Norwegen Angelfreunde

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Namibia Dezember 2005

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Namibia Dezember 2005

 

Nachdem nach meiner Vorstellung gleich Fragen nach Berichten kamen, fang ich einmal mit dem hier an..........zum großen Glück gibt es ja von den Norgefahrern im Augenblick genügen Berichte und Bilder.


Also mal was fürn Winterurlaub

Namibia Dezember 2005

Warum?? Da ist es im Dezember schön warm,
Verwandtschaft lebt dort........auch nicht schlecht.

Wie: recht günstige Flüge über LTU oder Lturs
Zum Teil sogar zum ersteigern...macht Spaß
München - Windhuek 10h Flug


Das Land ist karg, viel Weideland, kaum fassbarer Luxus—aber zumeist furchtbare Armut. Tierwelt begeisternd und vielfältig, die Fahrstrecken ähnlich weit wie Norwegen...allerdings zumeist etwas flacher.
Die Wüste ist überhaupt nicht eintönig, alle 20min. etwas neues Sand, Stein, feines Geröll, grobe Steine.........

Bis aufs Angeln, haben wir uns aber kaum auf Touristenpfaden bewegt.


Es gibt drei Möglichkeiten des Angelns (meines Wissens):

Brandungsangeln entlang der riesigen Küste

Vom Boot aus auf Schwert, Thun weiter draußen
bzw. Catfisch, Kabeljau, und Hai mehr unter Land (5km)

Oder im Sambesi an der Grenze zu Sambia; muß laut Beschreibungen auch sehr gut sein, soweit hoch kamen wir diesmal nicht (2Tage extra Fahrt).


Geangelt haben wir in Swakopmund vom Boot aus.

Unser Guide holte uns mit seinem Jeep und Boot auf dem Trailer in der Pension wo wir übernachtet hatten ab.
Dort gibt es keine Häfen, wird zuviel geklaut. Die nehmen die Boote abends raus, fahren sie in die Garage und am nächsten Tag wieder rein.

Also, Boot mit 2x240Ps in Wasser und ab geht’s.
Der fuhr nicht durchs Wasser, der sprang von Wellenkamm zu Wellenkamm.
Nach ner halben Stunde und etwas suchen; auswerfen.
Außer dem Guide war noch ein Helfer mit und beide bestückten uns ständig die Angeln mit Fischfetzen.
Wollt ich zwar nicht so gern, bestanden sie aber drauf. Na gut, dann halt etwas Luxus.

Natürlich gaben sie uns auch Tips wie wir angeln sollten, und natürlich habe ich auch überhaupt nicht drauf gehört......... schließlich angle ich ja schon lange und schließlich auch in Norwegen und da pilke ich eben erst mal.
Aber meine Frau hat zugehört und umgesetzt.........und........ sie fängt und fängt und fängt.

Na ja, nach 45 min. wurde ich auch einsichtig und fing dann auch einige einheimische Kabeljaus und Catfische.

Da der Guide schnell kapiert hatte, dass meine Frau lernfähiger ist, hat er ihr ne richtig große Angel fertig gemacht (Multirolle etc.)
Und nen schönen großen Köder. An die Schnur kam noch ein kleiner Luftballon.

Und dem galt dann natürlich auch in den nächsten Minuten die Hauptaufmerksamkeit.
Und so nach zehn Minuten..........weg war er.......... der Luftballon... unartikulierte Gerausche aus dem Mund meiner Exverlobten, mit Mühe bringt sie die Bootsrute in den Gimbal und dann geht’s los.

„Nimm Du, Nimm Du“....... ruft sie, ich grins „NöNö ist Deiner“ (obwohl ich in schon gern gehabt hätte).
Ihr seht ja an der Rute, scheint nicht allzu klein zu sein.



Wobei man anmerken muss, mein Schatz hat in der linken Hand nur die halbe Kraft, da sie sich hier vor Jahren schwer verletzt hat (Kreissäge).

Na ja nach vielen Sprüchen und hartem Drill, kam dann der hier raus (174cm) und wurde nach Fototermin wieder ins antarktisch kalte Wasser entlassen.



AuAuAu hat sie gegrinst.........

Damit hielt sie bis auf Dorsch, alle Familienrekorde beim Angeln.

Irgendwie musste ich natürlich jetzt meine Würde wahren....obwohl alles in mir schrie: ich will auch......, ich will auch......, ich will auch......, so ne Angel und so einen Fisch.

Stoisch angelte ich weiter auf Cat und Kabeljau,
es gab Mittagessen.. ........irgendwie sprachen die anderen schon vom Heimfahren und........ der Guide hatte mir immer noch keine Angel für Hai angeboten.
Den anderen drei schon und die hatten auch gefangen (kleinere Schluchtenhaie) und dabei eine Rolle gekillt.

Da wars vorbei mit dem Stolz....Nö wir fahren noch nicht, erst will ich auch noch auf Hai probieren.
Na gut, also montierte der Guide eine neue Multi, Köder und Luftballon dran............ und raus..........
Spannung......... nix.........nix....10min vorbei......
mit einer Hand weiteressen..........
alle schauen mich so an.............komm lass uns reinfahren.....
25min...........nix.......nix.........
nein wir bleiben..........


