Norwegen Angelfreunde

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Langenuen März 2008

Bewertung:  / 1
SchwachSuper 

Langenuen März 2008

Moin!
Hier mein erster Bericht:
Vorweg: Bitte nicht nach mehr Fotos betteln oder an der Qualität der vorhanden mäkeln...es wäre Salz in die Wunde des vergessenen Ladegerätes der daheim nicht geladenen Fotocamera. Also nur Handyfotos

Nun aber los:
Wie es überhaupt dazu besser gesagt dorthin kam.
Es juckt in den Fingern und ich schaue doch mal in das Forum hinein. Nur mal ein paar Reiseberichte anschauen. Es war irgendein verregneter Tag.....Zeit ein wenig im Internet zu stöbern.
"Schöne Boote. Zimmer wär frei im Angebot 10 Tage bleiben 7 zahlen. Restauration wär auch vorhanden." Der Weg im Internet ist ja nicht weit zur nächsten Fluggesellschaft. Etwas über 200 Euronen hin und zurück.
Die nächsten Gedankengänge sind wohl einigen von euch bekannt und bedürfen keiner weiteren Ausführung.
Endergebnis: Urlaub am Langenuen über Ostern. Die Tage bis dahin wurden gezählt und am Karfreitag ging es dann los.

Tag 1 Karfreitag:

Ein Freund holt mich pünktlich ab. "Noch nen Kaffe und dann zum Flugplatz"
Gepäckabgabe inkl. Check-In war schnell erledigt und so begab ich mich zur Sicherheitskontrolle.
Sachen auf das Band und selbst durch den "Durchleuchter". Eine freundliche Dame fragt mich ob sie dürfe. Durfte sie und hatte an mir selbig nichts zu beanstanden. Dann aber hatte die andere freundliche Dame ein wenig "Gesprächsbedarf" hinsichtlich meines Handgepäcks. "Gummifische. Socken Mütze und zwei Angelrollen". Ihr kennt dieses Gesicht was jemand macht in dessen Hirn alle Alarmsysteme aufheulen. "Nee oder?" "Doch...." und ich wußte einen Fehler gemacht zu haben. (Zu wenig Forum gelesen?!)
"Und wie lösen wir das Problemchen? Mit einem Becherchen?" führte zu allgemeiner Heiterkeit und mir wurde gesagt das Handgepäck noch zusätzlich aufzugeben. Zu meinem Erstaunen nahm sich eine der freundlichen Damen meiner an und geleitete mich zum Schalter an der Schlange der Wartenden vorbei und das "Problemchen" war nach 5 Minuten erledigt. Danke nochmals an die netten Damen in D'dorf.

Der erste kalte Schweiß wurde von der Stirn gewischt und ich enterte den DF-Shop. Stange Kippen und eine Flasche vom Guten für die Vermieter. An der Kasse wie üblich das Ticket vorgelegt. Ähm ich sprach eben von Gesichtsausdruck....DA WAR ER WIEDER!!!!
"Also in Amsterdam hat es schon Probleme mit unseren DF-Klarsichbeuteln geben." "Ähm aber die Zigaretten gehen ja?" "Ja ja"
Ein wenig enttäuscht schritt ich von dannen. In Amsterdam ging der Anschlußflug so knapp, daß ein Besuch des dortigen DF nur im Laufschritt möglich gewesen wäre.
Bei einer Tasse Kaffee und einem kl. Frühstück verging die Zeit zum Boarding recht schnell. Pünktlich wurde der Flug aufgerufen und man bestieg das Flugzeug.
Begrüßung durch den Kapitän mit der Anmerkung erst noch das Flugzeug enteisen zu müssen und es zu einer leichten Verspätung kommen könnte. Die Abflugzeit rückte näher und wir standen in der Warteschlage zur Enteisung. Als sich unsere Abflugzeit in Richtung unserer Ankunft in Amsterdam bewegte fragte ich eine Stewardes wie es mit dem Anschluß sei. "Bekomm ich den?" Sie wolle sich erkundigen und Bescheid geben. Der Japaner, mit Ziel Osaka, neben mir machte ebenfalls keinen glücklichen Eindruck. Ich beobachtete wie die Stewardes mit dem Kapitän sprach und wieder zurück kam. Ihr könnt es euch denken: Dieser Gesichtsausdruck....ER WAR WIEDER DA!!!!
"You will miss your flight at Amsterdam. Go to the TransferDesk."
Gesagt getan. Nach der Landung in Amsterdam bin ich dort hingegangen. Viel los. Sehr viel los. Aber die Bearbeitung läuft reibungslos und schnell. Es waren nicht mehr als 20 Minuten Wartezeit als ich von einer netten Dame betreut wurde. Ein neuer Flug wurde gefunden und sogar ein Fensterplatz. Jedoch erst in ca. 4 Stunden. "Sorry Sir." Ausgestattet mit einem Beschwichtigungs-Gutscheinheft bin ich erstmal zu einem I-Net Punkt und die 5 Euro-Karte eingelöst und eine Nachricht an Langenuen Camping+Motel abgesetzt über die Verspätete Ankunft. Nicht gegen ca. 19 Uhr wie geplant sondern gegen 23 Uhr.
 
Mit der vielen Zeit konnte ich den noch fehlenden "Guten Tropfen" erstehen. "Essensgutschein" eingelöst. Dann habe ich versucht in diesen Sofas mit Sesselunterteilung irgendwie zu dösen. Sitzen geht nicht wirklich. Liegen durch die Lehnen auch nicht oder man drapiert sich irgendwie darüber drunter oder wie auch immer. Nach 2 Stunden war mein Rücken nicht mehr mit dieser Situation zufrieden und gab "Laut". Der Abflug kam auch langsam näher. Boarding ohne Probleme aber wie der ersten Durchsage zu entnehmen war, würde auch dieser Flug verspätet sein Ziel erreichen. Es war dann gegen 23 Uhr als der Flieger im nächtlichen Bergen landete. Ich schlich langsam zur Gepäckausgabe und harrte der Dinge, genauer meinem Gepäck, was dort kommen möge.

"Große Tasche da. Das Handgepäck erscheint..........und irgendwann stoppt das Band." Dieses Mal zeigte sich der Gesichtsausdruck, ihr wisst welchen ich meine, auf meinem Gesicht. "Wo sind meine Angeln?" Umgeschaut und einen Gepäckschalter gefunden. "I'm missing some luggage." Der nette Herr nahm sich meiner an und tippte alles in seinen PC. Ich erhielt eine Quittung und meine Frage wann ich denn evtl. mit den Angeln rechnen können und wie ich dran käme wurde knapp beantwortet: "Tomorrow. Or on Sunday. Maybe Monday. We will call you."
Nun auch noch meiner Angeln "beraubt" schlich ich durch den Zoll. Keiner da. Raus und zum FlyBus. "Frag mal lieber beim Fahrer nach ob in Nestum noch ein Bus fährt und auch bei Langenuen hält" Ihr könnt euch die Antwort denken.
 
Es war ja Karfreitag. Noch!
Nun kommt der finanziell richtig saure Apfel: Eine Taxifahrt in Norge. Nächtens am Feiertag. AUTSCH!!!!!! Genaues erspare ich euch. Glücklich war ich über die am Anlieger abfahrbereite Fähre. Was sie auch umgehend tat. Ein freundlicher junger Herr der Fährgesellschaft hat mir dann noch ein Taxi für die letzten paar KM zur Anlage organisiert. Ich wollte einfach nur noch irgendwie ankommen und da eh kein Bus mehr fuhr, meine einzige Alternative. Eine kurze Wartezeit am Anlieger von ca. 30 Minuten hab ich dann im Wartehaus verschlummert.

Es war dann irgendwas um 1 Uhr in der Nacht als ich bei Langenuen angekommen bin. Sorry nochmals Ingo! Selbiger begrüßte mich obwohl der nächtlichen Stunde sehr freundlich.
„Hier ist dein Schlüssel für das Zimmer. Wann Frühstück? Also gegen 9 Uhr. Gut dann geh erstmal pennen, den Rest erledigen wir morgen in aller Ruhe.“
Gesagt getan. Nettes Zimmer. Sauber, gepflegt, Sat-TV und eine kl. „Küche“ also doch noch einen Kaffee. Zur Ruhe kommen…….und dann bin ich auch schnell eingeschlafen.

Nachtrag:
Bilder gibt es noch keine. Von diesem Tag hab ich keine. Braucht es auch keine, nicht wirklich!

