Norwegen Angelfreunde

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Vesterålen VInjesjoen 2009

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Vesterålen – Traumziel mit Traumfischen


Liebe Norwegen -Angelfreunde,
vom 28.04.2009 bis zum 10.05.2009 besuchten die "Halibut Hunters" aus Frankfurt(Oder) und Umgebung zum vierten Mal die Vesterålen und waren dabei zum dritten Mal bei Thommy in Vinjesjoen.
An nur acht effektiven Angeltagen erlebten wir das Auf und Ab des Wetters dort hoch im Norden und wahre Sternstunden bei der Fischerei auf Dorsch,
Seelachs und Heilbutt. Mein Angelfreud Dieter, der das erste Mal in Nordnorwegen unterwegs war, konnte gleich bei seinem ersten Auftritt dort einen schönen Heilbutt mit 11,3 kg fangen.
Aber lest selbst im angehängtei Reisebericht, warum für uns die Vesterålen ein Traumziel mit Traumfischen waren, sind und bleiben.

Von hier noch mal an meinen Freund Thommy, dem Anlagenbesitzer und Guide unseren Dank, wir werden auch im nächsten Jahr wieder kommen.

Gruße an alle
Uwe
 
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Und nun der eigentliche Bericht
 
 

Vinjesjoen / Vesterålen

 

 

– Traumziel mit Traumfischen

 

 

Liebe Norwegen – Fans

 

Man braucht sich eigentlich nur die Karte von Norwegen anschauen, um sofort zu erkennen, dass die Inselgruppe der Vesterålen förmlich geschaffen ist für den Fisch und würde es ihn da nicht in Hülle und Fülle geben, müsste man ihn glattweg dahin erfinden.

 

Hier 300 km nördlich des Polarkreises liegt die Inselgruppe der Vesterålen „sehr weit draußen“ - wie man sagt. Und genau das ist der Vorteil aber auch der Nachteil dieses phantastischen Angelreviers. Lässt es das Wetter zu, ist man in 30 min am Fisch vor den letzten Felsen – danach kommt nur noch Wasser und irgendwann, bleibt man auf dem Breitengrad, - erreicht man schließlich Grönland. Ist es aber windig oder man ist nicht wetterfest, kann es passieren, dass man die halbe Woche im Quartier sitzt und Däumchen

dreht. Die etwas geschützte Anlage Ringstad Sjøhus bietet an solch schlechten Tagen mehr Alternativen im Eidsfjord, an schönen Tagen muss man allerdings 15 km weiter fahren, um auf die offshore – Hotspots zu gelangen, als von Vinjesjoen aus.

 

Wer aber einmal auf den Vesterålen war, wird sie nie mehr vergessen können, wer sie noch nicht kennt, hat noch einen Nachtrag auf seiner „to visit“ - Liste zu machen oder sie oder er verpasst eine Menge an wunderschöner Natur, netten Menschen und viel, viel Fisch.

 

Reisebericht zu Vinjesjoen / Vesterålen

       Traumziel mit Traumfischen

 

So richtig begann unsere Reise am 28.04.2009 in Kiel auf der Color Line Magic. Bei schönstem Wetter ließen wir unter dem Schutz der Deutschen Marine um 14.00 Uhr Kiel hinter uns, das Bier schmeckte, leider hatte man gegenüber dem vergangenen Jahr wieder die Preise auf dem Sonnendeck erhöht.

 

 

Bei der Ausfahrt aus der Kieler Förde begegnete uns ein Deutsches U-Boot.

 

 

Mein Angelfreund Dieter holte die erste Lage, als ich dran war, stellte ich fest …

 

 

… wieder teuerer das Bier.

 

In Oslo am nächsten Tag angekommen, fuhren wir dann an die Autoschlange der Menschen, die was zu verzollen hatten. Schließlich hatte ich neben dem zum Eigenverbrauch bestimmten alkoholischen Getränken, noch die vom norwegischen Zoll zurückgesandten Weihnachtsgeschenke für meinen Freund Thommy dabei. Die Abfertigung ging superschnell und wir waren dadurch gleich wieder „on the road“ über Trondheim nach Bognes zur nächsten Fähre.

