Nesvalen - Mai 2008

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SchwachSuper 

 

Nesvalen - Norwegen, die Dritte

 

 

(01.05. - 11.05.2008)

 

 

 

 .

 

Reisevorbereitung

Schon auf der Rückfahrt von Grønnevik 2007  stand fest, 2008 fahren wir wiedernach Norwegen. Aber im Gegensatz zu dieser Reise sollte es dann alles etwas ruhiger werden, vor allem wollten die Fahrer nicht wieder den Stress der langen Fahrtauf sich nehmen. Auch wollten wir möglichst in einem Wagen gemeinsam fahren. Da keiner von uns über ein entsprechend großes Auto verfügte, wurden folgende Modelle entwickelt. 

Modell 1

Wir versuchen einen Wagen zu organisieren in dem 5-6 Personen Platz haben undder einen Anhänger ziehen kann. Wir suchen uns ein Ziel aus, dass wir mit längererFährfahrt und kürzerer Autofahrt erreichen können. Es sollte möglichst nah am offenen Meer liegen. 

Modell 2

Wir suchen uns ein Reiseunternehmen, das uns nach Norwegen zum Fisch bringt.Schon unmittelbar nach unserer Rückkehr gingen die Recherchen los. 

Ziel 1: Auto finden.Schon bald zeigte sich, dass sich hier ein echtes Problem auftut. Im Bekanntenkreiswar nichts zu holen. Mieten/leasen ganz schön teuer. 

Ziel 2: Fährverbindungen findenVon wo nach wo fahren welche Fähren? Wie sind die Fahrzeiten? Was kosten sie? 

Ziel 3: Zielort findenNorwegen ist so verdammt groß. Es gibt so viele schöne Angelziele. Das Angebot istkaum zu überblicken. Welche liegen in der Nähe der möglichen Fährziele? Wo ist zudem vorgesehenen Ziel noch was frei? Mit welchen Kosten für Haus und Boot müssen wir rechnen? 

Ziel 4: Reiseunternehmen findenWer bietet Fahrten für Kleingruppen an? Wohin fahren die? Was kosten sie?Da sich schon bald abzeichnete, dass das Modell Selbstfahren am fehlenden Autoscheitern würde, verlagerte sich die Suche immer mehr in Richtung Ziel 4. 

Nachdem ich im August noch mal in Norwegen war, und ich meinen Freunden darüberberichtet hatte, schossen wir uns dann auf das Reiseziel Mittelnorwegen ein. Nachvielem Hin- und Her (Angebote zu teuer, falscher Zeitraum, nicht unser Zielgebiet,negative Bewertungen von „dort Gewesenen“) haben wir dann im Oktober 2007 mit„Lutzes Skandinavien Express“ einen Anbieter gefunden, dessen Angebot uns sowohl vom Preis, vom Zeitraum und vom Service zusagte.

Im Vorfeld wurden schon viele Informationen ausgetauscht. Und irgendwie merkte man schnell, hier scheint die Chemie zu stimmen. Lutz scheint gut zu unserer Crew zu passen. In einer Mail, in er uns eine Reihe von Fragen beantwortete, hieß es unter anderem: „ Solange nicht 100 Kühe mit den Hörnern entgegen der Fahrtrichtungauf der Autobahn stehen und sie uns auf der Fähre bei der Überfahrt für den Skagerrak nicht das Lied vom Untergang der Titanic spielen, geht alles klar.“ 

Selbstverständlich wurde wie im Vorjahr auch das Forum nach Informationen überNesvalen durchforstet. Ein besonderer Dank für die Infos geht an Lengalenga, Albertvon Bieren, Hobbergäs, Tornetraesk. Evje und all den anderen Reiseberichtschreibern.Ihre Tipps wurden in die von Lutz zur Verfügung gestellte Seekarte eingetragenund das Magellan Explorist 500 wurde mit den Daten gefüttert. Je näher der Abreisetag rückte, desto größer wurde die Ungeduld und umso häufiger wurde der Wetterbericht abgefragt. 

Anreise 

Am 30.04.2008 gegen 19:00 Uhr traf Lutz dann pünktlich bei mir ein. Er brachte leider auch die erste Information über den tragischen Unfall von vier deutschen Anglern mit. Nichts desto trotz haben wir uns dann alle erst mal beim Jugoslawen bei einem kräftigen Essen und dem einen oder anderen Bier beschnuppert.Ergebnis: Unsere Vermutung schien zu stimmen. Der Mann passt in die Welt und zu uns. Da bei einigen meiner Mitstreiter noch der Gang zur Maibaumfeier anstand, haben wir unser Beschnupperungstreffen dann gegen 22:00 Uhr beendet.