 

 
 

 

 

 

Tag 2 Ostersamstag:


Langsam aber immer lauter dringt das Klingeln der Weckerfunktion meines Handys in meinen Schlaf ein. Etwas mitgenommen vom letzten Tag fange ich an mich erstmal innerlich zu sammeln und entscheide mich erst nach dem Duschen einen Blick aus dem Fenster zu werfen.
Gestärkt durch die ersten Schluck Kaffee wage ich es und trete an das Fenster und öffne den Vorhang.
Es verschlägt mir die Sprache. Blauer Himmel durch und durch, Wolken Fehlanzeige und der Fjord liegt ruhig zu meinen Füßen. Nicht nur der Fjord sondern ca. 5-10cm Schnee liegen auch zu meinen Füßen. Die Berge gegenüber sind auch mit Puderzucker überzogen. Postkartenmotiv! (siehe Anhang)
Einfach nur Landschaft schauen und genießen. Fast wäre ich zum Frühstück zu spät gekommen. Ingo zeigte mir erstmal wo es was gab. Lecker frische Brötchen und Brot. Wurst, Käse und JEPP!! „Erdbeermarmelade“. Den tollen Blick auf den Langenuen gab es noch gratis dazu. Wenn nur jeder Tag so beginnen könnte……...
Den abschließenden Kaffee hab ich bei Ingo und Juliane in der Rezeption genossen.
„Ob deine Angeln irgendwie noch kommen würde ich nicht unbedingt drauf warten. Aber du kannst dir bei mir Ruten leihen.“

Bei Leihgerät bin ich eigentlich immer etwas „vorsichtig“ aber dieser Vorbehalt war nach wenigen Augenblicken zerstreut. PENN Never-Crack in verschiedenen Ausführungen und Wurfgewichten stehen zur Verfügung. Wir wurden uns schnell einig welche Ruten wohl für meine Angelei die passensten sind und ich konnte zwei Ruten mit meinen Rollen, die waren ja da, fertig montieren. Gute Rollen waren zwar auf den Leihruten, ein wenig eigenes Gerät wollte ich aber doch fischen. Wenn denn schon die eigenen Angeln irgendwo sind.

Währenddessen war auch „Pommernsven“ dazugekommen. Schnell waren wir mitten in der Fachsimpelei und irgendwie zuckte es wohl so offensichtlich, dass mir geraten wurde so mal in ein paar Minuten am Hafen zu sein. „Bootseinweisung damit du Fischen kannst und wieder ruhige Finger bekommst!“ Es muß wirklich sehr eindeutig gewesen sein, dass ich JETZT und SOFORT zum Fisch wollte.

Schnell hab ich mich dann kälteresistent Angezogen und bin zum Hafen. Wie verabredet war Sven schon dort und zeigte mir mein Boot. 17Fuß Kaasbol Aluboot mit 50PS Viertakter. Ausgestattet mit einem Garmin Farb-Echolot mit GPS-Kartenplotter. Es folgte eine ausführliche Einweisung zum Boot wie auch zur Handhabung des Garmin-Gerätes.
Es konnte losgehen…..und Sven sagte zu mir: „Nimm mal mein Gaff mit. Sicher ist sicher.“
Doch zum Gaff später mehr.

Langsam manövrierte ich das Boot aus dem Hafen. Nimmt gut das Ruder an und der Motor schnurrt mit einem Zuverlässigkeit ausstrahlenden Brummen hinter mir. In nur etwas mehr als 200m vom Hafen liegt ein weiteres Boot von Langenuen und ich steuere in diese Richtung und werfe die ersten Blicke auf das Echolot. „Wölkchen Wölkchen wo seid ihr denn?“ ging es mir bei der Suche nach Fischschwärmen durch den Kopf und schon war die erste Wolke auch schon auf dem Schirm. Blick zurück zum Hafen. 150m und nicht viel mehr erst entfernt. „Gut dann soll es so sein.“ Ging mir durch den Kopf als ich meinen Pilker samt System auf die erste Reise schickte. Eine kurze Reise als nach ca. 25m keine Schnur mehr ablaufen wollte. Bügel umgeklappt und langsam Fühlung zum Fisch aufnehmen. Ich angle sonst auf Zander daher meine Vorsicht, welche jedoch schnell verflog. Die ersten Seelachse hatten sich das System geschnappt und waren auf und davon. Von wegen „langsam“ Fühlung aufnehmen! Der erste Drill begann. Zu meinem Glück waren sich die 3 Seelachse nicht ganz einig wohin sie reisen wollten. Schnell war jedoch allen klar, die Reise ging nach oben, dank meiner Überzeugungsarbeit mit Rute und Rolle. Jeweils 45cm mögen die 3 gehabt haben denn sie werden in Zwischenzeit wohl etwas zugelegt haben. Wie auch noch einige weitere ihrer Kumpels welche sich auch diesen „Kurztripp zum Fjord von Oben schauen“ nicht entgehen lassen wollten. Zwei waren aber so übermütig und hatten die Haken nicht vorschriftsmäßig im vorderen Maulbereich und mussten versorgt werden. Man braucht ja auch frische Köder. Nach einer kurzweiligen Stunde bin ich etwas weiter gefahren. Ein Seezeichen mit Namen: Schwarze Tonne sollte das Ziel sein.

Erstmal vor dem Berg nachsehen und bis dahinter bin ich erst nicht gekommen. Erste Echos in ca. 40-50m Wassertiefe. Montage runter, Schnur läuft nicht mehr und nun ohne Vorsicht den Anhieb gesetzt. Gut wenn die Bremse gut eingestellt und arbeitswillig ist. Schnell waren ca. 15-20 Meter Schnur abgelaufen bis ich den Fisch unter Kontrolle bekam. Einige kleinere Fluchten später hielt ich meinen ersten Seelachs von etwas mehr als 65cm in Händen. Dank des Garmin-Gerätes konnte ich immer wieder Fühlung zum Schwarm aufnehmen und aus selbigem war es mir möglich kontinuierlich schöne Fische zu fangen.
Gegen 15 Uhr kam Sven mit 2 Bekannten vorbei und begann nicht weit von mir entfernt mit der Naturköderangelei. Nach nicht ganz einer Stunde wurde auf Sven’s Boot ein guter Lengfisch gelandet. Petri! „Das sollte ich denn Morgen auch versuchen!“ Aber jetzt ist Abendessen angesagt. Angelkram verstaut und rüber zur Anlage gefahren. Norwegen: Angeln der kurzen Wege!

Pünktlich wurde mir von Juliane das Abendessen serviert. „JA die Portionen reichten! Wirklich!“ Mit Blick auf den abendlichen Fjord, mit den Gedanken noch beim Angeln, gab ich mich dem Schlemmen hin. Dann kam es oder vielmehr ER …… der Nachtisch!!!
Julianes Caramelpudding……ich kann nur sagen: Müsst ihr probieren. Für entstandene „Sucht“ übernehme ich keine Haftung!!!!

Der Nachtisch war grad genossen, da kam Sven vorbei. Wir haben über die Angelei im Langenuen gesprochen und er gab mir einige Tipps und Tricks für den nächsten Tag. Der Erfolg auf seinem Boot hatten mein Interesse verstärkt gezielt auf Leng zu fischen. Die selbe Angelei wollte Phillip, der mit seinem Vater auf Tour in Langenuen war, am morgigen Tag auch machen. Sein Vater aber einen Ruhetag. Die Bootsbesatzung war geklärt und ich verzog mich auf mein Zimmer. „Auf Morgen dann!“

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 

 

 

 

Tag 3 Ostersonntag:


