Norwegen Angelfreunde

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Ausreisebericht oder Hymne an Norwegen

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SchwachSuper 

 

Hei alle sammen!


Hatte ja irgendwann mal davon geredet zu berichten wie das mit meiner Norgesucht zustande kam.

Und nun soll es endlich soweit sein!
 
Der Bericht, ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aber von Grund auf ehrlich!

Norwegen und ich!

Wenn man erstmal erkannt hat was es bedeutet sich einem Land hinzugeben welches dunklen Wintern, verregneten Sommern und nach Karamell schmeckendem Käse mit übersteigerten Nationalstolz entgegenkommt dann weiß man entweder liebt man es aus tiefster Überzeugung oder eben nicht! Ich für meinen Teil bevorzuge ersteres. Diese Erkenntnis bedarf einiger Zeit, aber irgendwann, aus heiterem Himmel, trifft es einen plötzlich, ein Blitzschlag, ein Schlag mit voller Wucht und ab diesem Moment weiß man jetzt ist nichts mehr wie zuvor! Dieser Schlag traf mich schon bei meinem ersten Norwegenurlaub und ich kann auch nur aus meinen eigenen Erfahrungen sprechen und aus dem was ich bei anderen Leuten beobachtet und erfahren habe. Mein erstes Mal (Norge) werde ich nie vergessen, die Eindrücke haben sich tief in meine Seele eingebrannt, im positiven Sinne. Ich werde bewusst auch möglichst wenig von Orten oder Gegenden schreiben, weil ich die gesammelten Eindrücke nicht auf solche beziehe, sondern es eher gesamt betrachte. Norwegen ist für mich nicht nur ein Land, es ist eine Lebenseinstellung, eine große Liebe und ein Traum. Beim besagten ersten Mal hatte ich mich mit Büchern, Fotos usw eigentlich gut vorbereitet auf das was mich erwarten würde, aber das sollte sich als großer Irrtum rausstellen, weil (wie eigentlich jeder weiß) Bilder niemals das wiedergeben können was sich vor Ort live und in vollem Ausmaß darstellt.. Als wir damals von der Fähre runter fuhren und nach einigen Kilometern schon mittendrin im atemberaubenden Norwegen waren, war mein erster Gedanke: "Oh, ich glaube das mit uns wird was ernstes!"

Ich war begeistert, ich war erstaunt, ich war sprachlos! Egal welches Landschaftsspektakel sich mir da bot ich war jetzt schon nicht mehr zu retten, was mir aber zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht klar war. Wir fuhren unendlich schöne Stunden durch die herrliche Idylle bis zu unserem eigentlichen Ziel. Dort verbrachten wir einen traumhaften Urlaub in einem traumhaften Haus inmitten traumhafter Umgebung, alles in allem also traumhaft!

Na ja, wie es bei einem jedem Urlaub so ist, er ist zu kurz! So auch bei diesem geschehen. Der Abreisetag war gekommen und ich war zu erst nicht sonderlich traurig das es wieder los ging, zu mal wir ja noch einiges an Fahrt bis zu Fähre hatten und das wieder durch die Traumlandschaft....doch das sollte sich bald ändern...An der Fähre angekommen, konnte ich mein Pech kaum fassen ,wusste aber nicht wirklich warum, weil jeder Urlaub geht nun mal zu Ende aber diesmal war es irgendwie anders . Auch in Deutschland konnte mich die Arbeit nicht auf andere Gedanken bringen. Jeder fragt: "UND? Wie war der Urlaub?" "Ja, war schön." die kaum hörbare Antwort. Aber es war alles anders als nur schön, ganz anders. Dieses merkwürdige Gefühl blieb. Nach ca. 3 Wochen kam dann dieser besagte Schlag, aber mit einer Intensität das es einem die Beine weg haut! Ich war von einem Moment an nicht mehr dieselbe, jetzt wusste ich warum man seit Wochen so merkwürdig sehnsüchtig aus jedem Fenster schaut und bei dem Anblick von etwas Berg gepaart mit Wald gleich ganz hibbelig wurde.

Der Norge-Virus hatte mich ergriffen! Was tun? Die Frage klärte sich von selbst als nur Tage später die Frage im Raum stand: Wann fahren wir wieder nach Norwegen??? Da war es also, das was einem so sehr fehlte war plötzlich ausgesprochen. Und so war der nächste Urlaub schnell geplant. Doch bis es soweit war, verging noch viel Zeit. Zeit, die man damit zu bringen konnte, sämtliche Dinge über das gelobte Land zu verschlingen, Bücher, Bildbände, Zeitungen, Filme usw usw. Und unweigerlich brachte mich die Suche nach immer wieder neuen Informationen in ein bekanntes Forum.

Lauter Gleichgesinnte denen es augenscheinlich genauso ging nahmen mir die Angst bekloppt zu sein, weil man an nichts anderes mehr denken konnte, aber heute weiß ich wer dem Norge-Virus verfallen der muss mit solchen Erscheinungen leben.
So brachte ich stund um stund im Forum zu und löcherte allerlei Leut mit fragen...
 
