Norwegen Angelfreunde

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Langenuen März 2008 - Teil 6

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Donnerstag:



…es donnert am Donnerstag, am Freitag hab ich frei und Samstag kommt das Sams.
In verlängerter Form das Wetter-Motto für den Tag. Ganz ein „Donner“-Wetter war es nicht aber dazu gleich mehr.

Wie jeden morgen begab ich mich zum Frühstück um genug Kraft für den Tag zu tanken. Es muß bei Erdbeermarmeladenbrot Nr. 2 gewesen sein, als mich Ingo über die Wetteraussichten für den Tag informierte.

„Ab Mittag starker Wind und Regen.“
Also das Frühstück abgekürzt und die Zeit bis zum Regen angeltechnisch ausnutzen. Auf dem Weg zum Hafen kamen mir 3 Angler entgegen, die mit ihrem kleinen Boot von einer anderen Wohnstatt zu uns rüber gefahren waren. Sie wollten sich bei Ingo einige Infos holen.
Am Hafen traf ich Sven. Mit einem fast flehenden: „18 Jahre. 18 Jahre und dann DU!“ wurde ich von ihm schelmisch begrüßt. Weiter übereinander witzelnd begann ich mein Boot für die Ausfahrt vorzubereiten. Derweil waren die drei Angler wieder am Hafen. „Kannst du den Jungs zeigen wo du die Seelachse gefangen hast? Die haben sie noch nicht so wirklich gefunden!“
„Klar. Mir nach. Ich hab auch keine Ahnung aber viel davon! Wird schon schief gehen.“
Ich verwies die drei auf einen freien Platz auf meinem Boot, welcher gern durch einen der ihren besetzt werden könne. Aber wie die Musketiere: Einer für alle, alle für einen! blieben sie beieinander. So fuhren wir in Richtung der Stelle, an der ich in den letzten Tagen Seelachse gefangen hatte. Kaum angekommen tauchten auch schon die bekannten Signale im „Mäusekino“ auf. Das Boot wurde aufgestoppt und ich bedeutete den anderen „hier“ nun mit der Angelei zu beginnen. Nach einem prüfenden Blick auf meine Montage und der WIRBEL, wir erinnern uns an Gestern, ließ ich das „Köderbuffet“ zu den Gästen herab. Ebenso wurde auf dem anderen Boot verfahren. Ich war noch nicht ganz auf Gäste eingestellt, da war auch schon die erste Bestellung an meiner Montage zu verzeichnen. Bügel zu, Anhieb, Angel krumm und die Bremse läuft.
 
Staunen auf dem Nachbarboot. An leichtem Gerät dauerte der Tanz mit dem Seelachs etwas länger aber am Ende war ich Sieger und konnte einen ca. 60cm langen Fisch landen. Die drei trieben wie ich genau über den Schwarm jedoch pilkten sie ihre Montagen langsam rauf und runter. Meine Montagen fingen meist schon auf dem Weg nach unten. Ein Pilken wie eh und je oder eingekurbelte Montagen brachten seltener Fisch. Wenn die kleineren nahe der Oberfläche.
Nach 4-5 weiteren Fischen war der Schwarm verschwunden. Unter zu Hilfenahme des Garmin-Gerätes versuchte ich den Schwarm erneut zu finden. Der Wind, welcher zwischenzeitlich aufgefrischt hatte, eine starke Strömung erleichterten nicht wirklich die Suche. Kurz hatte ich die Fische auf dem Mäusekino schon waren sie wieder verschwunden. Ich wechselte auf einen Pilker mit 200g um noch halberlei Wind und Drift ausgleichen zu können bevor es mehr zum Schleppangel ausartete.


Der Himmel wurde immer dunkler und verhieß nichts Gutes. Die anfangs noch verhaltenen kleinen Wellen waren stetig höher geworden. Man konnte schon fast von Seegang sprechen. Die Fischerei wurde immer mehr zum Glücksspiel. Als die 3 Jungs sich verabschiedeten und zurück fuhren, stieg ein Seelachs bei mir ein. Kein großer Vertreter seiner Art, mit Blick auf einen Regenschauer am Himmel, wurde er zum Weiterwachsen zurück in sein Element entlassen. Rasch waren die Angelutensilien zusammengeräumt und verstaut. Den Regenschauer beobachtend startete ich den Motor und fuhr zurück zur Anlage www.langenuen.com . Das Boot war gerade festgemacht und meine Sachen von Bord da begann Petrus die Schleusen richtig zu öffnen. Kurz vor dem Zustand: Jetzt bin ich nass erreichte ich mein Zimmer. Raus aus den Klamotten und erstmal eine Tasse Kaffee zubereiten. Die Frage: „Zweites Frühstück?“ habe ich mir selbst schnell beantwortet. Flugs waren die entsprechenden Utensilien auf meinem Tisch „aufgebaut“ und es konnte geschlemmt werden. Wohl von den Ereignissen der letzten Tage auch körperlich mitgenommen, blieb es nicht bei einem kurzen „Ich leg mal die Füße hoch.“!
Die Zeit am späteren Nachmittag bis zum Abendessen gab Petrus eine Vorstellung all seiner Möglichkeiten von Regen. Regen kurz, kräftig von schräg lings gefolgt von einem fast horizontalen Typ. Gepaart war der Regen mit Wind von wechselnder Intensität und Richtung.
Das Abendessen mit abschließendem Carameldessert waren ein kleiner Trost über den ersten halben Ausfalltag.