 

Hinter Trondheim, nach ca. 8 Stunden Fahrt, erreichten wir unser erstes Ziel - das Hotel. Nach dem Abendbrot bespulte ich mit meinem Angelfreund Dieter noch zwei Rollen und dann ging es zu Bett. Am 29.04. früh raus aus den Federn, Frühstück war vom allerfeinsten, danach ging es dann in Richtung Nordnorwegen.

Nach ca. 12 Stunden Fahrt mit drei Pausen erreichten wir den Fährhafen Bognes am Tysfjord, wo wir die Fähre um 20.30 Uhr nach Lødingen nahmen und so viel Zeit sparten. Nach einem guten Kaffee an Bord der Fähre und meinem Lieblingsessen Smoerebrod mit Ei und Shrimps ging es dann nach einer Stunde Fahrzeit für den letzten 100 km – Ritt über Stokmarknes zu

unserem Quartier nach Vinjesjoen, wo uns Thommy schon erwartete.

 

 

Das Hinweisschild hat auch schon bessere Tage gesehen

 

Mit ca. fünf Monaten Verspätung überreichte ich Thommy sein Weihnachtsgeschenk in der originalen Weihnachtsverpackung und mit schöner Weihnachtskarte, was auch diesem eher emotional reservierten Norweger ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Auto ausladen, noch ein wenig Essen und dann schon mal zwei Ruten für die erste Ausfahrt am nächsten Tag vorbereiten. Den Bootsschlüssel hatte ich von Thommy schon bekommen.

So gegen 01.00 Uhr, nach einer heißen Dusche fielen wir erschöpft in unsere Betten.

 

Erster Angeltag 30.04.2009

 

Der andere Teil unserer Gruppe, der ohne in Norwegen zu Schlafen nonstop fahren wollte, war erst für den Nachmittag avisiert, also entschlossen wir uns zu einer ersten Ausfahrt. Alle wichtigen Bootsutensilien wurden überprüft, das Echolot auf seine Einstellungen kontrolliert.

Wichtige Rettungsutensilien wie Epirb, Rettungsleiter, Notsignalraketen, Schwimmwesten, Ersatz - Kartenplotter und ein drittes Handy mit allen Notrufnummern an Bord gebracht.

 

Ich klärte Dieter auf, dass genau vor einem Jahr mir Thommy die schlimme Nachricht vom Tod unserer 4 Angelkameraden aus Zeitz überbracht hatte, eine tragisches Unglück, dass sich nur ein paar Tage später leider auch in diesem Jahr wiederholen sollte.

Angeltechnisch gesehen war die Heilbuttharpune mit Fender genauso an Bord, wie zwei stabile Heilbutt – Gaffs, ein Flying Tailsnare und ein so genannter 14/0-Release - Haken, der auf meine Harpune passt. Irgendwie hatte ich eine Vorahnung, was uns noch erwarten würde, schließlich hatte ich noch die Fangmeldung vom 14.06.2008 von Elmar Rölle’s Superheilbutt

im Gedächtnis mit 96 kg und 196 cm.

 

 

Eine wunderschöne Naturlandschaft – die Vesterålen

 

Das Wetter war für Vesterålen- Verhältnisse sehr gut und so zeigte ich Dieter, der neu in diesem Revier war, die schöne Natur und die ersten Hotspots. Das jährliche Tournament unserer Halibut Hunters heißt „Heilbutt schlägt alles“, aber es wird erst gestartet, wenn alle Hunters eingetroffen sind. So verlief der erste Tag eher ruhig mit schönen Dorschen

außerhalb unserer Tournament -Wertung.

