Norwegen Angelfreunde

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Kamøvær Nordkap

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SchwachSuper 

Kamoyvaer-Nordkapp 15. - 22. Mai 2007

 

Vorwort:
Es war der Gedanke mal etwas anderes zu machen als unsere, mittlerweile schon standartisierte, Südnorwegentour. Ausser einem Trip nach Karmoy (2002) und Hitra (2005), sind wir nämlich „nur“ in Südnorwegen aktiv gewesen. Nachdem 3 von uns nun mittlerweile 8 oder 9 „Korshamn“ besuche hinter sich hatten, haben wir uns vorgenommen den Norden Norwegens näher ins Auge zu fassen.
Aus diesem Grund habe ich im Forum auch gepostet und die „Insider“ gefragt, welches Ziel man uns empfehlen würde, wenn wir gerne gezielt auf Steinbeisser angeln möchten. Senja, Lofoten, oder Nordkapp standen zur Diskussion. Nach vielen Hinweisen und Meldungen, kristallisierte sich sehr schnell unser Ziel heraus. Das Nordkapp! Alleine wollten wir diesen Trip erst mal nicht planen und aufgrund einiger Empfehlungen, buchten wir schliesslich bei Angelreisen Palm, was sich im nachhinein als absolut richtige Entscheidung herausstellte. Zum fahren war uns das Defi zu lange, deswegen Flugreise.

Wir, das sind:
Alex (3 , Uli (42), Rainer (60) und ich (2.
Im nun folgenden, der Ablauf unseres Aufenthalts in Kamoyvaer bei Thor-Sverre Hansen.

Di. 15.05.2007:

Um 01:30 Uhr, kamen Uli, Alex und Rainer zu mir. Die drei wohnen in bzw. in der Nähe von Erlangen. Treffpunkt war vor meiner Haustür in Bamberg, der Weltstadt des Bieres 
Nach kurzem umladen ging es mit dem Auto Richtung Stuttgart. Dort hatte ich bei einem Parkhaus für 50 Euro die Woche „Park@Fly“ gebucht. Wir kamen gut durch, gaben das Auto ab und fuhren dann mit dem Shuttleservice zum Flughafen Stuttgart. Um 06:30 Uhr ging der erste Flieger Richtung Amsterdam. Von dort ging´s weiter nach Oslo. In Oslo, wie sollte es auch anders sein, der erste Schock. Der Koffer von Alex war weg. Wir hatten 4,5 Stunden Aufenthalt in Oslo, die wir vorher verfluchten. Glaubt mir, die haben wir dann aber auch gebraucht. Wir sind durch Gänge gelaufen die normalsterbliche kaum betreten dürfen und und und. Es war zum kotzen.......irgendwann gaben wir entnervt auf und hatten die ewigen Gespräche mit Flughafenpersonal, den Damen hinterm KLM (Fluggesellschaft) Schalter etc. satt.
Alex war natürlich stinksauer.  Logo, wenn der Urlaub so startet. Ich war nur froh das ich einer bin,
der IMMER zuviel Klamotten dabei hat. Und Gott sei dank waren Floater, Stiefel, Handschuhe etc. schon mit Angelreisen Palm vorab geschickt worden. Soweit so gut, KLM noch die Telefonnummer von Thor-Sverre Hansen gegeben und gebeten uns anzurufen falls der Koffer auftaucht.

Auf gings nach Alta. Dort erwartete uns schon Lars Siebert von Angelreisen Palm. (18:30 Uhr)
Mit uns kamen Enrico, Rüdiger und Peter an. Angelfreunde aus Dresden.
Ich erinnerte Lars Siebert während der Fahrt noch einmal daran, dass er mir einen Steinbeisser der 90cm Marke versprochen hatte, weil ich so fleissig Mitflieger geworben hatte. (War Erpressung meinerseits  ). Er sagte, das die 90cm Marke schon hoch gesetzt sei, aber das auf jeden Fall drin wäre. Im nachhinein denke ich, dass sein geschultes Auge, mein vorhandenes Talent schon bei der Hinfahrt erkannt hat. 
Dazu aber später mehr.
Nach 2,5 Stunden Fahrt, mehreren Rentiersichtungen und interessanten Gesprächen erreichten wir unser Ziel und wurden von Thor-Sverre sehr herzlich begrüßt. Kurz ausgemacht das man sich am nächsten Morgen um 8 Uhr bei den Booten treffen würde und dann schnell hoch zu Lars Siebert (Fahrer, Koch & Kindermädchen) um was warmes in den Bauch zu bekommen was ihm auch sehr gut gelang. Nach einem Bier und dem montieren unserer „Waffen“, gings dann schnell ins Bett. Wir wollten ja am nächsten morgen zum ersten mal so weit oben im Norden „voll angreifen“.
Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt durchwachsen und die Aussichten auf die nächsten Tage waren nicht gerade super, aber eben auch nicht sooo schlecht.




