Austevoll / Storebo 12.-19.5.07

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SchwachSuper 

 

 
Hallo Boardies,

wir sind wieder zurück. Kurz noch mal die Reisedaten: 5 Mann, Mit dem Flugzeug von Nürnberg nach Bergen, Reisezeit 7 Std. bis Flughafen Bergen, Flugkosten 210,-- € p.P. Jetzt aber der Reihe nach:
Sa. 12. 5. Am Flughafen wurden wir von den Besitzern des Hauses (Borks 67/1) freundlich empfangen. Diese transportierten uns zum Haus für 100,-- €, d. h. die Kosten für die Fähre für 2 Autos, 2 Erw. u. 2 Kinder und Zeitaufwand sowie Spritgeld inbegriffen, für uns 5 nochmals 210,-- NOK Fährgeld. Ganz o. K. wie wir meinen.
Bei der Ankunft stellt sich heraus, dass es wirklich wie im Prospekt beschrieben eine tolle Lage ist, das Haus Groß und die Einrichtungen passen. Nach der Erledigung der Bootseinweisung und Übernahme sowie Verabschiedung eine erste Ausfahrt. Das Wetter ist nicht berauschend aber akzeptabel. Dann stellt sich heraus, das bei der Bootsübernahme die Sache mit dem Wasserablauf nicht richtig gecheckt wurde, also schöpfen. Da wir aber nur ca. 1 KM weit fuhren und das innerhalb der Inseln mit einem Uferabstand von ca. 50 -100 m war das OK. Dann hat uns Petrus noch belohnt, wir fingen etliche Köhler 45-55 cm, einen mit 81 cm, sowie einige große Wittlinge. Voller Stolz kehrten wir heim. Der Anfang war gemacht, fürs erste gute Nacht.
 

Am Sonntag früh bemerkte ich beim ersten durchsehen der Bilder aus dem Flugzeug, dass ich glücklicherweise und zufällig die Insel beim Landeanflug abgelichtet hatte.
 
Auf der rechten Seite der weiße Streifen ist eine Brücke. Vom Anfang (unten) nach links kommt eine Einbuchtung der Küste. weiter nach links sieht man eine Reihe roter Häuser und danach einen weißen Fleck (Fischfabrik), ca. 1 cm (in Echt 250 m) daneben ist das Haus. Vorgelagert sind 2 kleine Inseln:

 
Nachdem wir telefonisch geklärt hatten, dass wir das Boot tauschen, fuhren wir frohgemut auf See.
 
 
Der Wind war in akzeptablen Größen und die Wellen ebenfalls. Nach einem kurzen Stopp an der "alten" Stelle mit 3 Köhlern in der Kiste führen wir Richtung Norden, um die auf der Seekarte eingezeichneten Stellen zu testen. Tatsächlich hatten wir eine gute Drift und konnten in relativ kurzer Zeit ca. 30 Köhler, ein paar Pollack und Wittlinge erwischen. Das selbst auferlegte (da keine Angaben zu einem tatsächlich existierenden) Schonmaß von 45 cm konnte eingehalten werden
Danach fuhren wir "um die Ecke" zu dem nächsten "Fanggebiet". Und tatsächlich waren wir erfolgreich. Es war ein Schwarm. Deswegen sind wir nach Norge geflogen. Dafür der ganze Aufwand. .
Mit geschätzten 120 (maßigen) Fischen, einige deutlich über 60 cm machten wir uns auf den Heimweg. Nach dem Anlanden gönnten wir uns ein wohlverdientes Hansa aus dem Supermarkt (2,50 € das Stück) und machten uns an die Verarbeitung. 3 Mann haben den Fisch ausgenommen, und filetiert, 2 Mann haben die Filets gewaschen und Vakuumverpackt und in die Gefriertruhe gepackt. Wir waren richtig stolz auf uns. Nach getaner Arbeit gab es reichlich frischen Fisch zum Abendessen, und die diversen "Feinheiten" beim Angeln wurden diskutiert. Beruhigt durch den guten Fang legten wir uns schlafen ohne Sorgen.
 
