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Island, Auf den Spuren von Arne Saknussem

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Island 2007 - Auf den Spuren von Arne Saknussem -

 

„Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“hat mich total begeistert als ich noch ein kleiner Junge war. Im Kino fieberte ich mit der der Professor Lindenbrook-Expedition bei den Abenteuern auf der Suche den Geheimnissen der Erde. Ausgangspunkt war ein Bergmassiv auf Island. Damals hat sich Island als magischer Begriff in meinem Geist gefestigt. Der Kreis schließt sich, nun finden diese Kindheitsphantasien ihre Erfüllung . Ich komme zu diesem magischen Ort.

 

Die 3 Kerben - Arne Saknussem war hier!


Die Maschine aus Frankfurt/Hahn landete in Keflavik. An Bord gestandene Angelverrückte, angereist um beim Islandfestival 2007 in den Westfjorden den Fisch des Lebens zu fangen. Weitere 3 Maschinen aus Friedrichshafen, Kopenhagen und Berlin sind im Anflug. Empfangen von „Angelreisen Hamburg“ werden die insgesamt 95 Protagonisten zu den beiden bereitstehenden Bussen geleitet, die sich nach einiger Wartezeit in Richtung Flughafen Reykjavik in Bewegung setzen.

 

Fokker 50


Hier angekommen sollen 2 kleinere (Propeller)-Maschinen die Meute nach Isafjordur bringen. Das ist nach einiger Wartezeit auch geschehen. Der Anflug auf die Westfjorde ist sehr beeindruckend. Herrliches Sonnenwetter gestattet einen tollen Ausblick auf die Küste. Derartig zerklüftete Felsformationen habe ich bisher noch nicht gesehen. In Isafjordur werden die Leute mit Bussen zu den Anlagen in Sudavik, Sudureyri und Flateyri gefahren.

 

       



Anflug auf die Westfjorde


Da ich für mich allein gebucht habe, lerne ich mit der Unterkunft auch hier erst meine künftigen Mitbewohner Wilfried aus Güstrow, und Heinrich aus Großgmain/Österreich kennen. Gehen 22.00 Uhr Ortszeit gibt’s endlich das erste gemeinsame improvisierte Abendessen, da wird uns vom Veranstalter noch Ingo“trallala“ / Neubrandenburg als zusätzlicher Mitstreiter vorgestellt. Ingo war ein wenig „herumgeirrt„ (worden), niemand wollte ihn, wir nehmen ihn gern in unseren Kreis auf ! Obwohl Keiner den Anderen vorher kannte, gibt es für alle das gleiche edle Ziel und so ist auch das Eis schnell getaut. Die Bootseinweisung ist für den nächsten Tag 9.00 vorgesehen, entsprechend erwartungsvoll fallen wir in unsere Kojen.

 

Crew MS Bobby 16 Wilfried, Harald (Steinköhler), Ingo trallala, Heinrich v. l.


Am nächsten Morgen erfolgt die Zuteilung der Boote (hier MS Bobby 16, Nr. 7609) und nach Entrichtung der "Restrisiko-Versicherungsbeteiligung“(130.-€ pro Boot), geht es zur Einweisung. Das Beladen des Bootes ist schnell erledigt, die erste Ausfahrt kann beginnen.
Die Yanmar-Boote sind allererste Sahne, ausgestattet mit 125 PS Volvo-Turbodieselmotoren ist man mit 18 Knoten schnell unterwegs, lediglich bei langsamer Fahrt sind sie etwas schwer zu manövrieren. Mit Abmessungen von 8.00 x 2.60 m ist für 4 Leute ausreichend Platz. Im Cockpit findet man neben Sprechfunk, GPS mit Kartenplotter auch ein Radio mit CD Player und 2 Boxen an der Rückwand. So ist es möglich, das Gefühl zu erleben, wenn nachts 2 Uhr bei Mitternachtssonne „My dying Bride“ übers leicht gewellte Wasser rollt!

 

          

Cockpit MS Bobby 16                               Heavy Metal-freundlicheAusstattung


Wir haben vor, uns fürs erste unweit der Fjordmündung im Tiefenbereich von etwas 30 m aufzuhalten. Hier bestätigt sich für Jeden schnell, was man bisher über Island gehört hat. Egal mit welchem Köder, man wirft ein, der Köder sinkt ab und es erfolgt ein Biss. So machen wir ein paar Stopps in der Nähe und fingen einige Dorsche der 3 kg Kategorie.