Frohen Mutes spring ich pünktlich aus den Federn und schiebe erwartungsvoll den Vorhang beiseite. Ihr könnt euch an den Gesichtsausdruck von Freitag erinnern? DA WAR ER WIEDER und zu meinem Leidwesen zeigte er sich wieder auf meinem Gesicht. Wo gestern herrliches Blau den Himmel färbte nahm ich ein Irgendwas in Grau war. War das auch Regen? Ja und Wind gab es auch dazu. Von diesem Anblick etwas entmutigt ging ich erstmal zur morgentlichen Stärkung. Bei Ingo erfragte ich die aktuellen Wetterdaten und Aussichten für den Tag. So grade eben konnte ich noch damit leben und wie verabredet bin ich mit Phillip los.
Wir sind mal hierhin und mal dorthin. Haben die Fische gesucht aber nicht wirklich gefunden. Die Drift hatte stark zugenommen und die Grundangelei gestaltete sich schwieriger als erwartet. An der ersten Stelle konnten wir beide einige zaghafte Bisse auf unsere Makrelenhäppchen verzeichnen. Hängen blieb jedoch keiner. Als dann ca. 800g Blei bei 90 Meter Wassertiefe nicht so wirklich davon zu überzeugen waren ihren Dienst auch bitte ganz unten zu verrichten brachen wir den Versuch an der ersten Stelle ab. Nach kurzer Beratschlagung wechselten wir auf die andere Seite des Fjords. Dort hatten Phillip und sein Vater einige Leng in den letzten Tagen fangen können. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir eine andere sehr viel versprechende Stelle. Kurz gesagt schickten wir unsere Köder dort auf die Reise. Bei 129m endete diese und sofort ruppelte es an beiden Angeln. Mit der Lengfischerei noch nicht so vertraut hab ich natürlich sofort angeschlagen. „Weg!“ „Meiner auch!“ kommentierte Phillip seinen ebenfalls missglückten Anhieb. „Die kommen wieder!“ war kaum ausgesprochen als bei mir ein Fisch sofort und jetzt gleich ca. 5m Schnur haben wollte. Bekam er auch, da meine Bremse sehr leicht eingestellt war und somit keinen großen Widerstand bot. Derweil war unser Boot verdriftet und das Echolot zeigte nur noch 70m Wassertiefe. „Noch mal?“ „Klar! Da muss doch einer hängen bleiben!“ Gesagt getan und schon bald waren wir wieder „Auf Punkt“ und die Montagen wurden abgelassen.

Wie beim ersten Mal war direkt nach Ankunft der Montagen am Grund wieder „Spiel“ in den Angeln. Jedoch waren die Fische immer noch Herr der Lage und sprangen uns gekonnt vom Haken. Ein dritter Versuch wurde gestartet, da wir erneut stark verdriftet waren. Ihr könnt euch das Ende denken: Kein Fisch wollte am Haken hängen bleiben. Phillip hatte einen kurzzeitig im Drill doch verlor den Fisch nach kurzer Zeit. Das Boot war entsprechend des Windes, der zugenommen hatte, und der Drift wieder weit vom „Punkt“ entfernt.
„Das wird irgendwie nix heute.“ „Nicht wirklich. Ein wenig noch auf Seelachs probieren?“ „Bis zum Regen der gleich kommt.“

Wie angesagt begann es dann gegen 14Uhr mit dem Regen und wir stellten die Angelei für den Tag ein. ……………………………
Für den TAG hab ich geschrieben!!!
Denn nach dem Abendessen, ihr habt es schon erraten, haben wir uns unten am Hafen getroffen um ein wenig auf irgendwas, was denn an den Haken möchte, zu Angeln. Den ersten schönen und kampfstarken „Kettenfisch“ hatte Phillip. Gefolgt von einem weiteren ebenfalls „eisen“harten Gegner an meiner Montage. Wir haben uns dann gegenseitig die Pilker geliehen und weiter gemacht. Ich bekam einen „Biss“ oder so. Jedenfalls zog es an der Angel und ich begann zu „drillen“. „Brauchtest du nicht noch nen Pilker ca. 150g in Orange?“ fragte ich Phillip als ich meinen „Dorschmontagen-mit-Pilker-Fisch“ ausgedrillt hatte. „Ja der passt!“ und er montierte den Pilker und ab in den Fjord. Brachte den ersten Seelachs des Abends in Ködergröße!!!

Zwei, drei Köder/Köhler später ließen wir die Montagen nur so vor den Füßen baumeln und schauten über den nächtlichen Fjord und fachsimpelten über die von uns gefangenen Fische. Wir mussten feststellen, dass wir für zwei Norge-Novizen doch schon ganz schön auf den fachlichen Putz hauten. „Zweimal hier und Ahnung wie das ganze Forum zusammen!“ und wir mussten herzhaft über uns selbst lachen.

Wir beschlossen uns am morgigen Tag nochmals die „Houdinis“ vom 129m-Loch vorzunehmen.
Eine Überraschung wartete dann auf meinem Zimmer auf mich. Meine Angeln waren da!!! Wie mir Ingo sagte wurden sie mit dem Taxi von Bergen/Flugplatz bis zur Anlage www.langenuen.com geliefert. Irgendwas um die 2.400 NOK stand wohl auf dem Lieferzettel des Fahrers. Mir egal zahlt KLM! Nun konnte ich endlich mit meinen Angeln auf Fischwaid gehen.
„Morgen, ihr Houdinis, kann ich besser Zaubern!“


Tag 4 Oster-Montag:


Das Wetter hat sich etwas beruhig über Nacht. Der Wind ist nicht mehr ganz so stark und es ist trocken. Da ich nun meine eigenen Angeln habe, fahren wir nach dem Frühstück erstmal zur schwarzen Tonne. Ein paar von den Seelachsen ärgern. Sie lassen sich auch nicht lange bitten! Schnell hängt der erste 60cm+ am Haken des Pilkers. Ebenso haben sich bei Phillip ein paar Seelachse über seine Montage hergemacht und wir drillen im Duett. Herrliches, kurzweiliges Angeln auf Seelachs mit leichtem Gerät füllte schnell die nächsten 1 ½ Stunden. Nachdem sich dann ein viertes Boot aus einer anderen Anlage näherte, fragten wir uns: Soviel Wasser und alle um uns rum? Wir hatten das Gefühl nicht gerade freundliche Blicke auf uns zu haben. Lag es daran, dass wir fingen und uns die Fische öfters aus den „Händen gefallen“ sind zurück in’s Wasser? Die anderen Boote angelten auch sehr „aktiv“ mit Pilkern und Makks also nicht mit Naturköder auf Grund; fingen aber nur vereinzelt Fisch.

Wir überredeten gerade wieder zwei 60er Seelachse doch noch schwimmen zu wollen, als wir ein nicht freundliches Gegrummel vernahmen aus Richtung zweier anderer Boote, die recht dicht beieinander lagen. Wir schauten uns an und ohne weitere Worte verstauten wir unsere Angeln und fuhren von dannen. Ich hatte noch nicht erwähnt, dass unsere freundlichen Grüße am Anfang von den anderen Booten nicht erwidert wurden? Jetzt auch Makulatur.
Ich war innerlich sehr froh jemanden wie Phillip kennen gelernt zu haben, mit dem man sich nach kurzer Zeit schon fast wortlos versteht.

Wir wollten ja eh unsere Eintrittskarte zu Leng-Houdini-Show einlösen.

Auf denn zur Bühne!

Es treten auf: Zwei Norge-Novizen und die Houdini-Leng vom Langenuen!!!
Gleiches Spiel wie Gestern auf selber Bühne. Das Boot liegt wieder auf dem Punkt genau. Zu unserer Freude herrschte nur wenig Drift. Somit konnten wir mit 500g Gewichten unsere Köder in’s Spiel bringen. In Windeseile waren die frischen Köder dort wo sie sollen. Erwartungsvoll beobachten wir unsere Angeln. Die ersten Anbisse kommen. Anders zum Vortag ist der Einsatz der Leng energischer. Bei Phillip dauert es nicht lange und der erste Fisch ist soweit entzaubert, dass er am Haken hängt. Der Drill zieht sich hin. Langsam aber sicher gewinnt Phillip seine Schnur zurück. Am anderen Ende kommen nun einige Zaubertricks zum Einsatz. Ohne Erfolg! Phillip lässt sich nicht täuschen und gewinnt schlussendlich! Ein Leng durchbricht die Oberfläche! Wird langsam Richtung Gaff (hier „taucht“ es wieder auf; aber später mehr zum Gaff ) dirigiert und ich kann den Fisch sicher landen. Riesenfreude über das gelungene Unternehmen Leng! Petri zum ü80cm Leng!

Meine Montage war eh längst oben da ich ja Phillip zur Seite stand.
Angespornt vom ersten Erfolg begaben wir uns erneut auf die Bühne und unsere Köder traten wieder auf. Diesmal erhielt ich umgehend nach Grundberührung eine Aufforderung zum „Tanz“. Dieser Aufforderung nicht abgeneigt, hab ich mein Einverständnis per kräftigem Anhieb gegeben. Sofort wollte der Fisch zurück in seine „Umkleide“ was ich jedoch mit beiden Händen am Rutenblank ziehend zu verhindern wusste. Meter um Meter pumpte ich den Fisch zur Oberfläche. Seine Abneigung brachte der Fisch mit starkem Zug zurück nach unten zum Ausdruck. Langsam aber sicher machte ich „dicken Backen“ bei dem Versuch den Fisch endlich zur Aufgabe zu überreden. Er gab auf nach langen Minuten. Nun konnte ich ihn Stück für Stück zur Oberfläche drillen. Dann war er da! „Wat is datt denn? So groß gibbet die wirklich? An meiner Angel?“ Ja es hatte funktioniert. Ein weiterer Leng wurde gelandet. 104cm ergab die Messung der Länge des diesmal nicht nur seines Namens nach „Lange“n Fisches.

