Norwegen Angelfreunde

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Vikna/ Austafjord

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Meine Vikna/Austafjord Erlebnisse

 

 

Hallo liebe Angelfreunde,

der Reisebericht hat mich aufhorchen lassen. Austafjord / Rörvik ?
Auf der Insel war ich auch schon einmal. Das dürfte so Anfang der 90er gewesen sein.
Ich war zusammen mit einem Freund unterwegs. Wir sind dort nur durch Zufall gelandet. Wir studierten seinerzeit noch. In den Semesterferien nach Möglichkeit mit dem Auto nach Norwegen. In der Regel mit Zelt und ohne gebuchte Unterkünfte aufs Gratewohl. Die Ziele wurden meist auf der Karte ausgesucht, abends bei einem Bierchen... "Sieh mal dort, die Inseln dort sehen doch gut aus". So landeten wir Zunächst in Rörvik. Dort war fast direkt in der Stadt eine Campinganlage mit Hütten und auch Bootsverleih. Bei der Besichtigung sahen wir am Bootsanleger sofort riesige Dorschköpfe und Gerippe im Wasser liegen.
Die Entscheidung war gefallen; hier wollten wir für die nächsten Tage versuchen zu fischen. Wegen des widrigen Wetters verzichteten wir auf das Zelt und bezogen eine Hütte. Natürlich wurde auch gleich ein Boot gemietet.
Mein Freund hatte damals vor der Reise von einem Bekannten einen gebrauchten Außenbordmotor geschenkt bekommen. Hersteller und Typ völlig unbekannt, wahrscheinlich italienischer Herkunft. Jedenfalls war ein Dell-Orto Vergaser montiert. Auf der Verkleidung stand nur "Mac". Das gute Stück hatte wohl so ca. 5 - 6 PS und er lief. Hatten wir zuhause in der Regentonne ausprobiert!
Da in einen Omega Kombi 'ne Menge reingeht war das Teil natürlich dabei. So konnte man ja sparen und brauchte "nur" ein Ruderboot zu mieten. Also den Mac ans Alu-Boot montiert, Gerät eingeladen und los. Nach ca. 1000 Metern Fahrt ging die Leistung (wenn man überhaupt von Leistung bei 6 PS und einem schweren Alu-Boot sprechen kann) vom Mac immer weiter in den Keller bis er immer wieder ausging und nur mit viel Geduld und unter lautestem Fluchen wieder für kurze Zeit zur weiteren Mitarbeit zu überreden war. Wir habe uns dann mal die Zündkerze angesehen: Kein Wunder das der nicht mehr wollte. Nass, dreckig und verölt! Nach dem Reinigen der Zündkerze lief Mac erst einmal wieder aber…. Aus dem Auspuff kam neben den Abgasen auch ein Gemisch aus Benzin und Seewasser! Und bei näherem Hinsehen nicht nur aus dem Auspuff sondern auch dort heraus wo eigentlich eine Zylinderkopfdichtung dichten soll. Ende der Ausfahrt! Bei abgebauter Verkleidung konnte ich mich auf das Gehäuse lehnen, so dass noch genug Kompression da war um zurück zu Anleger zu fahren.
Wir haben dann abends vom Ufer mit der Spinnrute geangelt. Bei auflaufendem Wasser kamen die Dorsche in Ufernähe. Zwar keine riesigen Brocken, aber an der Spinnrute einen Dorsch der nicht aus der Tiefe herauf gepumpt wird macht allemal Spaß. Da merkt man erst einmal wie die Burschen kämpfen können….
 

Mit dem in Streik getretenen Mac war das Bootsangeln also erstmal gestorben. Motorisierte Boote gab es dort irgendwie nicht zu verleihen und das Rudern eines Alu-Bootes war –so hatten wir ja schon gemerkt als Mac nicht mehr wollte- alles andere als ein Vergnügen. Auch das Wasser läuft nur ca. alle 12 Stunden auf
Also hatten wir ausreichend Zeit die Gegend zu erkunden und den Mac mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Fest stand: Mac brauchte eine neue Zündkerze. Die Zylinderkopfdichtung schien nicht wirklich durchgebrannt zu sein, viel mehr hatten sich wohl die Schrauben losgerappelt. Selbige ließen sich ja ohne große Probleme mit entsprechendem Werkzeug wieder festziehen. Mit diesem Werkzeug hatten wir ja schließlich auch die Zündkerze herausschrauben können. Wie gut, dass man als Angler immer (meist!!!) eine Kombizange dabei hat!
Wegen der Zündkerze gingen wir zur lokalen Tankstelle, die lag direkt am Wasser, dort wurden auch Boote betankt; was lag näher als dort nach einer Zündkerze zu fragen?