Plötzlich der Luftballon ist weg......und Sekunden später war ich froh das die Bremse offen war. Der zog Schnur ab............ Bremse ganz locker zu
der zog und zog .........dann nach mindestens 200m eher mehr, erster Stillstand und Bremse noch fester.

Er versuchte ins Riff zu flüchten und zog dabei das geankerte Boot in die Schnüre der Angler des Nachbarbootes.

Die hatten aber zum Glück auf Rufen des Guides schon fast alle eingeholt........

Der Rest war noch 45 min. einholen, flüchten.....einholen....ein phantastischer Drill, bei dem ich weniger daran dachte das die Schnur reißen könnte, sondern eher das meine Unterarme gleich zerplatzen.
Auch der Guide war etwas nervös, er hatte aber mehr Sorgen um seine Schnur...........
Letztendlich hatte ich ihn am Boot.
Als er am Boot war, hat er immer noch gekämpft und geschlagen wie ich es noch nie erlebt habe. Wir dachten der macht das Boot kaputt.
Ich wollte ihn abschneiden und schwimmen lassen, aber der Guide meinte nur:
" Bist du irre, dir glaubt doch keiner, und wann fängst du wieder so einen Fisch?
Zu viert haben wir ihn dann aus dem Wasser gewuchtet (mit Seilen um Schwanz und Körper). Ihn dem Augenblick wo wir ihn gehoben haben wurde er ganz ruhig und starr und blieb so bis er wieder im Wasser war.

Es war ein Kupferhai mit 3.50 Meter (gemessen), und 120Kilo (geschätzt).


Im Boot haben wir (äääääh, nein der Guide) ihm 4 Haken mit Stahlvorfächern aus dem Maul entfernt. Er hatte wohl schon einigemale gebissen und dann abgerissen.

 



Der Guide war total cool, barfuß, ohne Handschuhe hat er das Maul geöffnet und mit einer Zange die Haken rausgeholt und gemeint: " So jetzt hatte der auch mal einen Zahnarzt Termin."
Dann schnell fotografiert und wieder ins Wasser gewuchtet, wo er ruckzuck weg war.


Danach war ich ruhig, selig und zufrieden. Allerdings körperlich erledigt, da war noch nicht mal mehr Kraft zum Grinsen.
Da auch die Rückfahrt von Wellenkamm zu Wellenkamm ging war ich als wir wieder an Land waren, voller Glückshormone aber total erledigt.
Dabei galt es doch noch die Fische zu Versorgen........

Nix da..... .Boot mit Fischen auf den Trailer



........zum Fischausnahmeplatz gefahren...........

und dort warteten eine ganze Anzahl Pelikane (scheinen die Möwen Namibias zu sein).....und einige Einheimische, die den Fang in Empfang nahmen und filetierten.

 



Wir nahmen mit was wir wollten, die restlichen Fische bekamen sie. Auch nicht schlecht.

War ein wirklich schöner Trip, vor allem weil wir am Abend auch erfuhren das diejenigen, die zwei Stunden weiter raus gefahren waren, auf Thun oder Schwertfisch alle Schneider geblieben waren.

Gekostet hat uns der Trip zu fünft umgerechnet 300.-Euro.

War schön, das erste Mal mit soviel Service, tat mich schwer mich daran zu gewöhnen.
War wahrscheinlich auch mein erster und letzter Fisch, den ich bewusst gefangen hab ohne in verwerten zu wollen.
Mit der Sportfischerei hab ich’s wohl nicht so, wobei das ganz klar mein subjektives Gefühl nach diesem Angeltag ist.
Auf der anderen Seite.........der Drill war schon enorm.

Na ja, mal sehen.

Zum Brandungsangeln ist zu sagen, das man gut werfen können muß.
Die Einheimischen mit ihren „Stecken“ können das sehr gut.
Die Gäste brauchen meist ein, zwei Tage bis sie es raus haben und es schaffen zusammen mit dem Köder über die erste Welle hinauszuwerfen.
Dann sind auch sehr gut Fänge möglich.

Unser Guide erzählte das er mit so einen ähnlichen Hai wie meinem, zwei Stunden von Land aus gekämpft habe, und ihn der Hai immer wieder durch den Sand gezogen habe bis er dann wieder Halt fand.
Ich habs ihm geglaubt, den er hat einen guten Job gemacht und hat uns auch an seinem Wissen teilhaben lassen und uns gut unterhalten.

Allerdings Angel und Jagdgeschichten können die Namibier erzählen, vor allem nach zwei Gin Tonic, da stehen dir die Haare zu Berge.

Na gut zum Angeln braucht man meiner Meinung nach bestimmt nicht nach Namibia. Sollte man aber dort hinkommen, warum auch immer, sollte man auf jeden Fall das Angeln dort einplanen.
Es bereichert.


Sollte Interesse an einigen Eindrücken (Bildern) vom Land bestehen äußert Euch.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
 

 

 

 

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