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Lofoten - ein nordischer Traum

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Lofoten - ein nordischer Traum!

 

Den folgenden Bericht habe ich mal in leicht abgeänderter Form bei CIAO eingestellt, darum ist er auch allgemein gehalten und soll jetzt in der kalten und dunklen Jahreszeit ein wenig erfreuen.

Lofoten – ein nordischer Traum

Wer jetzt einen enormen und gewaltigen in Zentnern gemessen Angelbericht erwartet, kann gleich wieder aufhören zu lesen. Es hielt sich alles in Grenzen!

Oft bei gemeinsamen Kartenabenden mit unseren lieben Frauen sprachen mein Freund und ich davon, doch einmal auf die Lofoten zum Angeln zu fahren. Ich habe einen Wohnwagen und damit waren mein Freund und ich dem Traum schon ein wesentliches Stück näher gekommen.
Wir planten, uns bei Erreichen des Rentenalters auf den Weg zu machen. Die Frauen standen dem nicht im Wege, sondern machten noch abfällige Bemerkungen, wie „Ihr beiden 3 Wochen allen im Wohnwagen, das wird doch sowieso nichts“ oder „total bescheuert, zum Angeln so weit zu fahren, das könnt ihr ja gleich hier den Fischladen aufkaufen“. Na ja, eines war klar, etwa 4500 Kilometer hin und zurück mit Pkw und Wohnwagen bei etwa 15 Liter Super auf 100 Kilometer und Kraftstoffpreisen, die – damals – noch unglaublich schienen, machen die Reise nicht billig. Heute sind wir auch bei diesen Preisen!!!!!!
Also begann Dieter beharrlich jedes 5.- DM Stück und später jedes 2.-€-Stück in den Spartopf zu stecken. Ihr glaubt es nicht, Beharrlichkeit zahlt sich aus: Es kamen 1900.- € zusammen.
Ja, 2004 sollte die Tour dann starten, aber ich musste eine schwere OP über mich ergehen lassen und nun ging es im Mai 2005 los:

Die Vorbereitungen:

Ich will das hier nicht weiter ausführen, jedenfalls habe ich die Sitze aus dem Kombi ausgebaut und dann wurden der Wagen, der Dachkoffer und der Wohnwagen vollgepackt.
Es galt, möglichst viel zu essen und zu trinken und warme Bekleidung mitzunehmen.
Der Mai im Norden Norwegens soll um diese Jahreszeit noch sehr kalt sein. Dann die ganzen Angelsachen verpackt. Viel zu viel mitgenommen und das wiegt richtig! Wichtig waren ein 50 Liter Tiefkühlschrank für die Filets, das Schlauchboot mit Zubehör und der 10 PS Außenbordmotor mit Tank..

Die Hinfahrt:

So oft, wie ich schon in Dänemark und Norwegen war, nervt die Fahrt durch Dänemark am meisten. 570 km bis Frederikshavn waren schnell hinter uns gebracht und wir schliefen vor der Fähre nach Oslo.

Von Oslo aus ging es über Lillehammer auf der E 6 Richtung Norden. Hinter Lillehammer endete auch die Digitalisierung meiner Navigations-CD. Fand ich anschließend auch nicht besonders witzig, dass die Firma Becker später lapidar erklärt hat, dass Norwegen, Schweden und Finnland weitgehend nicht auf der CD vorhanden sind, Norwegen eben nur der Süden und Teile des Fjordlandes. Mit der neuen CD ab Dezember 2005 ist dann ganz Norwegen drauf. Toll, das hätte man auch vorher auf die CD schreiben können.
Nun gut, sich in Norwegen zu verfahren ist sowieso ein Kunststück.
Die zweite Nacht haben wir hinter Lillehammer auf einem Parkplatz genächtigt. Ab dann haben wir nur noch auf Campingplätzen übernachtet. Es ist sicherer und auch wärmer. Es gibt nämlich Strom und damit Wärme vom Heizlüfter
Mit zunehmender „Nördlichkeit“ wurde es gebirgiger und uriger. Vor Trontheim zeigte der Höhenmesser teilweise 1200 Meter und der Temperaturanzeiger 1 Grad C.

Nach Trontheim mussten wir einen Vorderreifen wechseln, weil ich mir eine fette Karosserieschraube reingefahren habe. Wenn ich allerdings gewusst hätte, dass sich in der nächsten Ortschaft ein Reifenhändler befindet, wäre ich noch das Stück weiter gefahren.
Dort wurde sogar ein „W“-Reifen an der Schulter kalt vulkanisiert. Das würde sich hier kein Reifenhändler trauen. Na ja, 80 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit und in Ausnahmen 90 km/h. Da interessieren solche Bedenken nicht!

Langsam ging es immer weiter Richtung Norden und links und rechtes der Straße war der Winterschnee noch nicht weggetaut. Es war wirklich herrlich anzuschauen..

Am Polarzirkel kamen wir morgens gegen 09.00 Uhr an. Kein Mensch war da. Der Schnee lag noch etwa 2 Meter hoch. Das Polarcenter war geschlossen. Der Wind pfiff dort oben eiskalt in jede Ritze der Kleidung und ließ Gesicht und Ohren rot anlaufen.