Frage wir: „Hallo, we need a spark-plug like this!” und zeigen die olle, original ölige Zündkerze vor.

Frage Tankwart: What is that spark-plug for?

Antwort: “It’s for an outboard-engine”

Gegenfrage Tankwart: “What kind of engine is it?”

Antwort wir: “It’s a one cylinder, two stroke engine!”

Tankwart: “No, I mean what type is the engine”

Antwort wir: “It’s a MAC!!” Nun mussten wir leider doch raus mit der Sprach und sagen wie das Ding (möglicherweise) heißt.

Frage Tankwart: „Who produced the engine?“

Antwort: “MAC!”

Tankwart: “ ???! ” “Mac???!!........It’s called Mac?

Nachdem das dann geklärt war sah er tatsächlich in seiner Liste mit Außenbordmotoren-Zündkerzen nach. Aber es währe wahrlich ein Wunder gewesen wenn er den Typ MAC dort gefunden hätte.
Wir bekamen schließlich eine blitzsaubere Kerze mit entsprechendem Wärmewert und passendem Gewinde. Herz was begehrst Du mehr!!
Wir wollte aber nicht den so wieder zurecht gefriemelten Motor sofort wieder an ein Alu-Boot montieren und die Gefahr eingehen, dass die mit der Kombizange und soviel Mühe wieder „festgezogenen“ Schrauben gleich wieder losgehen. Alu-Boote sind halt nichts für Außenborder; deshalb war da auch nirgends einer dran! Ganz logisch! Zu dieser Überzeugung waren wir gelangt.

Jetzt geht’s weiter …

Neben der Angelei hatten wir noch Muße die Insel zu Erkunden. Aufs Gratewohl fuhren wir die Straße, die durch Rörvik weiter nach Austafjord führte; ich meine es wäre die 770. in Austafjord war dann Schluss mit der Teerdecke. Von da an ging es auf Schotterpiste weiter. Wir folgten der Straße weiter Richtung Nordwesten? Genau war das schwer zusagen; sie schlängelte sich in zahllosen Kurven über die Insel. Und dann standen wir vor der Hüttenanlage von der Jo28 schon eine Link geschaltet hatte (http://www.fishcamp.no/Fishcamp/Fish...e?OpenForm&L=D). Nicht nur die schönen neuen Hütten erregten unsere Aufmerksamkeit natürlich auch die Boote, die dort an dem kleinen Anleger lagen. Und das alles menschenleer! Keine der Hütten war bewohnt. Als wir dort noch so unschlüssig herumstanden und bedauerten, dass wir diese Anlage nicht schon eher gefunden hatten kam ein Traktor vorbei gefahren, wurde langsamer, wendete und kam zu uns. „Na, der hat wohl Angst, dass wir hier Unfug machen“ so dachten wir. Aber nein: der sehr freundlich alte Mann gab uns zu verstehen dass wenn wir Interesse hätten hier eine Hütte zu mieten, wir hier kurz warten sollten. Er würde dann zu dem Vermieter fahren und diesem bescheid geben. Natürlich hatten wir Interesse: Die Boote die dort lagen hatten nämlich MOTOREN! Er fuhr also in die Gegenrichtung los, kam nach kurzer zeit wieder an uns vorbei, winkte noch einmal kurz……?
Wo war denn jetzt der Vermieter? Hatten wir den Mann richtig verstanden? Die ganze Unterhaltung fand nämlich hauptsächlich mit Händen und Füßen statt; weder sprachen wir Norwegisch, noch sprach er Deutsch oder Englisch. Während wir noch beratschlagten was nun zu tun sei, kam der nächste Traktor; dieses Mal mit dem Vermieter –oder dessen Sohn? Auf jeden fall war die Verständigung dieses Mal einfacher. Er bot uns eine der neuen gossen Hütten auch schon gemessen an der Nachsaison für einen dermaßen verboten günstigen Preis an… Dann die Frage ob wir eines der Boote mieten könnten. Klar auch super preiswert!
Nun hatten wir eine wahre Nobelhütte, die leicht für sechs Personen gereicht hätte. Und das Beste: Wir hatten ein Boot zur Verfügung von dem wir bis dato nur geträumt hatten. Mit Spritzschutz und Steuerstand, wo man bequem sitzen konnte. Auch bei miesem Wetter war die Ausfahrt möglich. Durch die Verkleidung wurde man nicht sofort bis auf die haut nass. Über sagenhafte 35 PS verfügte das Gerät; soviel PS hatten wir noch nie zur Verfügung –jedenfalls nicht in einem Boot. War ja schon gast soviel wie in meinem daheim gebliebenem Diesel Golf.
Also los zur ersten Ausfahrt. Vom Steg losmachen und mit den Rudern langsam ins Tiefere staken, bis genug Wasser unter dem Kiel ist damit der Motor gefahrlos heruntergelassen und gestartet werden kann. Dieser Motor war in allem ein Vielfaches von Mac. Klar die Leistung ca. sechsmal mehr, doppelt so viele Zylinder –nämlich zwei- und auch eine doppelt solange Anreißleine die mit mindestens der vierfachen Kraft gezogen werden musste wie ich beim ersten Start mit großer Verblüffung feststellte. Also in einem Meter Abstand vom Motor aufstellen und mit dem ganzen Oberkörper nach hinten werfen. Mein erster versuch auf die Art wie wir es beim Mac gewohnt waren mit einem kurzen Zug aus dem Arm scheiterte kläglich.
Aber egal, der Motor lief beim Zweiten Versuch. Heiko am Steuer kuppelte vorsichtig ein und fuhr sachte los. Ich stand hinten und war begeistert. In respektvoller Entfernung vom Ufer „Los zeig mal was der bringt!!!“. Heiko schob den Gashebel in einem Zug nach vorne! Mit so einem Schub hatte ich nicht gerechnet, dann hätte ich mich nämlich irgendwo festgehalten. So fand ich mich auf dem Boden, vor dem Tank wieder. Aber ich hatte mich schnell wieder aufgerappelt „Boah, aber mach mal langsamer“. Wieder hatte ich nicht mit extremen Reaktionen gerechnet; nicht dass Heiko mit einem Schlag vom Gas gehen würde und auch nicht das das Boot sofort so stark verzögern würde. Nachdem ich mit dem Bootsboden dann zum zweiten Mal Bekanntschaft gemacht hatte –dieses mal mit dem vorderen bereich unter dem Spritzschutz- hatte ich meine Lektion gelernt.
Im fahrenden Boot sitzen und wenn man mal steht FESTHALTEN auch wenn man meint das ist überflüssig…

