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Risholmen - Listaregion

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Risholmen 

 

1. Woche auf Risholmen bei Alf Gunnar

Dies soll nun mein zweiter Teil des Reiseberichtes von unserem Norge Urlaub 2005 sein. In dem ersten Teil habe ich versucht zu schildern, wie sich die Anfahrt von Münster nach Sandvik und das geschehene vor Ort in der ersten Woche gestaltet hat.
Dies ist nun die Schilderung von der zweiten Woche, von der Fahrt von Sandvik nach Risholmen, dem Aufenthalt auf dieser kleinen aber feinen Insel und der Rückfahrt nach Münster.
Zur Erinnerung, in der ersten Woche in Sandvik handelt es sich bei den Akteuren um meine Frau Andrea, unser Briad-Hunde-Mädchen "Luka" und meine Person sowie in der zweiten Woche auf Risholmen, um die zuvor Erwähnten sowie in den weiteren Hauptrollen um meinen Angelpartner "Hamdi" mit seiner Frau "Freya".

Wie bereits schon im ersten Teil, möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Angelfreunden bedanken, die meinen Angelpartner "Hamdi" und mich mit Informationen, Skizzen und GPS Daten für das Angelrevier Risholmen/Andabeloy/Hidra versorgt haben. Meine Frau war so begeistert von den Skizzen, sowie den erhaltenen Informationen, dass sie mich vor unsrer Abreise mit einer ganz speziellen Mappe überrascht hat. Sie hat sich alle eure Skizzen in Farbe ausgedruckt, hat diese in Folie eingeschweißt, hat alle Artikel aus dem Forum zum Thema Risholmen, hier auch den Artikel von Hackfresse, ausgedruckt und alles in einer Mappe zusammengefasst. Die informativsten Stellen der Artikel waren sogar orange von ihr gemarkert worden. Mit dieser "Super-Mappe" ausgestattet, wurde dann dieses Angelrevier vor Ort von uns erkundet.

Dieser zweite Teil enthält auch den schon erwähnten Absatz für den Angelfreund "Hackfresse", der mir hoffentlich mit einem breiten Grinsen im Gesicht, das Geschriebene nicht übel nimmt.

9. Tag in Norge
Meine Frau, unser Hund und ich fuhren also bei schönstem Sonnenschein und blauem Himmel von Sandvik nach Eikefjord, um dort in einem Briefkasten, die von uns geschriebenen 15 Postkarten zu entsorgen. Es sei an dieser Stelle gesagt, dass trotz richtiger Verwendung der Anschriften, die Zustellung der Postkarten 2,5 Wochen gedauert hat. Mit einem weinenden Auge, den wunderschönen Ort Sandvik zu verlassen und mit einem lachenden Auge, unsere Freunde zu treffen, der Sonne entgegen zu fahren und vor allem nach eine Woche in Norge verbringen zu dürfen, setzten wir dann unsere Reise mit dem Ziel Risholmen fort. Wir hatten nun noch 753km durch Westnorwegen nach Südnorwegen vor uns. Nach Rücksprache mit unserer Vermieterin, haben wir uns wieder dazu entschlossen, den gleichen Weg zurückzufahren und nicht die Strecke über Bergen, inklusive der teuren Fährüberfahrten zu wählen. Wir fuhren also von Eikefjord, über Foerde, über Balestrand, über den Sognefjord, über Vik, über Voss, über den Hardangerfjord, über Kinsarvik, über Odda, über Haukeli, über Hovden, über Bygland, über Eiken und über Kvinesdal nach Flekkefjord. Wir benötigten 14 Stunden Fahrzeit, die immer durch Fotostopps verlängert wurde. Während der Fahrt hatten wir ständig SMS Kontakt zu Hamdi und seiner Frau, die uns immer weiter vorantrieben, damit wir auch pünktlich in Flekkefjord ankommen sollten. meine Frau und ich hatten eigentlich geplant, die Rückfahrt wieder in zwei Tagen zu absolvieren und die Schönheiten, die der Wegesrand so mit sich bringt, mitzunehmen und irgendwo unterwegs zu zelten. Aber um an dieser stelle der Ehrlichkeit den Vortritt zu lassen, je weiter wir fuhren um so mehr hatte sich bei uns der Wunsch manifestiert, die Strecke an einem Tag zurück zu legen, nur für Fotos und den Hund anzuhalten, um den kommenden Tag komplett an unserem zweiten Reiseziel Risholmen verbringen zu können. Um hier der Ehrlichkeit weiter gerecht zu werden, ich bin die ganze Strecke alleine gefahren, habe sehr viel Kaffee getrunken, habe mir insgesamt 7 ??? CD angehört, hatte zum Schluß schon einen Tunnelblick und habe mich danach dazu entschlossen so etwas bestimmt nicht noch einmal zu machen!
Als wir dann gegen 23:00h auf einem Campingplatz bei Flekkefjord ankamen, wollte uns der dortige Inhaber nicht mehr auf den Platz lassen, da dieser schon geschlossen war. Meine Frau hat dann mit quälender Miene und auf ihre charmante Art den Mann von unserer Reise berichtet, so dass dieser ihr nicht widerstehen konnte und uns einen Stellplatz, sogar nur für die Hälfte des Preises, anbot. Wir haben dann das Zelt aufgebaut und ein Bierchen getrunken. Zuvor hatten wir noch den Inhaber des Platzes nach den Wetteraussichten gefragt. Dieser teilte uns mit, dass im Süden von Norge selbstverständlich die Sonne scheinen wird. Mit diesen Aussichten und der Wirkung des Fahrbieres sind wir dann voller Erwatungen eingeschlafen.