 

Zweiter Angeltag 01.05.2009

 

Alle Teilnehmer sind angekommen, so kann unser erster Tournament – Tag beginnen. Es ist schon ganz schön windig, geht aber gerade noch. Alle Boote können raus, die Erfolge halten sich allerdings in Grenzen, denn das Wetter schlägt um, der Luftdruck fällt und fällt und am Nachmittag müssen wir windgeschützte Plätze um Grunskallen ansteuern – kein Problem, denke ich, habe ich doch dort im vergangenen Jahr meine drei Siegerdorsche gefangen, wo noch der dritte das Tournament gewonnen hätte. Durchgepilkt bis 40 m über Grund, Ausbeute eher mäßig, schöne Dorsche aber kein „winner – fish“ – große Unzufriedenheit macht sich breit, weil das Wetter auch schlechter wird. Wir fahren rein und beschließen noch ein wenig müde von der Fahrt durch Norwegen, den Angeltag at acta zu legen.

 

 

Dieter hatte an diesem Abend nicht so viel zu filetieren.

 

 

Dritter Angeltag 02.05.2009

 

Heute wird von allen Booten angegriffen, den Pokal des Siegers im Visier, wollen alle den Heilbutt fangen. Eine andere Angelgruppe aus Frankfurt(Oder) hat uns das schon wenige Tage vorher gezeigt, wie es geht und wenn die das können … und jetzt entbrennt der Ehrgeiz der Halibut Hunters. Wir fahren auf die Heilbutt – Hotspots, offshore natürlich – das Wetter lässt es noch gerade so zu, der Luftdruck ist nicht weiter gefallen, er stabilisiert sich- trotzdem schiele ich jede Stunde auf mein Barometer, was ich um meinen Hals trage.

Mein Freund Dieter probiert den Giant Jighead „dead bait“ 300g mit einem kleinen Seelachs aus, mit dem er bereits schöne Dorsche um 14 Pfund ins Boot gelegt hatte. Plötzlich beim Hochkurbeln über 60 m Wassertiefe ein Granatenanbiß im Mittelwasser, in wenigen Sekunden waren 30 Meter Schnur von der nicht gerade schlapp in der Bremse eingestellten Shimano Trinidad 40 Narrow heruntergezogen. Die modifizierte 50 lbs Penn Millenium Boat bog sich beängstigend und ging rhythmisch ins Wasser, der Fisch zog kerzengerade unter das Boot – keine Frage für einen erfahrenen Nordnorwegenangler – ein Heilbutt. Wir bringen den Fisch ganz langsam nach oben, nachdem wir die ein wenig zu hart eingestellte Bremse etwas

gelöst haben- und Dieter ist wie paralysiert – ein Heilbutt an der Seite gehakt, wahrscheinlich beim Anschauen des Köders. Ich schätze ihn so um die 15 kg- noch beeindruckt vom Drill.

 

Jetzt kommt meine Aufgabe, nachdem der Motor und meine Ruten aus dem Wasser sind - Dieter hat das alles nicht bemerkt, muss ich entscheiden, den Butt zu harpunieren oder gleich zu gaffen - ich entschließe mich für die letztere Option. Und „plumps“ da liegt die Platte schon im Boot. Überglücklich über seinen ersten Heilbutt gibt es eine Umarmung mit Dieter und ein Bier, wirklich nur eines für jeden.

Auf der Waage bringt der Butt danach 11,28 kg – Glückwunsch, mein erster war lütter. Das ist die Führung im Tournament für unser Boot und für den Nordnorwegen – rookie Dieter.

 

 

Dieter mit seinem ersten Butt, darauf kann er mit Recht Stolz sein

 

Ein bisschen gefeiert am Abend, kommen wir am nächsten Tag etwas zu spät aus den Federn.

Unsere Frankfurter Kollegen sind da ein wenig früher aufgestanden und legen uns nachmittags eine Platte mit knapp 43 kg auf den Steg – Chapeau meine Herren, leider oder sollte ich besser sagen, zum Glück sind sie keine Teilnehmer unseres Cup’s. Dieser Butt wurde mit relativ leichtem Material gelandet, was sich just auflöste, als der Butt im Boot war, Glück gehört eben auch dazu, zumal wir erfuhren, dass es der erste Butt des glücklichen

Anglers war. Für uns war es dann zu spät, richtiger Wind kam auf und wir konnten nicht raus…

 

… so ging das zwei Tage lang – Windstärke 5-6 in Böen manchmal sogar mehr.