 

 
Am Montag früh, mit Muskelkater von der vielen Arbeit, jedoch frohen Mutes angesichts eines guten Wetters, machten wir uns wieder auf den Weg in die Fanggründe. Ein erstes Abtasten an der alten Stelle brachte uns Köhler, Pollack, Wittlinge und einen schönen Dorsch (68cm). Danach fuhren wir wieder ums "Eck". Danach kam "die perfekte Welle" Wir drifteten in gleichmäßigem Tempo, im Uferabstand von ca. 100 m mit DEM SCHWARM dahin. Sämtliche Theorien über Farbe und Größe waren erledigt. 5 Mann, 5 verschiedene Ausrüstungen, egal.
Ich musste an einen Bericht (hier im Forum oder im AB) denken, in welchem ein Angler schrieb, daß Sie nicht durch die Köhlerschwärme auf Grund gekommen sind. Ganz sooooo schlimm war’s bei uns nicht, aber aufgrund der Größe der Fische (wie gesagt: unser Maß für Köhler war 45cm) und der Menge waren wir auch so zufrieden. Nachdem wir die Drift bis zu einer kleinen Insel mitgemacht hatten, beschlossen wir uns auf den Heimweg zu machen. (Die Gier kämpfte hier mit der Vernunft). Die Heimfahrt könnt Ihr Euch ja vorstellen: 5 Echte Wikinger die das gelobte Land entdeckt haben. Die Fischkiste musste vom Bug ins Heck verlagert werden, damit uns das Gewicht nicht den Bug ins Wasser drückt. Ob die Filetiermesser wohl groß genug sein würden??? Es war einfach schön.
Glücklich am Haus angekommen durfte sich erst mal wieder der Rimi über Umsatz freuen.
Danach kam der arbeitsreiche Teil, welcher jedoch gerne gemacht wurde. (Zwischendurch wurde einmal der Abfall zu den Möwen gefahren, s. Bild., woran wir noch denken sollten)
 
 
 
Selbst ein leichter Wetterumschwung mit etwas Regen konnte die Filetierer nicht von Ihrer Arbeitsstelle vertreiben. Und als wir nach getaner Arbeit unser Abendessen (Gulaschsuppe aus der Dose vielleicht??) genossen, durften wir den Tag noch einmal Revue passieren lassen. Dann noch einmal hoch die Tassen, den Dienstag nicht lang warten lassen.
 
Der Dienstag:
Nach eingehender Beratung kamen wir zu dem Schluss, das wir heute ein paar andere Ziele ansteuern und ausprobieren wollen. Das Meer war spiegelglatt und Sonne setzte uns so zu, dass wir glaubten in Tortuga zu sein. Also reichlich Sonnencreme drauf und Piratentuch (Mütze) festgezurrt. Im Inselgewirr (auf dem Flugzeugfoto gut zu sehen) hatten wir zwar eine tolle Landschaft, aber die Fische machten einen großen Bogen um uns. Ein paar kleine Köhler gingen zwar an den haken, wir konnten diese jedoch aufgrund der geringen Wassertiefe schonend zurücksetzen. 2 kleine Rotbarsche waren ebenfalls dabei, diese gingen jedoch ebenfalls zurück. (Vielleicht nächstes Jahr). Dann beschlossen wir, uns um das Abendessen zu kümmern. Wir fuhren Richtung Norden mit einem Zwischenstopp. Das war’s. An dem Zwischenstopp warteten ein paar größere Köhler und Pollack (50 -60 cm) auf uns, sowie einige Wittlinge mit über 40 cm. . Wir überschlugen den Fang, und kamen zum Ergebnis dass es genug ist, vor allem auch in Hinsicht auf die Transportkapazität in Verbindung mit der 15 KG Regel. Also Kommando: rausziehen!! Dieses rausziehen war dann für 4 Köhler und 2 Wittlinge das letzte Kommando
Wir fuhren glücklich heim, verarbeiteten den Fisch, verpackten was nicht zum direkten Verzehr vorgesehen war und machten "Urlaub", genossen die Sonne, jedoch, da war noch der Mittwoch.
 