Mi. 16.05.2007:

Um kurz vor 8 Uhr, (ich war natürlich schon lange wach) kam Thor Sverre um die beiden Bootskapitäne zur Einweisung abzuholen. Natürlich liessen es sich auch die anderen nicht nehmen, Ihren jeweiligen „Spielführer“ zu begleiten und sich die eigene Steganlage, das Gefrierhaus, die Boote und die Schlachtplätze anzuschauen. Ich muss sagen ich habe noch NIE, eine dermassen genaue und ausführliche Bootseinweisung erhalten wie von Thor. Weiterhin erwähnenswert ist die Ausstattung der Boote in Hinsicht auf Notfallsituationen. Durch Leuchtraketen, Bengalische Fackeln etc. fühlte man sich doch gut aufgehoben, was durch den Ausbau der Boote noch unterstrichen wurde. Wir hatten einen 20ft. Alu-Gleiter mit 90PS Aussenborder. Wirklich sichere Nummer. Zu keiner Zeit fühlten wir uns auch bei stärkerem Wind gefährdet. Automatikschwimmwesten gabs auch dazu.
Nach der Bootseinweisung, dann das Frühstück bei Lars. Es war reichlich, von allem was da und wir haben uns noch das ein oder andere Brötchen für Mittags geschmiert, da wir ja auf dem Wasser bleiben wollten. . Danach, ab in die Floater, jeder nur mal eine Rute mit raus zum antesten und ab aufs Wasser. Durch die Info´s von Ingo, Norge etc. aus dem Forum wollte ich gleich mal raus nach Helnes Fyr........Auf gut halber Strecke musste ich aber feststellen, dass das wohl nichts werden wird. Wind wurde stärker und wir dümpelten lieber auf halbem Weg auf der rechten Seite des Kamoyfijordes bei der 39m Stelle (Austerryggen) rum und liessen uns erst mal treiben.
Dauerte auch nicht lange und die ersten Dorsche kamen ins Boot. Unser selbstauferlegtes Mindestmass war 70cm, wie von Ingo empfohlen. Wir setzten eine Vielzahl „kleinerer“ Dorsche zurück. In Tiefen zwischen 20-50m. Die ersten Steinbeisser machten sich auch bemerkbar. Keine Riesen, aber ok....ZIELFISCH. Am Ende der ersten Schnuppertour hatten wir 10 Dorsche die unser Mass erfüllten, dazu 4 Steinbeisser (kleinere) und 4 Lumbs. Alles in allem für die erste Ausfahrt zufrieden stellend. Wir haben mehrere Punkte noch ausprobiert, aber ausser „untermassigen“ Dorschen war nichts mehr zu holen. (Das zurücksetzen dieser Dorsche fiel uns am Anfang doch recht schwer, da diese Dorsche für unsere Südnorwegenverhältnisse als „mehr als gut“ zu bezeichnen waren. So erinnerte ich aber auf dem Boot an die Info von Ingo, sich an ein bestimmtes Mass zu halten, was im nachhinein auch der richtige Weg war). Zurück im Hafen, erst mal geschlachtet, dann Abendessen (sehr gutes Essen von Lars) und bei paar Cognac bisschen unterhalten, die Ziele für den nächsten Tag abgesteckt und ab in die Kiste.
Für uns ungewohnt war die Helligkeit.....wahnsinn. Allein dass, war schon ein Erlebnis.

