koordinate wie z.B. B3 wird so ein Feld definiert, in dem sich die gesuchte Ortschaft befindet. Vorteil dieses Gitternetzes, es ist sehr einfach zu handhaben und die Koordinate kann sehr schnell ermittelt werden.

Der Nachteil liegt auch offenkundig auf der Hand, die Positionsangabe ist natürlich sehr grob und ungenau. Es wird lediglich ein Gebiet von z.B. 10 x 10 Kilometern definiert. So ein einfaches Gitternetz kann man übrigens sehr gut auch selbst erstellen, um bestimmte Gebiete sehr schnell definieren zu können. Dies kann in Notfällen sehr hilfreich sein um ein Suchgebiet einzugrenzen.


Es kann aber auch genutzt werden um schnell den anderen Anglern mitzuteilen, dass sich im Gebiet C7 gerade hervorragend Makrelen angeln lassen.


Gut, auf unseren Seekarten finden wir also die Angaben, die wir benötigen, um einen Punkt aus der Karte als Koordinate anzugeben, oder eine uns vorliegende Koordinate in die Karte zu übertragen. Meist weist die Karte auch ein mehr oder weniger engmaschiges Netz, zum leichteren Auffinden der Gradeinteilung auf dem Kartenblatt, auf.


In jedem Fall aber werden wir am senkrechten und am waagerechten Kartenrand unsere Gradangaben finden, mit denen wir den Nord- und den Ostwert der Koordinate bestimmen können.
Dies gilt aber, wie oben schon erwähnt, nur nördlich des Äquators und östlich von Greenwich!

 


 

Also dann, lasst uns mal einige Koordinaten bestimmen.


Hier kommt wieder unsere schon bekannte Seekarte ins Spiel. Ich habe sie für diesen Zweck einmal
mit einem Netz „überzogen“, das sich an den Bogenminuten orientiert.

 

(Zum Vergrößern bitte anklicken)

 

 

Die ersten beiden Koordinaten, die hier als Beispiel dienen sollen, sind auch ohne große Vorkenntnisse recht einfach zu bestimmen.

Zuerst werden wir sie in der Form - Grad° Bogenminuten' Bogensekunden''- angeben. Dazu wird zuerst der „Nordwert“ ermittelt, also die Nördliche Breite. Es ist, um Verwechselungen auszuschließen, üblich beide Werte mit dem Buchstaben für die Himmelsrichtungen anzugeben.

Dabei steht natürlich das N (North) für Nördliche Breite und das E (East) für Östliche Länge. Der Einfachheit halber beginnen wir mit der Bestimmung der Koordinate für das Plateau, das hier mit der Nummer 2 markiert ist.


Es ist gerade anfänglich empfehlenswert, mittels Bleistift und Lineal, die hier rot eingezeichneten „Hilfslinien“ von der zu ermittelnden Koordinate einmal zum rechten Rand und einmal zum unteren Rand zu ziehen. Wer einen Zirkel hat kann natürlich auch diesen benutzen. Wer wissen möchte wie es damit funktioniert hier hat Heinz-Jürgen erklärt wie es geht.

Ich erkläre es hier ohne Zirkel. Am senkrechten Rand (hier der rechte Rand) wird der „Nordwert“ ermittelt. Bei diesem Beispiel liegt der Nordwert bei 61 Grad-08 Minuten-00 Sekunden.


Anschließend wird der „Ostwert“ am waagerechten Rand (hier der untere Rand) ermittelt.
Bei diesem Beispiel liegt der Ostwert bei 006 Grad-34 Minuten-30 Sekunden.


Angegeben wird die ermittelte Koordinate wie folgt:
Koordinate 2: N 61°08'00'' E 006°34'30''


Auf die gleiche Weise ermitteln wir die Koordinate für die Kante, mit der Nummer 1:
Koordinate 1: N 61°08'15'' E 006°32'00''

 

 


 

Die oben durchgeführte Ermittlung der Koordinaten in der angegebenen Form gestaltete sich noch relativ einfach. Ist man aber nicht geübt im Umgang mit Seekarten und der Ermittlung von Koordinaten, dann wird man eher früher als später auf Probleme stoßen.