 

 

So können wir uns nur die Boote und den Fastvollmond vor dem Hintergrund der Lofoten ansehen – zwar ein schönes Motiv, aber da draußen Fischen - das wäre uns lieber!

 

Sechster Angeltag 05.05.2009

 

Wir greifen wieder an, der Wind ist zwar immer noch ganz schön stark und er wird uns ganz schön durchschaukeln, aber er lässt ein Hinausfahren auf die Hotspots gerade noch zu. Alles in allem sind wir sehr erfolgreich an diesem Tag. Das Wetter hat positiv umgeschlagen, drei Lengs und schöne Dorsche sind unser Ergebnis, aber leider kein Heilbutt. Von einem anderen Boot werden in den späten Abendstunden insgesamt 58 Küchendorsche gefangen, die die Jungs dann mit vereinter Hilfe bis in die frühen Morgenstunden filetieren müssen. Unser Ding ist das nicht, mit den halbstarken Dorschen ist das auch so eine Sache, man kann dafür sein oder dagegen, aber wem es gefällt?

 

Eines ist jedoch klar, wo so viele Dorsche jagen, da hat man kaum eine Chance, einen Heilbutt an den Haken zu bekommen, denn statistisch gesehen, sind die Dorsche einfach zahlenmäßigen überlegen.

Gezielt auf Heilbutt zu fischen, sieht anders aus. Allerdings ist von allen Teilnehmern auch noch kein Big Fish oberhalb der 20 Pfund Grenze, weder Seelachs noch Dorsch, gelandet worden – mit Außnahme von Dieter’s Heilbutt. Eines freut mich, der Luftdruck steigt weiter.

 

Wir setzen alle Zuversicht auf den vorletzten, offiziellen Tournament- Tag. Abends erfahren wir, dass schon wieder zwei Deutsche beim Angeln ums Leben gekommen sind. Trauer und Betroffenheit macht sich breit. Es wird wieder das alte Thema diskutiert, wie viel Sicherheit ist genug, sollte man eine Rettungsinsel dabei haben, sollte der Bootsführerschein absolute

Pflicht werden und darf der Wunsch, raus fahren zu wollen größer sein, als das Sicherheitsbewusstsein.

 

Wir gehen zeitig zu Bett, ich sehe mir am Computer noch die Hotspots für den nächsten Tag an und hoffe, dass der Wind nicht zu stark aber auch nicht zu schwach ist für eine ordentliche Drift. Die Richtung – Wind von den Lofoten, also aus SW,- stimmte heute schon mal und wir hoffen, dass es so bleibt für morgen.

 

 

Welches sind die besten Hotspots für morgen? Ich weiß, wohin ich fahren werde.

 

Siebenter Angeltag 06.05.2009

 

Heute gilt es noch einmal für alle, erfahrungsgemäß läuft am morgigen letzten Tag nicht mehr so viel, also früh recht zeitig raus und die Erfolg versprechenden Plätze anlaufen. Wind – totale Fehlanzeige, nach 30 min sind wir am Ziel, aber auch dort an vorgelagerter Stelle – totale Flaute. Ich beobachte das GPS – 100 m Drift in einer Stunde und das bei auflaufendem

Wasser - was soll hier heute noch gehen?

Wir entschließen uns zum Schleppen mit Gummi und Giant Jighead 5m über Grund mit gelegentlicher Grundberührung. Dieter schleppt, ich fahre und beobachte das Echolot.

 

Das zwei Stunden lang. Erfolg null. Aber langsam kommt, wie laut Wetterbericht vorhergesagt, leichter Wind auf und bei uns kommt wieder die Zuversicht zurück, da geht noch was. Also meinen blauen Storm WildEye Giant Jigging Shad ran an das 1,30 m lange Vorfach und vom Boden bis ins Mittelwasser gepilkt, bis der Arzt kommt. Dann kurz nach zwölf bei bereits ablaufendem Wasser 8-10 m über Grund ein Hammer- Anbiss. Der Fisch

flüchtet sofort 20m und meine Avet HX 5/2 gibt bei gut eingestellter Bremse Schnur frei. Ich schiebe den „lever“ ein wenig nach vorn und fange an zu drillen. Dieter fragt mich „Ein Butt?“ Ich nicke nur kurz, ich bin hochkonzentriert und nach Reden ist mir gerade nicht zumute. So geht das eine halbe Stunde, immer wenn ich Schnur gewonnen habe, zieht der