Wieder zu Hause wurde dann im Forum nach weiteren Informationen über das Bootsunglück gesucht. Hier erfuhren wir dann, dass das Unglück in Bessaker, von wo Lutz gerade zurückgekehrt war, passiert ist. Anschließend haben Lutz und ich dann noch ca. zwei Stunden bei mir zusammengesessen und uns über Gott und die Welt, bzw. Norwegen und seine. 

 

Vor der Abfahrt (von links) ich, Jens, Matthias, Klaus, Torsten und Lutz Angelreviere unterhalten.

Dann ging es in die Federn.

Damit Lutz dann auch mal eine andere Nordsee sieht, habe ich dann am nächsten Morgen, nach einem kräftigen Frühstück, mit ihm eine kleine Rundreise über unsere Nordseehäfen gemacht.Um 10:30 Uhr war dann Beladen angesagt. Die Angelausrüstung, die Styroporkistenund was sonst noch so mit muss, wurde verladen.

Dank seines neuen Anhänger (übrigens mit Zulassung für 100km/h) war das auch kein Problem. Nachdem alles verstaut war, wurde noch kurz ein Happen vom Grill gefischt und dann ging es gegen11:30 Uhr los.Trotz häufiger Raucher- und Pinkelpausen (waren wohl die Nachwirkungen der Maibaumfeier und des flüssigen Reiseproviants) erreichten wir, da auch keine Kühe auf der Autobahn standen, pünktlich Hirtshals. Die Kystlink brachte uns dann sicher, ohne das Lied vom Untergang der Titanic zu spielen, nach Langesund. Hier sind wirdann ruhigen Gewissens durch den Zoll gefahren, da wir nur unsere 5 Liter Bier proNase und darüber hinaus nur Alster und nicht alkoholische Getränke an Bord hatten. 

 

Frühstückspause vor Oslo  

Nach einem kurzen Gespräch mit dem Zöllner verließen wir dann den Hafen von Langesund. Auf dem Weg nach Oslo wurde dann eine ausgiebige Frühstückspause eingelegt. Indem von Lutz angefahrenem Restaurant, das übrigens nicht zu übersehen ist, da es

 

Zugefrorener Binnensee an der E3

quer über die Autobahn gebaut wurde, gab es für 119 NOK ein herrliches Frühstücksbüfett.Danach ging es ohne Störungen weiter durch die immer wieder berauschende norwegische Landschaft. Über die E18, E6, E3, E6, mit der Fähre über den Trondheimfjord und dann weiter über die 715.  

 

Eine letzte Pause kurz vor dem Ziel

Um 21:00 Uhr hatten wir dann unser Ziel Havglott Rorbuer Nesvalen erreicht. DieHütten, im typischen rot, liegen direkt am Ufer. Daneben, durch einen Damm geschützt, der kleine Hafen mit den Angelbooten. Direkt vor der Anlage eine kleineKneipe, die jedoch nur am Wochenende geöffnet ist. Unmittelbar nachdem wir ausdem Auto gestiegen waren, wurden wir von den sich noch vor Ort befindenden Naffen Matrixbrecher, Sportfischer und Drunterunddryba begrüßt.

Bei einem Bierchen am noch nicht einmal entladenen Anhänger, wurden noch einige Informationen gesammelt und es gab noch einige spitze Bemerkungen wegen unserer umfangreichen Styroporboxsammlung, die auf die zusätzlich eingebrachte Isolierung zurückzuführen war. Auch hier war der Unfall in Bessaker ein Gesprächsthema und auch wenn es sich keiner anmerken ließ, es hatte uns betroffen gemacht und uns für unseren Aufenthalt sensibilisiert. Wahrscheinlich auch deshalb hielt sich die Risikobereitschaft bei den Ausfahrten der nächsten Tage in sehr engen Grenzen.Da wir erst am nächsten Tag unsere eigentliche Unterkunft beziehen konnten, wurdeerst mal nur das Nötigste ausgepackt. Während wir unsere Angeln zusammenbauten, kümmerte sich Lutz um das Abendessen.

Nach einigen Bierchen, bei denen die erste Ausfahrt für den nächsten Tag besprochen wurde und einer kräftigen Suppe ging es dann ins Bett. Obwohl wir ja nur Beifahrer gewesen waren, waren wir doch ziemlich erschossen und froh, uns lang machen zu können. 

Aufenthalt 

Am nächsten Morgen zog der Duft von frisch gebrühtem Kaffe durch unsere Hütte.Lutz hatte das Frühstück fertig. Nachdem wird uns ordentlich gestärkt hatten, stiegenwir in unsere Floater und schulterten unsere Angelausrüstung. Damit machten wir uns auf den Weg zu unseren Booten, die Lutz in der Zwischenzeit schon mit den Echoloten bestückt hatte.