10. Tag in Norge
Luka hatte uns gegen 08:00h geweckt. Der erste Blick aus dem Zelt richtete sich zum Himmel. Es war so, wie es uns der Inhaber angekündigt hatte, im Süden von Norge schien die Sonne! Mit unseren Freunden hatten wir uns gegen 10:00h am Anleger, der von der Webcam gezeigt wird, mitten in Flekkefjord verabredet. Gegen 09:00h kam schon die erste SMS von Hamdi, "sind von der Fähre runter, haben Kristiansand verlassen und sind in Flekkefjord. Wo seid ihr"? 15 Minuten später hatten wir uns gefunden. Um es an dieser Stelle kurz zu halten, es war Sonntag, die Suche nach einem heißen Begrüßungs-Kaffe verlief ohne Erfolg und so sind wir direkt nach Ablenes zu unserem Treffpunkt mit unserem Guide gefahren.
Durch den Reisenabieter hatten wir die Telefonnumer erhalten, die ich auch dann sofort wählte. Eine Stimme meldet sich auf englisch und sagte nur, dass wir dort warten sollten. 20 Minuten später erschien ein kleines aber schnelles Motorboot mit einem ca. 50 Jahre alten Mann, der mit einer Schwimmweste und Ölzweug bekleidet eine Zigarette rauchte. Der Mann stellte sich als unser Guide vor und sagte dass er Alf Gunnar heißen würde. Alf gunnar führte uns dann zu unserem Yellowboot und sagte, dass wir unser Gepäck entladen sund alles mit diesem rüber nach Risholmen transportieren sollten. Der Kontakt zu Alf Gunnar war sofort sehr herzlich, als er sah, wieviel Gepäck wir vier auf die Insel transporteiren wollten. Er lachte nur, schüttelte mit seinem Kopf und fragte, ob wir 2 Monate bleiben wollten. Nachdem wir alles auf dem Yellowboot und seinem Boot verstaut hatten, folgten wir Alf Gunnar nach einer kleinen Bootseinweisung zu unserer Hütte. Ich muß sagen, dass wir hier Alf Gunnar zum zweiten Mal zum Lachen brachten, als wir mit dem schwerfälligen Yellowboot, völlig unerfahren, aus der engen Parkbox herausmanövrierten. Nach ca. 10 Minuten Fahrt, aufgrund unser schlechten Fahrkünste, kamen wir an unserer Hütte an. Die Hütte besaß eine wunderschöne große Terrasse, eine Vielzahl an Schlafzimmern, ein wunderschönes Wohnzimmer mit einem wunderschönen Panoramfenster zum Stolsfjord hin und einer super Ausstattung für die Verarbeitung der geangelten Fische.
Nachdem wir das Gepäck entladen hatten, setzten wir uns bei wunderschönem Sonnenschein und ein bis drei Bierchen zusammen mit Alf auf die Terrasse. Als Willkommensgruß schenkten wir ihm eine Flasche Hochprozentiges, über die er sich sichtlich freute. Die wichtisgte Frage, die wir Alf Gunnar stellten, war die Frage nach guten Fangstellen. Alf Gunnar sgate nur einen Satz, der uns während des ganzen Risholmen Aufenthaltes nicht mehr los ließ:

"Go to the bubbles"!

