Norwegen Angelfreunde

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Neras - Tomrefjord

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SchwachSuper 

 

Nerås am Tomrefjord , 26.8.2006 – 9.9.2006


Nachdem wir,meine Frau und ich,schon jeweils 2 wunderschöne Wochen mit viel Sonne in Trysil und Innselset verbracht hatten,wollten wir den Norgevirus weiterhin pflegen und behandelten ihn noch mit 14 Tagen Nerås am Tomrefjord.Das ist in der Nähe des Romsdalsfjords,aber dort wollte ich nicht so gerne buchen,weil ich befürchtete,dass mich durch das Gedränge der vielen Angelfreunden eine in Norwegen noch nicht erlebte Platzangst befallen würde  .

Die Fahrt vom Dalsfjord aus war recht kurz,ca.150 km,aber bei strahlend blauem Himmel genossen wir jeden km.Zwei mal mit der Fähre übersetzen und wir waren auf der Höhe von Ålesund.Am Storfjord entlang,die Gegend war uns ja sooo vertraut,dort waren wir vor 2 Jahren und hatten die schönsten Erinnerungen an diese Zeit.Als wir am Fähranleger in Magerholm vorbeifuhren,bekam ich so ein starkes Gefühl in die Magengegend,denn dort verbrachte ich sehr viel Zeit,um mit der Fliegenrute auf die kampfstarken Pollacks zu fischen.Aber wir fuhren weiter Richtung Åndalsnes bis zum Tresfjord,Vestnes und dann waren wir am Ziel : Nerås.Wie oft hatte ich mir das kleine,grüne,erst 2004 gebaute Häuschen im Katalog und im Internet angeschaut,mit knapp 40m² wie für uns 2 gebaut.Laut Wegebeschreibung müßte man jetzt bald das Anwesen der Familie Sandnes erreichen.Nach kurzem Suchen entdeckten wir ihre beiden gelben Häuser,wir waren am Ziel.Tone,die Besitzerin,nahm uns in Empfang und erklärte in astreinem Deutsch,was für uns in diesem Moment wichtig erschien.Auf die Frage,ob ich zuerst das Boot oder das Haus ansehen wollte,entschied ich mich für ersteres.Im Privathafen lagen ca. 10 Boote.Ich bekam ein 14’ Askeladden mit einem neuen 15 PS- Mercury-Motor.Auf dem Gelände stand ein kleines Häuschen und ein umgebauter Wohncontainer.Johnny,Tones Mann,meinte später augenzwinkernd,das wäre sein Rückzugsgebiet,wenn er mal Stress mit seiner Frau hat,was ich mir bei den beiden kaum vorstellen kann .Im Container waren 2 neue Tiefkühltruhen und 2 abschließbare Spinde für die Angelausrüstung.Draußen hatte Johnny einen Filetierplatz errichtet mit 2 Halogenstrahlern.Diesen Platz will er bis nächstes Jahr noch überdachen.Also der 1. Eindruck war : Sowas gepflegtes haben wir noch ganz selten gesehen.

 



Dann ging Tone über ein großes Wiesengelände.Ich zeigte auf das kleine,grüne Häuschen.Nein,nicht dieses,sagte sie,ich war erschrocken.Voller Stolz und mit glänzenden Augen wanderte ihr Zeigearm zur anderen Seite an den Waldrand.Da stand wie eine Kopie das gleiche grüne Haus wie auf der anderen Seite.Es war neu gebaut und erst im Mai fertig geworden.Die Innenausstattung alles mit Kiefernholz,neue Küche,die Geräte integriert.Das Bett eine Sonderanfertigung aus dickem Massivholz in 1.50m Breite.Teller,Tassen,Bestecke,alles neu.Meine Frau und ich waren hin und weg.Sofort wurde auf dem Balkon die norwegische Fahne gehisst.