Beim Blick auf den Kalender hätte ich jedes mal in Tränen ausbrechen können, noch 125 Tage, noch 124 Tage, noch 123 Tage....
 
Ich hatte das Gefühl das ich dieses Datum nie erleben würde!
 
Also wie schon gesagt, dachte ich damals das ich dieses Datum des nächsten Norge-Trips nicht erleben werde, es war noch soo lange hin und wahrscheinlich würde ich an Altersschwäche sterben !

Na ja um mich von dem Gedanken abzulenken das meine letzten Tage gezählt waren, kam ich auf die grandiose Idee mich der Landessprache zu bemächtigen!
Gesagt getan, schnell mal das erste Buch gekauft plus CD und los ging’s...Schnell war mir klar dass das so einfach nicht werden würde aber ich hatte ja Motivation in Tüten...
 
Außerdem wollte man sich in seinem auserkorenen Land ja auch gut verständigen können. Und so schlich die Zeit langsam aber stetig vorwärts
An einem schon fortgeschrittenem Abend lernte ich hier im Forum jemanden kennen dessen Urlaub sich kurz mit unserem überschneiden sollte, schnell war klar das man vor Ort natürlich mal einen Gedankenaustausch unternehmen müsste
!
Auch das sollte sich als wegbestimmend erweisen. In dieser ewig langen Zeit entwickelte ich mich nahezu zum Norge-Experten, ich saugte jede noch so kleine Information in mir auf! Es half mir irgendwie über die Runden zu kommen. Und siehe da, ich erlebte unglaublicher weise bei bester Gesundheit das Abreisedatum !
Wer hätte das gedacht???
 
Jedenfalls war ich selig als ich am frühen morgen im Auto saß!
Die Fahrt bis zur Fähre verging unerklärlicherweise recht zügig, was wohl daran lag das es im Auto nur ein Thema gab
 
Als wir auf die Fähre fuhren, unser Auto verließen, zu unseren Zimmern gingen geschah das alles wie automatisiert, ich war völlig daneben. Oben auf dem Deck angekommen konnte ich meine immense Freude kaum noch verbergen, gleich würde es losgehen. Also Leinen los und ab geht’s Richtung Norden....
Was man sonst so auf einer Fähre macht wenn es dann schon dunkel ist brauch ich keinem erzählen

Jedenfalls quälte man sich so um halb sechs am nächsten morgen aus dem "bequemen" Bett um den Anblick eines bekannten Fjords zu genießen. So geschehen bei strahlendem Sonnenschein!!! Das war für mich persönlich einer der bewegendsten Momente überhaupt. Ganz langsam schob sich der riesen Kahn durch die immer größer werdenden Inseln, mein Traumland präsentierte sich mal wieder von seiner besten Seite! Ich schloss immer wieder die Augen, genoss die Sonne auf meiner Haut und das Gefühl des Zufriedenseins, ich sog den Geruch von schäumendem Salzwasser auf und lauschte dem Konzert der schreienden Möwen. Insgeheim betete ich das dieser Moment nie enden würde! Ich war mit mir und dem Rest der Welt im reinen und das ist ein ganz erhabenes Gefühl. Nur ging das nicht nur mir so, meiner 12-köpfigen Truppe fielen ebenso bei dem imposanten Anblick fast die Augen aus den Köpfen. Als es dann von der Fähre runter ging hatte ich das Gefühl: Du hast es geschafft, du bist zu Hause, du bist angekommen....

Auch diese Fahrt durch die unendlichen Weiten Norwegens war wie immer ein Erlebnis für sich, atemberaubend und einfach nur schön! Nach etwa 9stündiger Fahrt erreichten wir unser Ziel, es war schon fast dunkel aber es ließ sich noch gut erahnen was uns am nächsten Morgen erwarten würde. Und genauso war es auch, der Blick aus dem Fenster ließ mich erschauern, fantastisch! Landschaft direkt aus dem Bilderbuch! Auch dem Rest meiner Truppe ging es so, wir fühlten uns sofort sehr gut aufgehoben. Auch unser Vermieter und sein ebenso ehrwähnenswerter Mitarbeiter machten unseren Urlaub mal wieder zu einem Traum. Eine derartig herzliche Gastfreundschaft hatte ich noch nie erlebt, auch nicht bei unserem ersten Norge-Trip.

Es ging einem wirklich das Herz auf wenn man sah wie viel Mühe sich ein, im Prinzip, Fremder gibt damit du dich in seinem geliebten Land zu Hause fühlst. Das war ja bei unserer Truppe kein Problem aber das hinterließ echt Eindruck bei uns!
Wir waren rundum zufrieden, auch wenn es nicht viel Fisch gab und das Wetter na ja war aber egal, wir waren willkommen und somit einfach nur glücklich!
Und so geschah das unausweichliche: Der Urlaub war vorbei!!!
Der letzte Abend war angebrochen, aber halt da war ja noch was....
Das besagte Meeting mit einem Forenmitglied stand noch aus.
Das war eine 6-köpfige Truppe und so kurz vor zehn am Abend schon gut zu gange.....
Also nichts wie hin und, glücklicherweise, in freundlicher Begleitung des netten deutschen Mitarbeiters.

