Norwegen Angelfreunde

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Bjørnafjord 2006 - Teil 2

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Teil 2 

 
Am nächsten Tag ging's dann (wieder nach dem Nachmittagskaffee) mal zum Grundfischen. Alledrings wurde das meiner etwas "häppeligen" Tochter schnell zu langweilig, und da es ja als Familienurlaub geplant war, haben wir dem Geningel, daß nichts beißt, dann ziemlich schnell nachgegeben.

Trotzdem hat meine Frau in etwa 200 m Tiefe noch einen seltsamen Fisch gefangen (immerhin 1,17 m lang), der wie eine Kreuzung aus Conger und Leng aussah. War bei der Landung noch ganz dunkel olivbraun, wurde aber nach dem Ausbluten erst hellgrau und dann braun-grau-fleckig. Ich glaube das war ein Blauleng, bin mir aber nicht ganz sicher. Ihr seht das Teil auf den drei letzte Bildern dieses 1. Teiles, vielleicht weiß ja jemand was das für'n Tier ist.






 
Nach den ersten anglerischen Erfolgen (siehe Teil 1) und nachdem wir uns erstmal richtig an frischem Fisch satt gegegssen hatten, haben wir's dann mit dem Angeln erstmal etwas ruhiger angehen lassen. War ja schließlich als Familienurlaub geplant, also: Fischfang überwiegend nur zum Frischverzehr - war ausgemacht. Da wir (also meine Frau und ich, ohne Kind) bisher immer nur für eine Woche mit Angelkumpels im April oder Mai in der Gegend waren (jeden Tag Angeln von morgens bis abends) hatten wir ja auch noch nicht allzuviel vom "Hinterland" gesehen, was wir dieses Mal aber unbedingt nachholen wollten.

Für diejenigen, die auch mal mit Familie in der Gegend sind hab ich deshalb 2 ganz heiße Tips:

Der erste ist das Heringsfestival in Haugesund, welches immer an einem Wochenende im August stattfindet (den genauen Termin kann man im Netz rausbekommen). Dafür lohnt sich in jedem Fall auch eine etwas weitere Anreise (für uns etwa zweieinhalb Stunden). Dort ist von etwa 10 - 14 Uhr in der Fußgängerzone eine riesige Tafel aufgebaut (schätze mal so 200 m lang, über 2 Kreuzungen hinweg), wo man sich auf Kosten des Sponsors (glaube ein Fischverarbeiter) an allen möglichen Heringsleckereien den Bauch vollschlagen kann, wovon auch alle reichlich Gebrauch machen. Da gibts Hering gebraten in allen varianten, sauer eingelegt, in diversen Saucen und und und. Als Beilage gibts kalte Pellkartoffeln. Man nimmt sich einfach einen Plastikbecher und los geht die große Schlemmerei, immer am Tisch lang, ganz langsam vorwärts. Wer ausschert hat verloren. Innerhalb des U-förmigen Tisches sind weißbemützte Köche ständig um Nachschub bemüht. Dazu gibts Straßenmusik vom Shanty-Chor bis Jazz, totale Volksfeststimmung. Am Hafen geht das ganze weiter, haufenweise historische Schiffe, die man sich anschauen kann, Buden, Gaukler und Massen von fröhlichen Leuten. Absolut sehenswert, wir waren begeistert. Auf den ersten beiden der angehängten Bilder hab ich mal versucht, das Treiben festzuhalten, die Lifeatmosphäre kann man damit aber natürlich nicht rüberbringen.