Natürlich haben wir erneut die Bühne betreten und haben wieder geangelt. Aller guten Dinge sind drei. Es sollte so kommen. Wir beangelten die Stelle ohne weiteren Biss. Als wir zu weit verdriftet waren, kurbelten wir unsere Montagen zügig nach oben. Es müssen so 15-20 Meter gewesen sein, die ich schon an Schnur aufgenommen hatte, als jemand einen Einwand gegen weiteres „Köderbergen“ hatte. Wie sonst bei einem Zanderbiss beim VerticalAngeln schoß mir ein „Stromschlag“ durch die Rute als der Fisch den Köder nahm. Sofort sollte es mehrere Etagen tiefer gehen; laut des Fisches. Ich aber dem ungewillt gegenüber stehend habe angefangen mir meine Schnur zurückzuerkämpfen. Herr der Lage bleib ich und Phillip konnte meinen zweiten Leng an diesem Tag gaffen. (Achtung: Gaff! )

Er war es also der den Köder genommen hatte.

Ein Blick auf die Uhr zeigte die Zeiger auf: Abendessen! Gleichzeitig schellte mein Handy und Ingo fragte ob ich denn noch essen wolle. Ja klar bin gleich da!
Es dauerte dann doch etwas länger denn die Fische wollten noch versorgt werden.
Da wir am nächsten Tag erneut die Houdini-Show besuchen wollten, gestaltete sich der Rest des Abends recht kurz.
„Wohl an denn! Wir sehen uns im morgentlichen Lichte!“

Es wird weitergehen!
Bis die Tage

Bilder: "Ein Schiff wird kommen" und dieses kommt alle paar Tage.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

Tag 5 Dienstag:


Was mag Petrus heute in seiner Wetterküche für den Tag bereitet haben? Mein Blick fällt auf einen fast blank geputzten Himmel. Wenige kleine weiße Wölkchen unterbrechen das Blau. Wind war gestern, denn heute weht er an anderer Stelle, nicht bei uns. Das Frühstück ist schnell erledigt. Vorbei an einigen Eiszapfen, die in der Sonne glitzern, führt mich mein Weg zum Hafen. Dort erwartet mich schon mein Angelpartner und wir bereiten das Boot für die Ausfahrt vor.

Wir fahren Leng-Angeln CheckUp:
„Sprit?“
„OK“

„Motor?“
„OK und läuft!“

„Mäusekino läuft?“
„In Farbe und Bunt!“

„Angeln?“
„Bereit!“

„Köder?“
„Wie hätten wir es denn gerne? Geschnitten oder am Stück!“
„Nur ganze Ware bitte!“

Erstmal zu Ende Lachen……und wir nahmen Kurs Richtung der gestrigen Fangstelle.
Die Gedanken kreisen schon in 129m Tiefe. Weilen bei hungrigen Leng, die nur auf unsere Köder warten. Bei wem steigt der erste ein? Können wir die 104cm von Gestern noch übertreffen? Wieder „dicke Backen“? Die Anspannung wurde schon fast körperlich als ich von Philipp auf etwas querab auf der anderen Fjordseite aufmerksam gemacht wurde.
Mein Blick wanderte in Richtung der Stelle auf die er deutete.
DA! Ich erspähte in ca. 500m Entfernung zwei Rückenflossen welche die Wasseroberfläche durchbrachen.
„Tümmler?“ war mein erster Gedanke. Diese Tiere habe ich schon öfter, auch vom Boot, in Dänemark beobachten können. Somit war mir der Anblick vertraut. Irgendetwas stimmte aber nicht überein. Die Entfernung und Größe der Flossen passten nicht zusammen.

„Können das Grintwaale sein?“ fragte ich, als die Rückenflossen erneut auftauchten. Man konnte sogar die Atemwolken erkennen. Dieses hatte ich selbst aus weniger als 50m noch nicht bei Tümmlern gesehen. Kurz bevor die beiden wieder abtauchten, durchbrach wenige Meter vor ihnen eine weitere Rückenflosse die Wasseroberfläche. Langsam aber stetig „wuchs“ sie immer weiter aus dem Wasser. Es müssen mindesten 1 ½ Meter gewesen sein als erst der Rücken des Tieres langsam an die Oberfläche kam. Eine kräftige Atemwolke wurde ausgestoßen und gleichzeitig war er soweit an der Wasseroberfläche, dass wir kurz die weißen Flecken seiner Körperzeichnung ausmachen konnten.
ORKAS!!!
War unser zeitgleicher Ausruf.
„Hinterher?“
„Klar! Mach los! Hast du eine Camera?“

An dieser Stelle, der geneigte Leser mag es ahnen: DA WAR ER WIEDER!
Dieser Gesichtsausdruck! Dieses Mal konnte er sogar zweier Gesichter gleichzeitig habhaft werden. Meine Camera lag mit leerem Akku im Zimmer. Natürlich weilte das elektronische Bildaufzeichnungsgerät von Philipp ebenso in unerreichbarer Entfernung.

„Handycamera muss dann jetzt reichen! Also festhalten und hinterher!“
Den Kurs wählte ich im 45Grad Winkel in Richtung der Orkas jedoch entgegen ihrer Zugrichtung. Erstmal halbwegs hinter sie kommen um im respektablem Abstand, unter 200m wollte ich nicht ran, ihnen folgen zu können. Anfänglich sah auch alles gut aus und verlief wie geplant. Während der Annäherung tauchten die Orkas immer wieder auf. Als wollten sie uns zeigen wo es lang geht! Philipp übernahm das Steuer und ich bezog meine „Stellung“ im Bug. Bewaffnet mit der Handycamera schoss ich die ersten Fotos.

„Die sind noch zu weit weg!“ war kaum ausgesprochen als die große Rückenflosse abtauchte und weg waren sie. Einfach so weg. Mindestens 5 Minuten waren sie an der Oberfläche gezogen und nun wo wir fast dran waren, tauchen sie ab. Die Fahrt des Bootes wurde verlangsamt. Etwas später, jeder eine Seite des Fjordes beobachtend, lagen wir ohne Fahrt mitten im Langenuen. Es vergingen Minuten, es zeigte sich aber kein Wal mehr an der Oberfläche. Keine Atemwolke.
 
Nichts.

„Schade. Die sind wohl wirklich weg.“
„Wird wohl. Es kommt keiner mehr rauf. Entweder fressen sie jetzt oder ziehen tief im Fjord weiter. Ob wir sie verschreckt haben?“
„Kaum. Die sind bei dem Verkehr hier im Fjord bestimmt einiges mehr als ein kleines Angelboot gewöhnt.“
Wir waren beide froh, die Orkas wenigsten von Weitem gesehen zu haben. Aufgeregt darüber wurde mit leicht zittrigen Fingern ein Paar Zigaretten hervorgekramt.
Gerade als ich meine anstecken wollte, ein Auge immer noch auf den Fjord gerichtet, tauchte plötzlich die große Flosse wieder aus dem Wasser auf. In weniger als 250m zog sie an der Oberläche und der Orka stieß mehrmals Atem aus ohne abzutauchen.
„Der kommt auf uns zu!“ bemerkte Philipp als Erster. Zwischenzeitlich hatten wir den Motor abgestellt, trieben nur auf dem Fjord.
„Motor an?“
„Nein besser nicht! Hoffen wir, dass sie an uns vorbeischwimmen!“
So taten wir es: Einfach treiben lassen und „der Große“ kam langsam aber stetig weiter auf uns zu. In weniger als 100m Entfernung tauchten gleichzeitig zwei weitere Orkas querab zum Großen Orka auf. Sie kamen von der anderen Fjordseite und steuerten auf den Großen zu. Als wolle er alle versammeln! Es müssen um die 60-70m Abstand zu uns gewesen sein, da trafen sie aufeinander. Alle tauchten ab! Mit zittrigen Händen hatte ich einfach nur noch auf den Auslöser der HandyKnipse gedrückt. Selbst wollte ich nicht nur durch den Sucher die Tiere sehen.
Es waren weniger als 50m Entfernung zu unserem Boot als die große Rückenflosse langsam wieder auftauchte. Ein kräftiger Atemstoß und er taucht wieder ab. Wir erwarten ihn in ca. 20m querab vom Boot. Warten….warten….warten…. und müssen nach ca. 2 Minuten erkennen, dass die Orkas wiederum in die Tiefen des Fjords entschwunden sind.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir beide nicht mehr wirklich ansprechbar. Jeder musste erstmal das gerade Erlebte verarbeiten. Glaubt mir ruhig, wenn wir keine Ohren gehabt hätten, wir hätten glücklichst im Kreis gegrinst!!!
Ein Naturerlebnis, welches mir noch hoffentlich lange im Gedächtnis präsent bleiben wird.