Fisch wieder welche ab. Ich merke aber, die Attacken werden weniger und ich gewinne Schnur, dann etwa 10-15 m vor der Oberfläche verliere ich den Fisch. Der eine Haken des Shad’s hat nicht gesessen und ich erinnere mich an die Diskussion im Forum „Stormi mit zusätzlichem Schwanzdrilling - ja oder nein“ – Ich bin sauer auf mich, dass ich dem allgemeinen Rat gefolgt bin und keinen Zusatzdrilling montiert habe, denn mein ca. 70 kg- Heilbutt war nun weg. Treu nach dem Motto, „wo einer ist, sind auch noch mehr“, fuhr ich das Boot wieder an die Ausgangsposition zurück und alles fing von vorn an. Aber diesmal nicht mit Stormi, sondern umgerüstet auf 200g Giant Jighead mit zwei 6/0-Owner-Haken und VMC Cannelle Shad 25 cm.

 

Und weil ein Angler, wie ich, gar nicht abergläubisch ist, Rute und Rolle auch gleich gewechselt. Nun wollte ich es mit meiner „Heilbutt erfahrenen“ Daiwa Inliner und meiner 870-iger Boss Accurate versuchen. Und wieder gepilkt, gepilkt, gepilkt …

 

Die Drift und auch der Wind waren mittlerweile stärker geworden und so kam wieder Zuversicht auf, da geht noch mehr. Dann um 13.30 Uhr nach der dritten erfolglosen Drift 10- 15 m über Grund bei einer Wassertiefe von etwa 50-60 m wieder ein Hammerbiss. Dieter schaute rüber und ich sagte nur „Ja, ja, ja“ – was Dieter so verstand, wie es gemeint war.

Noch mal nach der ersten Flucht kurz angeschlagen, der Fisch saß. Die Drillzeit betrug etwa 20 min beim ersten Drill und der Butt zeigte sich kurz an der Oberfläche. Vorher gut eingewiesen, hat mein Freund Dieter mit einer leicht modifizierten Heilbuttharpune den Butt exakt an der Brustflosse harpuniert. Danach gab’s von der Heilbutt-Lady für uns eine Klatsche Salzwasser ins Gesicht und sie tauchte wieder 30 m ab. Trotz Handschuhen an beiden Händen, schaffte es mein Bootskumpel Dieter nicht, den Fisch zu halten.

Zwar hatten wir Harpune und Seil griffbereit hingelegt, aber der Fender lag gut verstaut im Bootskasten. Zum Glück war das Ende des 8 mm- Super-Seils (2500 daN) am Bug des Bootes befestigt. und so wurden wir, als das Seil straff war, geschätzte 30- 40 m gezogen. In der Zwischenzeit drillte ich den Butt erneut in knapp 10 min wieder nach oben und mein Bootskumpel befestigte den inzwischen bereitgelegten Fender. Dann gab es noch einen

zweiminütigen Kampf mit dem Fender, danach ließ sich der Butt an die Bordwand heranziehen. Besser wäre allerdings gewesen, noch 5 min zu warten. Denn als ich die Lady mit dem Gaff ins Boot befördern wollte, versuchte sich der Heilbutt aus dem Gaff zu drehen.

Einen schönen Anschauungsunterricht, wie so etwas aussieht, bekommt man bei Volker Dapoz in „Heilbuttfiber 2“ zu sehen. Wenn man dann das Gaff mitdreht, schafft es der Butt nicht, zu entkommen. Nur die Kraft dazu muss ausreichen, schließlich hängt der Butt schon am Gaff und bewegt sich pausenlos. In dem Moment, wo er mir dann “weiß” zeigte, zog ich den Butt mit einem lauten Stöhnen (wegen der großen Anstrengung) filmreif über die Reling, bis er oder in dem Fall sie klatschend ins Boot fiel – so wie ich selbst auch. Dabei fiel die schleimige Heilbutt-Dame halb auf mich rauf – gut, dass Dieter nicht sofort den Fotoapparat zur Hand hatte. Für Dieter muss das der absolute Ablacher gewesen sein und er meinte nachher, dieses Bild würde er wohl nie vergessen. Aber wie hätte Volker Dapoz gesagt, diesmal hatten wir nicht verkackt.

