Norwegen Angelfreunde

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Langenuen März 2008 - Teil 5

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Tag 6 Mittwoch:


„Irgendwie stimmt da was nicht mit dem Kühlwasser bei meinem Motor!“ erwähnte ich beim morgentlichen Schlemmen. „Schaun wir uns gleich zusammen an!“ Gesagt getan und der Motor wurde von Sven in Augenschein genommen. Ich genoss das schöne Wetter. Der Wind hatte etwas aufgefrischt. „Kommt ein wenig verhalten raus. So richtig Druck baut der Kühlwasserstrahl nicht auf!“ Nach ein wenig Rumschaun, inspizieren der Kühlwassereinlässe inklusive kam dann doch etwas mehr Kühlwasser. „Fahr mal los. Hab aber bitte ein Auge drauf.“ „Wenn da weniger oder nichts mehr kommt, werd ich langsam rein fahren und euch informieren!“ Unterdessen war Philipp nochmals zum Anleger gekommen und wir verabschiedeten uns nochmals herzlich voneinander.

Mit verhaltener Gangart tuckerte ich dann aus dem Hafen. „ARNE! KOMM NOCHMAL RAN!“ rief Sven hinter mir her. Der Blick auf den Kühlwasserstrahl oder vielmehr dahin wo er sein sollte ….. Ja lieber Leser es war ein weiteres Mal so weit: ER WAR WIEDER DA!!!
Erzeugt von der völligen Ermangelung irgendwelchen Wasseraustritts an der Kühlwasseraustrittsöffnung.
 
NICHTS!! Kein Tröpfchen!!!

Das Boot wurde langsamst in den Hafen manövriert. „Das müssen wir rausnehmen und überprüfen!“ „Besser als einen kaputten Motor!“ erwiderte ich verständnisvoll. Nachdem Sven und ich mit Ingo kurz Kriegsrat gehalten hatten, drückte mir Ingo einen Bootschlüssel in die Hand: „ Ist das kleine weiße Boot hinten im Hafen. Fahr du erstmal raus und wir kümmern uns um das Kaasbol. Ich melde mich wenn du das Boot wieder tauschen kannst.“ „Soll ich was helfen?“ „Quatsch! DU gehst Angeln. Deswegen bist du ja hier!“ Also auf zum Hafen. Eben die wenigen Klamotten auf das andere Boot rüberbringen.
„Rucksack? Hab ich!
KöderKisten? Hab ich!
Messer und Hakenlöser? Jepp!
Gaff? Jo, anwesend! (Es tritt auf )
Lappen? In der Fischkiste auf dem Boot!
Jetzt noch die Angeln! Jawohl und ab geht’s!“
Raus aus dem Hafen und erstmal das Echolot anschalten. UPS! „Nur“ ein 136erDF ohne Kartenplotter und meine Karten sind wo sie sein sollten. In der Klarsichtschutzhülle auf dem Sofa im Hotelzimmer. „Ach wird schon gehen“ war mein erster Gedanke. Ich wollte eine Unzufriedenheit die in mir keimte eben in diesem ersticken. Mein Blick verfolgte die Anzeige auf dem Echolot. Sie wollte sich einfach nicht aufbauen. Das Echo fand keine Tiefe. Also Gang raus und langsam fahren. Siehe da und ich bekam eine Anzeige auf dem Echolot. „Geht ja doch irgendwie!“ Nicht wirklich. Innerlich war ich: unzufrieden? Eigentlich nicht. Ihr kennt das Gefühl welches man hat, an einem Tag, an dem nichts wirklich „rund“ läuft? In etwa so war es bei mir.
„Fang erstmal einen Fisch und die Welt sieht schon besser aus!“
 
Ich fand einige gute Echos und wollte mit dem Fischen beginnen. Montage war noch von Gestern fertig an der Angel montiert. Haken aus der Öse gelöst und den Pilker leicht über Bord schwingen lassen. Plumms und er begann mit dem System im Schlepptau seine Reise in Richtung der Fische. Meinen Schnurfangbügel an der Rolle fest geschlossen schaute ich hinterher. Montage geht runter und der Bügel ist zu? Schnur läuft auch nicht!!!
Es bedurfte keines prüfenden Blickes in mein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche nachdem ich feststellte, das auf unerfindliche Weise der Wirbel, in der das System mit anhängendem Pilker befestigt war, gebrochen war. Ich hatte wohl ein weiteres Mal IHN gehabt. Eben diesen Gesichtsausdruck. Zweimal an einem Tag in kurzer Abfolge, dieses ungute Gefühl im Bauch bin ich zurück zur Anlage gefahren. Auf der Rückfahrt kreuzte ich die Wellen eines der großen Fährschiffe, die den Fjord durchfahren. Das Boot schaukelte in den Wellen hin und her. Mein Rucksack, die KöderKisten, DAS GAFF und alles andere wurde gut durchgewirbelt.
„Na klasse! Danke du rasender DÄNE!“ fluchte ich dem Dampfer hinterher.
Im Hafen angekommen fing ich an das Boot auszuräumen. Erstmal flog mein Rucksack an Land. Vor mich hingrummelnd vertäute ich das Boot und räumte den vom Dänen durch gewirbelten Kram in die Fischkiste. Messer und Hakenlöser flogen hinein, gefolgt vom Lappen und dem GAFF .
Mit einem Ruck hob ich die Kiste an und stellte, na ja es war schon fast ein Werfen, auf den Anlger. RUMMS! Rappel Klapper und es folgte ein PLUMS!
Aus dem Augenwinkel, welcher sich wieder inmitten DIESES GESICHTSAUSDRUCKS (ja lieber Leser NR. 3 für den Tag!!!) verfolgte ich den finalen Sturz von Svens GAFF !
Ein beherztes Nachfassen bis zum Ellbogen erbrachte nur nasse Klamotten. Ein Erreichen oder gar Festhalten misslang gänzlich. Norwegens Gewässer sind sehr klar und so mußte ich den finalen Abgang oder vielmehr das Abtauchen lang miterleben.
Ihr erinnert euch an Teil 2?