Wie soll man sich nach so einem Ereignis auf das nun folgende Angeln konzentrieren? Wir haben auch länger darüber nachgedacht. Treiben mit dem Boot noch so auf dem Fjord, mit der Sonne im Gesicht, mit den Gedanken bei den Orkas. Die Frage: „Angeln?“ verschoben wir erneut auf später.
Nach ein paar weiteren Minuten fuhren wir dann Richtung unseres eigentlichen Zieles für diesen Tag.
Wir haben unsere „Bühne“ schnell wieder gefunden und begannen auch gleich mit dem Ablassen der Köder. Nach kurzer Zeit stellten wir eine gänzlich andere Drift fest als wir sie erwarteten. Statt langsam entlang der 129m wurden wir recht schnell darüber hinweggetrieben. Da es auf der einen „Seite“ recht gerade auf 60m raufgeht hingen unsere Montagen schnell mit der Schnur über die Kante. Wir kurbelten unsere Montagen schnell rauf, um einen eventuellen Hänger zu…….spät!!! Hängt fest! Nach ein wenige Zuppel und Zerren können wir die Montage doch noch befreien. Erneut versuchen wir das Boot entsprechend auszurichten. Die Drift drückt uns aber wiederum zu schnell über das 129m Loch hinweg. Ein weiterer Hänger ist die Folge. Glücklich über eine erneute Rettung der Montage aber frustriert nicht dort vernünftige Bedingungen zu haben, brechen wir das Angeln an dieser Stelle ab.

Wir wechseln die Seite des Fjordes und hoffen dort weniger dem nun stark zunehmenden Wind weniger ausgesetzt zu sein. Auch hoffen wir auf weit weniger Drift. Eine begrenzte Erhebung von 90m auf ca. 50m wird in’s Auge gefasst. Dank des Garmin-Gerätes treffen wir genau auf den Punkt. Echos auf dem Schirm zeigen uns die Anwesenheit von Fischen. Wir lassen unsere Montagen absinken. Auf der nicht der Strömung ausgesetzten Seite des Berges stehen einige gute Echos beisammen. Die Köder erreichen den Grund und wir beginnen mit der Überzeugungsarbeit. Es zuppelt zwar hin und wieder aber so richtig möchte keiner dort unten das gereichte Köder-Buffet eröffnen. „Sind wohl Wittlinge oder andere Nervensägen!“ wurde mit einem starken, kurzen Zug an meiner Angel dort unten quittiert. Anschlag und sitzt….was immer da auch dran ist. Es wehrt sich nicht und so richtig was großes scheint es auch nicht zu sein. Wittling aus 60m mit Augen wie ein Froschkönig war das Ergebnis. „Och nee!“
Derweil waren wir auf ca. 90m Wassertiefe abgedriftet. Es zeigten sich immer noch Echos auf dem Schirm. Also angelten wir weiter. Immer wenn man eine Zigarette ansteckt kommt das „Stangentaxi“ auch eins von Murphys-Gesetzen. Stimmt in diesem Falle wenn man das „Stangentaxi“ durch Fische an einer Angelmontage in 90m Tiefe ersetzt.

Mein Arzt wird es den Fischen danken, die Zigarette bleib aus und ich drillte die Störenfriede nach oben. „Hoffentlich nicht schon wieder Kleinkram mit Froschaugen.“ Es sollte der besagte „Kleinkram“ sein. Jedoch waren es zu meinem Erstaunen 3 Rotbärschlein von ca. 20cm Länge. Auch wieder Grimms-Märchen auf den Augen. Da dies nicht unbedingt meine Einstellung gegenüber Fischen wieder spiegelt, wenn ich die Angelei ausübe, wurde eine andere Stelle im Fjord angesteuert.
Dort angekommen konnten wir, in moderater Wassertiefe, mit der Angelei auf Seelachse, in vernünftigen Größen, den Tag ausklingen lassen.
Leider war dieser ereignisreiche Tag der letzte in diesem Urlaub an dem ich mit Philipp zum Angeln fahren konnte. In diesem Urlaub!

Ein weiteres „Naturereignis“ dieses Tages möchte ich euch nicht vorenthalten. Es hat mit dem hier geschilderten nichts zu tun, aber die Geburt meiner Nichte Anna-Karina möchte ich nicht unerwähnt lassen. Kind und Mutter wohl auf! Vater stolz wie Oskar! Ein frischgebackener Onkel grüßt!!!!
 

 
 
 
 
 

 

 

 

Tag 6 Mittwoch:


„Irgendwie stimmt da was nicht mit dem Kühlwasser bei meinem Motor!“ erwähnte ich beim morgentlichen Schlemmen. „Schaun wir uns gleich zusammen an!“ Gesagt getan und der Motor wurde von Sven in Augenschein genommen. Ich genoss das schöne Wetter. Der Wind hatte etwas aufgefrischt. „Kommt ein wenig verhalten raus. So richtig Druck baut der Kühlwasserstrahl nicht auf!“ Nach ein wenig Rumschaun, inspizieren der Kühlwassereinlässe inklusive kam dann doch etwas mehr Kühlwasser. „Fahr mal los. Hab aber bitte ein Auge drauf.“ „Wenn da weniger oder nichts mehr kommt, werd ich langsam rein fahren und euch informieren!“ Unterdessen war Philipp nochmals zum Anleger gekommen und wir verabschiedeten uns nochmals herzlich voneinander.

Mit verhaltener Gangart tuckerte ich dann aus dem Hafen. „ARNE! KOMM NOCHMAL RAN!“ rief Sven hinter mir her. Der Blick auf den Kühlwasserstrahl oder vielmehr dahin wo er sein sollte ….. Ja lieber Leser es war ein weiteres Mal so weit: ER WAR WIEDER DA!!!
Erzeugt von der völligen Ermangelung irgendwelchen Wasseraustritts an der Kühlwasseraustrittsöffnung.
 
NICHTS!! Kein Tröpfchen!!!

Das Boot wurde langsamst in den Hafen manövriert. „Das müssen wir rausnehmen und überprüfen!“ „Besser als einen kaputten Motor!“ erwiderte ich verständnisvoll. Nachdem Sven und ich mit Ingo kurz Kriegsrat gehalten hatten, drückte mir Ingo einen Bootschlüssel in die Hand: „ Ist das kleine weiße Boot hinten im Hafen. Fahr du erstmal raus und wir kümmern uns um das Kaasbol. Ich melde mich wenn du das Boot wieder tauschen kannst.“ „Soll ich was helfen?“ „Quatsch! DU gehst Angeln. Deswegen bist du ja hier!“ Also auf zum Hafen. Eben die wenigen Klamotten auf das andere Boot rüberbringen.
„Rucksack? Hab ich!
KöderKisten? Hab ich!
Messer und Hakenlöser? Jepp!
Gaff? Jo, anwesend! (Es tritt auf )
Lappen? In der Fischkiste auf dem Boot!
Jetzt noch die Angeln! Jawohl und ab geht’s!“
Raus aus dem Hafen und erstmal das Echolot anschalten. UPS! „Nur“ ein 136erDF ohne Kartenplotter und meine Karten sind wo sie sein sollten. In der Klarsichtschutzhülle auf dem Sofa im Hotelzimmer. „Ach wird schon gehen“ war mein erster Gedanke. Ich wollte eine Unzufriedenheit die in mir keimte eben in diesem ersticken. Mein Blick verfolgte die Anzeige auf dem Echolot. Sie wollte sich einfach nicht aufbauen. Das Echo fand keine Tiefe. Also Gang raus und langsam fahren. Siehe da und ich bekam eine Anzeige auf dem Echolot. „Geht ja doch irgendwie!“ Nicht wirklich. Innerlich war ich: unzufrieden? Eigentlich nicht. Ihr kennt das Gefühl welches man hat, an einem Tag, an dem nichts wirklich „rund“ läuft? In etwa so war es bei mir.
„Fang erstmal einen Fisch und die Welt sieht schon besser aus!“
 