Immer weiter nach Norden erreichten wir dann schließlich die kleine Stadt Skutvik und fuhren mit der Fähre rüber zu den Lofoten nach Svolvär. Das dauerte etwas über 2 Stunden und war ganz schön schaukelig. Ein Mädchen ergoss einen fetten Strahl Mageninhalt so gekonnt über das Schiff, dass Papa während der gesamten Überfahrt verzweifelt am Wegwischen war.

Die Lofoten:

Am späten Abend kamen wir auf unserem Zielcampingplatz an. Die Uhrzeiten waren jetzt nicht mehr so wichtig. Hier auf den Lofoten wird es nicht mehr dunkel. Diese Erfahrung kannte ich auch noch nicht.
Der Campingplatz heißt SANDVIKA und war schon bei unserem Eintreffen und dann fortwährend immer zahlreicher besetzt von deutschen Rentnerpaaren, die dort wochen- und monatelang in Wohnmobilen und Wohnwagen das Frühjahr verbringen. Wir beide haben das Durschnittsalter deutlich gesenkt **grins**.
Der Platz ist als „besonders beliebt bei Anglern“ beschrieben und mein Freund kannte den Platz schon. Er war vor etlichen Jahren schon einmal dort. Um diese Zeit war er fast leer. Die Toiletten- und Waschräume der Männer waren unbeheizt **fröstel**.
Man kam sich schnell näher, nur die Fangplätze, auf die die überwiegend mit Schlauchbooten fahrenden Herrschaften fischten, verrieten sie nicht. Na ja, wir hatten 9 Tage vor Ort Zeit und die zwei Tiefkühlfächer im Eisschrank und unsere tägliche Fischration fischten wir uns auch so zusammen.
Der Campingplatz liegt wunderschön gelegen an einem kleinen Fjord von Svolvär aus südwärts gefahren gleich hinter Kabelväg. In Kabelväg befindet sich auch ein Supermarkt, in dem man eigentlich alles bekommt, was das Herz begehrt. Nur, es ist eben auch nicht gerade billig.

Wir haben wir uns jedenfalls ein schönes Plätzchen gesucht, alles ausgepackt und aufgebaut und sind jeden Tag ein oder zwei Mal zum Angeln aufs Meer hinausgefahren. Der Fangerfolg hielt sich in Grenzen. Etliche mittelprächtige Dorsche hätten wir auch hier in der Ostsee fangen können. Dann kamen aber auch noch Leng und ein schöner 5 kg schwerer Lumb dazu.
Na ja, wir wollten nicht nur angeln, sondern auch urlauben.
Der 1m lange Lump machte schon richtig Alarm an der Angel. Wir haben ihn wegen seiner beachtlichen Zähne auch nicht gleich ins Boot geholt, sondern gegafft, draußen gelassen und mit Herzstich getötet. Schließlich wollten wir kein Beißrisiko in die Bootshaut eingehen.

So haben wir dort schöne Tage verbracht und uns auch die Inseln an sich ein wenig angeschaut.

Wir haben fast alle im Seekartenausschnitt vom „Anglershop“ angegeben GPS-Positionen angefahren, aber es sollte eben nicht sein.

Wir sahen auch an den gleichen Stellen größere Mietboote. Aber auch dort hielt es sich fangmäßig in Grenzen .

Ich habe aber einige Bilder einstellt, die vielleicht einen Eindruck von der grandiosen Landschaft geben.

Die Bergkette der Lofoten, auch Lofotenwall genannt, schiebt sich als eine Inselkette bis zu 200 Kilometer in der Atlantischen Ozean hinein. Die Berggipfel reichen bis zu 1000 Metern über dem Meeresspiegel hinauf. Das Urgestein, aus dem sie beschaffen sind, ist so alt wie die Erde selbst. Es wurde über Jahrmillionen immer wieder gefaltet, versenkt und geschoben. Zum letzten Mal vor etwa 50 Millionen Jahren haben sich die Gipfel der Gebirgskette verändert und die Inseln in der jetzigen Form entstehen lassen.
Im Februar und März erreichen Riesenschwärme von Dorschen die Lofotengewässer. Sie werden gefangen, geschlachtet, enthauptet und zu zweit an sog. Hjellern im Freien zum Trocknen aufgehängt. Der Trockenfisch ist ein Exportschlager in den Süden Europas, insbesondere nach Italien. Es sollen Italienische Seeleute von Lofotenfischern gerettet worden sein. Diese nahmen später Trockenfisch mit in ihre Heimat mit. Der Papst soll den Trockenfisch zu Fastenspreise erklärt haben und damit war der Markt geöffnet!
Früher wurden bis zu 200000 to Fisch angelandet, im Jahre 2000 waren es noch 30.000 to.
Der getrocknete Fisch wird 24 Stunden in Wasser gewässert und dann in verschiedenen Zubereitungsvarianten verspeist.