 



Euch wird es bestimmt genauso ergehen wie uns.Wenn ich ein neues Haus gebucht habe,bleiben immer viele Fragen offen.Wie und in welchem Zustand ist das Haus,das Boot,der Motor.Funktioniert die Sat-Anlage und und und.Hier in INDREBØ fühlten wir uns gleich sehr wohl.Alles war in tadellosem Zustand.Generell am allerwenigsten mache ich mir Gedanken über die Fischerei im Fjord.Warum auch,Fische gibt es überall.Ob sie aber beißwillig sind,ist eine andere Geschichte.In 18 Jahren erlebt man so manches.
Nachdem das Auto ausgeräumt war,montierte ich gleich meine kampferprobten Ruten.Zu den beiden langen von 3m gesellte sich dieses Jahr noch eine mit meiner Figur : Kurz,aber viel Power.In Erwartung auf starke Köhler und überhaupt fürs Pilken hatte ich mir eine 1-teilige 12-30 lbs mit einer Länge von 1.83m gebaut.Bestückt wurde sie mit der ABU 7000C SYNCRO, die anderen mit ABU 10000 CL und PENN 113 H,beide schon ca.14 Jahre im Einsatz.
Meine ganzen Utensilien wurden im Boot verstaut,der 20l-Tank war voll.Schwimmweste an und los gings bei wolkenlosem Himmel,kein Wind,keine Wellen,zum Eingewöhnen gerade richtig.Natürlich hatte ich mich schon Monate vorher informiert über Bodenstruktur,Tiefe des Fjordes,markante Punkte.So fuhr ich etwa 5km zur Stabbeflua,einer Untiefe,die auch von Tone und Johnny positiv erwähnt wurden.Zum Einsatz kam ein Paternoster,das ich mir gefertigt hatte.Die Glitterfliegen hatte ich auf stabile Haken gebunden und an 60er Mono mittels Springerschlaufen befestigt,ans Ende kam ein 100gr.-Pilker.Ich merkte schnell auch ohne Echolot,dass auf der einen Seite Richtung Tautra,einer langgezogenen Insel,eine Kante war,wo es senkrecht nach unten ging, ungefähr 100m.Von dieser Stelle sprachen auch die Besitzer.Nachdem ich dort ca. 2 Stunden erfolglos gepilkt hatte,versuchte ich es auf der anderen Seite und vor dem Pfahl in Tiefen von 15-70m.Obwohl ich mehrfach die Fliegen und Pilker wechselte,hatte ich nach 3 Stunden noch nicht mal einen kleinen Zupfer.Na ja,was solls,ich hatte mich mit Boot und Motor vertraut gemacht,während des Pilkens mir die wunderschöne Gegend betrachtet und war im Grunde doch zufrieden,daß wir es hier so gut getroffen hatten.Aber doch etwas nachdenklich fuhr ich dann in den Hafen,denn normal war das Beißverhalten auch nicht.
Am nächsten Morgen gleich ein Blick aus dem Fenster,wieder Ententeich.Nach dem Frühstück,das entgegen unseren sonstigen Gewohnheiten im Urlaub fast immer spät stattfindet,fuhr ich wieder an die gleiche Stelle wie am Tag zuvor.Die Zeit war ideal,denn in 2 Stunden war Flut.Um die Stabbeflua fischte ich so erfolglos wie tags zuvor..Deshalb wechselte ich zu einer anderen markanten Stelle.Nachdem ich einige Zeit mit Pilken verbracht hatte,erbarmten sich 2 Makrelen.Das war für mich das Zeichen,mit dem Naturköderfischen zu beginnen.Viel Zeit blieb mir an diesem Tag nicht mehr,doch schnell hatte ich umgebaut und die Haken mit Makrelenfetzen beködert.Meinen Angelplatz verlagerte ich Richtung Heimathafen,dort war es etwa 40-60m tief.Es dauerte nicht lange,und eine meiner beiden Ruten verbeugte sich gleichmäßig,was mit einem Anhieb quittiert wurde.Ein Leng von 80cm hatte den Fetzen genommen,der Anfang wäre gemacht.Es folgten noch 2 etwas kleinere Lengs,3 Rotbarsche,2 gefleckte Katzenhaie und 2 Knurrhähne.
Am nächsten Tag fuhr ich mit meiner Frau nach Åndalsnes zum shoppen.Das Städtchen liegt direkt am Wasser,umrahmt von Bergen.