Ich holte sofort unsere Mappe hervor und ließ mir zeigen, was er damit meinte. Alf Gunnar war deutlich beeindruckt von dieser Mappe. Er zeigte auf einen Punkt der Karte im Flekkefjord und wiederholte den Satz,

"Go to the bubbels"!

Nachdem wir uns auf der Terrasse ca. 2 Stunden aufgehalten hatten, wollten wir nun endlich das tun, warum wir hierhin gekommen sind. Wir wollten angeln. Hamdi und ich hatten uns dazu entschlossen, den Schwerpunkt auf die Naturköderangelei zu legen. Trotzdem bauten wir unsere Angeln zusammen und fuhren zuerst mit Makrellenpaternostern und Pilkern ausgerüstet in Richtung Flekkefjord, um uns auf die Suche nach den Bubbles zu machen. Wir fuhren fast bis nach Flekkefjord, und suchten die Wasseroberfläche nach brodelnden Unebenheiten ab. Die Suche blieb ohne Erfolg. Ein Motorboot näherte sich und jemand winkte uns. Es war Alf Gunnar der zum dritten mal über uns lachte. Er sagte nur, "follow me". Alf brachte uns dann zu einer Bucht und zeigte auf ganz kleine Blässchen, die nichts mit unseren Vorstellungen von brodelnden Blasen gemeinsam hatten. Diese Blässchen waren ca. 20 Meter vom Ufer entfernt. Alf Gunnar erklärte, dass hier die Nahrungsreste der Lachsfarm in den Fjord geleitet werden und dass sich hier die Fische zum Fressen versammeln würden. Das besondere ist, dass die Lachsfarm sich auf dem Land befindet und dass man hier keinen Abstand von 100m einhalten muß. Alf fuhr mit seinem Boot direkt über diese Bubbles und sein Echolot piepte ununterbrochen. Er ließ eine Handangel mit zwei Haken, die mit Makrellenfetzen bestückt waren, zum Grund auf 20m Tiefe herab. An seinen Zeigefinder, über dem die Schnurr lag, spürte er die Bisse der Fische. Sofort zog er einen großen Wittling von ca. 50cm nach oben. Hamdi und ich warfen sofort unsere Pilker mit den Paternostern aus. Es war so, wie es sich jeder Einheimische vorstellte. Die deutschen Touristen sind trotz der vielen Fische zu ungeschickt zum Angeln. Hamdi und ich fingen nicht einen Fisch. Alf Gunnar lachte wieder über uns und füllte weiter seine Fischkiste mit Wittlingen und Seelachsen. Nach ca. einer halben Stunde hatte er Mitleid mit uns und erklärte, dass wir Makrellenfetzen auf die Haken legen sollten. Nachdem wir diesen Trick berücksichtigten, ging das Spiel los. Jedes Hinablassen endete mit einem oder zwei Fischen. Hamdi und ich füllten auch unsere Fischkiste. Alf kam zum Schluß zu unserem Bott und entlud seine volle Fischkiste über unserer und sagt nur, "I think you will have a lot of work"! Mit einer Unmenge an Fischen fuhren wir zurück. Wir entschlossen uns dazu, unseren Frauen den gefangenen Fisch als unseren zu verkaufen und auf die Angeber-Trommel zu hauen. Am Anleger wurden wir auch schon von den Frauen und Luka begrüßt. Sichtlich beeindruckt von unserem Fang, hörten sich unsere Frauen, die Geschichte von den Bubbles und den maßlos übertriebenen starken Drills der Fische an. Wir erwähnten mit keinem Wort unseren Fischspender Alf Gunnar. Nach ca. 1 Stunde gemeinsamen Fischputzens waren alle Fische in der Gefriertruhe verschwunden.

