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Fliegenfischen an Trysil und Ljøra

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Fliegenfischen an Trysil und Ljøra


Seit ich vor ca. 10 Jahren dem Fischen mit der Fliege verfallen bin, verbringen wir (meine Frau und ich) einen Teil unseres Norwegenurlaubes meist an einem Fluss in den Tälern der Hedmark. Dieses Jahr hatten wir uns ein Häuschen 4km von Trysil ausgesucht. Wie in den 18 Jahren zuvor ging auch dieses Mal alles reibungslos.Die Überfahrt mit der Color Line von Hirtshals nach Larvik war sehr ruhig und so kamen wir Samstagmorgen um 7°° an. Was war das für ein herrliches Gefühl, nach fast 1 Jahr träumen jetzt endlich wieder norwegischen Boden unter den Rädern zu haben.

Fast genüsslich cruiste ich die restlichen 350 km bis nach Trysil, wo wir die Schlüssel in der Statoil-Tankstelle in Empfang nehmen sollten. Es dauerte 5 min., bis ein Mann vom Hüttenservice kam und uns einen Umschlag überreichte. Der Inhalt waren die Schlüssel und eine Lochkarte, wie man sie von der Kabinentür auf der Fähre kennt.

Meine Fiskekort kaufte ich bei KLARA CAMPING, die ganze Saison für ca.50€. Auf die Frage nach der Fischerei machte die Frau ein säuerliches Gesicht und sagte nur: Wenig Wasser, warm. Na denn, skitt fiske ! Unsere Hütte lag mit vielen anderen zerstreut in einem großen Waldgebiet.Die Einfahrt ist durch eine Schranke gesichert, die nach Einführen der Karte den Weg frei gibt. Bei der Ausfahrt auf der anderen Seite geht die Schranke automatisch hoch, was sehr praktisch ist. Die Blockhütte selbst war schön urig und mit Allem ausgestattet, was 8 Personen, wie im Katalog angegeben, für einen Urlaub brauchen, also für uns zwei im Überfluss. Und : Es gab auch 2 deutsche Programme, danach suchte ich schon sehr lange.
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Das Ausladen ging wie immer recht zügig, denn auf mich wartete ja eine traumhafte Fischerei in toller Natur und einer Atmosphäre, wie man sie selten erlebt. Also Watzeug, Rute, Rolle richten und ab an den Fluss, es war ja erst 18°°.Fürs erste suchte ich mir eine Stelle aus, die recht bequem zu erreichen ist, an der Brücke nach Nybergsund.

 


Dort ist der Fluss ca.150m breit und bei dem rel. niedrigen Wasserstand recht gut zu bewaten. Weil ich keine Ringe ausmachen konnte, versuchte ich es mit verschiedenen beschwerten Nymphen in unterschiedlichen Größen und Farben, doch ohne Erfolg. Als dann so langsam die Sonne verschwand, wechselte ich auf Rehhaarsedge, Superpuppa und CDC-Emerger, meine Topfavoriten egal an welchem Gewässer, aber keine Äsche interessierte sich dafür. Um 22°° stieg ich aus dem Wasser, zog die Watsachen aus und begab mich auf die Brücke. Von dort aus hat man eine sehr gute Sicht ca.300m flussaufwärts und soweit das Auge reicht flussabwärts.Ca. 30 min. beobachtete ich die spiegelglatte Oberfläche, ohne auch nur einen einzigen Ring zu sehen, das war schon merkwürdig.
Wir genießen die absolute Nachtruhe während des ganzen Urlaubs. So ist es ganz normal, dass wir oft erst um 10°° aus den Federn kriechen. Am Sonntag nach dem “ Frühstück “ um 11°° machten wir eine Erkundungsfahrt mit anschließendem Fliegenfischen, was sonst. Für meine Frau hatte ich vor einiger Zeit einen bequemen Karpfenstuhl mit verstellbaren Füssen und Armlehnen gekauft. Sie selbst hat die Stadtbücherei geplündert und sich mit 20 Büchern versorgt. Wenn das Wetter es zulässt ist sie dabei, während ich meinem Hobby nachgehen kann.