 
 Ja Ja der Mittwoch. Erinnert Ihr Euch noch an das "Abfallversorgen mit dem?? Jedenfalls stellte sich heraus, dass an dem zweiten Boot die Motorabdeckung beschädigt war. Der Deckel war komplett aufgescheuert. Der Besitzer machte uns verantwortlich, und wir den Besitzer, da unserer Meinung nach sein Angestellter das Boot umgehängt hatte, und deshalb unser Boot zu Nahe am anderen Boot war und auf die Abdeckung geschlagen hatte, dieser meinte jedoch etc. etc........
Die Stimmung war natürlich im Keller, von einer neuen Abdeckung für 500,-- € war die Rede, das Klima angespannt.
Was tun??. Da wir ja fleißig Fotos gemacht hatten und auch Filme, suchten wir diese ab, um unsere Unschuld zu beweisen . Nach eingehender Begutachtung unseres Bild- und Filmmaterials war es klar: Wir waren tatsächlich schuld. Nach dem Abfallentsorgen hatten wir unser Boot zu weit vorne angebunden. Na ja, was blieb übrig: Telefon raus, Besitzer und Angestellten anrufen, vielmals entschuldigen, Verantwortung übernehmen!! Tja, was soll ich sagen, die Stimmung schlug um, der Deckel sollte jetzt für 150,-- € repariert werden und die Spannung lies nach. Auch mit Michael (dem Angestellten) konnten wir uns versöhnen.
Nichtsdestowenigertrotz: Heute war Spezialfischangeln angesagt. Keine Beifänger, Naturköder, oder große Pilker. Das Ergebnis war ganz o. K. Einen Platten mit 62 cm , eine Fisch mit 70 cm, und ein paar mit 65. Leider keine weiteren Ausnahmen. Fürs Abendessen war gesorgt. Wir mussten uns zu nichts mehr zwingen, was würde der Donnerstag bringen?
 
 
 
Nun also der Donnerstag: Der Frieden war wiederhergestellt, die Gefriertruhe gefüllt, die Sonne schien, alles erste Sahne. Trotzdem hatten wir HUNGER. Zum Frühstück gab es die übrigen Filets vom Mittwoch. Wir ernährten uns ausschließlich von Fisch. Nicht einmal Beilagen wurden gewünscht. Da wir Zeit hatten, wurde erstmal das Boot gesäubert, dann die diversen Angeln kontrolliert, das Zubehör sortiert, die Vorfächer geprüft..........bis wir uns aufrafften war es bereits 10.00 Uhr. Mit dem Wissen, das bei erreichen der "ESSGRENZE" Schluss mit Angeln ist, gingen wir entsprechend Vorsichtig zu Werke. Es half nichts. Die Fischkiste füllte sich automatisch, wahrscheinlich aufgrund der Verwendung von Einzelpilkern waren die Fische auch etwas größer (so zwischen 60 -70 cm) und nach einer Stunde fuhren wir wieder laaaangsaaaam zurück. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Urlaub bzw. Vatertag (Immer an die 2,50 € denken?? Bei uns zuhause kostet in der Kneipe das Bier auch 2,50 -2,90) machen. Es gab ja noch den letzten Tag, den Freitag.

 
 
 
 


So, nun noch der Freitag und die Rückreise:

Am Freitag zeigte uns das Wetter noch einmal wie es in Norge auch sein kann. Die Temperatur war gefallen, und es regnete richtig schön runter. Unsere Stimmung war jedoch nicht unterzukriegen und wir fuhren los . Auf der Zwischenstopp-Stelle hatten wir auch das nötige Glück, um unser Essen zu sichern. Nach einiger Zeit meinten wir, dass jetzt der traurige Zeitpunkt gekommen war, den letzten Auswurf zu machen. Das kam dabei heraus: ein Pollack mit 70 cm, einer mit 80 cm und bei einem hatte sich die Schnur über den Endring verdreht. Bis das bereinigt war hatten sich ein Pollack mit 70 cm und einer mit 75 an sein Vorfach gehakt. Der anschließende Drill war ein Schauspiel für sich. Dieser Abschluss der Angeltour war das Beste was wir bis jetzt beim Angeln erlebt haben.
 