>Ich möchte aber an dieser Stelle sagen, dass das Angeln bei den Bubbels nicht unserer Vorstellung vom Angeln in Norge entspricht. Ich muß sagen, dass es zwar sehr viel Spaß macht, beim Angeln eine Erfolgsgarantie zu haben, die verspricht recht große Fische zu fangen, dass es aber eher dem Angeln in Forellenteichen mit atemberaubender Kulisse ähnelt. Die Fische sind so fett gefressen, dass sie eher Mastscheinen entsprechen, die am Grund liegen und mit vollgefressenem Bauch weiter alles in sich hinein stopfen. Beispielhaft hierfür ist das Verhalten von großen Seelachsen, die vom Grund vom blanken Haken Makrelenfetzen fressen. Diese normalerweise schnittigen und kampfstarken Fische des Mittelwassers ähnelten eher aufgeblähten Kugelfischen, die sich kaum noch bewegen können. Außerdem ist die Grenze viel zu schnell erreicht, bei der der normale Angler genug Fischfilets für eine Woche zusammen hat. Fazit: Das Angeln macht viel Spaß, aber der Erfolg ist Verführerisch zu viele Fische zu fangen<

Nachdem wir alle geduscht und der Fisch versorgt war, gab es natürlich Wittling zum Abendbrot. Den Rest des Abends verbrachten wir mit Doppelkopf und viel Bier.

11. Tag in Norge
Ich wurde früh von Hamdi geweckt, der schon unruhig auf mich wartete. Das Wetter war sehr gut, die Sonne schien und wir wollten zur Südseite von Hidra fahren, um dort auf der offenen Nordsee unser Glück auf Lumb und Leng zu suchen. Es wurde schnell gefrühstückt und Kaffee getrunken. Andrea, Hamdi und ich machten uns auf den Weg. Nach ca. 45 Minuten kamen wir an der ersten Fangstelle an, die uns von den Skizzen des Forums empfohlen wurde. Hierbei handelte es sich um eine Stelle bei dem der Meersgrund von 180m auf 80m zum Land hin anstieg. Der Wellengang war sehr schwach, die Sonne schien, so dass keine Probleme zu erwarten waren. Es sei hier gesagt, dass wir noch nie solche verrückten Makrelen erlebt haben wie hier. Man mußte nur die Pilkangel in das Wasser halten und sofort stürzten sich diese gefräßigen Fische auf die Kunstköder. Es entspricht wirklich der Wahrheit, wir fingen mit fünf Haken sechs Makrelen auf einmal. Die Fische haben sich im Schwarm auf die Köder gestürzt, so dass das Geschirr sich verdrehte und sich in diesem Wust eine weitere Makrele verfing. Es war einfach unglaublich. Nachdem wir sehr schnell genug Köder beisammen hatten, wurden insgesamt drei Naturköderangeln ausgelegt. Jede Angel war mit 30er geflochtener Tufline, einem 500gr. Blei und einem Naturködervorfach mit zwei Haken ausgerüstet. Es dauerte nicht lange und bei mir meldete sich auch schon der erste Lumb, der aus 130 Metern nach oben gepumpt werden wollte. Der Lumb besaß eine Größe von ca. 60 cm und war eher klein. Angespornt von dem schnellen Erfolg warteten wir weiter, auf das was da noch kommen sollte. zu diesem Zeitpunkt nahm der Wind zu und die Wellen wurden länger und höher. Zu diesem Zeitpunkt war die Bremse der Multirolle von meiner Frau zu hören. Es wurde Schnurr herabgezogen. Andrea überzeugt davon, dass sie jetzt ihren großen Fisch dran hatte, wartete ein wenig, stellte die Bremse langsam härter ein und schlug an. Es war deutlich sichtbar, dass Andrea mit dem Fisch, der da unten kämpfte, mehr als genug zu tun hatte. Die Rute bog sich und Andrea bot alles auf was ihr 56kg schwerer Körper hergab. Ich möchte hier die Schilderung nicht übertreiben. Wir waren so gespannt auf das was da hochkommt, dass wir unsere Angeln vergessen hatten. Der Fisch von Andrea schwamm um das Boot durch all unsere Schnüre und verhedderte diese. Andrea hatte kein Gefühl mehr für den Fisch, da sie beim Hochpumpen ständig unsere Angeln zu sich zog. Um es kurz zu machen, wir mußten die teure Tufline durchschneiden! Der Fisch wurde von uns nicht gesehen. Wir zogen dann unsere Systeme nach oben. Eine Entknüpfung war völlig unmöglich. Auch hier mußte das Messer zur Hilfe genommen werden.
Der Wellengang wurde immer unangenehmer. Die anderen Boote die sich in unserer Nähe befunden hatten, waren auch schon in Richtung Fjord unterwegs. Wir warfen den Motor an und folgten ihnen. Wir angelten dann in der Nähe der Inseln im Eidsfjord weiter. Hier ging uns noch ein weiterer Lumb an die Angel. Nach ca. 6 Stunden auf dem Wasser fuhren wir zurück nach Risholmen. Auf dem Rückweg und dem ganzen Verlauf des Abends wurde der Fisch von Andrea, den wir nicht gesehen hatten, immer größer und schließlich zu einem Riesen-Leng, mit dem wir uns noch einmal verabreden wollten.
Der Abend verlief genauso, wie der erste, Doppelkopf spielen, Bierchen trinken, den nächsten Angeltag planen und mit den Eindrücken der schönen Landschaft und dem Geschehenen auf dem Wasser müde ins Bett fallen.