Ich fand einige gute Echos und wollte mit dem Fischen beginnen. Montage war noch von Gestern fertig an der Angel montiert. Haken aus der Öse gelöst und den Pilker leicht über Bord schwingen lassen. Plumms und er begann mit dem System im Schlepptau seine Reise in Richtung der Fische. Meinen Schnurfangbügel an der Rolle fest geschlossen schaute ich hinterher. Montage geht runter und der Bügel ist zu? Schnur läuft auch nicht!!!
Es bedurfte keines prüfenden Blickes in mein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche nachdem ich feststellte, das auf unerfindliche Weise der Wirbel, in der das System mit anhängendem Pilker befestigt war, gebrochen war. Ich hatte wohl ein weiteres Mal IHN gehabt. Eben diesen Gesichtsausdruck. Zweimal an einem Tag in kurzer Abfolge, dieses ungute Gefühl im Bauch bin ich zurück zur Anlage gefahren. Auf der Rückfahrt kreuzte ich die Wellen eines der großen Fährschiffe, die den Fjord durchfahren. Das Boot schaukelte in den Wellen hin und her. Mein Rucksack, die KöderKisten, DAS GAFF und alles andere wurde gut durchgewirbelt.
„Na klasse! Danke du rasender DÄNE!“ fluchte ich dem Dampfer hinterher.
Im Hafen angekommen fing ich an das Boot auszuräumen. Erstmal flog mein Rucksack an Land. Vor mich hingrummelnd vertäute ich das Boot und räumte den vom Dänen durch gewirbelten Kram in die Fischkiste. Messer und Hakenlöser flogen hinein, gefolgt vom Lappen und dem GAFF .
Mit einem Ruck hob ich die Kiste an und stellte, na ja es war schon fast ein Werfen, auf den Anlger. RUMMS! Rappel Klapper und es folgte ein PLUMS!
Aus dem Augenwinkel, welcher sich wieder inmitten DIESES GESICHTSAUSDRUCKS (ja lieber Leser NR. 3 für den Tag!!!) verfolgte ich den finalen Sturz von Svens GAFF !
Ein beherztes Nachfassen bis zum Ellbogen erbrachte nur nasse Klamotten. Ein Erreichen oder gar Festhalten misslang gänzlich. Norwegens Gewässer sind sehr klar und so mußte ich den finalen Abgang oder vielmehr das Abtauchen lang miterleben.
Ihr erinnert euch an Teil 2?

„…..und Sven sagte zu mir: „Nimm mal mein Gaff mit. Sicher ist sicher.“
Ich habe bis dato nicht erwähnt, dass mir das Gaff von Sven mit den Worten übergeben wurde: „Hab ich jetzt seit 18 Jahren!“

MEA CULPA! Lieber Seven es tut mir wirklich leid. Hoffe dein Neues „Fangeisen“ leistet dir ebenso treue Dienste wie dein altes Gaff.
So nun ist dies gebeichtet.

Wie gebeichtet versankt das Gaff im Fjord und mir entfuhr ein sehr laut über den Fjord gebrüllter Fluch. Nur ein Wort! Ist klar welches Wort!

Über meine eigene Schusseligkeit wütend stapfte ich mit meinen Klamotten unterm Arm OHNE GAFF den Berg rauf zum Motel. Oben angekommen schaute mich Sven verständnislos an. ER wusste ja noch nicht um den Verbleib seiner 18 Jahre treue Dienste leistende Landehilfe mit Kultstatus.

Oh lieber Leser ich hoffe es langweilt nicht:

ER WAR WIEDER DA!!!

Welch ein Tag. Ein weiteres Aufblitzen dieser Fratze. Der Anblick des Schreckens und ich war auch noch der Verursacher. Sven schaute mich nur an und stammelte: „Mein Gaff? Ja nein oder wie jetzt? Nein das kann….. nein nicht so ernst schauen!“ „Nimm dir bitte ein Gaff von Ingo aus dem Angelshop auf meine Rechnung!“ konnte ich nur entgegnen. Ärger über mich selbst im Bauch verzog ich mich und ließ Sven ungläubig dreinblickend zurück.
Eine Tasse Kaffee, eine Zigarette später war ich soweit beruhigt, mich mal nach dem Zustand meines Kaasbol zu erkundigen.

Mich trieb es aber erstmal zu Sven. „Gib mir mal bitte die Hand ich möchte mich entschuldigen. War nicht nett dich so anzugrummeln zumal ich auch noch dein Gaff versenkt habe. Ich war über mich selbst sauer und hab dich angegrummelt was nicht ok ist.“ „Mach dir mal keinen Kopp!“ und ein Grinsen welches eine angenommene Endschuldigung widerspiegelte beruhigten mich dann weiter.
Kurzum haben wir dann zu dritt festgestellt, dass sich wohl in den Kühlschläuchen etwas befunden hatte, was nun nicht mehr da war. Beim Durchspülen des Motors kam dann nach kurzer Zeit auch wieder die entsprechende Menge Kühlwasser. Drei Mann und ein Motor ähm und ein Boot. Schulter zuckend, es mit einem „ist wohl jetzt alles raus“ wurde das Kaasbol wieder zu Wasser gelassen.

„So etwas in der Art hatte ich auch bei meinem Boot. Kommt schon mal vor. Einmal richtig durchgespült und gut ist wieder. Lieber so als einen defekten Motor!“ kommentierte ich Ingos Sorge hinsichtlich meiner „Ausfallzeit“. „Ich hätte doch mit dem weißen Boot fahren können. Der Rest war Selbstverschulden!“ und meine Gute Mine verwischten dann auch Ingos Bedenken.
An diesem Tag bin ich später nochmals kurz zum Fischen gefahren. Mal sehen ob ich die Seelachse auf einen Drill einladen kann! Die Einladung wurde mehrfach an diesem Tag noch angenommen.
Das Wetter fing jedoch an sich zu verschlechtern und ich beschoss zeitig den Hafen anzusteuern. Ein wiederum gelungenes Abendessen beendete diesen Tag!
In der Hoffnung, Morgen nicht diesen speziellen Gesichtausdruck zu sehen/haben bin ich dann in meine „Koje“ verschwunden.

Das ich in den nächsten Tagen bei jeder sich bietenden Gelegenheit von Sven auf sein Gaff angesprochen wurde bedarf keiner Erwähnung. Es geschah aber immer mit einem ironischen Unterton Ist ja gut! Aus!!! Schluß mit GAFF!
Es wird weitergehen!
Bis die Tage.
 

 
 
Angehängt habe ich euch die einzigen Bilder der Orkas. Ich hoffe ihr könnt etwas erkennen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 

Donnerstag:



…es donnert am Donnerstag, am Freitag hab ich frei und Samstag kommt das Sams.
In verlängerter Form das Wetter-Motto für den Tag. Ganz ein „Donner“-Wetter war es nicht aber dazu gleich mehr.

Wie jeden morgen begab ich mich zum Frühstück um genug Kraft für den Tag zu tanken. Es muß bei Erdbeermarmeladenbrot Nr. 2 gewesen sein, als mich Ingo über die Wetteraussichten für den Tag informierte.

„Ab Mittag starker Wind und Regen.“
Also das Frühstück abgekürzt und die Zeit bis zum Regen angeltechnisch ausnutzen. Auf dem Weg zum Hafen kamen mir 3 Angler entgegen, die mit ihrem kleinen Boot von einer anderen Wohnstatt zu uns rüber gefahren waren. Sie wollten sich bei Ingo einige Infos holen.
Am Hafen traf ich Sven. Mit einem fast flehenden: „18 Jahre. 18 Jahre und dann DU!“ wurde ich von ihm schelmisch begrüßt. Weiter übereinander witzelnd begann ich mein Boot für die Ausfahrt vorzubereiten. Derweil waren die drei Angler wieder am Hafen. „Kannst du den Jungs zeigen wo du die Seelachse gefangen hast? Die haben sie noch nicht so wirklich gefunden!“
„Klar. Mir nach. Ich hab auch keine Ahnung aber viel davon! Wird schon schief gehen.“
Ich verwies die drei auf einen freien Platz auf meinem Boot, welcher gern durch einen der ihren besetzt werden könne. Aber wie die Musketiere: Einer für alle, alle für einen! blieben sie beieinander. So fuhren wir in Richtung der Stelle, an der ich in den letzten Tagen Seelachse gefangen hatte. Kaum angekommen tauchten auch schon die bekannten Signale im „Mäusekino“ auf. Das Boot wurde aufgestoppt und ich bedeutete den anderen „hier“ nun mit der Angelei zu beginnen. Nach einem prüfenden Blick auf meine Montage und der WIRBEL, wir erinnern uns an Gestern, ließ ich das „Köderbuffet“ zu den Gästen herab. Ebenso wurde auf dem anderen Boot verfahren. Ich war noch nicht ganz auf Gäste eingestellt, da war auch schon die erste Bestellung an meiner Montage zu verzeichnen. Bügel zu, Anhieb, Angel krumm und die Bremse läuft.
 
