Norwegen Angelfreunde

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Rolvsøya

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Rolvsoeya 07


So nun folgt hier, wie versprochen, der Reisebericht unserer Norgetour 2007.

Am 7. Juli ging es dann endlich, nach der ewig währenden Packerei, zum Glück gen Norden. Zum Glück muss hier wohl wirklich erwähnt werden, da wir für diese Mammutfahrt nur einen Renault Twingo zur Verfügung hatten, der selbst nach entfernen der kompletten Rückbank mit der Menge an Gepäck nicht klarzukommen schien. Dennoch wagten wir den allzu optimistischen Versuch damit eine Probefahrt zu Unternehmen und siehe da, obwohl wir sicherlich mit über 100 kg die zulässige Gesamtlast überschritten hatten, bewegte sich das Gefährt ohne größere Probleme fort. Die Hinfahrt verlief außer einem kleinen Stau vor dem Elbtunnel, der sich nicht zeigen wollenden Elche und des anhaltend miesen Wetters einigermaßen nach Plan ab, sodass wir viel zu früh in Havoysund, von wo aus uns die Fähre nach Rolvsoeya bringen sollte, ankamen. Die Zeit schlugen wir dort tot indem wir die Seeskorpione am Fähranleger ärgerten, sinnlos die Botanik fotografierten und den enormen Schrottplatz, sowie die „Sehenswürdigkeiten“ dieser „Großstadt “ bestaunten.


Nachdem wir dann endlich am 12. Juli die Insel erreichten, und unser Vermieter uns unsere Hütte gezeigt hatte, teilte uns derselbige mit, dass unser gemietetes Boot leider nicht zur Verfügung stehe und wir uns deshalb die ersten paar Tage mit einem 10 PS „Ruderboot“, welches noch dazu am anderen Ende der Insel läge zu begnügen hätten, der dafür benötigte Sprit sei jedoch umsonst. Na ja dachten wir uns genau wegen solcher Problemchen hatten wir ja 3 Wochen gebucht. Also räumten wir erstmal die Wohnung ein bzw. das Auto aus und bauten das Tackle zusammen. Nun hielt uns aber nichts mehr und wir versuchten unser Glück auf die hier im hohen Norden allgegenwärtigen Küchenfische, so dachten wir jedenfalls. Als sich nach über 5 Stunden Angelzeit nicht ein Fisch über 50 cm blicken ließ, fuhren wir schon etwas enttäuscht zur Wohnung zurück und erholten uns erstmal von der anstrengenden Fahrt. Am nächsten Tag ging es mit wieder erwachter Euphorie bei eher mäßigem Wetter erneut zum Angeln, doch auch an diesem Tag blieb uns nur ein einziger Küchendorsch. Mein Kumpel der ja zum ersten Mal in Norwegen weilte hatte sich das wohl auch anders vorgestellt, denn diese Fischmengen und Größen sind selbst an schlechten Tagen in unserem Hausgewässer dem Rhein auch zu fangen. Aber noch war der Tag ja nicht zu ende und unser Vermieter wollte am Abend unser, endlich zu Verfügung stehendes, größeres Boot um die Insel herum zu unserer Wohnung fahren. Auf Anfrage durften wir ihn dann begleiten und er versprach uns, dass wir bei der Fahrt auch gelegentlich zum Fischen halten würden. Bei den ersten 2 Stopps war wieder wie schon gewohnt tote Hose, doch dann sollte die lang ersehnte Wende kommen. Diesmal machten wir im Trollsund halt. Herr Olsen machte uns schon im Vorfeld klar, dass die Heilbutte sehr launisch seien und da wir sowieso mittlerweile schon ziemlich entmutigt waren, fischten wir mit den Dorschbeifängern weiter. Erstaunt waren wir über die geringe Wassertiefe, die sich uns durch das leider nicht vorhandene Echolot erst durch das abrupte Aufschlagen der Bergmanpilker offenbarte. Schon beim vierten Mal pilken war plötzlich bei Max die Rute krumm, doch dieser erstickte meine aufgekommene Hoffnung auf einen „Klodeckel“ im Keim als er mir mitteilte, dass er wohl einen Stein nach oben zerre. Plötzlich wurde der sonst eher ruhige Norweger lebendig, schnappte sich das Gaff und rief Kveite, Kveite, worauf wir nochmals den Stein der da nach oben kam genauer inspizierten und bevor uns bewusst wurde, dass da wirklich ein Heilbutt am Haken hing, lag derselbige wild umherzappelnd im Boot. Wir guckten uns immer noch ungläubig an, doch dann übermannte uns die Freude und im Gesicht des eher ernsten Herr Olsen erschien ein breites Grinsen ( ob er über uns Affen oder den Erfolg grinste wissen wir bis heute nicht). Nachdem sich die Freude gelegt hatte rüsteten wir unser Gerät auf Heilbutt um und versuchten es erneut. Ich war natürlich nun auch etwas in Zugzwang geraten, da der Norwegendebütant Max gerade seinen ersten maßigen Fisch im gelobten Land überlisten konnte und es sich dabei gerade mal so um einen 75 cm langen Heilbutt handelte. Also ließ ich den Pilker erneut taumeln und siehe da Minuten später ruckte es auch bei mir im Stecken, leider konnte ich den Fisch nicht vernünftig haken und er schlitzte nach Sekundenbruchteilen wieder aus, so ein mist. Aber jetzt war es ausgebrochen das Heilbuttfieber und da ich selten schnell aufgebe, probierte ich es erneut. Schon nach wenigen Pilkbewegungen glaubte ich auch einen Stein gehakt zu haben, da ich von dem Erlebnis zuvor vorgewarnt war öffnete ich die Bremse meiner Multi etwas, doch nichts passierte. War es etwa doch ein Stein? Diese Frage wurde dann dadurch jäh beantwortet, dass mir meine Gerte fast aus der Hand gerissen wurde und ich die Angel weit ins Wasser halten musste um die Flucht abfedern zu können. Wenige Minuten später erlahmten die Kräfte des Fischs dann doch und unser Vermieter konnte den 91 cm messenden Butt sicher Gaffen. Nun waren wir völlig aus dem Häuschen, hatten wir soeben doch bei unserer ersten richtigen Ausfahrt 2 schöne Platten überlisten können. Auch unser Vermieter war sichtlich überrascht und da man ja das Angeln beenden soll wenn’s am schönsten ist, beschlossen wir unserem Körper die wohlverdiente Ruhe zu gönnen und fuhren nach Hause.