Do. 16.05.2007:

8 Uhr Frühstück und......Traumwetter!. Sonne, blauer Himmel, ganz wenig Wind, keine Wolke.....also HEIMSPIEL. Herz was willst Du mehr. Logo, dass das Frühstück etwas kürzer ausfiel. Jeder wollte raus auf´s Wasser. Ziel war Leuchtturm Opnan. Meer war sehr ruhig, daher war die Anfahrt sehr schnell erledigt. Wir drifteten immer an den Felsen entlang. Mal mehr mal weniger Abstand und suchten so die Opnan vorgelagerten Stellen ab. Das Ganze spielte sich in tiefen von 25-65 metern ab. Es war ein super Angeln. Wir vermissten zwar die großen Dorsche, aber von der Masse her wars eben schon sehr gut. Es tat sich immer was. 3-4fach drills waren des öfteren dabei. Ich hab nur mit solo Pilker gefischt, Alex und Uli mit Beifänger. Also Doubletten des öfteren. Wir nahmen wieder nur die besseren Dorsche mit. Über 70 cm hatten sie so gute 4 Kilo. Also schöne Filetierfische. Größere waren nicht dabei. Um etwas Abwechslung rein zu bringen stellten wir dann mal auf Naturköder um und wollten die Steinbeisser ärgern, was aber schwerer war als wir erwarteten. Ich muss dazu sagen, dass ich mir das Steinbeisserangeln etwas leichter vorgestellt habe. Wir haben mit Fetzen direkt am Pilkerdrilling, Einzelhaken, Systemen, verschiedene tiefen etc. also wirklich alle Möglichkeiten durchprobiert. Aber der Erfolg war nicht so wie erwartet. An diesem Tag, hatten wir auf die Fetzen mehrere Lumb. Alex, Uli und ich mögen den nicht so. Also hat sich Rainer gefreut. Rainer ist unser Gourmet und Hobbykoch. Er verwendet die Lumb-streifen zu „sashimi“.......eine japanische Art rohen Fisch zu essen. Fragt mich jetzt nicht nach dem „Wie“...keine Ahnung. 
Er hat auf jeden Fall in der Woche alle Lumbs bekommen und sich mit diesen und Ihrer tollen Haut, beim filetieren ausseinandersetzen dürfen

Des weiteren hatten wir noch 1 Schellfisch.
Abends sind wir noch mal raus. Aber nur in den Duksfjiord. Da hat Uli dann einen kleinen Seeteufel erwischt. Thor zeigte uns auf der Karte die Stellen für Steinbeisser. Leider war abends immer noch „Traumwetter“. Der Traum ging so weit, das null wind war und wir Löcher in den Boden geklopft haben. Dementsprechend ausser Seeteufel nichts gefangen. Trotzdem bei schönem Wetter bisschen auf dem Wasser gewesen. Nach 2 Stunden sind wir wieder rein.


Fr. 17.05.2007

Aufgewacht, aus dem Fenster gesehen.......yes. Gutes wetter. Fast kein Wind, Sonne, blauer Himmel. Nach dem Frühstück (wie immer super) gings raus.
Wir wollten die linke Fijordseite abklappern. Also von „Trollvikia“ über „Reinviknaeringen“ bis „Steinboen“. Es tat sich nicht die Welt. Erst als wir wieder Opnan vorgelagerte Stellen abgeklappert haben gings wieder mit den Dorschen los. Gefangen haben wir ganz gut. Wieder ausselektiert und neben den Dorschen 5 Lumbs bis 7 Pfund, 4 Stonies bis 6 Pfund und einen Heilbutt von knappen 10 Pfund.
Alex, war ja wie immer *grins*, mit Fetzen am Grund und „versuchte“ Steinbeisser zu fangen. Ich wollte dann umsetzen, da wir mittlerweile in über 80m tiefes Wasser gedriftet waren. Also alle die Montagen hoch.....bei alex dann auf ca. 60m Einsteiger. Zuerst maulte er wieder rum, „maaaaan schon wieder so ein mittlerer Dorsch“.....(zu diesem Zeitpunkt waren nur die Steinbeisser für Ihn interessant). Er bemühte sich demnach auch nicht weiter dem Fisch eine gewisse Vorsicht beim drillen gegenüberzubringen, sondern prügelte den Fisch nach oben. Als er sichtbar wurde brachte Uli erst mal eine sehr nette Feststellung, als er rief „das is ne große Scholle“.......etwas gelächter und Uli aufgeklärt das es sich um einen Heilbutt handelt. Schönes Ding....zwar noch nicht ganz so groß wie auf den DVD´s, aber wir waren zufrieden. War schliesslich in unserer Gruppe der erste Butt, der selbst gefangen wurde. Und super Filets gab der auch schon.
Nach dem schlachten war dann wieder Abendessen und gemütliches Beisammensein mit der andern Gruppe, Lars und Thor-Sverre, der meistens abends mal nach dem rechten schaute, uns Tipps gab und sich einen Absacker genehmigte. Alex und ich fragten Thor, wo man hier auf Schollen angeln könnte. Wir hatten ja jeder ne leichte Rute dabei. Thor erklärte uns, das man eigentlich nur aus dem Hafen raus musste und das da alles sandiger Boden sei. Wir waren gerade noch am überlegen, als er uns anbot mit uns ein Netz zu legen. Das war cool! Wir sofort Feuer und Flamme. 5 min. später kam Thor in voller Montur zurück und wir sind mit ihm zum Boot gefahren. Netz rein und raus. Meer war spiegelglatt, immer noch sonne und null wind (ca. 22:30 Uhr) Wir waren dann so um kurz nach elf wieder im Hafen. 60m Netz wurden am Grund platziert. Alex und ich hatten aber immer noch nicht genug und beschlossen, trotzdem raus auf Schollen zu fahren. (01:00 Uhr) Ruten waren schnell montiert, jeder ein Bier mitgenommen und raus. Wir dümpelten (driften kann man das nicht nennen), auf 10-20 meter tiefe mit Doppelhakensystem und kleinen Fischfetzen an 5er Aalhaken herum. Nach 2 Stunden bei strahlendem Sonnenschein hatten wir stolze 13 Schollen erwischt. Darunter wirklich paar schöne.
Wir vereinbarten den andern nichts davon zu sagen und so zu tun als wären wir schneider geblieben. Die andern prophezeiten uns schon bei Abfahrt „das wird doch eh nichts“. (Uli)