Noch jetzt im Mai roch die gesamte Gegend um Henningsvär, welches wir besuchten, nach Fisch, eigentlich nach vergammeltem Fisch!
Nun ja, dieses Jahr muss der Fang ganz schlecht gewesen sein, die Hjellen waren zum Teil nur zur Hälfte behängt, einige ganz leer.
Der Tourismus hat sich immer weiter zum Haupterwerb der Menschen verbreitet.
Die gesamte Inselketten vom Festland aus gesehen nennen sich Vesterälen und Lofoten.
Man kann sie auch von Narvik aus über Land und Brücken erreichen. Mit dem Flugzeug sind die Lofoten natürlich auch erreichbar.
Auf den Lofoten ist das Leben noch teurer, als im Süden des Landes Ein Liter Superkraftstoff kostete so um die 1,45 €. Für 6 mittelprächtige Tomaten zahlten wir 3,50 €. Ein Ei kostete 38 Cent.

Nach 9 Tagen machten wir uns wieder auf die Heimfahrt.

Die Lofoten verabschiedeten sich in herrlichstem Sonnenschein und werden mir so auch in Erinnerung bleiben.

Ziel war zunächst der Saltstraumen. Staumen heißt in Norwegen die Meeresenge in denen der Gezeitenstrom bei Flut und Ebbe durchfließt. Der Gezeitenunterschied in Nordnorwegen liegt zwischen 2,50 und 3 m. Dadurch entstehen Strudel und es werden feinste Mengen von Nahrung freigespült. Das lockt die Fische an. Der Saltstraumen bei Bodö ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Alle 6 Stunden zwängen sich fast 400 Millionen Kubikmeter Wasser durch die 3 Kilometer lange und 150 m breite Meerenge. Die Geschwindigkeit des Wasser beträgt bis zu 20 Knoten (37 km/h). Die Stromschnellen haben Durchmesser bis zu 10 Metern und reichen 4 bis 5 Meter tief.
Leider war das Wetter so schlecht geworden, dass wird hier nur vorbei fuhren. Die Wetterprognose war weiter schlecht und so entschlossen wir uns, langsam Richtung Heimat zu fahren.

Auf dem Weg wieder Richtung E 6 fuhren wir auf der L 812 schon so durch so dichtes Schneegestöber, dass wir anhalten wollten. Zum Glück gefror es nicht auf der Fahrbahn.

In der kommenden Nacht übernachteten wir – wieder mal allein – auf einem Campingplatz an der Straße, an einem schönen See mir wunderschönem Bergpanorama im Hintergrund. Hier öffneten wir unseren Demijohn mit 10 Litern Rotwein. Am nächsten Morgen sah ich aus dem Fenster und dachte, mich trifft der Schlag. Schneefall und eine etwa 6 cm Schneedecke.
Nun stand das Gespann auf einer Wiese. Ich ahnte es schon, die Räder drehten durch und ich konnte den Pkw eben und eben ohne Anhänger auf einen befestigten Weg bringen. Den Anhänger hat der Campingplatzbetreiber dann mit einem Trecker hausgezogen.

An Weiterfahrt war zunächst nicht zu denken. Oben an der Straße lag eine festgefahrene Schneedecke.
Das änderte sich dann glücklicherweise im Laufe des Tages und wir konnten unsere Heimreise fortsetzen..
Es war aber ganz schön kritisch, weil der Schneefall gebietsweise immer wieder einsetzte.

Na ja, wird fuhren ja weiter südwärts und das Wetter wurde wieder besser.
Aber in der Nacht vor Erreichen von Oslo, in Dombäs schneiten wir nachts noch einmal ein. Es war so kalt geworden, dass Eiszapfen am Wohnwagen herunterhingen.

Inzwischen hatten wir die Fähre umgebucht und am Abend des 17. 5. 05 fuhren wir auf die Fähre Richtung Frederikshavn und waren am 18. 5. 05 nachmittags wieder in Hamburg.

Gefahren sind wir genau 4217 Kilometer.

Es war eine unvergessliche Fahrt. Gern würde ich noch einmal zum Saltstraumen fahren.
Ich kenne Bilder von dort; wunderschön!

Fazit:

Eine Reise für Individualisten. Die Zeit ist für eine alleinige Urlaubsfahrt zu früh. Es ist einfach noch zu kalt. Auf den Lofoten selbst vielleicht nicht, aber im Land selbst.
Die Lofoten werden vom Golfstrom „warm“ und fast das ganze Jahr hindurch eisfrei gehalten.

Insgesamt haben wir etwa mit Fähren 3500.-€ ausgegeben. Das kann man sich wirklich nur selten erlauben; wir jedenfalls.

So, leider gab es keine herausragenden Fischfänge zu berichten, aber es war einfach unvergesslich!


Einen schönen Gruß Dieter

 

 

 So sind wir hoch- und wieder zurückgefahren:

 

 Am Polarcirkel

Der Campingplatz:

 

Der Steg am Campingplatz:

 

Hier haben wir gefischt. Gebiet vor Kabelväg:

 

 

 

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