 



Bei dieser Gelegenheit wollte ich mir die Rauma ansehen,ein Lachsfluß 1.Sahne mit türkisgrünem Wasser.



Aber dieses Jahr hat es den ganzen Sommer über in Norwegen nicht viel geregnet,so daß fast alle Flüsse Niedrigwasser führen.Das Lachsfischen kann man deshalb vergessen.Kommt auch noch die erhöhte Temperatur hinzu.Deshalb verschoben auf nächstes Jahr.Schade,denn meine neu gebaute 2-Hand LOOP GREEN-LINE wartet auf ihren Einsatz.
Auf der Rückfahrt machten wir einen Zwischenstop in Vestnes,mich zog es an den Fähranleger,um mit der Fliegenrute den Pollacks nachzustellen,was ich schon seit Jahren mit großer Begeisterung und großem Erfolg praktiziere.Meine #9 Pac Bay hat sich dabei schon viele Male bis ins Handteil durchgebogen.Bestückt mit einer Schnur mit integrierter 9m langen Sinkspitze mit 250grain (Meine hat exakt 18 Gramm) und einem 30-35er Vorfach 1.50-2.00m lang, bin ich gut gerüstet,um auf Tiefe zu kommen.Die Biester steigen ganz brutal ein und die Drills gehen unter die Haut.





Am Dienstag nahm ich einen neuen Anlauf. Dazu sei erwähnt,daß der Tomrefjord eine Trichterform hat,an der breiten Stelle ca.6km .Ich wollte nicht mehr so weit mit dem Boot fahren,lieber mal etwas im Innern des Fjordes bleiben..Oft hatte ich dort die besseren Erfolge in der Vergangenheit.So fuhr ich quer über den Fjord Richtung Ufer,dort vielleicht 3km breit.So ca. in der Mitte legte ich einen Zwischenstop ein und begann zu pilken.Schon beim 1. Ablassen der Montage wurde diese rel. schnell abgestoppt,was mir sofort einen Makrelenschwarm signalisierte.Als ich genug von diesen gestreiften Kraftpaketen hatte,fuhr ich weiter,vielleicht 200m vom Ufer.Dort montierte ich wieder auf Naturköder um und fischte wie immer mit 2 Ruten,die ich quer übers Boot lege.Die eine direkt vor mir,die andere diagonal nach vorne,um sie bei einem Biss sofort greifen zu können, bei etwas gelockerter Bremse.Beide Systheme mit selbstgegossenem Stabpilker mit 60er Mundschnur etwas kürzer als der Pilker und einem Seitenarm.Nach kurzer Zeit ein kräftiges Durchbiegen meiner 5lbs-Century,ich dachte sofort an einen etwas größeren Leng,jenseits der Metermarke.Aber als im Mittelwasser immer noch kräftig dagegengehalten wurde,war mir klar,dass es was anderes sein musste.Zu meiner Überraschung kamen 2 Schellfische zum Vorschein,beide um die 70 cm.Diese Sorte hatte ich schon lange nicht mehr gefangen.Deshalb war es mir nicht mehr in Erinnerung,wie kampfstark diese Burschen sind.Diese Art von Drill wiederholte sich noch einige Male.Auch die Leng ließen sich nicht lumpen  .An diesem Tag hatte ich die Wanne voll und so fuhr ich in den Hafen,um die Fische zu filetieren.Die fertigen Filets brachte ich meiner Frau,die sie mit der in den vielen Jahren angeeigneten Routine in transparente Beutel legte.So wurden sie gefrostet.
Mit ähnlichem Beißverhalten ging es die ganze Woche munter weiter,ich hatte nichts dagegen.Immer wieder schöne Schellfischdoubletten,Leng,Lumb,Rotbarsch.Makrelen fing ich nur,wenn ich sie als Köder brauchte.Die Leng waren nicht größer als 80 cm,obwohl ich es manchmal mit ganzen Makrelen versuchte.Ein besonderer Fang gelang mir mit 5 Seehechten.
Dann schlug das Wetter um,und es wurde teilweise sehr unangenehm.Es wehte ein böiger Wind,so dass ich 2 Tage auf das Fischen vom Boot verzichten musste.Das fiel mir aber gar nicht schwer,denn in unserem Häuschen fühlten wir uns sehr wohl.
Zwischendurch besuchten wir die Rosenstadt Molde und natürlich Ålesund,die Stadt am Meer.Wenn ich mit dem Boot unterwegs war,machte es sich meine Frau auf der Veranda bequem und ging ihrer Lieblingsbeschäftigung nach.Sie zog sich einen Gruselschocker nach dem anderen rein.Steven King,Koontz und andere Gänsehautspezialisten.