„…..und Sven sagte zu mir: „Nimm mal mein Gaff mit. Sicher ist sicher.“
Ich habe bis dato nicht erwähnt, dass mir das Gaff von Sven mit den Worten übergeben wurde: „Hab ich jetzt seit 18 Jahren!“

MEA CULPA! Lieber Seven es tut mir wirklich leid. Hoffe dein Neues „Fangeisen“ leistet dir ebenso treue Dienste wie dein altes Gaff.
So nun ist dies gebeichtet.

Wie gebeichtet versankt das Gaff im Fjord und mir entfuhr ein sehr laut über den Fjord gebrüllter Fluch. Nur ein Wort! Ist klar welches Wort!

Über meine eigene Schusseligkeit wütend stapfte ich mit meinen Klamotten unterm Arm OHNE GAFF den Berg rauf zum Motel. Oben angekommen schaute mich Sven verständnislos an. ER wusste ja noch nicht um den Verbleib seiner 18 Jahre treue Dienste leistende Landehilfe mit Kultstatus.

Oh lieber Leser ich hoffe es langweilt nicht:

ER WAR WIEDER DA!!!

Welch ein Tag. Ein weiteres Aufblitzen dieser Fratze. Der Anblick des Schreckens und ich war auch noch der Verursacher. Sven schaute mich nur an und stammelte: „Mein Gaff? Ja nein oder wie jetzt? Nein das kann….. nein nicht so ernst schauen!“ „Nimm dir bitte ein Gaff von Ingo aus dem Angelshop auf meine Rechnung!“ konnte ich nur entgegnen. Ärger über mich selbst im Bauch verzog ich mich und ließ Sven ungläubig dreinblickend zurück.
Eine Tasse Kaffee, eine Zigarette später war ich soweit beruhigt, mich mal nach dem Zustand meines Kaasbol zu erkundigen.

Mich trieb es aber erstmal zu Sven. „Gib mir mal bitte die Hand ich möchte mich entschuldigen. War nicht nett dich so anzugrummeln zumal ich auch noch dein Gaff versenkt habe. Ich war über mich selbst sauer und hab dich angegrummelt was nicht ok ist.“ „Mach dir mal keinen Kopp!“ und ein Grinsen welches eine angenommene Endschuldigung widerspiegelte beruhigten mich dann weiter.
Kurzum haben wir dann zu dritt festgestellt, dass sich wohl in den Kühlschläuchen etwas befunden hatte, was nun nicht mehr da war. Beim Durchspülen des Motors kam dann nach kurzer Zeit auch wieder die entsprechende Menge Kühlwasser. Drei Mann und ein Motor ähm und ein Boot. Schulter zuckend, es mit einem „ist wohl jetzt alles raus“ wurde das Kaasbol wieder zu Wasser gelassen.

„So etwas in der Art hatte ich auch bei meinem Boot. Kommt schon mal vor. Einmal richtig durchgespült und gut ist wieder. Lieber so als einen defekten Motor!“ kommentierte ich Ingos Sorge hinsichtlich meiner „Ausfallzeit“. „Ich hätte doch mit dem weißen Boot fahren können. Der Rest war Selbstverschulden!“ und meine Gute Mine verwischten dann auch Ingos Bedenken.
An diesem Tag bin ich später nochmals kurz zum Fischen gefahren. Mal sehen ob ich die Seelachse auf einen Drill einladen kann! Die Einladung wurde mehrfach an diesem Tag noch angenommen.
Das Wetter fing jedoch an sich zu verschlechtern und ich beschoss zeitig den Hafen anzusteuern. Ein wiederum gelungenes Abendessen beendete diesen Tag!
In der Hoffnung, Morgen nicht diesen speziellen Gesichtausdruck zu sehen/haben bin ich dann in meine „Koje“ verschwunden.

Das ich in den nächsten Tagen bei jeder sich bietenden Gelegenheit von Sven auf sein Gaff angesprochen wurde bedarf keiner Erwähnung. Es geschah aber immer mit einem ironischen Unterton Ist ja gut! Aus!!! Schluß mit GAFF!
Es wird weitergehen!
Bis die Tage.
 

 
 
Angehängt habe ich euch die einzigen Bilder der Orkas. Ich hoffe ihr könnt etwas erkennen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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