Staunen auf dem Nachbarboot. An leichtem Gerät dauerte der Tanz mit dem Seelachs etwas länger aber am Ende war ich Sieger und konnte einen ca. 60cm langen Fisch landen. Die drei trieben wie ich genau über den Schwarm jedoch pilkten sie ihre Montagen langsam rauf und runter. Meine Montagen fingen meist schon auf dem Weg nach unten. Ein Pilken wie eh und je oder eingekurbelte Montagen brachten seltener Fisch. Wenn die kleineren nahe der Oberfläche.
Nach 4-5 weiteren Fischen war der Schwarm verschwunden. Unter zu Hilfenahme des Garmin-Gerätes versuchte ich den Schwarm erneut zu finden. Der Wind, welcher zwischenzeitlich aufgefrischt hatte, eine starke Strömung erleichterten nicht wirklich die Suche. Kurz hatte ich die Fische auf dem Mäusekino schon waren sie wieder verschwunden. Ich wechselte auf einen Pilker mit 200g um noch halberlei Wind und Drift ausgleichen zu können bevor es mehr zum Schleppangel ausartete.


Der Himmel wurde immer dunkler und verhieß nichts Gutes. Die anfangs noch verhaltenen kleinen Wellen waren stetig höher geworden. Man konnte schon fast von Seegang sprechen. Die Fischerei wurde immer mehr zum Glücksspiel. Als die 3 Jungs sich verabschiedeten und zurück fuhren, stieg ein Seelachs bei mir ein. Kein großer Vertreter seiner Art, mit Blick auf einen Regenschauer am Himmel, wurde er zum Weiterwachsen zurück in sein Element entlassen. Rasch waren die Angelutensilien zusammengeräumt und verstaut. Den Regenschauer beobachtend startete ich den Motor und fuhr zurück zur Anlage www.langenuen.com . Das Boot war gerade festgemacht und meine Sachen von Bord da begann Petrus die Schleusen richtig zu öffnen. Kurz vor dem Zustand: Jetzt bin ich nass erreichte ich mein Zimmer. Raus aus den Klamotten und erstmal eine Tasse Kaffee zubereiten. Die Frage: „Zweites Frühstück?“ habe ich mir selbst schnell beantwortet. Flugs waren die entsprechenden Utensilien auf meinem Tisch „aufgebaut“ und es konnte geschlemmt werden. Wohl von den Ereignissen der letzten Tage auch körperlich mitgenommen, blieb es nicht bei einem kurzen „Ich leg mal die Füße hoch.“!
Die Zeit am späteren Nachmittag bis zum Abendessen gab Petrus eine Vorstellung all seiner Möglichkeiten von Regen. Regen kurz, kräftig von schräg lings gefolgt von einem fast horizontalen Typ. Gepaart war der Regen mit Wind von wechselnder Intensität und Richtung.
Das Abendessen mit abschließendem Carameldessert waren ein kleiner Trost über den ersten halben Ausfalltag.

Tag 8 Freitag:


„Schneeflöckchen, weiß Röckchen.“ Jedoch unter diesem „Rock“ konnte man ganz Norwegen verstecken. So tat es der Petrus an diesem Tage. Er hatte in der Nacht schon begonnen das Bühnenbild vorzubereiten. Somit erblickte ich eine ca. 20cm hohe Schicht Neuschnee vor meiner Terassentür. (siehe Anhang)
Den ganzen Tag über zeigte Petrus sein Können hinsichtlich der Begebenheiten in welcher Art und Weise er Schnee über das Land verteilen kann. An Angeln war heute nicht zu denken. Jedenfalls sollte man bei solchen Bedingungen die Ausübung der Angelei lieber lassen. So tat ich es. Um den Tag etwas zu „füllen“ und nicht nur den Tag, habe ich mich zu Mittag mit einem leckeren Essen im Restaurant von www.langenuen.com
Die einzige zu verzeichnende Wetteränderung bestand aus dem Wechsel von Dauerschneefall zu einzelnen Schneeschauern. Mit etwas „Ich glotz TV“ und ein wenig Rumdösen hab ich den Tag verbummelt.


Beim Abendessen gesellte sich Ulrike zu mir. Eine Bekannte von Sven, die ebenfalls bei www.langenuen.com
Das kann man gut nachvollziehen. Ulrike und ich verabschiedeten uns mit dem beiderseitigen Wunsch, am morgigen Tag das Gespräch weiterzuführen.
Der erste volle Ausfalltag hinsichtlich Angeln. Ingo hatte mit gegen Abend noch die neuen Wetterdaten zukommen lassen. Es sah für den morgigen Tag nicht besser aus.
Wir werden sehen!


Es wird weitergehen!
Bis die Tage

Angehängt ein Suchbild: Wo ist der Fjord?
beschäftigt! ihren Urlaub verbrachte. „Wirklich nicht Angeln? So überhaupt gar gar nicht?“ war eine Frage meinerseits. Ulrike hatte nur einmal bis dato in ihrem Leben, wollte nicht und hegt auch keine Ambitionen irgendwann mal Angeln zu wollen. Nicht doch ? „Jedem Tierchen sein Pläsierchen!“ und wir haben uns sehr angeregt über alle möglichen Facetten des Lebens unterhalten. So verging die Zeit wie im Fluge. „Klick“ und auf einmal war das Licht aus. „Den hätten wir schon selbst gefunden Ingo!“ entgegnete ich ihm, als er grinsend um die Ecke schaute. „Ich wollte so langsam dicht machen. Ich hab ja nichts gegen Arbeit aber um 23:00 Uhr wollte ich denn das Restaurant mal schließen!“

 
 

Tag 9 Samstag:


Entgegen der Voraussage von Ingo, zeigte sich das Wetter an diesem Morgen besser. In Worten ausgedrückt: Kein Dauerregen mehr und der Wind war nicht mehr „stürmisch“. Ein Frühstück der Klasse „Lang und ausgiebig“ wurde angegangen. Dabei wurde das gestrige Gespräch mit Ulrike weitergeführt. In dieser Zeit betrachteten wir die sich langsam aufhellende Wetterlage.
Es muss um die Mittagszeit gewesen sein, als sich rein rechnerisch der zweite volle Ausfalltag ankündigte. Die Regenpausen wurden auch immer länger und somit hielt es mich dann auch nicht mehr lange. Ich fuhr raus und wollte nochmals den Leng nachstellen.

An einer viel versprechenden Stelle angelangt wurde die Montage herabgelassen. Ein halbes Kilo Blei wird wohl reichen…….oder auch nicht. Dies musste ich schon beim Herablassen feststellen. Kaum 50m Schnur abgelaufen und schon zeigte sich anhand selbiger ein starker Driftversatz. Kurzerhand habe ich die Montage aufgehalten und wieder eingeholt. Nochmals 300g wurden zugelegt. Nun rauschte der Köder schön gerade runter. Bei 150m war dann das Ziel erreicht. Recht schnell kamen die ersten zaghaften Probierbisse. Recht schnell merkte ich aber auch die zunehmende Drift. Auch die 800g wollten nicht auf Grund bleiben. Somit verzichteten die „Gäste“ auf weiteres Probieren. Bei ca. 200m abgelaufener Schnur und 150m Wassertiefe holte ich die Montage wieder ein. Erneut versuchte ich das Boot wieder auf die Anfangsstelle der ersten Drift zu legen. Dies war schon nicht einfach bei böigem Wind und immer noch zunehmender Drift. Dies zeigte das Garmin-Gerät nachdem ich aufgestoppt hatte.
 
Erwartungsvoll ließ ich meinen Köder schnell zu Wasser. Es zeigte sich wiederum ein starker Versatz des Bootes. Nicht nur an der Schnur auch auf der Anzeige des GPS. Das Blei erreicht den Grund. Aufholen der Schnur und nun ist das Büffet eröffnet. Wenn es nur auch dort wäre wo die Gäste sitzen. Es blieb nur durch wiederholtes Nachlassen der Schnur manchmal etwas länger in fängigen Regionen. Schon wieder fast 180m Schnur weg. Zum Körpertraining unter zu Hilfenahme von Grundbleien und deren hunderte Meter Rauf- und Runterkurbelei war ich nicht nach Norwegen gereist. Was also tun? Ein Blick auf den Tidenkalender zeigte mir, dass die Drift noch weiter zunehmen würde. Für den Sonntag war kein besseres eher schlechteres Wetter zu erwarten. Dies brachte mich zu der Endscheidung: Dann lade ich ein paar Seelachse ein!
Gesagt und auch getan. Die Naturköderangel wurde verstaut und ich begab mich auf die Suche nach den Seelachsen. Lange musste ich nicht „suchen“. Ein paar prüfende Blicke auf das GPS zeigten mir genug Stellen der Vortage. Das Echolot bestätigte die Vermutung bald mit der Darstellung vieler guter Echos.