Dort angekommen war die Stimmung schon recht ausgelassen. Im Verlauf des Abends stießen auch noch ein paar Norweger zum Gelage dazu und ich hatte nun mal endlich die Chance mein selbsterlerntes Norsk zu erproben. Mir ging wieder das Herz auf, aufgrund dieser wahnsinnigen Freundlichkeit und Offenheit der Norweger. Ein einfaches aber doch so scharfsinniges und sensibles Volk, einfach toll!
Die Kommunikation gelang erstaunlich gut und mir kam es so vor als würde ich diese Leute über Jahre hinweg kennen und in mir machte sich wieder dieses komische Gefühl breit....
Vor allem als öfter von einigen Ureinwohnern der Spruch kam: "Ach bleib doch einfach hier!"
"Ha ha, ist ja auch soo einfach!" war meine ironische Antwort, aber ich hätte in diesem Moment nichts lieber getan........
 
Als dann am nächsten Tag der Heimweg angetreten wurde war ich am Ende meiner Kräfte. Es war als ob man einem das Liebste was man hat entreißt! Doch was sollte ich tun, der Urlaub war nun mal zu Ende und in Deutschland schrie schon wieder die Arbeit nach mir!
Als wir dann am Sonntag Abend in good old Germany ankamen, war alles wie in einem schlechten Film: schlechte Schauspieler (ich vorne mit dabei), schlechte Kulisse und ein grottenschlechtes Drehbuch!!!
Den Montag hatte ich glücklicherweise noch frei, denn arbeitsfähig war ich nicht, es war einer der schlimmsten Tage meines bisherigen Lebens.
Ich war unruhig, wie ein Tiger in einem Käfig lief ich auf und ab! Bei jedem Wort was auch nur im entferntesten Sinne was mit Norge zu tun hatte, brach ich innerlich zusammen!
Ich, für meinen Teil, war aber der Meinung dass das niemand merken würde aber da lag ich ja mal ganz falsch.
Am selben Abend sagten meine Eltern zu mir: "Du, wir glauben es ist besser für dich wenn du mal für ein Jahr oder so nach Norwegen gehst!" Ich hätte am liebsten geschrien: JAAA; ICH WILL! Aber ich war einfach nur glücklich das es Leute gibt in meinem Leben die mich besser kennen als ich mich selbst! Und sofort wurden Worte in die tat umgesetzt. Da ich ja in Norwegen durch einen schon beschriebenen Abend sehr gute Kontakte geknüpft hatte, sollte sich das als nicht zu schwierig erweisen. So war es auch, ein paar Telefonate, Emails und Wochen später war schon fast alles geregelt.
Mitte Oktober flog ich für ein Wochenende rüber ins gelobte Land.
Von Berlin über Amsterdam nach Trondheim und als der Flieger sich links an Dänemark vorbei schob, dachte ich mir: Jetzt bloß nicht einschlafen...!
...Ja, als ich dann wieder erwachte bot sich mir ein wahrlich königlicher Anblick, die zerklüftete Küste Norwegens mit den schroffen Felsen strahlte mir scheinbar harmlos entgegen, diesen Schreckmoment des Aufwachens werde ich so schnell nicht vergessen, da sogleich ein paar Tränen des Glücks nicht mehr auf zu halten waren, ich war wieder zu Hause!!!
Dieses Wochenende verging natürlich mehr als nur schnell aber als ich wieder in Berlin war, war alles so klar und eindeutig. Alles war in Sack und Tüten. Es war wie im Märchen! Und nun sitz ich wieder hier und zähle die Tage (es sind noch 43 ) aber ich hoffe ich zähle zum allerletzten Mal!
Am 28. Februar geht es endlich los, ich darf endlich nach Hause!
Und ihr könnt mir glauben das die Worte dieses Textes nur annährend meine Gefühle für dieses Land widerspiegeln! Außerdem schenkte mir dieses unglaubliche Norwegen noch eine wahrhaft schöne Liebe zu einem wunderbaren Mann noch einen Grund mehr es zu verehren...



Ich knie nieder vor einem Land welches sich ungestylt, unverbraucht und unendlich ehrlich einem zu Füßen legt!

Ich knie nieder vor einem Land welches meine Seele so berührt wie es kein Mensch auf Erden vermag.

Ich knie nieder vor einem Land welches mir mit seiner Schönheit innerlich Schmerzen bereitet!



Aber es ist ein schöner Schmerz und den will ich für den Rest meines Lebens erleide.
Evje 

 

 

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