 

 

 (Zum Vergrößern bitte anklicken)

 

 

In der oben abgebildeten Karte sind die 15, 30 und 45 Sekunden – Markierungen - von mir rot eingezeichnet worden. Diese sind für jeden einfach zu erkennen und zu verarbeiten.

 

Treten jetzt aber Koordinaten auf, die nicht auf diese „glatten“ Sekunden lauten und die nicht direkt abgelesen werden können, muss man etwas improvisieren.

Die oben eingezeichnete Koordinate für das Plateau mit 79m liegt sowohl im Nordwert, wie auch im Ostwert jeweils zwischen der 45 Sekunden-Markierung und der nächsten vollen Minute. Da die Minuten ja bekanntlich sechzig Sekunden haben, liegt unser gesuchter Wert also irgendwo zwischen 45 und 59 Sekunden.


Beim Nordwert liegt er ziemlich genau dazwischen also 15sec : 2 = 7,5sec weshalb ich ihn so angeben würde N 61°08'52'' Der Ostwert liegt etwas weiter in Richtung der vollen Minute. Ihn würde ich mit E 006°31'54'' angeben.


Meine Koordinate für das gesuchte Plateau würde also lauten: N 61°08'52'' E 006°31'54'' Diese Genauigkeit ist für das Auffinden eines solchen Plateaus völlig ausreichend. Wie diese Koordinate in das GPS eingegeben wird, dazu kommen wir im Kapitel 4 .


Dem aufmerksamen - oder auch dem schon etwas erfahreneren - Leser wird aufgefallen sein, dass sich zwischen den vollen Bogenminuten auf der Karte eine Zehnerteilung befindet. Diese scheint so gar nicht zu den 60 Sekunden der Bogenminute zu passen. Lediglich die 30 Sekunden-Markierung ist sofort zu ermitteln. Was es damit auf sich hat und wie es uns die Arbeit erleichtern kann, dazu mehr auf der nächsten Seite!

 

 

 


 

 

 

 

Auf dem nächsten Bild habe ich die Zehnerteilung zwischen den Bogenminuten rot hervor gehoben.

Die Angabe der Koordinate mit Hilfe dieser Zehnerteilung ist für die meisten von uns einfach angenehmer, da wir nun einmal mit dem Dezimalsystem deutlich vertrauter sind.

 

Das Koordinatenformat oder auch die Schreibweise, dieser geografischen Koordinate nennt sich Grad° Dezimalminute'.


Die Ermittlung dieser Koordinaten gestaltet sich denkbar einfach. Je nach Größe und Maßstab der Karte kann man dann noch einmal jede Zehnerteilung (z.B. zwischen 80 und 90) sinnvoll weiter unterteilen, und so die Zahl nach dem Komma und damit die Koordinate, noch genauer angeben. Lediglich bei der Schreibweise muss man aufpassen, gerade wenn die Koordinaten in ein GPS eingegeben oder an andere Angler weiter gegeben werden sollen. Die Gradangabe erfolgt wie bisher auch. Dann wird die Minute zweistellig angegeben und durch ein Komma getrennt folgt die Sekundenangabe als mindestens dreistellige Zahl. Diese Zahl bewegt sich zwischen 001 und 999. Bitte nicht von meiner Zehnerteilung verwirren lassen, das dient nur der Übersichtlichkeit.


Ich hätte anstatt 10 auch 100 und anstatt 20 auch 200 usw. schreiben können.

 

 

 (Zum Vergrößern bitte anklicken)

 

 

 

Wie in den vorhergehenden Beispielen auch, ermitteln wir zuerst den Nordwert. Da sich meine „Sekundenangabe“ mittig zwischen 800 und 900 befindet, lese ich als Kommastelle die 850 ab.

Mein Nordwert lautet dann: N 61°08,850'

Der Ostwert wird auf die gleiche Weise ermittelt. Hier befindet sich die Sekundenangabe zwischen 900 und 999. In dieser Ansicht befindet sich meine „Sekundenangabe“ kurz vor dem mittleren Bereich, deshalb lese ich 940 ab.

Der Ostwert lautet somit:
E 006°31,940'

Die Koordinate des Plateaus – in Grad°Dezimalminute' - für dieses Beispiel lautet:

 

N 61°08,850' E 006°31,940'

 

In diesem Format vorliegend, kann nun wirklich jeder ganz einfach die hier  (Seite 9) angesprochene Korrektur, von Nord- und Ostwert, der Koordinate vornehmen.

