Norwegen Angelfreunde

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Tregde 2005 - Teil 2

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Bericht Teil 2 
 
 
15.04.2005 Der Wind kommt.......
Wind, Wind, Wind aber versuchen kann man es ja mal. Viele kleine Dorsche konnten unseren Ködern nicht wiederstehen, durften aber wieder schwimmen, da sie unser persönliches Schonmaß deutlich unterschritten. Was soll man mit solchen 45cm Mini´s denn auch machen??? Im Mittelwasser beim Einholen erwischt Papa dann aber doch noch ein echtes Highlight und drillt an seiner Penn Nevercrack Fjordspin gepaart mit der Penn SuMa 49L einen schönen Fisch, der sich zu wehren weiß. Einige Male nimmt er sich einige Meter 0,21Whiplash und flüchtet in die Tiefen des Nord-Atlantiks. Ich stehe mit dem Gaff bereit, als eine schöne Pollack Dublette zum Vorschein kommt. Beide Fische gleich groß, nur leider passiert auch hier der Berühmte Dubletten Aussteiger. Als der erste Pollack an der Oberfläche ist nimmt die Schnurspannung ab und der untere am Pilker gebissene Pollack verliert den Drilling und ist weg. Watt für’n Schiet. Beide Fische wahren etwa gleich groß, und der gelandete Pollack war 70cm lang und 9 Pfund schwer. Nun war es Papa dem das Lachen im Gesicht gefror und dringend zu Hause mit einem Glas Wein getröstet werden musste. Wir beschlossen unsere Driften innerhalb der Schären zu verlegen da der Wind merklich zugenommen hatte und jetzt mit bestimmt 10 m/s um die Ecke Pfiff. Während unserer Schären-Angelei trafen wir Fairlay und VibraZock die ebenfalls schwer mit dem Wetter zu kämpfen hatten. Doch leider konnte uns die Schären-Angelei nicht überzeugen und so brachen wir nach ein paar Wittlingen und einem Dorsch das Angeln ab. Ein Satz mit X das war wohl nix!!

16.04.2005 Der Wind nimmt zu.......
Was der Wetterbericht auf NRK 2 schon gestern Abend voraussagte trat heute ein. Eine steife Brise schickte uns nach 2 Stunden Angeln ohne nennenswerte Erfolge wieder heim. Also Angeln auf die Abendstunden verlegen in denen ja meistens der Wind abnimmt. So war es dann auch und 16 Dorsche in 2 Stunden wollten mitreisen. Aber nur drei erfüllten die Anforderungen und wurden mitgenommen. Wenigstens scheint die Sonne, so das der Tag bei einem guten Glas Wein, einem wunderschönen Sonnenuntergang und einem spannenden Buch auch auf der Terrasse verbracht werden kann.

17.04.2005 Pustekuchen
10-11 m/s Wind machten heute eine Ausfahrt nicht möglich. Abends noch eine halbe Stunde zwischen den Schären getwistert und vier Dorsche dem Wasser entnommen.
Ich hoffe auf weniger Wind, oder sollte ich etwa meine Naturködermontagen und die schweren Geschütze umsonst gekauft haben???