Es sind wohl 3 Stunden vergangen, als Wilfried seinen Gummifisch erneut zum Grund bringt, es gibt den obligatorischen Biss, Wilfried holt wie gewohnt ein…doch plötzlich biegt sich die Inlinerute im rechten Winkel zu Wasseroberfläche…oh weh…das ist wohl was Massives.

 



Rute im ¾ Kreis? - bitte sehr!


Da Wilfrieds Multirolle mit Schnurzähler ausgestattet ist, kann man genau verfolgen wie Fänger und Beute um jeden Meter kämpften. Ans Angeln ist für die restlichen Crewmitglieder schon lange nicht mehr zu denken. Wilfried beansprucht jede Ecke des Bootes um die Fluchten in verschiedene Richtungen abzufangen, er hat längst begriffen, daß da, am anderen Ende der Angel der Fisch seines Lebens hängt.
Es gelingt ihm nach einigen Fluchten, den Brocken auf 20 Meter hochzukurbeln, doch wieder muß er einige Meter nachgeben …dann noch 14, noch 12, noch 10 Meter, wieder bleit er stehen und nimmt sich ein paar Schnurlängen von der Rolle. Nach nunmehr einer Stunde wird die gefleckte Platte erstmals neben dem Boot an der Wasseroberfläche sichtbar - wir schätzen den Heilbutt auf vielleicht 70 Kilo, der Anblick ringt uns einen tiefen Seufzer ab. Wie sollen wir diesen Klopper ins Boot kriegen? Wir stellten fest, daß der Haken eigentlich gut im Maul hängt, das ist ja schon mal was. Ingo hat die Idee den Schwanz irgendwie mit der Bootsleine zu fixieren. Als erstes versucht er eine Schlinge über die Schwanzflosse zu stülpen, doch jedes mal, wenn der Butt das Seil spürt, verschwindet er von der Wasseroberfläche und muß mühsam wieder hochgepumpt werden, zu allem Überfluß läßt sich die Kunststoffleine nicht so leicht unter Wasser drücken.

Mit einer Kombination aus Seil und 2 Gaffhaken gelingt es Ingo und Heinrich irgendwann die Schlinge um die Schwanzflosse zu schließen. Jetzt ist Schluß mit Lustig. Der Butt schlägt mit der Schwanzflosse, verschwindet nach unten, das Seil rast durch Ingos Hände hinterher, gerade kannte er noch den Fuß aus der Gefahrenzone bewegen, da geht ein starker Ruck durchs Boot. Der Butt kann nicht weiter, er hängt an der Achterleine, die Schlinge hat sich um den Schwanz fest zugezogen. (Stephen Spielberg hätte das nicht besser drehen können!!!). Jetzt heißt es, den Fisch ins Boot zu kriegen.
Zwei Mann ziehen ihn zur Wasseroberfläche zurück, die Schwanzflosse quer zu Bordwand. Die beiden anderen ziehen mit Gaffs an der vorderen Körperhälfte. Irgendwie kommt die Schwanzflosse über die Bordwand hoch und mit einer gemeinsamen (explosiven) Kraftanstrengung gleitet der Brocken ins Boot.
Geschafft!!!!

 



Der erste Blickkontakt


Jetzt heißt es erst mal durchpusten, die verbissenen Züge in Wilfrieds Gesicht entkrampfen sich zusehends, jetzt abklatschen und zurück in den Hafen.

 

            


Zur gleichen Zeit sitzt Thilo, Mitarbeiter und Betreuer bei „Angelreisen Hamburg“ in seiner kleinen Stube in Sudreyri .Er hat die neu angekommenen Gäste untergebracht und erwartet einen ruhigen Nachmittag.
Plötzlich klingelt es an der Tür, draußen steht eine entkräftet wirkende Gestalt, namens Wilfried. “Thilo, ich habe ein Problem, ich brauch `nen Kran „! Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer, im Nu haben sich eine Menge Leute am Hafen eingefunden.
Was für ein Auftakt für unseren Freund Wilfried, 3 Stunden auf dem Wasser und schon einen Heilbutt von 1,93 m und 88 kg gefangen.