Um den Bericht nicht zu ausführlich zu gestalten werde ich mich im Folgenden nun kürzer fassen, auch wenn ich wohl ein Buch schreiben müsste um dem Urlaub wirklich gerecht zu werden. Es bleibt vorwegzunehmen, dass es ein klasse Urlaub war auch wenn es auf Grund der Boote öfter Probleme gab, da wir 2,5 Wochen kein Echolot hatten und 2 Mal der Motor den Geist aufgab sodass wir ein Mal gezwungen waren 3 Stunden zum Hafen zurück zu rudern, weil der Handyakku leer war. Insgesamt fingen wir 13 maßige Heilbutte, wobei wir unser Maß im Vorfeld auf 80 cm gesetzt hatten und 21 „untermaßige Platten“. Wer die Zeilen aufmerksam verfolgt hat, dem wir aufgefallen sein, dass die erste Kveite unser Maß nicht ganz erfüllt, aber es sich dabei um unsere erste Platte handelte und uns unser Vermieter auch gar keine Zeit zum Einschreiten ließ, sei uns diese Abweichung von unseren Prinzipien verziehen. Des Weiteren mussten wir einen Butt mit 72 cm entnehmen, da sich dieser einen großen Drilling eines 500 g Pilkers beim Beißen mitten ins Herz gerammt hatte. So konnten wir also 19 Platten unversehrt zurücksetzen, was uns neben dem Fangerfolg auch sehr wichtig war, denn der Heilbutt ist und bleibt wahrscheinlich leider selten. Die größten Butts wogen 11 kg, 12,3 kg, 14,5 kg und 26 kg. Vor allem über letzteren freuten wir uns ganz besonders, denn diesen konnten wiederum Max bezwingen der vom Pech heimgesucht schien, da ich komischerweise 3 mal so viele Butts wie er überlisten konnte, obwohl wir beide auf dem selben Boot und mit den selben Ködern fischten. Über Erklärungsversuche, die der Rätselslösung dienen, wäre ich dankbar. Außer Butts fingen wir ein paar Schollen, jede Menge Schellfisch und Dorsch, sowie einige Lumbs und Steinbeißer. Leider konnten wir mit dem verhältnismäßig kleinen Boot, nicht sehr weit raus wo die großen Dorsche zu Hause waren und so blieb uns der erhoffte Meterdorsch verwehrt, was aber die 3 Butts über einen Meter wieder mehr als wett machten. Insgesamt hatten wir recht gutes Wetter wenngleich wir leider an 6 Tagen der gebuchten 3 Wochen nicht raus konnten, da es viel zu windig war. An einem dieser windigen Tage befischten wir auch einen der vielen Binnenseen auf der Insel, konnten jedoch auch nach 5 Stunden keine Forelle überreden in unsere Pfanne zu hüpfen. Noch ein Wort zu der neuen Fischfabrik auf der Insel. Diese fabriziert Tag und Nacht einen recht unangenehmen Fischgeruch der nur bei viel Wind als angenehm zu betitulieren ist. Des Weiteren werden die Unmengen an Fischabfällen einfach in den Hafen gekippt was zu einer gelblichen Färbung des Hafenwassers führt und zudem hunderte Möwen anzieht, die alles und jeden hemmungslos vollkacken. Einen Vorteil bietet die Fabrik dann doch, denn man kann durch höfliches Fragen jede Menge Eis bekommen, sodass der Fisch richtig frisch auf den Teller kommt. Abschließend muss ich gestehen, dass ich nun auch vollständig angelsüchtig geworden bin und dieses Land mich wohl auf Grund seines Suchtpotentials wieder sehen wird.

Und nun noch eine kleine Bilderauswahl: 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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