Tag 8 Freitag:


„Schneeflöckchen, weiß Röckchen.“ Jedoch unter diesem „Rock“ konnte man ganz Norwegen verstecken. So tat es der Petrus an diesem Tage. Er hatte in der Nacht schon begonnen das Bühnenbild vorzubereiten. Somit erblickte ich eine ca. 20cm hohe Schicht Neuschnee vor meiner Terassentür. (siehe Anhang)
Den ganzen Tag über zeigte Petrus sein Können hinsichtlich der Begebenheiten in welcher Art und Weise er Schnee über das Land verteilen kann. An Angeln war heute nicht zu denken. Jedenfalls sollte man bei solchen Bedingungen die Ausübung der Angelei lieber lassen. So tat ich es. Um den Tag etwas zu „füllen“ und nicht nur den Tag, habe ich mich zu Mittag mit einem leckeren Essen im Restaurant von www.langenuen.com
Die einzige zu verzeichnende Wetteränderung bestand aus dem Wechsel von Dauerschneefall zu einzelnen Schneeschauern. Mit etwas „Ich glotz TV“ und ein wenig Rumdösen hab ich den Tag verbummelt.


Beim Abendessen gesellte sich Ulrike zu mir. Eine Bekannte von Sven, die ebenfalls bei www.langenuen.com
Das kann man gut nachvollziehen. Ulrike und ich verabschiedeten uns mit dem beiderseitigen Wunsch, am morgigen Tag das Gespräch weiterzuführen.
Der erste volle Ausfalltag hinsichtlich Angeln. Ingo hatte mit gegen Abend noch die neuen Wetterdaten zukommen lassen. Es sah für den morgigen Tag nicht besser aus.
Wir werden sehen!


Es wird weitergehen!
Bis die Tage

Angehängt ein Suchbild: Wo ist der Fjord?
beschäftigt! ihren Urlaub verbrachte. „Wirklich nicht Angeln? So überhaupt gar gar nicht?“ war eine Frage meinerseits. Ulrike hatte nur einmal bis dato in ihrem Leben, wollte nicht und hegt auch keine Ambitionen irgendwann mal Angeln zu wollen. Nicht doch ? „Jedem Tierchen sein Pläsierchen!“ und wir haben uns sehr angeregt über alle möglichen Facetten des Lebens unterhalten. So verging die Zeit wie im Fluge. „Klick“ und auf einmal war das Licht aus. „Den hätten wir schon selbst gefunden Ingo!“ entgegnete ich ihm, als er grinsend um die Ecke schaute. „Ich wollte so langsam dicht machen. Ich hab ja nichts gegen Arbeit aber um 23:00 Uhr wollte ich denn das Restaurant mal schließen!“

 
 

Tag 9 Samstag:


Entgegen der Voraussage von Ingo, zeigte sich das Wetter an diesem Morgen besser. In Worten ausgedrückt: Kein Dauerregen mehr und der Wind war nicht mehr „stürmisch“. Ein Frühstück der Klasse „Lang und ausgiebig“ wurde angegangen. Dabei wurde das gestrige Gespräch mit Ulrike weitergeführt. In dieser Zeit betrachteten wir die sich langsam aufhellende Wetterlage.
Es muss um die Mittagszeit gewesen sein, als sich rein rechnerisch der zweite volle Ausfalltag ankündigte. Die Regenpausen wurden auch immer länger und somit hielt es mich dann auch nicht mehr lange. Ich fuhr raus und wollte nochmals den Leng nachstellen.

An einer viel versprechenden Stelle angelangt wurde die Montage herabgelassen. Ein halbes Kilo Blei wird wohl reichen…….oder auch nicht. Dies musste ich schon beim Herablassen feststellen. Kaum 50m Schnur abgelaufen und schon zeigte sich anhand selbiger ein starker Driftversatz. Kurzerhand habe ich die Montage aufgehalten und wieder eingeholt. Nochmals 300g wurden zugelegt. Nun rauschte der Köder schön gerade runter. Bei 150m war dann das Ziel erreicht. Recht schnell kamen die ersten zaghaften Probierbisse. Recht schnell merkte ich aber auch die zunehmende Drift. Auch die 800g wollten nicht auf Grund bleiben. Somit verzichteten die „Gäste“ auf weiteres Probieren. Bei ca. 200m abgelaufener Schnur und 150m Wassertiefe holte ich die Montage wieder ein. Erneut versuchte ich das Boot wieder auf die Anfangsstelle der ersten Drift zu legen. Dies war schon nicht einfach bei böigem Wind und immer noch zunehmender Drift. Dies zeigte das Garmin-Gerät nachdem ich aufgestoppt hatte.
 