 

 

Danke Calle für das Foto, ich komm gut rüber!



Ich gebe `nen Typen, der da eben mal so rumsteht meine Kamera, mit der Bitte, mal ein Foto von uns mit dem Butt zu machen. Der Typ macht ein Foto und faselt irgendwas vom Forum und Steinköhler. Ich meine, "Steinköhler bin ich doch„, darauf der Typ“ ich bin Angelcalle“ so lernt man sich kennen. Hat mich gefreut Calle!


Wir beschließen, uns ein paar Stunden auszuruhen, um dann noch einmal eine Ausfahrt zu wagen. Gegen 21.00 Uhr Ortszeit startet unsere zweite Ausfahrt. Wir schlagen uns nach dem Passieren der Fjordmündung nach rechts. Ich laß meine Zockangel an der Seegurkenstelle runter (Penn Charisma Senso Pilk 420g, Daiwa Laguna Rolle mit 10 er Whiplash, schwarzer Gummifisch 18 cm), sofort ein Einsteiger, der sehr viel Schnur nimmt. Es dauert eine Viertelstunde, da kriege ich ihn ins Boot, einen Dorsch von 1,05 m und 12,5 kg.

 

Man, war das anstrengend, Dorsch der Nacht


Ich lass wieder runter, stell die Angel kurz ab, um einen Schluck aus meiner Colaflasche zu nehmen. In diesem Moment gibt es an meiner Angel einen gewaltigen Ruck, der Griff schnippst nach oben und das gute Gerät schnellt in hohem Bogen über die Bordwand, um sofort in den Fluten des Sugandafjordes zu versinken. Da guggste bedröppelt…., hier müssen Monster im Wasser hausen…….! Gott sei Dank, hat man gute Freunde. Ingo bot mir für den Rest des Urlaubs seine Ersatzrute an, natürlich mußte ich ihm versichern, diese gut zu beschützen.




Doubletten ? - immer wieder gern !


In den nächsten Tagen fahren wir gezielt verschieden Stellen ab, wir fangen viele Dorsche bis 13,5 Kilo, einen Steinbeißer von 6,4 Kilo, Köhler, Schellfische, Wittling und Rotbarsch.

 

Der lachende Heinrich mit seinem größten Dorsch, 10,5 kg
(Na, Wilfried da guggste!)

 



Das kann ich noch besser, gugge mal hier 13,5 kg

 

             

Braucht noch Jemand `ne Doublette ?              Laß ja die Waage ganz !


Die Bestandsdichte an Dorschen ist einfach unglaublich, überall kann man große Fische fangen, manchmal stehen die Fische regelrecht „gestapelt“ im Wasser, man hate nach 2 m runterlassen schon einen Biss. Es gibt Begegnungen mit Schweinswalen, Tümmlern, Papageientauchern und äußerst aggressiven Möwen die des Öfteren den eingeholten Fischen mit Schnabelhieben zusetzten.

 

Das ist mein Fisch, Möwe!


Der Wettergott hat auch ein Einsehen mit uns. Fast eine Woche ohne Ausfalltag ist für die Verhältnisse in den Westfjorden äußerst ungewöhnlich. Wer sich mal so richtig die Seele aus dem Leib angeln will, ist in Island sicher gut aufgehoben, eine gute körperliche Verfassung ist jedoch vonnöten, nach 3 - 4 Tagen tun einem alle Knochen weh. Da wirkt ein gemeinsames Bad in der dorfeigenen - Thermalquelle höchst entspannend für den geschundenen Körper. Die Bewohner von Sudureyri sind uns stets freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen begegnet. Viele erkundigen sich nach unseren Fängen und staunen mit uns über das Erlebte. Allerdings treiben einem die isländischen Preise zuweilen massiv Schweißperlen auf die Stirn. Unser Freund Wilfried hat aus Freude über seinen Heilbutt 8 Dosen Bier ausgegeben und dafür im Gästehaus sage und schreibe 70 € hingelegt! (Danke Wilfried, jetzt wissen wir, was Dir gute Freunde Wert sind !)