Sa. 18.05.2007

Samstag morgen......ich liess das Frühstück ausfallen und alex verkaufte unseren nächtlichen Schollentrip als Flop, was von den andern sofort abgenommen wurde („war ja klar“)
Die Schollen hatten wir auf dem Boot in der Kiste gelassen (es war ja eiskalt) und oben drüber noch eine leere Kiste gestellt.. Uli meinte noch, das er noch fetzen bräuchte. Wir sagten ihm das in der unteren Kiste noch welche von gestern drin wären. Als er die Kiste hochgehoben hatte kam erst mal ein „Nee,oder? Ihr Schweine!“.....na ja, Uli durfte sich dann natürlich wieder ein paar Sprüche anhören „hey Alex, ist der Hammer was man hier fangen kann wenn kein Seuchenvogel mit an Bord ist, oder?“....etc.....
Das Wetter war früh gut, gegen Mittag wurde es wesentlich schlechter. Wir waren also die ersten zwei Stunden bei relativ gutem Wetter draussen ,aber die Fische wollten heute nicht so richtig. Anscheinend schlug Ihnen der anstehende Wetterwechsel auf den Magen. Wir erwischten wenig Dorsche, dafür aber 4 Steinbeisser. Der schwerste Steinbeisser war an diesem Tag von Rainer mit 4,6 Kilo. Dazu noch paar Lumbs und Schellfische in untersch. Größen Nachdem das Wetter schlechter wurde, und fischtechnisch eh nicht so viel ging, beschlossen wir heute etwas früher reinzufahren. Wind hatte gedreht auf ablandig....mehr oder weniger tropfnass kamen wir dann im Hafen an, da wir heimwärts voll gegen die Wellen fahren mussten, die sich bis dahin doch ziemlich aufgebaut hatten. Der Rest des Tages war relaxen......haben dann noch auf Stuttgart angestossen, weil von uns keiner den Schalkern den Titel gönnt J (sorry an die Schalker Fans). Thor war noch etwas da und sagte das er gerne das Netz reinholen würde. Wir sind rausgefahren. Es war schon ne schweine Arbeit, da durch den aufgekommen Seegang viel Dreck in das Netz getrieben wurde. Unterm Strich waren 12 Schollen und Klieschen im Nezt. Verschiedene Größen die Thor uns schenkte. Wir haben mit ihm dann das Netz sauber gemacht und zusammengelegt und danach die Schollen noch Gefrierfertig gemacht. Danach haben wir uns über vielerlei unterhalten. Er spricht ganz gutes Englisch und wir auch. Somit war das kein Problem. Wir verbrachten den Abend dann gemeinsam und gingen später ins Bett, da Thor ankündigte das es morgen mal so richtig schlecht werden sollte.