Nun hatte uns das Bootsangeln wieder. Mit dem Boot wären leicht auch große Entfernungen zu überbrücken gewesen. Wir sind aber immer im Bereich der Inseln oder Schären geblieben. Weiter hinaus aufs offenere Meer war uns zu heikel. Wir hatten bis dato sehr wenig Erfahrung mit dem Atlantik, noch hatten wir Handys. Das Wetter war zumeist eklig windig und es war außer uns niemand unterwegs. Bei Problemen wären wir ganz auf uns gestellt gewesen.

Aber auch zwischen den Inseln war prima Angel möglich. In dem Buchladen in Rörvik hatten wir eine Seekarte von dem Gebiet gekauft. Auch ohne Echolot haben wir die interessanten Stellen gefunden. Mittels Peilung anhand von Inseln und Seezeichen konnte man die Position einigermaßen ermitteln. Ob die Tiefe dann die richtige war haben wir einfach ausprobiert. Viele werden mir zustimmen, dass man bei dem eigenen Gerät mit einiger Übung bei Tiefen bis ca. 100 Metern relativ genau abschätzen kann in welcher Tiefe man grad angelt.

Wir fingen zahlreiche Dorsche unterschiedlicher Größe. Auch hier keine Riesen. Aber wir waren mit Gewichten von bis zu ca. 10 Pfund ganz zufrieden. Da wir den Fang auch immer zeitnah verwerten mussten, hätten wir mit einem dicken Dorsch aus großer Tiefe (sprich einem, den man nicht hätte zurücksetzten können- für den Tag 'ne gehörige Portion zu essen gehabt. Kühlbox zum Transport des Fanges nach Deutschland, war bei unserem Umherziehen mal im Zelt mal in einer Hütte natürlich nicht möglich.