Am Dienstag, den 19.6. hieß es dann Abschied nehmen von Sudureyri. Mit Bussen wurden wir nach Isafjordur gebracht, nach einem ausgedehnten Stadtbummel warteten die Propellermaschinen um uns nach Hafnafjordur zu bringen.Hier ging es für 2 Nächte ins Hotel.,

 



Hafen in Sudureyri

        

Bilder wie aus einem Aranaldur - Indridason – Krimi


„The Fog“

 



Hier pulsiert das Leben – Isafjordur

 


Am nächsten Tag steht „Der goldene Kreis“ auf dem Plan, eine Reise die Angelcalle in seinem Bericht schon beschrieben hat.

 



Strokkur (=Butterfaß) 15-30 m hohe Dampfsäule

 

Gullfoss


Am Abend dann das Abschiedsessen im Vikinghotel mit Preisvergabe für die größten Fische.
Beim Wikingeressen mit musikalischer Umrahmung geht es zunehmend sehr lustig zu. Nach dem schon viel beschriebenen Sensationsfang wird unser Wilfried Zweitplatzierter in der Rubrik Heilbutt. Und dann hat Wilfried es getan: er hat tatsächlich öffentlich erklärt, daß er den Butt ohne seine Mannschaft nicht ins Boot bekommen hätte !
Danke Wilfried, das ging runter wie Öl!
So etwas muß natürlich gefeiert werden und auch wenn der Alkohol kaum zu bezahlen ist (25 € für 1,6 l Bier) wurde das Erlebte aufgearbeitet.


Weit über das Ende der Veranstaltung hinaus hatte sich ein harter Kern von 1 Dutzend Leuten an einem Tisch festgesaugt.

 

Hotel Viking

 


Wikingerkönig „Ingo“

Wikingerkönig „Heinrich“

 


Wikingerkönig „Wilfried“

 

Wkingerkönig „Harald“


Gegen 2.00 Uhr hatte wir endlich unsere Schlafstätte erreicht. Der Weckdienst wurde beauftragt, ich stellte den Wecker zur Sicherheit auf 3.30 Uhr. Wir schlafen tief und fest wie die Murmeltiere…..nur leider zu lange. Fäuste hämmern an die Tür, 3 Gesichtchen schauen verzerrt und geblendet unter der Bettdecke hervor. Jemand raunt verärgert ins Zimmer:
„ Leute, los raus, der Bus wartet, der Motor läuft schon“. Wir springen desorieniert aus den Betten, suchen unsere Sachen zusammen. Jeder ist sich selbst der Nächste, alles in die Taschen geschmissen und ab in den Bus.


Am Flughafen eine lange Warteschlange, kein Kofferkuli zu finden, alles zur Gepäckaufgabe geschleppt, dort nur eine Tasche losgeworden, den Rest zum Sperrgutsc


Kurz vor 7.00 Uhr betrete ich endlich die Maschine nach Frankfurt/Hahn (Abflug 7.00 h).
Jetzt erst mal schlafen….!


Zu Organisation:
Das die Unterbringung von 95 Leuten nicht ganz reibungslos verläuft ist mir klar. Ebenso entsprechen die vorläufigen Unterkünfte nicht immer dem, was im Prospekt versprochen wird, für die Flughafen und Hoteltransfers muß man auch mal längere Wartezeiten über sich ergehen lassen.

Für Ingo war es sicher auch keine Freude ein paar mal hin-und hergeschickt zu werden bis er seine Unterkunft gefunden hatte. Diese Arten Unbill würde ich persönlich als erträglich bezeichnen, ich würde sie auch nicht den Betreuern von „Angelreisen Hamburg“ zuschieben. Diese Leute geben sich vor Ort sicher alle Mühe die Abläufe reibungslos zu gestalten. Das ist eben nicht immer möglich.

Auf jeden Fall haben wir viele schöne Eindrücke aus diesem Urlaub mitgenommen, neue Freunde und unglaubliche Angelreviere kennengelernt. Sicher kommen wir wieder hier her, vielleicht sogar zum nächsten Island-Festival.

Auch unter diesen Eindrücken finde ich persönlich meinen entspannten Norwegenurlaub nach wie vor schöner als die kräftezehrende Islandfischerei und somit will ich dem Forum mit weiteren Norwegen-Beiträgen auch erhalten bleiben.


Med Hilsen


Euer Harald

 

 

 

 

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