So. 20.05.2007
Aufgewacht......Regen, Wind, es war zum kotzen. Thor hatte „wieder mal“ Recht. Der Wind hätte uns gar nicht so gestört, aber es schüttete unaufhörlich. Tagsüber war an eine Ausfahrt nicht zu denken. Wir bauten Montagen, gammelten umher und wussten nicht so recht wo wir unser Ei hinlegen sollten. Am Abend starteten Uli und Rainer nur zu zweit. Alex und mir war das Wetter noch zu schlecht obwohl es besser war als vormittags. Sie sind gar nicht weit auf den Fjiord raus, (fahrzeit 5 minunten) und haben sich einfach treiben lassen. Ergebnis nach ca. 2,5 Stunden waren ca. 10 brauchbare Dorsche sowie Uli´s bester Dorsch mit 7,2 Kilo. Nachdem Alex und ich den beiden beim filetieren geholfen hatten, entschieden wir, zu 4. gleich wieder raus zu fahren, da sich der Urlaub ja dem Ende neigte und wir da auf schlechtes Wetter keine Rücksicht nehmen konnten. Es war bereits Montag morgen 1 Uhr. Der starke Regen sowie der Wind liessen nach.

Mo. 21.05.2007
Bei Nieselregen und mittelmässigem Wind, fuhren wir nur auf den Fijord. Einige driften schlossen wir mehr oder weniger erfolgreich ab. In einen größeren Schwarm kamen wir leider diesmal nicht. Vereinzelte Trupps von Dorschen liessen aber ein schönes Angeln zu. Desweiteren kam 1 Steinbeisser an Bord.
Wir kamen so gegen 5 Uhr früh zurück und fielen um 6 ins Bett. Frühstück lies ich ausfallen. Die anderen 3 rappelten sich um 8 uhr hoch und gingen danach wieder schlafen. Pünktlich um 14 Uhr starteten wir zur letzten Ausfahrt dieses Urlaubs. Das Wetter war ZUCKER.... ..leichter Wind, ab und zu Sonne......es lag was in der Luft.
Direkt raus zu Opnan. Diesmal die Drift direkt vom Leuchtturm weg in die Mitte des Fijordes (Fijordausgang). Wir setzten einen absoluten Volltreffer. ENDLICH waren die Seelachse weiter reingezogen und standen bei ca. 30 Metern. Darunter kamen Dorsche ohne Ende.
Es waren sicher auch große dabei, aber uns war es leider wieder nicht vergönnt ein paar richtige Brummer zu fangen. Kurze Kontakte mit größeren Fischen konnten wir aber vermelden aber nicht landen. Ich habe 2 mal einen kleineren Seelachs unter den Schwarm gelassen, in der Hoffnung auf einen Überbeisser....aber kein Kontakt. Gefangen wurden Dorsche zwischen 3 und 6,5 Kilo. Dazu Seelachse, paar Schellfische, 1 kleinerer Heilbutt und paar Lumbs. Wir nahmen wieder nur die besseren Dorsche mit, der Rest wurde wieder zurückgesetzt. Ich musste lediglich 1 mal umsetzten, wir drifteten jeweils 2 Stunden konstant über Fisch. Pilker runter, max 2 mal gepilkt......treffer. Einer Möwe gelang noch das Kunststück sich in Alex Schnur so zu verheddern, das wir sie ins Boot befördern mussten um das Vieh wieder loszumachen. Kurze Mordabsichten nach Schnabelattacken können wir nicht ganz verleugnen.....
Ich fischte an diesem Tag die Pezon-Michel Sea jigger mit einer Okuma Epix 35 Stationärrolle und 16er Spiderwire. War spassangeln ohne Ende.
Wir stellten fest, dass die meisten und vor allem besseren Fische auf schwarze Gummimaks mit Leuchtspitze einstiegen. Auch ein Pilkerwechsel brachte öfters erfolg.
Sobald auf einen Pilker paar Fische gefangen waren, stiegen nicht mehr so viele ein. Ich wechselte dann die Farben und Formen durch und siehe da, ging wieder wesentlich besser. Ob dies nun Zufall war oder wirklich etwas ausgemacht hat......wer weiss.
Aufgrund unseres Wettstreites.....(es zählte pro Mann das Gewicht des schwersten Dorsches plus das Gewicht des schwersten Steinbeissers mal 2!).....lag ich bis zu diesem Zeitpunkt auf einem hervorragenden letzten Platz. Da der Abstand sehr groß war konnte mich also nur noch ein Wunder retten. Dieses Wunder verschaffte ich mir dann durch einen klugen Schachzug (andere nannten es unverständlicherweise „Glück“.....) 