Ein sehr denkwürdiges Erlebnis möchte ich noch mitteilen: Im laufe der Tage hatten wir verschiedene Angelstellen ausprobiert. Vielfach sehr Hängerträchtige. Unser Bestand an unseren Lieblings Stingsilda Pilkern war schon arg zurückgegangen. Dann fanden wir eine Stelle mit Sandboden. Hier bissen dann zwar kaum Dorsche aber wir konnten einige schöne Schollen mit unseren 80 – 100 Gramm Stingsilda Pilkern überlisten. Wir hatten ja schon gehört, dass hie und da einmal ein Plattfisch auf Pilker gefangen wird. Aber dann gleich mehrere nacheinander….
Wir konnten kaum aufhören, immer wieder ließen wir uns über den Sandgrund driften. Erst als aus den aufgezogenen, bis jetzt krampfhaft ignorierten- mittlerweile dunkelgrauen Wolken die ersten dicken Regentropen fielen und starke Windböen aufkamen beschlossen wir gen Heimathafen zu fahren.
Ruten hoch, Motor an, Fahrtrichtung Anleger und Gaaaas; nur nicht unnötig nass werden. Zu meiner Verwunderung nahm Heiko, den Anleger zwar schon in Sichtweite, aber noch sehr weit entfernt das Gas zur Hälfte weg. Auf meinen Protest hin "Ich hab' gar nichts gemacht, der fährt auf einmal nicht mehr schneller". Egal erstmal nach hause, lief ja noch der Motor wenn auch nur mit halber Kraft. Zu unserer Überraschung gab es zwischendurch immer wieder Phasen in denen mir einem Schlag wieder die volle Leistung da war.
Deutete alles auf einen lockeren Kerzenstecker hin. War aber nicht die saßen beide bombig fest.
Am nächsten Tag haben wir gleich den Vermieter informiert. Kurze zeit später kam ein alter Mercedes Benz aus der Baureihe /8 angedieselt. Der Mechaniker! Auch in Deutschland sah man diesen Typ Wagen nicht mehr allzu oft. Schnell entspann sich ein Fachgesimpel über die Qualität der "guten alten Daimler Diesel Motoren". Der Norweger war ganz begeistert von der "German Quality". Aber er war ja wegen unseres Leistungslochs am Außenborder da. Stecker kontrolliert: Wie gehabt alle OK. Also Zündkerzen nachschauen. Der Kerzenschlüssel hatte quer ein Loch durch dass man einen Schraubenzieher oder ähnliches stecken musste um die Kerze zu lösen. Der durch dieses Loch gesteckte Schraubenzieher brach mit einem kurzen trockenen "KNACK!!" ab. Mit einem ebenso trockenen "Norwegiean Quality" als Kommentar beförderte unser Monteur den unbrauchbar gewordenen Stumpf ins Wasser!
Es stellte sich hinterher heraus, dass eines der Zündkabel porös geworden war; der Funke Sprang nicht an der Kerze über sondern irgendwo vom Kabel an den nächsten leitenden Gegenstand; wahlweise Gehäuse oder Abdeckung. Das ließ sich fürs erste mit einer dicken Isolierbandummantelung richten.

Ich habe die Tage auf Vikna mit den kleineren Problemen und Pannen in guter Erinnerung. Die Pannen ließen sich irgendwie beheben. Trotz des größtenteils fiesen Wetters haben wir zufrieden stellend Fische gefangen und hatten Spaß. Nicht zuletzt dabei geholfen haben die immer freundlichen und hilfsbereiten Norweger, die uns immer irgendwie weitergeholfen haben.

Einen kurzen Nachtrag zu dem Schicksal von Mac möchte ich noch hinzufügen. Bei dem nächsten Einsatz hatte sich natürlich wieder irgendwas gelöst. Wir beschlossen dieses mal Nägel mit Köpfen zu machen. An dieser Stelle ein Hoch auf die typisch Norwegischen Gemischtwarenläden in den kleinste Örtchen. Neben den gängigsten Pilkern, den verschiedenen Lebensmitteln, Postkarten, Briefmarken, Haushaltsgegenständen, vernünftigem Ölzeug (die vor über 10 Jahren gekaufte Hose hält immer noch!) bekommt man dort auch Inbusschlüssel. Genau jenes Werkzeug, das nun für eine 'vernünftige' Instandsetzung von Mac angeschafft wurde. Es zeigte sich dass die Zylinderkopfdichtung wohl doch nicht mehr das Attribut "dicht" in ihrem Namen führen durfte; die war schlicht hin. Ersatz kein Problem: Ich hatte mal irgendwo gelesen dass man zur Not auch Ersatz aus einer Tetrapackung herstellen könnte. Und O-Saft aus dem ALDI hatten wir zur Genüge dabei. Sogar eine Nagelschere ließ sich in unserem Werkzeugsortiment auftreiben. Nach ein paar Scherenschnittübungen hielten wir eine prima improvisierte Dichtung in Händen. Damit sich da ja nie wieder was löst: Alle(?) Schrauben noch mal 'gut' festziehen! Wir haben dabei nur ein paar der Köpfe verhunzt.
Um es kurz zu machen: Mac lief tatsächlich eine Zeit lang mit dieser 'Reparatur'. Aber schon bald lösten sich die nächsten Schrauben…..

Wir haben auf eine Seebestattung verzichtet! Mac ist nach unserer Rückkehr nach hause regulär mit dem deutschen Hausmüll entsorgt worden.
 
 
 

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