Norwegen Angelfreunde

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Tregde 2005

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Tregde 13.04.2005 – 20.04.2005-04-26

 
Das letzte halbe Jahr


Angefangen hat wie immer alles mit der Frage meines Vaters ob wir zwei nicht auch 2005 wieder zusammen nach Norwegen fahren wollen. Da wir dieses schon seit 1996 machen kann man das schon Vater & Sohn Tradition nennen. Wenn Ihr jetzt aber denkt Papa hätte dem Sohn das Angeln beigebracht dann weit gefehlt. Der Sohnemann ist der Lehrmeister und Papa der willige Schüler.
Also wie immer die Frage wo geht’s denn hin??? Und wie immer die Antwort: „Lass uns doch in die Tregde Marina fahren“. Seid 1996 fahren wir zwei jetzt schon Anfang des Jahres in die Marina, aus zwei Gründen. Zum einen ist die Marina ein wunderschöner Platz in Norge. Sie hat schicke Appartement – Häuser und gute Boote. Neben den obligatorischen Terhi Nordic 6020 mit 9,9PS stehen ab letztem Jahr auch 17Fuss Skarpnes Boote mit 25PS am Spiegel zur Verfügung. Dieses Jahr sind auch die Yellow- und Greenboats dazugekommen. Der zweite und auch eigentlich wichtigste Grund ist die kurze Anfahrt zu den fischreichen Kanten vor den Schären. Mehr als 30min. fahrt sind nie einzuplanen, und selbst bei relativ starkem Wind kann man noch ein geschütztes Plätzchen finden. Dort an den Bänken geht es innerhalb kurzer Zeit von zum Teil 30 auf 200 Meter runter, und da kann man wenn es das Wetter erlaubt richtig zuschlagen.
Die Location war also gebucht, und los ging es mit den Vorbereitungen. Und so eine Aufrüstung wie dieses Jahr habe ich bisher noch nicht übers Herz gebracht.
Ich habe einfach mal den Blick aufs Konto unterlassen und nach Herzenslust eingekauft. Eine ABU Suveran 12-20lbs, eine ABU Suveran 25-50lbs, eine Shakespeare Boat 30-50lbs und eine AVET MXL. So, dachte ich mir mehr brauchste nicht, nur noch ein paar Bleie und ein wenig Kleinkram. Dann kam ein nettes Treffen wo mir eine Rute ans Herz gelegt wurde, die ich dann auch gleich verhaftete. Die Ultimate Hardcore Stand Up 30lbs, baugleich mit der Penn Millenium und nen geiles Teil. Genau der richtige Partner für meine Penn Formula, und der richtige Gegner für die zu fangenden Lengs vor den Schären.
Also nur noch schnell ein paar Kleinteile wie Haken, Wirbel, Sprengringe, Perlen, Spinnerblätter, Bleie (300 – 700gramm), Leuchtschlauch, Oktopusse, Twister, Pilker und andere Ersatzteile besorgt und los konnte sie gehen, die Fahrt nach Norwegen.
Ich hatte mir viel vorgenommen und wollte mal zeigen, das auch im Süden große Fische zu fangen sind, aber lest selbst.

12.04.2005 die Abreise
Pünktlich um drei Uhr nachmittags sah man von mir in der Firma nur noch eine Staubwolke!! Auf nach Norge, also schnell Papas BMW mit allem notwendigem beladen und schnell gemerkt wie sinnvoll ein Jetback beim Dreier ist. Fishing Tackle für vier mit, dazu noch alles mögliche an Klamotten. Das Wetter Mitte April kann ja noch Überraschungen bereit halten. Rauf auf die Bahn und Bleifuß Richtung Hirtshals. Die Reise durch Dänemark erspare ich Euch und springe gleich auf die Fähre.


13.04.2005 der Abend auf der Fähre und der erste Angeltag
Wie immer hatten wir die Nachtfähre gebucht, schön einchecken ab in die Kabine und selig Bubu machen. Vorher aber noch VibraZock und Fairlay suchen die ebenfalls auf der Fähre sein sollten. Schließlich wollten die beiden in die gleiche Ecke wie Wir. Nach einer etwas mühseligen Suche habe sie dann doch gefunden, ein wenig gefachsimpelt ein lecker Pils verhaftet ( Danke noch mal ).
Um 7,30 liefen wir dann pünktlich und ausgeruht in Kristiansand ein und wurden von der herrlichen norwegischen Sonne begrüßt. Noch schnell am Zoll vorbeigehuscht und ab nach Tregde. Nach einer etwa 50min Fahrt lag sie dann endlich vor uns, die Marina. Etwas vergrößert und mit einigen neuen Hütten ausgestattet, sowie mit einem überdachten und beleuchteten Filierplatz und einem neuen Gefrierraum.
Wir bezogen ein neues Haus direkt am Wasser, welches für zwei Personen mehr als ausreichend ist und begannen mit zittrigen Fingern unser Tackle zu montieren.
Das Haus selber ist perfekt mit TV, Geschirrspüler, Mikrowelle, Kaffeemaschine, Wasserkocher und Radio ausgestattet. Zwei Schlafzimmer und ein toller Meerblick runden das Ganze noch ab.

Es wehte nur wenig Wind und die Sonne schien uns auf die Rübe, also nichts wie raus!!! Nachdem alles im geräumigen Skarpnes Boot verstaut war ging es los, unser Ziel waren die ersten Untiefen vor dem offenen Meer.