 

 

 

 


 

 

 

 

Der Vollständigkeit halber sei hier noch eine dritte Möglichkeit der Angabe von geografischen Koordinaten genannt. Sie wird als Dezimalgrad° bezeichnet und man findet sie häufig in softwarebasierten, also in digitalen, Anwendungen.

 

 

Unsere Koordinate von gerade eben, das Plateau, würde in diesem Format so aussehen:

 

N 61.147500° E 06.532333°

 

Die Umrechnung, von einem Format in ein anderes und zurück, macht wie gesagt euer GPS für euch, oder auch der schon weiter oben einmal genannte Link Koordinatenumrechnung von den Cache-Test-Dummies hilft euch dabei weiter.

 

 

Solltet ihr euch wundern, warum ihr bei der Auswahl des Koordinatenformats von eurem GPS so komische Buchstabenkombinationen angezeigt bekommt, wie z.B. DDD° MM. MMM' hier die Erklärung.

 

 

 

D° steht für Degrees, also Grad

 

M' steht für Minutes, also Minuten

S'' steht für Seconds, also Sekunden

 

 

Mit Hilfe einer Kombination dieser Buchstaben und Symbole wird euch das verwendete Format, in diesem Fall für die geografischen Koordinaten, auf dem Display des GPS angezeigt. Für die drei eben betrachteten Koordinatenformate würde die Anzeige des GPS in etwa so aussehen:

 

 

 

Grad, Minute, Sekunde: DDD° MM' SS.S'' (mit und ohne Kommastelle für die Sekunden)

 

Grad und Dezimalminute: DDD° MM. MMM' (mehr als drei Kommastellen sind möglich)

Dezimalgrad: DDD.DDDDD°

 

So sehen diese Formate auf meinem GPS, im Setup Menü „Navigation“ (POSITION FRMT:) eingestellt, aus. Der Vollständigkeit halber, als Beispiel für verschieden Kartedatums, habe ich jedem Koordinatenformat einfach jeweils ein anderes Kartendatum (KRT DATUM: WGS-84, Finland, ED-50) zugeordnet.

 

 

 

 

 

 


 

3 . Der Kartenmaßstab Schnelles Ermitteln von Entfernungen


Der Kartenmaßstab ist das Verkleinerungsverhältnis einer Karte. Er definiert das Verhältnis einer Entfernung in der Karte zu ihrer Entsprechung in der Natur.


Die konkrete Darstellung wird als Maßstabsangabe bezeichnet. Der Maßstab wird üblicherweise als Proportion 1 : Maßstabszahl angegeben. Solche Angaben werden viele auch aus dem Modellbau kennen. Ausgesprochen wird diese Maßstabsangabe z.B. als „Eins zu Zwanzigtausend“. Aus Seekarten, die wir im Allgemeinen für unsere anglerischen Zwecke nutzen, sind mir persönlich die folgenden Maßstäbe bekannt und sinnvoll:

 

 

1:20.000   

1:50.000 


                                              

           1:100.000

 

Was bedeutet nun dieser Maßstab, der auf unseren Seekarten angegeben ist und was können wir damit anfangen?


Der Maßstab 1:100.000 sagt uns, dass 1cm Länge in unserer Karte, 100.000cm in der Natur entspricht. Genau, das sind 1000m, oder 1km. Ist z.B. eine interessante Angelstelle von unserem Hafen, auf einer Karte 1:100.000, 10cm entfernt dann entspricht dies demzufolge 10km Fahrstrecke. Hat man ein Boot, das etwa 20km/h schnell fährt – dies zeigt einem z.B. das GPS an – benötigt man etwa eine halbe Stunde um diese Position zu erreichen. Bei normalen Wind- und Wasserverhältnissen, natürlich. Dies kann für die Planung bestimmter Touren durchaus von Bedeutung sein.


Die anderen o.g. Maßstäbe gelten dann natürlich entsprechend. Das heißt bei einer Karte 1:50.000 entspricht 1cm in unserer Karte 50.000cm in der Natur, sprich 500m. Natürlich erhöht sich die Detailtreue einer Karte, je kleiner das Verhältnis der Zahlen zueinander wird. Man kennt das aus digitalen Karten, in die man „hinein zoomt".