Erwartungsvoll ließ ich meinen Köder schnell zu Wasser. Es zeigte sich wiederum ein starker Versatz des Bootes. Nicht nur an der Schnur auch auf der Anzeige des GPS. Das Blei erreicht den Grund. Aufholen der Schnur und nun ist das Büffet eröffnet. Wenn es nur auch dort wäre wo die Gäste sitzen. Es blieb nur durch wiederholtes Nachlassen der Schnur manchmal etwas länger in fängigen Regionen. Schon wieder fast 180m Schnur weg. Zum Körpertraining unter zu Hilfenahme von Grundbleien und deren hunderte Meter Rauf- und Runterkurbelei war ich nicht nach Norwegen gereist. Was also tun? Ein Blick auf den Tidenkalender zeigte mir, dass die Drift noch weiter zunehmen würde. Für den Sonntag war kein besseres eher schlechteres Wetter zu erwarten. Dies brachte mich zu der Endscheidung: Dann lade ich ein paar Seelachse ein!
Gesagt und auch getan. Die Naturköderangel wurde verstaut und ich begab mich auf die Suche nach den Seelachsen. Lange musste ich nicht „suchen“. Ein paar prüfende Blicke auf das GPS zeigten mir genug Stellen der Vortage. Das Echolot bestätigte die Vermutung bald mit der Darstellung vieler guter Echos.

Wie sich aber bald herausstellte, waren es viele Echos die es zu guten Echos werden ließen. Schon der erste Drill brachte eine volle Montage zum Vorschein. 4 Seelachse am System und einer noch am Pilker.

„Kindergartenausflug? Vorschulwandertag? Wo sind denn eure Eltern?“ mit diesen Kommentaren und etwas kopfschüttelnd entließ ich die „Rasselbande“. Keiner größer als 30cm und Köder brauchte ich ja keine mehr.

Flugs das System ausgehängt und einen 200g Pilker solo eingehängt. „Den werdet ihr wohl nicht kriegen“ Bügel auf und ab ging die rasante Fahrt Richtung der Kindergärtnerinnen. Soweit ich das kenne sind ja bei jedem Ausflug immer ein paar Betreuerinnen dabei und die wollte ich mir Angeln!!!

Der Wind hatte zwischenzeitlich etwas abgeflaut und ich betrachtete einzelne blaue Flecken im Grau des Himmels. Mein Blick schweift über den Langenuen und die ihn säumenden Berge. Ich fange einzelne Sonnenstrahlen ein, die wie Scheinwerfer durch die Wolken strahlen. Sie „zaubern“ mit ihrem leicht goldfarbenem Licht glitzernde Flecken auf das Meer. Dazu jagen einzelne dunkle Wokenfetzen über den Himmel. Mein Blick schweift auf tief verschneite Bergkuppen. Über sie jagen einzelne hell angestrahlte Flecken.

Gedankenverloren lasse ich den Bügel der Angelrolle umklappen. Einfach so, denn der Pilker müsste längst am Grund angekommen sein.

Angekommen war er auch. Nur nicht am Grund sondern im Maul eines Fisches!
Sich nun stark gegen diesen Zustand wehrend, entriss mir der Fisch erstmal ca. 15-20m Schnur. Diese musste ich dann erstmal zurückerkämpfen. Durch weitere Überzeugungsarbeit meinerseits gelang es mir den Fisch an die Oberfläche zu befördern. Ein schöner Seelachs der 70cm Klasse zeigte sich und wurde gelandet. Der Haken wurde entfernt und der Fisch kurz auf Unversehrtheit überprüft. Danach wurde die „Kindergärtnerin“ gebeten ihre Kolleginnen einzuladen bei mir anzubeißen.


In diesem Moment „erfasste“ mich einer der Sonnenstrahlen. Das wärmende Licht ließ mich meine Angel beiseite legen. Mit geschlossenen Augen bei entspannter Körperhaltung genoss ich diesen Moment in vollen Zügen.
Die Zeit war schon weit fortgeschritten und ich begab mich zurück zur Anlage.
Abendessen und Klönen mit Ulrike beendeten diesen Tag. Kein weiterer voller Ausfalltag. Nur ein halber. Mit der Hoffnung am letzten Tag nochmals Fischen zu können trollte ich mich irgendwann in meine Koje.