18.04.2005 Pustekuchen Teil 2
Laut unserem Vermieter heute 15m/s Wind, dafür Sonne satt und einen entspannten Tag an Land verbracht. Wie Ihr ja alle wisst hat Norwegen einiges mehr zu bieten als nur Angeln. Und deshalb diesen Tag genutzt um Mandal und Umgebung unsicher zu machen. Falls Ihr einmal an der Südküste Norwegens seid, nehmt Euch ruhig mal die Zeit und schaut Euch die netten kleinen Städte an der Küste an. In der Sonne sitzen, Kuchen essen und einen Kaffee trinken. Oder einfach dem Treiben der Segler und anderen Bootfahrer zuschauen ist schon die Reise wehrt.
Was aber so ein echter Angler ist der fährt Abends trotzdem noch mal raus. Mit Mini-Pilkern um die 25gramm suchten wir an den steilen Felskanten nach Fisch, doch bis auf vier kleine Nemos wollte erst mal nichts beißen. Dann wieder ein schlag in meiner Rute und nach etwa 6 Minuten Drill kommt ein etwa 6Pfund schwerer Dorsch an die Oberfläche. Der Haken sitz, also nichts wie raus mit dem Teil, ich will Ihn an der Schnur rausheben und schwupps reißt diese und der Fisch verschwindet wieder in der Tiefe. Jetzt schwimmt ein Dorsch mit einem Pilker im Maul herum, weil ich den Anfängerfehler schlechthin gemacht habe und Ihn statt am Pilker selber an der Schnur rausheben wollte. Also wenn der Dorsch das hier liest, entschuldige ich mich hierfür, und verspreche das nicht wieder zu machen.

Die Reker (Krabben) die wir eigentlich zum Angeln verwenden wollten, landeten lauwarm mit Majonaise, Weißbrot und Bier in unseren hungrigen Anglermägen. Sind doch auch viel zu schade um sie an den Haken zu pieken.

19.04.2005 der vorletzte Tag
Wind und Sonne ein gewohntes Bild. Ich bin am überlegen ob ich meine Naturköderstippe schon mal einpacke. Denn zum einem haben wir bisher so gut wie keinen Köhler gefangen den wir als Köder benutzen können, zum anderen machen uns eine starke Drift und viel Wind immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Auch die Leng’s wollen auf Pilker mit Fischfetzen nicht so recht beißen. Sieht aus als wenn die Molva Mamas noch dabei sind den Nachwuchs zu produzieren.
Aber trotzdem sind auch wir heute wieder durch die wunderschöne Schären-Welt Südnorwegens Richtung offenes Meer gefahren. Hier empfing uns eine schöne Welle doch wir trotzten den Naturgewalten für sieben schöne Dorsche. Irgendwann wurde es uns aber zu bunt und wir verlegten das Angeln wieder in die Abendstunden, wo wir im Sonnenuntergang 15 Dorsche mit unseren Reker garnierten Pilkern zum Anbiss überredeten. Immer wieder ließen wir uns über eine schöne Kante treiben wo der Meeresboden erst von 32 Metern auf 50 Meter abfällt um dann wenig später wieder auf 25 Meter zu springen. Neben einigen Dubletten hatte Papa wieder mal einen harten Biss, konnte aber den Fisch nicht schnell genug an die Oberfläche bringen, und der Fisch verkriecht sich in bei der 25 Meter Kante. Der Pilker hängt fest und ab ist er. Auf das Erlebnis gibt es dann erst mal einen Tee und ein Wurstbrot, bevor wir uns entschließen den Heimweg anzutreten. Morgen ist der letzte Angeltag, und ich habe im Gefühl als wenn der noch mal richtig Gut werden wird. Nach der obligatorischen „Schlaftablette“ „Teufels-Küche“ geht es dann auch mit gewaltiger Vorfreude ins Bett.

