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Stamnes / Mein erstes Mal

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Stamnes

 

Mein erstes mal


 

So Leute. Da jetzt ja wieder die Sauregurkenzeit anfängt, habe ich mir gedacht. Schildere doch dein erstes Mal und warum Du seitdem nur noch in Norwegen Urlaub gemacht hast.

Mein erstes mal

Es war Herbst 2002 als wir ( meine Freundin Claudia und ich ) nach unserem Griechenlandurlaub wieder beratschlagten, wo es denn nächste Jahr hingehen soll. Ihre Schwester war in diesem Jahr zum ersten mal in Norwegen ( Bokn ) gewesen und schwärmte uns was vor. Ich war der festen Überzeugung das es wieder in den Süden gehen müsse. Aber Norwegen? Zu kalt, zu viele Mücken und der ewige Regen? Nein danke! Nicole beackerte uns aber so lange, bis auch ich endlich breitgeschlagen war. Also gut Norwegen. Mit fünf Personen. Die beiden Schwestern meiner Freundin, mein Schwager und wir beiden. Nach langem Überlegen und Kataloge wälzen entschieden wir uns, die zwei Wochen Urlaub so aufzuteilen, das wir jeweils eine Woche bei Stamnes am Eidslandfjord, Nordöslich von Bergen und eine Woche bei Heskestad in der Nähe von Egersund verbringen wollten.

Am Fr. 1.8.2003 abends ging es dann los. Wir hatten uns einen T4 Bulli gemietet und sind hoch Richtung Hanstholm. Wider erwarten kamen wir ohne nennenswerten Stau durch und hatten das Rennen zur Fähre gewonnen. Mit Abstand die ersten die sich für die ''MS Fjord Norway'' anstellten! Na ja. Noch ein wenig geschlafen und gegen 9:00 Uhr konnten wir dann auf die Fähre. Man, was ein riesen Kahn. Ist man als Flachlandtiroler einfach nicht gewohnt. Gegen 17:00 Uhr waren wir dann in Egersund und wir starteten durch Richtung Bergen. Was heißt, starteten durch? Nach wenigen Kilometern waren wir schon so beeindruckt von der Landschaft, das wir anhielten und erstmal fotografierten. Wir wussten ja nicht was noch so alles kommen sollte. Irgendwie konnten wir unsere Köpfe garnicht so schnell drehen wie wir alles sehen wollten. Wahnsinn! Und wir waren noch nicht mal richtig in Fjord Norwegen. Als dann die Region um Stavanger mit den Fähren über die Fjorde kam, waren wir entgültig platt.


Boknafjord

Allerdings viel uns da erst auf wie langsam man doch in Norwegen voran kommt und wie spät es eigentlich war. Wir hatten Johann, unserem Vermieter mitgeteilt das wir so gegen 21:00 Uhr da wären. Als wir dann endlich an dem Ort waren wo unsere Hütte für die nächste Woche sein sollte, war es aber schon so dunkel das wir nicht mehr sahen wo es denn nun lang ging. Also Handy raus und Johann angerufen. Der teilte uns mit das er uns nicht mit dem Auto entgegen kommen könne, da er schon was getrunken habe. Aber wir sollten nach einer winkenden Taschenlampe ausschau halten. Tatsächlich. Oben auf einem Berg wedelte wohl jemand mit einer Funzel. Also den Bulli nochmal zu höchstleistungen angespornt und ihn den Hang hochgetrieben. Um 00:30 sahen wir dann zum ersten mal unser Feriendomiziel. Eine alte Schule. Sehr uhrig und gemütlich eingerichtet.Totmüde sind wir dann aber in unsere Betten gefallen. Die Erklärung des Bootes und der Gegend hatten wir mit Johann auf den nächsten Morgen verschoben.

Als ich dann Sonntagmorgen aufwachte und noch etwas schlaftrunken durch das Wohnzimmer stolperte, schweifte mein Blick zum Fenster und nach draußen. Ich blieb im gleichen Augenblick wie angenagelt und hellwach stehen und konnte gar nicht glauben was ich da sah. Vor uns, unten im Tal lag der Fjord im schönsten Morgenlicht. WOW!
Hier konnten wir's aushalten. Unser Vermieter kam gegen 12:00 Uhr um uns das Boot zu zeigen. Als er merkte das wir ( Schwager Jochen und ich ) das erste mal in Norwegen waren, bat er uns einzusteigen und los gings. Eine Fahrt über den Fjord und das Grundverständnis für's Boot war da. Dann gings mit Johann's Auto in die Berge, wo er uns noch einen riesigen See zeigte, der zur Hälfte ihm gehörte. Wenn wir wollten könnten wir angeln. Angeln? Hab ich noch nie was mit am Hut gehabt. Aber bitte, wenn man schon mal so eine Gelegenheit hat. Warum nicht. Weiter gings. Er fuhr mit uns zu einem Ausgangspunkt für schöne Wanderungen in die Berge. Von hier aus haben wir auch einige Touren im Verlauf der nun folgenden Woche gemacht. Einfach schön hier.
Geangelt habe ich in der Woche gar nicht, da ich nicht mal eine Rute besaß und ich die von Johann nicht ruinieren wollte. Aber die Woche war auch so voll genug. Ein Besuch in Bergen und mehrere Ausflüge in die Umgebung und die Woche verging wie im Flug.