Hat man eine Karte, aus der man – aus welchen Gründen auch immer – keine Koordinaten entnehmen kann, kennt aber den Maßstab der Karte, kann uns das trotzdem helfen die gewünschte Angelposition zu finden. Wie das funktioniert, erfahrt ihr im Kapitel 5

 

Noch ein Tipp, zu den Entfernungsangaben in Seekarten. Am senkrechten Rand - und nur an diesem - jeder Seekarte, dort wo man die Koordinate in Grad und Minuten ablesen kann, kann man auch eine Strecke ablesen, bzw. abmessen. Der Abstand von einer vollen Minute, zur nächsten vollen Minute, entspricht 1 Nautischen Meile (Seemeile). Man kann also auch, die Entfernung zwischen zwei Punkten in der Karte mit einem Zirkel abgreifen und dann am senkrechten Kartenrand – den Abstand zwischen beiden Zirklespitzen – in Nautischen Meilen ablesen.

Auch hier noch einmal der Hinweis auf die Ausführungen von Heinz-Jürgen


Auch das GPS kann man, wenn man möchte, auf die Nautische Meile – im Setup anstatt dem metrischen System – umstellen. In diesem Fall würde uns das GPS dann auch die Geschwindigkeit in Knoten anzeigen, was Nautischen Meilen / Stunde entspricht.

 


 

Hier noch ein Beispiel für das Ablesen der Nautischen Meile

 

 

4 . GPS–Setup - Worauf muss man achten


In diesem Kapitel möchte ich noch einmal auf die wichtigsten Einstellungen eines GPS-Gerätes
eingehen, auf die ihr unbedingt achten solltet.


Es gibt natürlich so viele Setup-Menüs, wie es GPS-Modelle gibt. Deshalb werde ich mich hier auf die grundlegenden Funktionen beschränken, die es eigentlich an allen marktüblichen Geräten geben sollte. Bitte verzweifelt nicht gleich, wenn in euren Geräten teilweise andere Begrifflichkeiten genutzt werden sollten. Bitte benutzt eure Bedienungsanleitungen, um spezielle Fragen zu klären.

Niemand kann alle Geräte und deren Funktionen kennen.


Ich beschränke mich hier lediglich auf das System- und das Navigationsmenü, sowie das Menü zur Eingabe der Koordinaten. Nur damit auch absolute Anfänger in diesem Bereich nachvollziehen können, wovon hier die Rede ist.

 

 

 


 

Das Geräte- oder System-Setup


In diesem Menü stellt man i.d.R. die grundlegenden Funktionen des Gerätes ein. Dazu gehören eventuell auswählbare Modi (Simulator, Normalbetrieb), Kontrast- und Beleuchtungseinstellungen.

 

 

Das Navigations-Setup


Dieses Menü dient, wie weiter oben schon beschrieben, zur Einstellung des Koordinatenformats, des Kartendatums und der Einheiten (Metrisch, Seemeile).

 

 

Die Koordinateneingabe


Hier gibt man, entsprechend des gewählten Koordinatenformats, die entsprechenden Koordinaten ein und erstellt so einen Wegpunkt. Nicht benötigte Stellen hinter dem Komma, werden mit Nullen aufgefüllt. Dieser Wegpunkt wird dann automatisch in der Wegpunktliste abgelegt.

 

 

 

 


 

5 . An und auf dem Wasser Was mit und ohne GPS so alles geht


In diesem, dem letzten Kapitel, möchte ich noch einige Möglichkeiten der praktischen GPS Nutzung vorstellen. Hier sollen typische Probleme angesprochen werden und ich möchte noch einige persönliche Tipps geben, auf die man als ungeübter Nutzer nicht unbedingt selbst kommen wird.


Navigation mit dem GPS


Um mit einem GPS navigieren zu können müssen, das haben wir im Verlauf der letzten Seiten schon gesehen, neben dem Satellitenempfang noch einige andere Voraussetzungen erfüllt sein. Damit man einen bestimmten Punkt überhaupt finden kann, muss er als Wegpunkt im GPS eingegeben sein. Ist er einmal eingegeben, dann wird er automatisch in der Wegpunktliste abgelegt und ist dort jederzeit auswählbar.