Das Wetter war perfekt, langsame Drift und eine Sonne die uns von Oben wärmte. Jetzt mussten nur noch die Fische gefunden werden. Futterfisch war in Massen zu finden, allerdings ließen sich die Köhler noch nicht Blicken lassen. Das Wasser war noch zu kalt. Also gehen uns in den ersten Driften lediglich gute Küchendorsche so um 4-6 Pfund an den Haken. Uns erstaunt die durchweg gute Größe der Fische, Kleinkram ist nicht so gut wie nicht dazwischen. Das Wetter ist so genial, das wir mit 125 gramm Pilker auf 50 metern fischen und einen Biss nach dem anderen haben. Auf einmal steigt der Grund rapide von 50 auf 40 Metern an, ich Kurbel kurz ein, und Hänger. Schade gerade mein neuer Schwarzer Zauberpilker darf jetzt dort unten bleiben denk ich noch so bei mir, dann fängt die Bremse der Avet MXL an zu singen. Meine ABU Suveran ist bis gespannt wie ein Bogen und der Fisch denkt gar nicht daran zu Stoppen. Nach etwa 25 Metern bleibt er stehen, ich fange an mit stetigem Zug den Fisch zum Boot zu bringen, klappt auch ganz gut, doch dann wird es meinem Gegner zu Bunt und er beschließt die von mir gewonnenen Meter wieder zurück zu fordern. Wieder surrt die Bremse. Doch dann wird er Müde und lässt sich an die Oberfläche pumpen. Ich erschrecke mich schon ein wenig, als ich den Pollack sehe, ein gezielter Gaff-Einsatz lässt ihn nicht entkommen. Und so liegt er vor mir, von goldgelber Schönheit schaut mich ein 86cm langer Pollack mit 15 Pfund an. Mein bisher Größter, und auch in Norge nicht alltäglicher Fisch. Für mich war jetzt schon der Urlaube ein voller Erfolg, denn nach so einem Fang ist das Endergebnis eh egal. Die Flasche Wein am Abend wurde dann mir gewidmet und ich habe versucht mit möglichst genussvollem Trinken den Fischgott für den morgigen Tag milde zu stimmen.

14.04.2005 der Wind dreht...................
Beschwingt durch den ersten Angeltag klingelt pünktlich um 7.00Uhr der Wecker. Da sag doch noch mal jemand Angler sind Faul. Das Wetter heute sieht nicht sonderlich vielversprechend aus, wolkig und ein kalter Ostwind sind der Grund. Drehender Wind und Wetterumschwung bedeuten meistens wenig Fisch. So ist es denn auch, zwar zeigt das Echolot einiges an Fisch an, aber beißen wollen die Gesellen nicht so recht. Bis 12.00Uhr nur ein Fisch an Bord, und den fängt Papa. Sollte ich etwa heute Schneider bleiben? Lohnt sich überhaupt das Angeln noch? Papa meint ich soll noch mal den Pilker zum Grund schicken, und kein Trübsal blasen. Ich hänge noch so meinen Gedanken nach, da ruckt es in der Rute. Die Suveran biegt sich und dem Kopfnicken zu Urteilen hängt unten etwas größeres am Haken. Einige Drill-Minuten später liegt ein Achtpfünder in der Kiste, und die Lust am Angeln kehrt schlagartig zurück. Es folgen noch einige Dorsche und ein Köhler. Schon jetzt merken wir das durch das noch sehr kalte Wasser nur vereinzelt ein paar Köhler zu fangen sind.

Auch die Versuche mit Naturköder bleiben bislang ohne Erfolge. Die Drift macht mir zu schaffen und verlangt Gewichte bis 700gramm und mehr. Dazu kommt eine gnadenlose Strömung am Grund die ein kontrolliertes Naturköderfischen bisher zu leider nicht zulässt.
Abends fahre ich bei strahlendem Sonnenschein noch einmal alleine zwischen die Schären um noch ein wenig mit der Spinnrute zu Twistern. Ich kloppe also den Twister raus, lasse ihn absinken und hole langsam ein. Peng, Hänger! Doch das Rütteln in der Rute signalisiert einen Fisch. Dieser meint dann auch gleich 20 meter Schnur von der Spinnrolle zu klauen und lässt sich nur wenige Meter wieder abnehmen bevor er erneut etwa 20meter von der Schnur reist. Dann stellt er sich an der Grund und sagt nichts mehr, nur das von Zeit zu Zeit obligatorische Nicken in der Rute ist zu spüren. Ich versuche alles, doch ich bekomme mit meiner Spinnrute (Wurfgewicht 45gramm) keinen Druck auf den Fisch. Nach endlos erscheinenden 5 Minuten schwimmt der Fisch noch ein stück nach links und stellt sich in die Strömung. Ich beschließe mit dem Boot um den Fisch herumzufahren um Druck von verschiedenen Seiten auszuüben. Das scheint Monsieur Fisch aber nicht zu interessieren und er schüttelt jedes mal beherrscht den Kopf. Ich versuche insgesamt 25 Minuten den Fisch dazu zu bewegen das zu machen was ich will, vergebens. Es passiert was passieren muss, der Twister schlitzt aus und weg ist er. Enttäuscht breche ich den Angelabend ab und fahre nach Hause. Papa gelingt es mich mit einem leckeren Italiener wieder aufzupäppeln. Und in mir wächst die Gewissheit das ich beim nächsten Norge-Törn ne Spinnrute mit einem Wurfgewicht von 60gramm im Gepäck habe.
 

 

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