 
 
 
 Trotz Wind und Regen machte die Heimfahrt entsprechend. Spaß. Der weitere Tag war mit Aufräumen und Putzarbeiten zwar nicht verlockend, jedoch: Wat mut dat mut. Dann machten wir zur Probe eine Kiste mit Filet voll. Zu unserem Erschrecken stellten wir fest: Die Kg waren richtig berechnet, jedoch das Volumen falsch. Jetzt war guter Rat teuer. Grübel grübel und studier. Dann die Idee: Wenn es irgendwo Kisten gibt, dann natürlich in der Fischfabrik. Also Regenjacke an und ab. Ich fragte an, ob wir eine Kiste kaufen könnten. Na ja, ich durfte mir die Größe aussuchen, bekam 2 Stück und auf meine Frage nach dem Preis bekam ich zur Antwort: "Today it cost nothing" Noch einmal vielen vielen Dank . Der Urlaub war gerettet. Wir bereiteten unsere Abreise für den Samstag früh vor, checkten noch einmal das Taxi und legten uns ab.
Am Samstag früh dann Fisch einpacken, Reste aufräumen, Im Nachbarhaus kamen 2 neue Angler, in welchen wir noch Abnehmer für unser restliches Essen (verpackt( fanden. Dann kam das Taxi: Superüberraschung: 24 Mann Bus, reichlich Platz, nette Fahrerin. Alles Problemlos, rauf auf die Fähre, noch ein Foto zum Abschied, an den Flughafen. Ran an den Check in. DANN DER RIESENSCHOCK: Zum Transport von Fisch sind angeblich nur bestimmte Behälter zugelassen. Wir dürfen den Fisch NICHT mitnehmen. Es MÜSSEN "AVENA" Boxen sein. Die gibt es aber am Flughafen nicht. Wir sehen geistig schon den Fisch auf dem Müllhaufen. Dann geht die Diskussion los. Nach einigem zureden ein Anruf bei der Cargo Stelle: Das Ergebnis: Abgelehnt. Wir sind kurz vor dem aufgeben. Dann noch ein Anlauf: Anruf bei KLM in Amsterdam. Das Ergebnis: Wenn sich der Zuständige überzeugt, das alles gut verpackt ist und wir eine Erklärung unterschreiben das wir für einen Schaden haften, gibt es eine Chance. Da wir ja unseren Fisch von Anfang an mit heim nehmen wollten, waren unsere Boxen mit einem Baufließ umwickelt und festgeklebt. Der Fisch innen einzeln vakuumverpackt und tiefgefroren sowie in einer großen stabilen Folientüte verpackt. Und die Boxen außen herum noch mal mit 3 Streifen zugeklebt. Nach Begutachtung und Erklärung dieser Verpackung und Hinterlegung der Erklärung: DER FISCH DARF MIT:. Wir wurden dann (der Flieger wartete schon) im Eiltempo zur Sicherheitskontrolle gebracht. Einsteigen, los ging’s.
Beim Zwischenstopp in Amsterdam gab es dann ein (4,20€) Freudenbier .
 

Nachdem wir in Nürnberg unser Gepäck ohne Beschädigung zurück hatten, atmeten wir natürlich auf. Es hatte sich gelohnt. Der Fisch war zu Hause, die Reiselogistik hatte funktioniert. Ein paar Feinabstimmungen sind noch erforderlich, aber prinzipiell ist es möglich eine Angeltour mit dem Flieger durchzuführen.

Grüße an alle

Dorschsearcher
 
 
 
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