20.04.2005 der letzte Tag Angeln...........oder alles kommt anders als man denkt
Verschlafen ziehe ich morgens um 7.00 Uhr die Vorhänge weg und schaue auf, windgepeitschtes Wasser. Also erst mal in Ruhe Frühstücken, anziehen und nur das nötigste für einen kurzen Windtag einpacken. Mit nur so ein bisschen Pilkgeschirr machen wir uns auf den Weg Richtung offenes Meer. Zuerst weht es noch recht ordentlich, als urplötzlich der Wind fast nicht mehr zu spüren ist. Fast Windstill brauchen wir noch nicht mal mehr den Treibanker. Leider ist es aufgrund einer sehr hohen Restdünung nicht möglich auf das offene Meer zu fahren. In dieser Zeit erleben wir vor den ersten Schären ein Fischen der Extraklasse. Wir fangen in gut 90 Minuten massig Dorsche und freuen uns mit dem schönen Wetter über die tolle Ausbeute. Ich könnte mir in den Hintern treten, das ich meine Naturköder Sachen im Haus stehen habe. Da zeigt es sich wieder mal das man doch alles mit auf das Boot nehmen muss. Man kann ja nie wissen und der Trend geht ja sowieso zum dritt-Geschirr. So schnell wie die Windstille gekommen ist, verschwindet sie auch wieder. Der Wind frischt extrem stark auf, und wir treten etwas verwirrt die Heimreise an. Solle es das etwa gewesen sein?
Also schon mal das Haus aufräumen, das Material, welches nicht mehr gebraucht wird, schon einmal reinigen und zusammenpacken. Schließlich wollen wir heute Abend ja nur noch mal kurz raus, falls der Wind abnimmt.
Er nimmt ab, und wir fahren die Stelle von heute Morgen wieder an. Doch was ist das? Das Meer liegt wie ein Spiegel vor uns, fast keine Wellen und der Wind ist auch nicht mehr da. Und wo ist meine Naturköderrute??? Richtig zuhause. Was bin ich nur für ein Trottel. Na ja was soll´s raus aufs Meer. Ich schmeiße also das Echolot an als wir die Untiefen kurz vor den letzten Schären erreichen, doch was ist das? Köhler-Alarm, Schwärme von Köhlern um die 4 Pfund belagern die Untiefen. Jetzt sind sie da, am letzen Angeltag sagen die Köhler „Hallo“ und schlagen sich die Bäuche mit Krill voll. Dementsprechend wurde alles was Rot war attackiert. Bei Papa dann ein harter Biss, und nach etwa 6 Minuten landet ein schöner 60cm Leng im Boot. Na Klasse, auch die Leng´s fangen gerade jetzt wieder an zu Jagen. Und uns verbleiben nur noch etwa 60 Minuten auf dem Wasser. Ich lümmel mich gerade so auf dem Boot hin, da schreckt mich ein harter Biss aus meinen Gedanken. Ich mache einen Satz nach vorn und kann mich gerade noch halten um nicht über Bord zu gehen.
„Papa, Papa.......“ stammele ich und er schaut wie gebannt auf mein wie ein Flitzebogen gespannte ABU 12lbs. Mit starkem Kopfnicken signalisiert mir ein Fisch das er mit der Gesamtsituation mehr als unzufrieden ist. Meine Großfisch-Pechsträhne hält aber auch hier wieder an, und der Haken schlitzt nach dem sechsten Kopfnicken aus. Auch wenn ich den Drilling des 150gramm Pilkers schon vergrößert hatte für den Kamerad dort unten muss er zu klein gewesen sein.
Na ja was macht das schon, dem Fisch muss man ja auch ne Chance lassen und unsere Fischkiste war eh schon voll. Nur so rettet man sich psychologisch über solche Situationen hinweg. Wir verabschieden uns vom Nordatlantik und treten den Heimweg an. Der Urlaub ging wie immer zu schnell vorbei.


Fazit
Die Tregde Marina war wie immer ein tolles Zuhause, Geschütz in einer Bucht liegend erfüllt sie alles was das (Angler) Herz braucht. Leider ist es mir nur zum Teil gelungen zu zeigen das man auch im Süden Norwegens große Fische fangen kann.
Die Kontakte waren wie immer da, nur gehört auch eine kleine Portion Glück dazu diese Gesellen zu landen. Ich denke das gerade im April dort einiges zu holen ist, allerdings waren wir dieses Jahr eine Woche zu früh in Tregde. Bedingt durch den kalten Winter waren die Schwärme noch nicht zu erreichen, und die Grundfische noch ein wenig Träge. Ich hoffe Ihr hattet Spaß an meinem kleinen Bericht und ich wünsche Euch allen dieses Jahr mehr Glück im fangen der Großen.
Hilsen

Jan77
 
 

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