Wählt man über die GoTo-Funktion des GPS den gewünschten Punkt aus der Wegpunktliste aus, dann berechnet das Gerät – Satellitenempfang vorausgesetzt – den Weg, also Richtung und Entfernung, zu diesem Wegpunkt.


Falls gewünscht, oder benötigt, kann man verschiedene Wegpunkte über die Routenfunktion zu einer Route zusammen fassen. Das GPS wird, nach Erreichen eines Wegpunktes, automatisch den Weg zum nächsten Punkt der Route errechnen und anzeigen.


Für weitergehende Informationen empfehle ich hier noch einmal die Seiten von Kowoma :


Navigation mit GPS


Probleme und Besonderheiten


Wenn man sein GPS nur selten nutzt, oder es nach längerer Nichtnutzung von Deutschland nach Norwegen verbringt, dann wird sich jedes GPS nach dem Einschalten etwas schwer tun schnell seine Position zu bestimmen.


Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Zur Positionsbestimmung benötigt das GPS die Positionsinformationen der entsprechenden Satelliten. Dies sind in Norwegen nicht die gleichen wie in Deutschland. Dementsprechend kann es etwas länger dauern bis unser GPS die Satelliten gefunden hat und wieder "weiß wo es ist".


Diese Suche kann man unterstützen, indem man dem GPS mitteilt – wenn es uns dazu auffordert – in welchem Land es sich befindet und indem man ihm freien Blick auf den Himmel gewährt. Wenn ihr euer Angelgerät in Norwegen zusammenbaut, ist ein hervorragender Zeitpunkt auch das GPS "vorzubereiten". Wenn ihr Ruten und Rollen dann fertig montiert habt, ist das GPS i.d.R. auch arbeitsbereit.


Wenn es dann seine Position bestimmt hat, empfehle ich dringend diesen Punkt – so es denn Sinn macht – als HOME, oder was immer ihr favorisiert, sofort zu speichern. Sollte es nämlich, aus welchen Gründen auch immer, notwendig sein wieder mit dem GPS den Weg nach Hause finden zu müssen (Dunkelheit, Nebel) dann kann diese Koordinate wirklich sehr wichtig werden!


Einmal bereit, geht es dann beim Wiedereinschalten des GPS, z.B. am nächsten Tag, deutlich
schneller mit der Positionsbestimmung.

 


 

Im Boot und auf dem Wasser


Empfangstechnisch hat ein GPS auf dem Wasser eigentlich immer leichtes Spiel, da es meistens einen „freien Blick“ auf den Himmel hat. Deshalb brauchen wir eventuelle Empfangsproblematiken während des Angelns hier eigentlich nicht zu betrachten.


Sollte es doch mal zu einem Problem kommen, hilft meistens das Aus- und Wiedereinschalten des Gerätes um es wieder zur Mitarbeit zu überreden. In der Regel sind GPS-Geräte „outdoor-tauglich“ konzipiert und konstruiert. Das heißt Regen, oder auch mal ein Schwapp Salzwasser, bringt es nicht gleich um und einen kleinen Sturz überleben sie meistens auch unbeschadet.


Was das Salzwasser angeht kann es aber im Bereich von Anschlüssen (Computer oder anderes Zubehör) zu Korrosion kommen, wenn diese nicht entsprechend geschützt sind. Eine zusätzliche Sicherung, gegen Herausfallen aus dem Boot – vor allem bei zügiger Fahrt und etwas Wellengang empfiehlt sich durchaus. Eine einfache Fangschnur ist hier völlig ausreichend. Fast alle Geräte haben eine Funktion, die es uns ermöglicht unsere momentane Position durch einen schnellen Tastendruck – oder auch zwei – im GPS zu speichern. Diese Funktion wird MOB (Man Over Board – Mann über Bord) oder auch POB (Person Over Board – Person über Bord) genannt.