12. Tag in Norge
Nach dem Aufstehen verriet uns der Blick nach draußen, dass es regnete und der Wind recht stark blies. Eigentlich wollte ich mir an diesem Tag ein Traum erfüllen und endlich mal einen Steinbeisser fangen. Die richtige Stelle am Ende des Hidrasundes mit Muschelboden war auch schon ausgesucht. Da es hieß, der Hidrasund ist ein Windkanal und die Vorstellung dort bei diesem Wind durchfahren zu müssen, änderten wir unser Vorhaben. Hamdi und seine Frau entschieden sich deshalb, nach Flekkefjord zu fahren um schon einmal einen großen Sack Reker zu kaufen. Meine Frau und ich blieben in der Hütte und verbrachten einen sehr schönen Vormittag ganz alleine. Gegen Mittag waren Hamdi und Freya zurück.
Sofort wurden die Pilkruten auf das Boot transportiert und wir fuhren aufgrund des starken Windes zu einer Windgeschützen stelle zur Ostseite von Andabelöya in den Stolsfjord. Unsere Idee dem Wind zu entgehen, hatten wohl alle anderen Yellow- und Greenboot Mieter auch. Mit insgesamt sieben Booten tummleten wir uns auf einem Fußballfeld großen Areal. Immer abwechselnd driffteten die Boote über die dortige Kante zwischen 60m und 150m. Wir hatten unsere Pilker mit Makrellenstücken belegt und hofften hiermit zum Erfolg zu kommen. Um es auch hier kurz zu machen, wir fingen einen kleinen Leng innerhalb von 4 Stunden. Durchnässt vom Regen fuhren wir zurück zur Hütte. Wir entschieden uns dazu, bei ein paar Bierchen unsere Brandungsruten von der Terrasse weit in den Fjord hineinzuwerfen und abzuwarten, was dann alles so passiert. Es war wirklich erstaunlich, wir fingen einen kleinen Baby-Seeteufel. Dieser sonst so Respekt einflössende Fisch hatte eine Größe von 12 cm und war fast genauso lang wie der Haken, den er im Maul hatte. Im weiteren Verlauf auf der Terrasse sahen wir ein Yellowboot, welches von zwei Personen mit Riemen vorwärts bewegt wurde. Als die beiden Insassen uns erblickten, wedelten sie wild mit ihren Armen und riefen nach Hilfe. Wir holten sofort die Angeln ein, bestiegen unser Yellowboot und fuhren zu den Beiden herüber. Dort wurde uns erklärt, dass der Motor nicht mehr funktioniert. Die beiden Insassen kamen von der gleichen Stelle, wo wir zuvor geangelt hatten. Sie hatten also eine Strecke von ca. 1km bei dem Wetter in einem Yellowboot mit Riemen zurückgelegt. Wir waren von dieser Leistung sehr beeindruckt. Mittels einer Leine wurden die Beiden dann samt ihrem Yellowboot zu ihrem Heimathafen geschleppt. Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, hierbei in ihre Fischkiste zu schauen. Um ehrlich zu sein, die beiden hatten mehrere Lengs und einen schönen Dorsch erbeutet und waren somit erfolgreicher als wir. Als wir in ihrem Heimathafen ankamen, wurden sie schon von ihren Angelkamerden erwartet. Man beschuldigte sich gegenseitig nicht an die Handys gegangen zu sein. Obwohl wir noch zu einem Rettungsbierchen eingeladen worden sind, mußten wir ablehnen, da unsere Frauchen schon mit dem Abendessen auf uns warteten. Es gab frische Reker und Salat. Ich möchte an dieser Stelle besonders Freya, der Frau von Hamdi danken, die uns jeden Abend mit den schönsten Köstlichkeiten überraschte
Der Abend wurde wieder mit Doppelkopf verbracht. Voller Erwartungen auf den nächsten Tag, endlich mal einen Steinbeisser sehen zu dürfen, legten wir uns in unsere Betten.

 

 

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