Als ich feststellte das bei Alex und Uli auf die schwarzen Makks (jeder hatte einen als Beifänger) bessere Dorsche einstiegen als auf den Pilker, bettelte ich bei Uli um eben so einen Makk 12/0.
Diesen montierte ich anstelle des Drillings, direkt an einen 250gr. Solvkrokken Bergmannpilker (verchromt). Kurz vor Ende der letzten Drift, liess ich den Pilker samt Makk kurz knapp über Grund stehen, ohne Pilkbewegung (eigentlich eher um die Rute besser und neu abzustützen).
In diesem Moment bekam ich einen harten Einstieg. Ich dachte eigentlich aufgrund der Vielzahl der Dorsche an so einen Burschen.......50m später, durchbrach aber ein richtig schöner Steinbeisserschädel die Wasseroberfläche. Hauchdünn gehakt. Per Billy the Kid - Handgaffeinsatz gelang es mir, gerade so, den Fisch ins Boot zu bringen. Heieiei war der sauer...... 
87cm und 5.500gr. brachte er auf die Waage, was mir im Endeffekt den 1. Platz bescherte und ich mit dem gewonnenen Geld, gleich die Präparation des Kopfes bezahlen kann.
Meine beiden Mitstreiter Alex und Uli....starrten den Fisch während der ganzen Rückfahrt fassungslos an. Waren Sie doch extra wegen so einem Exemplar ans Nordkapp geflogen und haben die ganze Woche mehr oder weniger gezielt darauf geangelt, während ich fast nur gepilkt habe. Gefangen haben sie zwar paar mehr Stonies, aber eben nur halb so große. Ich hatte in der Woche ganze 2! Steinbeisser gefangen (2-3 verloren). Einer wurde beim Pilken gerissen und den anderen hab ich ja nun ausführlich beschrieben. Ich wollte auch gar keine 10 oder 20.....ich wollte einen. SO einen! 
Dementsprechend war auf der Rückfahrt in den Hafen meine Stimmung. Eigentlich chancenlos am Nachmittag zur letzten Ausfahrt rausgefahren, kurz mal den 6 Gang eingelegt und den Pokal, locker nach Hause gebracht. Uli und Alex.....sassen wie „Schalke 04“ vorne im Boot.
Meister der Herzen, aber ohne Pokal.......
Logo, das ich in den folgenden Stunden jedem noch bestimmt 5 mal ausführlich den Drill geschildert habe und Ihnen beschrieben habe wie sich so ein GROSSER Steinbeisser an der Angel anfühlt.......  Nachdem ich die ganze Woche Prügel bekommen hatte (Du kannst nix, Du bist nix, flieg wieder nach Deutschland zum Aalangeln, was machst Du hier eigentlich nimmst uns nur Platz weg), konnte ich ENDLICH zurückschiessen.
Am Haus zurück, kam Lars Siebert von Palm nach unten (der mich schon die ganze Woche bemitleidet hatte) und fragte mich ob ich jetzt endlich meinen großen Steinbeisser hätte? Zu allererst hab ich ihn zusammengeschissen weil ich einen 90cm Steinbeisser bestellt hatte, ich aber nur einen 87er bekommen habe. Also klare Themaverfehlung von Angelreisen Palm. Mann war ich sauer.....!!! 
Dann gings an den Steg zum Fotoshooting.
Nach dem Schlachten waren wir vor der Wohnung eine Rauchen. Plötzlich bog Thor-Sverre mit einem breiten Grinsen und einem Trolli hinter sich ums Eck. Alex Koffer war da! Während wir auf dem Wasser waren hatte Thor den Koffer abgeholt. Darin waren noch 4 Bier und ne Flasche Wodka, womit der Abschiedsabend auch gerettet war. Wir tagten bis halb 4 Uhr morgens.
Thor bekam noch ein Abschiedsgeschenk und sehr viel Lob.
Ein paar Stunden später dann noch große Verabschiedung von allen und Abfahrt mit Lars nach Alta. Zur Flugrückreise will ich nicht mehr viel schreiben. Interessiert eh keinen und hat einigermassen gut funktioniert. Für nächstes Jahr wollen wir aber evtl. einen anderen Abflughafen und wenn möglich nicht 2 mal umsteigen müssen.