Noch ein Wort zur einteiligen Rute :
Ich hatte mit Pilken bisher nicht viel am Hut,was mit der Länge meiner Ruten zu tun hat.Es ist schon erstaunlich,wie positiv sich der kurze Hebel bemerkbar macht.Mühelos kann man mit Pilkern bis ca.300gr. arbeiten.Aus Jux befestigte ich einen mit 570 gr.,nur um zu sehen,was die Rute dazu meint.Würde sagen,daß sich das erste Drittel der Rute durchbiegt,der Rest ist Reserve.Also wirklich viel Liftingpower.Meist benutzte ich Pilker von 65-100 gr.
Wenn mit dieser Methode nichts ging,wurde sie umfunktioniert als Naturköderrute mit Gew. um 250- 350 gr.Die ersten 30cm sind so geschmeidig,daß man den Biss eines Rotbarschs in großerTiefe merkt.
Also ich kann mir keine Rute dieser Art mit einer besseren Allroundaktion vorstellen.

In diesen 2 Wochen schaffte ich es gerademal 20l Sprit zu verfahren.Für jedes Haus waren gefüllte Kanister in einer abschließbaren Box am Hafen vorhanden.Wenn ich eine Frage oder ein Anliegen hatte,Tone oder Johnny waren meist zur Stelle.Immer abends in der Dämmerung kam einer der beiden,um zu überprüfen,ob auch alle Boote am Platz waren.Selbst Tommy,der 12-jährige Sohnemann war sehr hilfsbereit,als ich einen Meßbecher für das Öl suchte,um den Tank aufzufüllen.War gar nicht so einfach bei den Verständigungsschwierigkeiten.Aber Klein-Tommy hat das Problem gelöst .
Dieses Jahr habe ich mit exakt 30 kg Filet genau das Limit erreicht.Ich hatte die ganzen Jahre noch nie nachgewogen,was ich jetzt angestiftet durch die 15kg-Regelung tat.So hatte ich in den vergangenen 17 Jahren im höchsten Fall 10kg/Person mitgenommen.Das haben sie jetzt davon .Durch die Gefrierkraft der neuen Truhen waren die Filets noch nach 35 Stunden knochenhart.
Uns hat es dort so gut gefallen,dass wir gleich für nächstes Jahr gebucht haben,zumal die Preise auch sehr fair sind.
Ich hoffe,daß es hier gestattet ist,die Internet-Adresse von dieser kleinen,aber sehr feinen Anlage anzugeben.

http://indrebo.de/deutch/

Gruß Erich

 

 

 

 

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http://www.norwegen-angelfreunde.de

 

 

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