 

 

Gerade hatten wir eine Sternstunde in Sachen Heilbutt-Fischen.

 

 

Auf der Waage brachte der Butt dann 49,8 kg bei einer Länge von 1,54 m. Wegen des Messfehlers seiner Waage rundete Thommy das Ergebnis später auf 50 kg auf.

 

Die Lady war übrigens gut genährt, denn das Bauchfilet war genauso stark wie, das Rückenfilet. Außerdem sagt man ja, Heilbutts hätten oft wenig im Magen. In diesem Fall befand sich ein Lumb von ca. 40 cm und ein Dorsch von ca. 30 cm im Bauch diese Heilbuttdame - sie muss also eine sehr gute Jägerin gewesen sein, leider wurde ihr mein Gummifisch zum Verhängnis. Wenn man überlegt, dass so ein Fisch durchaus 20 Jahre alt sein kann und man Respekt für den Kampfgeist dieses Fisches empfindet, dann tut es einem leid, ihn nicht released zu haben. Nachdem der Fisch filetiert war, und wir noch an unsere Angelkollegen Heilbutt-Filet verteilt hatten, waren unsere Thermokisten bis oben hin voll und wir beschlossen, dem Atlantik bei dieser Reise keinen Fisch mehr zu entnehmen. Schließlich soll man sein Glück auch nicht überstrapazieren.

 

 

 

Bei einem so großen Heilbutt hat man mit dem Vakuumieren des portionierten Fisches einige Zeit zu tun.

 

 

Der Harpunier sollte in Zukunft auch eine Urkunde erhalten

 

Achter und letzter Angeltag 07.05.2009

 

Den letzten Angeltag benutzten wir, um unser Boot und das Equipment zu reinigen und alles für die Abfahrt vorzubereiten. Die beiden anderen Gruppen fuhren zwar noch einmal raus, aber das Ergebnis wurde nicht mehr verändert. Am Abend gab es dann die Siegerehrung und unser Boot konnte die Preise für den ersten und den zweiten Platz in Empfang nehmen. Alles

in allem war das für uns eine erfolgreiche Woche auf den Vesterålen – ein Traumrevier mit Traumfischen.

 

 

Siegerehrung erster Platz … das zweite Mal in Folge

 

 

Der zweite Platz geht an meinen Angelfreund Dieter, ich freue mich für ihn!

 

Rückfahrt 08-09.05.2009

 

Wenn man eine entspannte Rückreise wählt, so wie wir und vor dem Erreichen der Fähre so ca. 100 km vor Oslo noch mal in einem Hotel schläft und dann auch noch Zeit hat, dann ist es ein „muss“ noch ein paar mal in Nord-Norwegen anzuhalten.

 

 

Der Namsen und der Polarkreis waren Pflichtstops.

 

 

 

Der Namsen gilt als König unter den Lachsflüssen Norwegens. Im Lachsaquarium kann man sich eine 291 m lange Lachstreppe ansehen und diesen wunderschönen Troll.

 

Und dann ging es aber endgültig nach Hause, denn die Color Line „Magic“ wartete auf uns in Oslo und unseren Frauen und Kinder daheim.

Mein „personal best“ bei Heilbutt habe ich nun von 29 kg auf 50 kg geschraubt, da liegt die Meßlatte für Skjervøy, Ende Juli, schon ganz schön hoch. Aber mal sehen, vielleicht geht ja auch da was… ?

Ich bedanke mich bei meinem Angelkumpel Dieter und bei Martin und dem Anlagenbesitzer und Guide Thommy, die mir teilweise ihre Bilder zur Verfügung gestellt haben.

 

Petri Heil und

Grüße von Uwe

 
 
 
 
 
 

 

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