Uns standen 2 solide Dieselboote zur Verfügung. Nach einer kurzen Einweisung ging es dann auf den ersten Angeltörn. 

 

Mit dem Dieselboot auf dem Weg zum Fisch 

Als erstes Ziel hatten wir uns die Hotspots am Leuchtfeuer vor unserem Hausfjord ausgesucht.

Und es dauerte auch nicht lange bis der erste Flossenträger in unserer Fischkiste lag. Wir blieben an diesem ersten Tag in Bereich des Fjordes und der vorgelagerten Inseln. Es galt sich erst mal sich mit den Dieselbooten und auch mit dem Echolot sowiedem neuen GPS-Gerät vertraut zu machen. Und Fisch gab es ja genug. Auch wennes keinen „Riesen“ waren. Aber einige schöne Dorsche, Lengs und Lumbs und natürlich viele Köhler sorgten dafür, dass es nach der Rückkehr genug zu filetieren gab.

 

Da lacht das Herz - so kann es weiter gehen

An diesem Tag wurden nicht ganz 17 kg Fischfilet in die Truhe gepackt. Ein schönerAnfang. Wir waren zufrieden. Der Wetterbericht für den nächsten Tag sah auch seht gut aus. Da müsste einVerlassen des Gebietes dieseite der Inseln wohl möglich sein. Also wurde schon mal die Route für den nächsten Tag ins GPS-Gerät eingegeben. Ziel sollte der Revaten sein.

 

Ein herrlicher Anblick – ruhige See – kein Nebel

Da sich das Wetter nicht verändert hatte und es nach dem Wetterbericht auch sobleiben sollte, ging es dann, wie geplant zum Revtaren. Wir wählten dazu die Lückezwischen den beiden vorgelagerten Inseln und erreichten den Revtaren in knapp einer Stunde. Ein Weg der sich gelohnt hatte. Das Echolot zeichnete eine wahre Flut an Fisch an und die Drift führte uns schön längs über den Revtaren.Hier ging es dann richtig zur Sache, etliche Dorsche, Pollacks und Köhler konntenunseren Pilkern nicht wiederstehen. Unsere Fischkisten fühlten sich schnell. Da esauch relativ warm war, entschlossen wir uns dann schon nach ca. zwei Stunden zurückzufahren, um zunächst mal den Fisch zu versorgen.

Denn für die Rückfahrtmussten wir ja noch mal gut eine Stunde rechnen. (Und die Arme taten auch schonlangsam weh, was natürlich keiner wirklich zugab). 

 

Auf dem Revtaren 

 

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Am nächsten Tag das gleiche Wetter. Nach dem Wetterbericht sollte es auch an diesem Tag so bleiben. Für die nächsten Tage sah es dann schon nicht mehr so gutaus. Also war das Motto: Raus vor die Inseln.

Doch diesmal war auf dem Revtaren nichts los. Das Echolot zeigte kaum Fisch an und es gelang uns auch nicht, die Driften des Vortages zu wiederholen. Also beschlossen wir, uns doch nochweiter aufs offene Meer zu trauen.Als Ziel wurde der Hammerrevtaren, knapp 5 km weiter westlich, auserkoren.

Also tuckerten wir los.Und wieder hatten wir die richtige Entscheidung getroffen. Hier draußen ging die Post ab. Köhler und Dorsche in schöner Größe wurden in die Boote gezogen. An diesem Abend war dann Schwerstarbeit am Filetierplatz angesagt.

Leider blieb es bei diesen zwei erfolgreichen Fahrten vor die Inseln. Denn am vierten Tag verschlechterte sich das Wetter und auf Grund unserer eingeschränkten Risikobereitschaft blieben wir dann an den drei folgenden Tagen 

 

Gruppenfoto mit Fisch – Rückkehr vom Hammerrevtaren 

doch lieber etwas mehr in Küstennähe. Wir haben dann auch dort ordentlich gefangen, aber die kapitaleren Fische gab es doch eher dort draußen.

Der Versuch im Bergfjord zu fischen, wo uns die Berge Schutz vor dem Südwestwindboten, war nicht von Erfolg gekrönt. Der Fjord schien wie leergesaugt zu sein. KeinFisch auf dem Echolot und unser Haken blieben verwaist. Also machten wir uns aufdie Rückfahrt.