Nun zur Mannöverkritik:

Das angestrebte Ziel, das jeder einen großen Dorsch und größeren Steinbeisser fängt, wurde leider nicht erreicht.
Trotzdem war es ein schönes Angeln, mit viel Fisch. Das Gebiet hat ungeahntes Potential.
Mit ein bisschen mehr Erfahrung kann man hier sicher richtig zuschlagen. Für unser erstes mal waren wir vom angeln her wirklich zufrieden, wenn auch wie gesagt uns der ein oder andere Großdorsch wirklich gefehlt hat und wir von den größen doch etwas enttäuscht waren. Die Masse widerum dagegen war unvorstellbar.
„Steinbeissercity“ haben wir auch nicht gefunden, trotz intensiver suche. L


Thor-Sverre Hansen:

Top! Super! Dies unterschreiben wir als Gruppe blanko für diesen Mann. Was er an Mühe, Aufwand und Leidenschaft reinsteckt um seinen Gästen DEN perfekten Urlaub zu bieten ist unbedingt erwähnenswert. Wir haben ihn als überaus freundlichen, hilfsbereiten und geselligen Typen kennengelernt der uns die ganze Woche zur Verfügung stand wenn auch nur die geringste Kleinigkeit war. Er liess sich mehrmals am Tag blicken, gab uns genügend Tipps, nahm sich viel Zeit für uns, half sogar beim filetieren als wir mal sehr viel hatten, legte mit uns ein Netz auf Schollen aus und und und. Wir fühlten uns dort sehr wohl und wollten eigentlich gar nicht mehr weg.


Angelreisen Palm: (Lars Siebert)

Von der Buchung bis zum Heimflug in Alta und unserer Gepäck -und Fischrücklieferung.........TOP! Wir haben im nachhinein nie bereut bei ihm gebucht zu haben. Er hat uns alles vor Ort eingekauft was wir brauchten, (Getränke etc.) hat wirklich ausgezeichnet gekocht, uns auch neben den eigentlichen Essenszeiten hervorragend versorgt und war aufgrund seiner netten Art ein belebendes Element in der Gruppe. Wir können demnach eine Buchung bei Angelreisen Palm sehr empfehlen. Aufgrund unserer Eindrücke werden wir, soweit es terminlich passt, auch nächstes Jahr mit Angelreisen Palm am Nordkapp verweilen um uns dann den etwas größeren Dorschen zu widmen. Vielleicht fangen Alex und Uli ja auch mal einen „richtigen“ Steinbeisser, nachdem ich Ihnen ja jetzt erklärt habe, wie es geht. Herzlichen Dank an Lars für die wirklich ausgezeichnete Betreuung und Planung unseres Urlaubs! Weiter so, wir waren mehr als zufrieden.

Boote:

Die 3 Boote die Thor Sverre im Moment hat sind alle 3 mehr als hochseetauglich. (80, 90 ,115 PS) Hoch motorisiert, ist man stets in der Lage schnell auf Wetterwechsel zu reagieren.
Thor´s Benzinservice, ist allererste Sahne. Ein Wort und die gewünschte Menge steht auf dem Boot. Echolot/Kartenplotter, mit dem jedes Boot ausgestattet ist, erleichtern natürlich das punktgenaue anfahren immens.

Schlachtbereich:

Im Moment hat Thor 2 Aussenschlachtplätze am eigenen Bootssteg. Dazu noch ein größeres Filetier“Pavillion““. Ist durchsichtig für Sicht nach aussen, sowie komplett „zu“. Also man ist völlig Wettergeschützt. Bei gutem Wetter und 3 Gruppen vor Ort, geht das. Bei schlechterem Wetter und „Stau“ beim filetieren muss man halt etwas warten. Aber das war bei den Temperaturen ja kein Thema. Fisch blieb kalt und wir haben uns zwischenzeitlich in der Wohnung etwas aufgewärmt. Der Gefriercontainer ist direkt neben dem Filetierzelt und bietet aussreichend Platz für die Fänge.
Thor hat mir gesagt er plant für nächste Saison direkt am Steg, ein größeres Filetierhaus mit einem Extrabereich für Angelsachen, Floater, Stiefel etc. Mann kann aber für die Floater etc. im Moment auch seine Garage (mit heissluftgeblässe) nutzen.