Diese Funktion ist, wie es der Name schon sagt, für einen eventuellen Notfall gedacht um die „Stelle“ auf dem Wasser überhaupt wiederfinden zu können. Sollte dies irgendwann der Fall sein, denkt bitte daran dass euch das GPS immer wieder nur an die Stelle führt wo die Person über Bord ging. Eine wahrscheinliche Abdrift der Person, durch Wind und Strömung, berechnet das GPS nicht mit!


Die praktische Umsetzung ist hier von Gerät zu Gerät sehr unterschiedlich! Bei einigen muss man in ein Menü und kann dann diesen Punkt sofort aktiv wieder ansteuern. Andere haben eine spezielle Taste die diese Position speichert und dann muss man über die GoTo-Funktion diese Position aus der Wegpunktliste auswählen, um sie anschließend aktiv ansteuern zu können.


Beschäftigt euch mit dieser Funktion, irgendwann könnte sie wichtig sein! Hoffentlich nicht um Leben retten zu müssen, vielleicht aber um eine durch Zufall gefundene Position – wo es richtig gut beißt – auch am nächsten Tag wieder zu finden. Dafür eignet sich diese Funktion nämlich auch hervorragend.


Spezielle Tipps


Im Kapitel 3, es ging dort um den Kartenmaßstab, hatte ich angekündigt hier noch einen kleinen Trick zu verraten wie man auch ohne eine genaue Koordinate einen Punkt auf dem Wasser – mit Hilfe des GPS – zumindest grob finden kann.


Zur Erinnerung hier noch mal die Ankündigung aus Kapitel 3:


Hat man eine Karte, aus der man – aus welchen Gründen auch immer – keine Koordinaten entnehmen kann, kennt aber den Maßstab der Karte, kann uns das trotzdem helfen die  gewünschte Angelposition zu finden.


So etwas kann einem bei Seekartenausschnitten passieren, bei Kopien, oder bei Teilen von Seekarten die jemand – um sie für das Gebiet anzupassen – zerschnitten hat. Ist aber der Kartenmaßstab bekannt, weil er ablesbar oder bestimmbar ist, dann kann man sich wie folgt behelfen.

 

 


 

Man markiert den eigenen Standort in der Karte. Danach markiert man die gesuchte Position in der Karte und verbindet beide Punkte mit einer Linie, unserer Kurslinie. Dann nimmt man ein Lineal und misst die Entfernung zwischen beiden Punkten.


Bei einer Karte 1 : 50.000 und einer gemessenen Entfernung von 12cm würde dies wieviel Kilometern in der Natur entsprechen? Richtig, 6km Fahrt bis zur Angelstelle – Luftlinie versteht sich. Sollte eine Insel zwischen beiden Punkten liegen funktioniert es auch, man muss nur vorher drumherum fahren.


Danach nimmt man einen – für diesen Zweck mitgeführten Winkelmesser (Vollkreis 360°), wer hat kann natürlich auch sein Kursdreieck nehmen – und misst an einer senkrechten Gitternetzlinie, die unsere Kurslinie schneidet, den Kurs aus der Karte heraus. Noch etwas detailierter erklärt das Hoddel hier: www.mir-co.net/kompass/kompass.htm


Dazu den Vollkreis des 360° Winkelmessers mit seinem Mittelpunkt auf einer Schnittstelle „Gitternetzlinie / Kurslinie“ positionieren und dort, wo die Kurslinie den Winkelmesser in Fahrtrichtung verlässt, den Kurs ablesen. Dabei sollte natürlich die Zahl 360° des Winkelmessers senkrecht auf der Gitternetzlinie nach Norden zeigen.


Für unser unten gezeigtes Beispiel beträgt der Kurs zum Plateau 300°. Als Tipp, lest den Gegenkurs – als ob ihr von der Angelposition den gleichen Weg wieder zurück fahren würdet – gleich mit ab und schreibt euch beide Kurse auf. In diesem Fall beträgt der Gegenkurs 120°. Ich gehe davon aus - wer ein Kursdreieck besitzt kann damit auch umgehen. Deshalb verzichte ich hier auf eine weitere Erläuterung. Hier das schematische Beispiel:

 

 

Wir haben also für unseren Angelpunkt einen Kurs von 300° und eine Entfernung von 6km ermittelt. Wie kann uns nun das GPS, das den Zielpunkt ja nicht kennt da wir aus der Karte keine Koordinaten herausnehmen konnten, dabei helfen diesen Punkt zu finden.