Hier fegte uns der Wind so manche Gischt ins Gesicht und man hattedas Gefühl kaum Fahrt über Grund zu machen. Doch das GPS zeigte uns, dass wirtrotz Gegenwind immer noch knapp 7 km/h schafften. In der Einfahrt zu unseremHausfjord legten wir dann noch mal einen kurzen Angelstopp ein. Aber die Drift wardoch relativ stark und die Angellust nicht mehr ganz so groß. Deshalb war dann Rückfahrt in den Hafen angesagt. Da am letzten Angeltag der Bereich um das Leuchtfeuer vor dem Fjordeingang wie leergefegt zu sein schien, haben wir uns dann auf den Weg in den Skjoerfjord gemacht.Hier gingen uns dann noch einige schöne Fische an den Haken.

Da sich derNebel jedoch immer mehr zuzog, beschlossen wir dann gegen 13:00 Uhr doch lieberdie Rückfahrt anzutreten. Wie sich dann zeigte, eine gute Entscheidung.

 

Da kommt noch einmal Freude auf 

 

Außerhalb des Fjordes war es wie in einer Waschküche. Aber dank des „Trackback“ des GPSerreichten wir unseren Ausgangspunkt ohne Probleme. 

 

Abendstimmung über dem Fjord 

 

Im Hafen angekommen, wurde dann wie immer zunächst der Fisch versorgt. Nachdem Mittagessen, es gab noch einmal ordentlich Fisch zu essen, begannen die Abreisevorbereitungen.

Die Angelausrüstungen wurde am Filetierplatz schon mal ordentlich mit Süßwasser abgespült und dann auf die Hausterrasse, wo dann das weitere Reinemachen und Verpacken erfolgen sollte, gebracht. Nachdem auch die Boote gereinigt und die Ausrüstung verladebereit war, war noch mal Zeit, die Seele baumeln zu lassen. Und als wollten uns Petrus und alle Trolle Norwegens noch mal zeigen, wie schön Norwegen sein kann, bot sich dann von der Terrasse ein herrlicherAusblick über den Fjord.

Es wurden dann noch die letzten Biere, wir waren in der Zwischenzeit übrigens auf Nachkäufe vor Ort umgestiegen, getrunken und es ging relativ früh ins Bett, denn am nächsten Morgen sollte um 06:30 Uhr die Rückfahrt starten.Da die meistens von uns nicht ganz so ruhig geschlafen hatten, saß die ganze Mannschaft überpünktlich am Frühstückstisch. Dann wurde noch schnell der Fischaus der Truhe in die Styroporkisten umgepackt. Nach unseren Mitrechnungen waren ca. 98 kg Filet zusammengekommen. Zusätzlich hatten ich mir noch 10 kg Reker(kosteten zusammen nur 180 NOK) besorgt. Also dürften wir beim Zoll wohl keineProbleme bekommen. 

Rückfahrt 

Überpünktlich startete dann am Pfingstsonntag unsere Rückfahrt. Da die Color Lineihre Fährverbindung von Oslo nach Hirtshals eingestellt hatte, ging unsere Rückfahrtüber Larvik. Die Fahrt dorthin verlief ohne Probleme. Lutz spulte Kilometer um Kilometer ab und wir versuchten noch ne Mütze voll Schlaf zu nehmen. Mir fiel auf, dass wir im Gegensatz zur Hinfahrt sehr viel ruhiger waren. Abschiedsstimmung wahrscheinlich.

In Larvik begaben wir uns gleich zur Abfertigung. Vom Zoll übrigens nichts zu sehen.Während meine Mitstreiter sich auf die Suche nach einer Pizzeria machten, warteteich mit Lutz auf das Eintreffen der Fähre. Nach kurzer Zeit kam sie dann auch schonin Sichtweite. Die Christian IV sollte uns in einer ruhigen Nachtfahrt ans dänischeFestland bringen. An Bord gönnte ich mir dann ein ordentliches Essen (Büfett) bevorich meine Koje aufsuchte.Die weitere Rückfahrt verlief dann ebenfalls störungsfrei und gegen 17:00 Uhr hatte uns die Heimat wieder.  

 

Fazit:

 

 Der Entschluss, nicht selber zu fahren war richtig.

Mit Lutzes Skandinavien Express hatten wir eine gute Wahl getroffen.Das ausgesuchte Ziel war richtig. Ich bin der festen Überzeugung, hätte das Wetteruns weitere Ausfahrten aufs offene Meer erlaubt, hätten wir bestimmt alle eine neue persönliche Bestmarke erreicht.Und noch eins steht fest. Der Norwegenvirus ist nicht zu bekämpfen. Im Gegenteil mit jeder Fahrt verstärkt er sich mehr. Deshalb ist sicher:

 

 

 

 N o rw e g e n - I c h   k o m m e   w i e d e r .

 

 

Fragen nicht nur zu diesem Thema werden hier gern Beantwortet:

http://www.norwegen-angelfreunde.de