Wohnungen:

Thor-Sverre verfügt über 3 Ferienwohnungen. 4-6 Personen. Von der Einrichtung her bleibt nichts zu wünschen übrig. Haben uns dort sehr wohl gefühlt, war alles in Ordnung. Ich würde es höheren norwegischen Standard nennen. Deutsches Fernsehen gibt es nicht, aber wir sind ja auch nicht wegen der Lindenstraße da oben. Einzig und allein die Bundesligaspiele hätten uns interessiert, aber gut, das war auch nicht so wichtig.


Fangplätze:

Reinviknaeringen/Opnan (sehr viel Dorsch, Heilbutt, Schellfisch, größter gelandeter Steinbeisser)
Vesterrygen (Dorsch, aber nicht die Masse, vereinzeilt Steinbeisser, Lumb)
Mellomryggen (siehe Vesterrygen)
Austerrygen (siehe Vesterrygen)
Stappen/Skipsfijord (Dorsche)
Jernsteinboen (meines erachtens bester Platz, dort wurde der größere Steinbeisser verloren, des weiteren dort auch mehrere steinbeisserkontakte)
Duksfijord (ausser einem Seeteufel, gar nichts)
Kamoyvaer vorgelagerte Insel (linke Seite entlanggedriftet, Steinbeisser vereinzelt)

Helnes Fyr: Da waren wir nicht, was ich im nachhinein etwas bereue. Teilweise wg. Wind nicht möglich und als es dann möglich war, war Opnan so gut, das wir uns nicht mehr wegbewegt haben.

Ein Boot war weiter draussen, als es das Wetter zuliess. Hatten bei 2 Ausfahrten u. a. 4 bessere Dorsche zwischen 15-28 Pfund. Tiefe 130 meter. Da waren auch noch die Seelachsschwärme.
Mitte vom Fjordausgang gerade raus. Müsste Richtung „Gamlesre“ gewesen sein.

Naturköder:

Fetzen von Lumb, Seelachs, Schellfisch.
Witzigerweise bekam Alex auch viele Bisse auf Dorschabfälle/fetzen. Wovon ich ihm eig. abgeraten hatte.

Fische:

Dorsch (ab und an Würmer) bis 7,2 Kilo, Seelachs bis 2,5 Kilo, Seeteufel (klein), Heilbutt (5kg), Rotbarsch (klein), Schellfisch (klein), Steinbeisser bis 5,5kg, Lumb (ab und an Würmer) bis 4 Kilo, Scholle, Kliesche gute Größen.


Gerät:

Ruten von 15-30lbs. (Penn/Pezon&Michel) Multi und Stationärrollen. (Penn, Okuma)
Pilker 100-400gr. (Solv. Bergmann, Eigenbau, Solv. Calmar, Hakuma (redhead/fluo war sehr erfolgreich), BlackPanther, Spro Baltix (Top) und WirbelWilli vom AWS)
Naturködersysteme mit einzelhaken, Drilling etc. volles Programm eben.
Schwarze Makks mit Leuchtspitze!!!! (Tip für die die jetzt fahren) 10/0-12/0
Drillinge 4/0 – 10/0
Einzelhaken 5/0 – 10/0


So, war jetzt sehr ausführlich. Deswegen, da ja noch einige zum gleichen Ziel fahren und darum gebeten haben, einen „detaillierten“ Bericht abzuliefern. *grins*
Falls noch Fragen von Euch bestehen, die jetzt demnächst nach Kamoyvaer aufbrechen....nur her damit.

Vielen Dank noch mal an IngoS, Norge und all die andern die uns vorher mit Tipps versorgt haben. Wichtig war vor allem das wir eigene Gaffs dabei hatten. (Danke, Ingo)

Es war ein sehr schöner Trip und wir planen schon für ´08. Wir müssen uns noch was überlegen wie wir an die großen Dorsche kommen und wie wir Steinbeissercity finden. Für´s erste zurechtfinden im Gebiet war´s voll in Ordnung. Aber nächstes Jahr.......rappelts da mal so RICHTIG!!!

Vg
LL

 

 

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