Ganz einfach. Wir wählen die GoTo-Funktion aus, wählen dann die Position unseres momentanen Standortes (Hafen, Home) als Ziel und fahren – mit Steuerkurs 300° in Richtung unserer Angelposition. Das GPS zeigt uns dabei natürlich eine immer größer werdende Entfernung zu unserem Hafen an - wir entfernen uns ja – idealerweise auf einem Gegenkurs von 120°. Wenn wir dann eine Position, 6km von unserem Hafen entfernt - mit einer Peilung von 120° erreichen, sind wir am Ziel!

 


 

Einfach, oder? Aus Erfahrung weiß ich das diese Vorgehensweise für einige Leute leichter zu handhaben ist, als sich mit Koordinaten „rumzuärgern“


Diese Methode funktioniert natürlich, wenn man es einmal richtig verstanden hat, auch mit anderen Fixpunkten im Fjord. Wenn es z.B. auf der Karte, in der Nähe der gesuchten Angelposition, eine Felsnase mit einem Leuchtfeuer gibt dann werde ich dieses Leuchtfeuer recht einfach finden. Vorher messe ich mir, wie oben beschrieben Kurs und Entfernung vom Leuchtfeuer aus und schreibe es mir auf. Dann fahre ich zum Leuchtfeuer und markiere mir die Position mit der MOB-Funktion.


Damit habe ich diese Koordinate gespeichert. Anschließend wähle ich die eben gespeicherte Position, mit der GoTo-Funktion, als Ziel aus und fahre genau wie oben beschrieben den vorher ausgemessenen Kurs und die Entfernung vom Leuchtfeuer in Richtung meiner gewünschten Angelposition.


Dies sind wie gesagt einfach nur Tipps, aus der Praxis für die Praxis. Jeder hat in der Regel seinen eigenen Stil und seine Vorgehensweise. Ich wollte hier einfach noch eine zusätzliche Möglichkeit vorstellen.


Nicht unerwähnt darf natürlich bleiben, das diese Methode nicht die Genaueste ist. Das liegt in der Natur der Sache. @tiveden bat mich, darauf hinzuweisen, dass bei einer Abweichung von 5° - wenn man also nicht ganz genau auf der "Linie" geblieben ist - in einer Entfernung von 6km, die Position etwa 500m vom "angepeilten" Punkt abweichen kann.

Aber bevor ich völlig planlos auf einem großen Fjord – nur mit dem Echolot bewaffnet nach einer bestimmten Tiefe, Kante, oder einem Plateau – suche, funktioniert diese Methode deutlich besser. Der aufzusuchende Punkt darf nur nicht zu klein sein, um ihn mit der eingeschränkten Genauigkeit auch noch finden zu können.


GPS defekt – was nun?


Das GPS ist defekt - ein kleiner Notkompass sollte immer mit an Bord sein - oder ihr habt es vergessen, oder noch nie eines besessen? Wie nun den Weg zu attraktiven Angelstellen finden?

Entweder, so wie Hoddel es hier perfekt beschrieben hat http://www.suednorwegen.org/index.php?option=com_content&view=article&id=255:navigation-einfach-erklaert&catid=54:wetter-und-sicherheit&Itemid=130

 

Oder so, wie schon Generationen von Anglern vorher - mit gesundem Menschenverstand, durch Befragen von Leuten die sich damit auskennen, durch Nachdenken und natürlich auch etwas Glück.

Bei meinen ersten Fahrten nach Norwegen haben wir es genau so gemacht. Karte studieren, Fragen stellen, überlegen und auch auf etwas Glück vertrauen. Haben wir so Fische gefangen? Natürlich!


Ob man nun diese elektronischen Assistenten wie Echolot und GPS braucht, haben muss oder auch nicht, dass soll hier nicht das Thema sein. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Diese Technik erleichtert uns leider nicht nur das Leben, sie hat auch ihre Tücken. Und wenn man sie nicht versteht und beherrscht, dann kann man viel Zeit verlieren, die man mit „rumprobieren und fluchen“ verbringt, anstatt zu angeln. Wäre es nicht so, hätte ich diesen Leitfaden hier nie zu schreiben brauchen.