Wie sich aber bald herausstellte, waren es viele Echos die es zu guten Echos werden ließen. Schon der erste Drill brachte eine volle Montage zum Vorschein. 4 Seelachse am System und einer noch am Pilker.

„Kindergartenausflug? Vorschulwandertag? Wo sind denn eure Eltern?“ mit diesen Kommentaren und etwas kopfschüttelnd entließ ich die „Rasselbande“. Keiner größer als 30cm und Köder brauchte ich ja keine mehr.

Flugs das System ausgehängt und einen 200g Pilker solo eingehängt. „Den werdet ihr wohl nicht kriegen“ Bügel auf und ab ging die rasante Fahrt Richtung der Kindergärtnerinnen. Soweit ich das kenne sind ja bei jedem Ausflug immer ein paar Betreuerinnen dabei und die wollte ich mir Angeln!!!

Der Wind hatte zwischenzeitlich etwas abgeflaut und ich betrachtete einzelne blaue Flecken im Grau des Himmels. Mein Blick schweift über den Langenuen und die ihn säumenden Berge. Ich fange einzelne Sonnenstrahlen ein, die wie Scheinwerfer durch die Wolken strahlen. Sie „zaubern“ mit ihrem leicht goldfarbenem Licht glitzernde Flecken auf das Meer. Dazu jagen einzelne dunkle Wokenfetzen über den Himmel. Mein Blick schweift auf tief verschneite Bergkuppen. Über sie jagen einzelne hell angestrahlte Flecken.

Gedankenverloren lasse ich den Bügel der Angelrolle umklappen. Einfach so, denn der Pilker müsste längst am Grund angekommen sein.

Angekommen war er auch. Nur nicht am Grund sondern im Maul eines Fisches!
Sich nun stark gegen diesen Zustand wehrend, entriss mir der Fisch erstmal ca. 15-20m Schnur. Diese musste ich dann erstmal zurückerkämpfen. Durch weitere Überzeugungsarbeit meinerseits gelang es mir den Fisch an die Oberfläche zu befördern. Ein schöner Seelachs der 70cm Klasse zeigte sich und wurde gelandet. Der Haken wurde entfernt und der Fisch kurz auf Unversehrtheit überprüft. Danach wurde die „Kindergärtnerin“ gebeten ihre Kolleginnen einzuladen bei mir anzubeißen.


In diesem Moment „erfasste“ mich einer der Sonnenstrahlen. Das wärmende Licht ließ mich meine Angel beiseite legen. Mit geschlossenen Augen bei entspannter Körperhaltung genoss ich diesen Moment in vollen Zügen.
Die Zeit war schon weit fortgeschritten und ich begab mich zurück zur Anlage.
Abendessen und Klönen mit Ulrike beendeten diesen Tag. Kein weiterer voller Ausfalltag. Nur ein halber. Mit der Hoffnung am letzten Tag nochmals Fischen zu können trollte ich mich irgendwann in meine Koje.

 

 




 

 

Tag 10 Sonntag:


Der Wind schien mir gnädig für den letzten Tag. Frisch aber nicht stürmisch. Leider wurde er manchmal etwas böig. Natürlich nur wenn einer der starken Regenschauer seinen Auftritt hatte. Wie an den vorigen Tagen wurde mit einem ausgiebigen Frühstück begonnen. Irgendwie bin ich nervös an diesem Tag. Warum? Ganz einfach: Komm ich noch Mal zum Fisch oder nicht?
Die Abstände zwischen den Regenschauern werden länger. Zur Not kann ich den Floater in den Trockenraum hängen. Morgen muss ich nur noch nach Hause. Also los zum Fisch!!!
Gesagt getan. Ein letztes Mal hab ich das Kaasbol aus dem Hafen gesteuert und bin direkt an die letzte Fangstelle vom Vortag gefahren. Nur wo sind die Fische? Ich kurve mit dem Boot ein wenig rum und finde die ersten Echos. Von Gestern vorgewarnt habe ich erst gar kein System vorgeschaltet sondern fische einen 200g Pilker solo.


Der Pilker kommt am Grund an, Bügel der Rolle zu und pilken. Pilker rauf und wieder runter. Pilker rauf und runter. Kein Biss! Pilker rauf und runter. Nur Kleinkram dort unten? Pilker rauf und runter. Der Biss bleibt aus. Was ist da los? Also etwas tiefer probieren. Die Wassertiefe nimmt zu und bei ca. 60m erscheinen „Schneeflöckchen“ als Echodarstellung auf dem Bildschirm. Was kann das sein? Bei 80m Wassertiefe werden die Echos intensiver. Es bleibt aber am Pilker nichts hängen. Es ruppelt an der Angel, als ob der Pilker durch etwas durchrumpelt. Etwas ratlos hole ich den Pilker ein und schalte ein System vor und lasse die Montage wieder in die Tiefe. Am Grund angekommen nehme ich etwas Schnur auf und pilke die Montage leicht auf und ab. Es fängt an zu Zuppel und als daraus ein Ziehen wird, schlage ich an. Widerstand ist da aber kaum Gegenwehr. Es ist einfach nur etwas am Haken. Lässt sich einfach raufkurbeln. Stein-Fisch? Die Salatbeilage zum Fisch? Was mag da dran sein?


Erst einer, dann ein zweiter und nach dem dritten folgt noch ein vierter Rotbarsch! Alle Augen wie der Froschkönig. Klar bei der Wassertiefe. Leider ist es mal wieder die Kinderstube die ich getroffen habe. Keiner der roten Recken ist länger als 25cm. „Soll ich noch Mal? Wieder Grimms Märchen auf die Augen produzieren? Lieber nicht. Kurzerhand das Boot gewendet und mich in flachere Wasserregionen aufgemacht. „Piep“ macht das Echolot und zeigt bei ca. 70m ein starkes Einzelecho kurz über Grund. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Nach diesem Motto hab ich den 200g Pilker allein auf die Reise geschickt. Mit einem Tock kommt der Pilker auf Grund an. Bügel zu und einmal „Pilk“ . Zweimal „Pilk“ und dreim…. SITZT!


Eine rasante Flucht beginnt an deren Ende ich doch Sieger bleibe. Erwartet hatte ich einen Seelachs. Gefangen habe ich einen Pollack aus 70m Wassertiefe! Da er, wie zu erwarten, auch bei den beiden Brüdern „gelesen“ hatte, wurde er schnell versorgt. Da nun doch der ein oder andere Fisch zu versorgen war, beschloß ich das Fischen zu beenden.


Glaubt auch nur ihr!!!! Ich hab mich dann in die gewünschten Wassertiefen begeben und habe einige Seelachse noch einladen können, mit mir einen Drill zu wagen.


Irgendwann hat aber jeder Urlaub mal ein Ende. Es wurde nun wirklich Zeit das Fischen zu beenden. Der letzte Seelachs wurde zum Weiterwachsen geschickt. Der Pilker verstaut und das Boot soweit aufgeklart. Mit etwas Wehmut steuerte ich ein letztes Mal das Boot auf seinen Liegeplatz. Schnell wurden die Fische im Filetierhaus ihrer besten Stücke entledigt. Dabei stellte sich auch der Grund heraus, warum der Pollack soweit unten war. Ein kleiner Rotbarsch war in seinem Magen. Auch Pollacks wissen was gut schmeckt!


Am Abend wurde ich wieder von der guten Küche von langenuen.com verwöhnt.
„Immer wieder Sonntag’s….“ macht Juliane Caramelpudding!!!


Welch ein Nachtisch und dabei noch lange Klönen mit Ulrike. Zwischendurch hat Ingo mir eben flugs noch das Busticket für den nächsten Tag online bestellt. Noch so ein Service der eben so ohne großes Bohei erledigt wird. Danke dafür!!!
Wie jeder so auch ich muss am Ende einer Reise seine Koffer packen. Damit war ich dann den Rest des Abends beschäftigt. Ein letztes Mal hab ich mich dann in meine Koje verzogen.

Es wird weitergehen!
Bis die Tage

Zwischen den Schnee- und Regenschauern:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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