Übergang Veafjord zum Osterfjord

Für die Fahrt zu unserem Haus für die zweite Woche, hatten wir einige Umwege eingeplant, damit man auch was sieht von der grandiosen Natur. So führte uns unser Weg ein ganzes Stück am Hardangerfjord entlang, der bei herrlichstem Wetter einfach nur überwältigend war. Wir erlebten unterschiedliche Landschaften, für die man in Mitteleuropa normalerweise hunderte von Kilometern zurücklegen muss, hinter jeder zweiten Kurve. So waren wir in dem einen Moment noch in der Heide, im nächsten schon im Sauerland und drei Minuten später in den Hochalpen um direkt im Anschluss eine fast mediterane Gegend bestaunen zu dürfen.


Mittagspause am Hardanger

Da der Weg zum zweiten Haus uns für einen Tag zu lang erschien, ihn an einem Tag zu fahren, ( man ist ja im Urlaub und nicht auf der Flucht ) machten wir unterwegs einen Zwischenstop und Übernachteten auf einem Campingplatz bei Odda.


Wasserfall bei Odda

Am Samstag gings dann weiter, auf den Weg nach Heskestad in Rogaland. Mit dem dortigen Vermieter war es so abgesprochen, das der Schlüssel am Haken, im Schuppen hängt und wir uns so entfalten konnten wie wir wollten. Das entfalten stellte sich aber erst mal als Putztag heraus. Eine Gruppe Engländer hatten uns nämlich schlichtweg einen Saustall hinterlassen. Nun gut. Als die Hütte blitzte fiel uns erst auf was wir hier für ein Juwel ergattert hatten. Man hörte nichts. Absolute Ruhe. Bei Wind rauschte die riesige Rotbuche vor unserem Haus, aber ansonsten Stille. Wenn man, wie ich, aus einer Kleinstadt kurz vorm Ruhrpott, direkt an der A2 kommt tut das schon fast weh in den Ohren. Der nächste Nachbar war gefühlte 20 Kilometer weg und so hatten wir das ganze Reich für uns alleine.


Blick von unserem Haus

Der Teich vor unserem Haus entpuppte sich als ausgewachsener See von der Größe des Möhnesee’s. Jetzt spätestens war eine Angel fällig. Am Montag also in den nächst besten Coop und mir so eine Anfängercombo gekauft. Nen paar Blinker und Spinner dazu und noch einige Forellenhaken samt Posen und Blei und los gings. Naja, mehr oder weniger. Oder doch eher nur weniger. Gebissen hat nämlich die ganze Woche nix. O.k. mit nem Kescher oder einem Knüppel hätte ich bestimmt Sternstunden erlebt. Die Biester sind mir fast über das Boot drüber gesprungen. Aber beißen? Nein! Doch nicht bei dem bekloppten Anfänger. Ich hab mich nicht entmutigen lassen und vollmundig erklärt das es heute Abend Forelle gibt und die Damenwelt entschied daraufhin, das zum Nachtisch Blaubeeren aufgetischt werden sollten, die hier überall wachsen. Also gut. Resultat? Blaubeerpfannkuchen ohne Fisch!
Außer Angeln standen noch wieder einige Ausflüge auf dem Programm. So z.B. nach Stavanger und bei bestem Wetter auf den Prekestolen. Nach zwei Stunden mühsamen Aufstiegs kam dann die Belohnung. So eine Aussicht hatte ich noch nicht erlebt. Wahnsinn.


Blick vom Prekestolen

In diesen zwei Wochen habe ich, glaube ich, aber das wichtigste fürs Angeln gelernt. Es ist nicht schlimm, wenn kein Fisch anbeisst. Am wichtigsten ist die Ruhe und die Erholung
Ich weiß gar nicht wann mich in diesem Urlaub der ´´Norwegenvirus´´ erwischt hat. Aber ich vermute, es war der Moment als ich vor unserer Hütte im Gras lag und eine große Gruppe Wildgänse vor abendlicher Kulisse und wolkenlosem Himmel Richtung Süden durchstartete. Oder es war einfach alles!
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Ha det
Gruß Ralf

 

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