Das war ein sehr schöner, kleiner und kurzer Fluss, der vom Engeren (See) in den Trysil fließt. An dieser Stelle hatte ich erwartet, dass ein oder mehrere Flossenträger mit mir Kontakt aufnehmen werden. Aber es war wie am Abend zu vor: Nicht 1 Biss. Selbst nach einem plötzlichen Wolkenbruch, den meine Frau lesend im Auto verbrachte, änderte sich nichts. Um 18°° fuhren wir zurück in die Hütte und meine Frau bereitete das Abendessen. Danach fuhr ich wieder alleine an die Brücke. Ich befischte die Stellen wie am Abend zuvor. In Ufernähe, wo es ca.15cm tief war, waren etliche Ringe zu sehen. Nachdem ich 3 kleine Äschen auf eine Minipuppa gefangen hatte, verschonte ich diese Kinderstube. So gegen 21°° hatte ich dann den 1. wirklich kräftigen Anbiss auf eine dunkle Superpuppa. Eine schöne 42er Äsche nahm diese in Norge sehr beliebte Fliege. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass dies mein Höhepunkt am Trysil sein sollte.
Am Montag war ich ohne Frau unterwegs und so fuhr ich einige abgelegene Stellen an, um diese dann stundenlang zu bearbeiten. Mit viel Mühe hatte ich den ganzen Tag 5 Äschen am Haken. Am Abend, wieder an der Brücke, fischte ein anderer Tyske neben mir. Er erzählte, dass er schon eine Woche den Fluss bearbeitet, ohne nennenswerten Erfolg. Man sah ihm an, dass der Frust schon ganz schön an der Psyche genagt hatte. Ja, die Fische haben auch ihre Laune und ich meine, es ist auch gut so. Plötzlich ist man gezwungen, irgendwas anders zu machen als sonst. Kleinere, noch kleinere Fliegen, dünnere Vorfächer, Anbietetechnik variieren, heikle Stellen befischen. Wenn aber Alles nichts hilft-na und!!! Hat die Natur mal wieder gezeigt, dass der Mensch hinten anstehen muss. Ich kann euch aber eines versichern : Ich habe jede Sekunde genossen in dieser grandiosen Gegend, auch wenn die Fische schlechte Beißlaune zeigten.

 


Ich hatte aber noch ein ASS im Ärmel : Die Ljøra.
An diesem Fluss war ich vor 8+9 Jahren jeweils für 2 Wochen. Die Erlebnisse damals gingen mir so unter die Haut, dass ich sehr oft daran denken musste. Nach den ersten fischarmen Tagen beschloss ich, meine heimliche Liebe zu besuchen. Die Angelkarte beinhaltete insgesamt wohl 400 Fließ-km, auch meinen Traumfluss, und noch viele Seen in der Umgebung. So fuhr ich also die 40km und mein Herz öffnete sich, als ich nach langer Zeit wieder die Ljøra erblickte. Mit 45km Länge, in der Forellenregion ca.20m,weiter unten auch mal 80-100m breit, schon ein stattlicher Fluss mit sehr viel Abwechslung. Die gleichen Fliegen, die am Trysil kaum einen Fisch brachten,waren hier alle erfolgreich. Das Wasser war auch nicht so warm. So fing ich an diesem Tag 13 Äschen. In der 2. Woche zog es mich noch einmal an die Ljøra. Zur Feier des Tages kam meine fast unschuldige #3 Blue Line zum Einsatz. Zu Beginn befischte ich einen vielversprechenden Zug, der auf dem Bild gut am gekräuselten Wasser zu erkennen ist.



Ich hatte mich nicht getäuscht. Fast jeder Wurf brachte eine Äsche. Weil die linke Seite mit 9 Fischen sehr ergiebig war, wollte ich auch noch die andere Seite testen, denn es schienen viele Fische in dem Abschnitt zu stehen. Und richtig,es nahmen noch 8 Äschen die Trockenfliege. Ungefähr 5 Stunden verbrachte ich an dieser Stelle, danach wechselte ich – ja, wohin – es ist überall sehr schön, man kann sich kaum entschließen. So fuhr ich 15km aufwärts, wo noch eine Forelle überlistet wurde. Mit dem Tagesergebnis von 1 Forelle und 25 Äschen war ich mehr als zufrieden. Die Ljøra hatte mich nicht enttäuscht.
Da ich mit meiner Frau so alle 3 Tage eine Wanderung mit dem Auto unternehme, bot es sich geradezu an, die Ausstellung in Elverum, zu besuchen. Es wird mir lange im Gedächtnis bleiben. Auf einem großen Gelände war in Zelten vieles, was mit Jagd, Fischerei und Forst zu tun hat, ausgestellt. Besonders die handgearbeiteten Messer hatten es mir angetan, es waren ein paar Hundert, viele davon mit Preisen ausgezeichnet, scheint ein regelrechter Wettbewerb zu sein.


 

 

 

Auch der Messermachernachwuchs kam zum Zuge

 


Einem Fliegenbinder schaute ich über die Schulter. Er kam aus dem Elsas, lebt schon einige Jahre in Norwegen. Ich ließ mir eine Lachsfliege binden. Erstaunlich, wie fast liebevoll er mit den Materialien umgeht. Da passt alles.



Dieser Urlaub war bis auf das spärliche Beißverhalten der Fische im Trysil als perfekt zu bezeichnen. Deshalb habe ich das Häuschen für nächstes Jahr schon gebucht.

Gruß Erich

 

 

 

 

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