Der 2. Tip ist ein Wandertip auf der Insel Tysnes, und zwar der höchste Berg der Insel, der Tysnessatà. Stolze 753 m hoch, was nicht viel erscheinen mag, aber der Aufstieg beginnt ja bereits bei knapp über null (ist also so, als wenn man von Dresden aus auf den Fichtelberg klettert). Hatten wir wirklich erst unterschätzt. Dabei gehts ganz malerisch über Stock und Stein, erst durch Heidelbeer- und Weidengestrüpp, dann über Wiesen (mit zahlreichen Schafen) und zuletzt gibst nur noch Moose und Flechten. Auf dem Gipfel wird man mit einem echten Gipfelkreuz nebst Gipfelbuch und einer herrlichen Aussicht über die Insel und die angrenzenden Fjorde belohnt. Bei guter Sicht (hatten wir) kann man auch die Gletscher des Folgefonn deutlich erkennen. Echt empfehlenswert,





Die Bilder zeigen das Gipfelkreuz und die Aussicht über den Björna.

Geangelt wurde natürlich auch noch (meistens nur paar Stunden morgens oder abends), wobei wir dem leicht ungeduldigen Kind zuliebe meist nur mit leichterem Gerät in den flacheren Zonen geangelt haben. Das schwere Grundangeln in großen Tiefen ist schon wegen der erforderlichen Gewichte für Kinder nicht so geeignet, und wir wollten es unserer Tochter ja nicht gleich verleiden.

Trotzdem haben wir noch hervorragend gefangen, so daß wir uns noch vor Ort eine zweite Styrobox besorgen mussten (war so nicht geplant, aber wenn man die Fische einmal gefangen hat, ist's dann ja doch schade drum. Mit der 15kg - Regel hatten wir keine Problem, waren ja schließlich zu dritt. Hat aber bei der Ausreise auch keinen interessiert, obwohl massig WoMos, Kleinbusse mit abgedunkelten Scheiben und PKW mit Hänger auf der Fähre waren.

Die ganz dicken Teile fängt man beim Leicht-Pilken und Spinnen im Flachwasser (so bis etwa 50 m) natürlich kaum, mehr so die "Mittelklasse", macht aber sowieso mehr Spaß einen 3kg-Pollack oder Köhler an der 60g-Spinnrute zu bändigen, als einen 10kg-Leng mit der großen Multi und der 30Lbs-Rute aus 150 m Tiefe hochzupumpen. Schön ist dabei auch, daß man meist viele verschiedene Arten ins Boot bekommt



Die größten Einzelfische will ich zum Gedenken trotzdem nicht verschweigen:

- Leng von 1,08 m (ich) auf's Rotbarsch-Vorfach, der war richtig dick und fett, aber nicht vollgefressen, sindern richtig schön fleischig (super Filets!). Auffällig war, daß der Fisch nicht einen Wurm hatte, weder in den Bauchlappen noch in den Innereien, daß ist in der Gegend sicherlich sehr, sehr selten (vielleicht war er deshalb so gut genährt?). Zu sehen ist das stolze Tier mit dem stolzen Bezwinger auf hier:



- Dann hab ich noch mit der Leichtpilke (30 g Pilker) einen für die Gegend und die Jahreszeit sehr schönen Dorsch im Mittelwasser erwischt, knapp 90 cm lang (Waage hatten wir keine dabei), zu sehen mit meiner Holden auf Bild 7



- der größte Fisch meiner Tochter war ein 96er Leng (leichter Pilker mit Fischfetzen am Drilling in nur etwa 60 m Tiefe) , der sie ganz schön beschäftigt hat, ebenfalls dick und rund (Bilder 8 und 9)





- gute Schellfische gabs auch (hatten wir im Frühjahr kaum), und natürlich die allgegenwärtigen Köhler



aber die waren nicht so häufig und groß wie im Frühjahr, man musste zum Teil ganz schön suchen.

Fazit: Super Urlaub, hat wirklich fast alles gestimmt. Werden wir sicherlich bald mal in der Form wiederholen. Angelurlaub für den Winter ist schon in Planung, dann (Dezember) gibts dort jede Menge "Wintertorsk" (sagt Oddvar), die sind so im Schnitt 3 - 5 kg schwer und sollen prima schmecken (noch weitgehend ohne Laich).
 
 

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