Deshalb möchte ich zum Schluss noch auf die „gute alte Art“ verweisen, wie man auch ohne GPS und im Zweifelsfall auch ohne Echolot eine bestimmte Stelle im Fjord durchaus finden kann. Das diese Methode nicht immer funktioniert, z.B. bei Nebel oder wenn einfach kein Land in Sicht ist, versteht sich auch von selbst. Trotzdem möchte ich sie hier, der Vollständigkeit halber, mit vorstellen. Sie wurde auch von Hoddel im Kompassthema schon erklärt.


Ich nenne sie „Das Auffinden von Positionen durch Sichtmarken an Land“. Gelernt haben wir diese Methode von den Norwegern selbst. So haben Generationen von Fischern immer wieder ihre Fanggründe gefunden.


In der Regel bekommt man diese Stellen von den Einheimischen gezeigt, oder beschrieben. Mit einer Karte kann man sich aber auch bestimmte und interessante Stellen selbst heraussuchen.

 

 


 

Dazu empfehle ich eine Karte, wenn möglich mit in das Boot zu nehmen, dann gestaltet sich die Navigation von Haus aus schon mal deutlich einfacher. Hat man eine interessante Stelle auf der Karte gefunden, die nicht in direkter Nähe des Ufers liegt und so recht schwierig zu finden ist, kann man wie folgt vorgehen.


Man versucht, soweit möglich, gut erkennbare Sichtzeichen an Land in Übereinstimmung mit der gewünschten Position zu bringen. Man nennt so etwas auch Peilung.


Eine Richtung kann man durch das Übereinanderbringen von zwei Sichtmarken – z.B. einem Flaggenmast und einem einzelnen Baum – recht gut bestimmen. Hat man nun noch einen anderen Fixpunkt, der einem die Entfernung zum Ufer - auf der eben eingenommenen Linie - anzeigt, dann hat man es eigentlich geschafft. Häufig nutzt man diese Methode, wenn man eine gute Position gefunden hat, um sie sich für ein späteres Wiederfinden zu merken. Mit etwas Übung kann man sie aber auch zum Auffinden solcher Stellen nutzen.


Die untenstehende Grafik soll die Vorgehensweise noch einmal verdeutlichen.


Man fährt auf einer vorher definierten Linie von seinem Liegeplatz in Richtung des vorgesehenen Angelplatzes. Dazu steuert man ein – wenn möglich – gut zu erkennendes Sichtzeichen, hier eine Kirche auf der anderen Fjordseite an. Um nun zu wissen wie weit man ungefähr fahren muss, benötigt man eine zweite Linie, die einem die Position definiert. Diese Linie wird hier als Verbindung zwischen dem Leuchtturm auf der einen Seite und der Lachsfarm auf der anderen Seite gebildet.


Es ist natürlich nur eine recht ungenaue Positionsbestimmung, über den Daumen gepeilt, aber sie
funktioniert!

 

 

Hiermit komme ich nun zum Schluss meiner Ausführungen, ihr habt es geschafft! Nach dem Veröffentlichen dieses Leitfadens im Forum, werde ich Fragen deren Antwort man hier im Text finden kann, vornehmlich mit einem Verweis auf diesen Leitfaden beantworten. Ich hoffe ihr versteht die Idee dahinter. Sollte es darüber hinaus Dinge geben, die der Erklärung bedürfen,  werde ich dies natürlich gern tun. Wenn ihr mich bezüglich dieses Leitfadens kontaktieren möchtet, ihr findet meine E-mail Adresse am Ende der nächsten Seite!


„Immer 'ne Handbreit Wasser unterm Kiel und Petri Heil!“ - Isfugl -

 


 

6. Schlussbetrachtungen und Quellenangaben


1. Haftungsausschluss


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2. Verweise und Links


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4.Quellenangaben


http://www.kowoma.de/

http://www.cache-test-dummies.de/

http://www.gfz-potsdam.de/

http://www.aquarius.geomar.de/

http://www.norwegen-angelfreunde.de/index.php

 

http://www.suednorwegen.org

http://www.angel-schlageter.de/

 

5. Kontakt
Zum vorbeugenden Schutz meines Postfachs vor Spams findet ihr hier meine E-mail Adresse