Grov auf Stord

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Norge 2006 - Grov auf Stord

 

Hallo Leute

Ich werde dann auch mal den Bericht von meiner ersten Norge-Reise hier reinstellen. Einige werden ihn zwar schon kennen, aber für die anderen ist er, so glaube ich wenigstens, doch noch lesenswert. Auch wenn der Spruch: „Himmelhoch jauchzend  und zu Tode betrübt  “ auf unsere ersten Erfahrungen in Norwegen doch sehr gut paßt.

Ich muss auch noch vorab sagen dass sich die Fischbilder leider in Grenzen halten. Der Grund liegt darin, dass wir uns für die Aufnahmen im Boot eine wasserdichte Einwegkamera zugelegt hatten. Wie sich nach dem Entwickeln der Bilder gezeigt hat, war hier das Wort „Einwegkamera“ wörtlich zu nehmen. Obwohl es heller Tag war, ist bei kaum einem Bild etwas zu erkennen gewesen  . Also: Einwegkamera = Ein Weg von der Kasse zum Mülleimer!



Aber nun zum Bericht!



Meine Frau und ich hatten mit den Pateneltern unseres Sohnes unseren ersten Norwegenurlaub bei „Mach Nordferien“ gebucht. Es sollte in das Haus Nummer 112 nach Grov auf der Insel Stord gehen.
Wir sind am Freitag den 01.09.2006 von Hagenow nach Wittenburg gefahren, wo wir uns mit Snowbird und seiner Frau ( den Pateneltern unseres Sohnes ) trafen um den gemeinsamen Urlaub anzutreten. Am Treffpunkt wurden wir schon erwartet und nach kurzer Fahrtbesprechung ging es auch gegen 10.30 Uhr los auf die A24.


Noch vor der nächsten Ausfahrt hatte unsere Reisegesellschaft schon die erste kleine Panne. Snowbirds Passat hatte beschlossen nur noch aus einem Scheinwerfer zu leuchten. Also Raststätte Gudow runter und die Birne wechseln. Was sich doch etwas problematisch darstellte. Da merkt man erst richtig wie zugebaut der Motorraum in den heutigen Diesel-PKW’s ist  . Danach ging es ohne weitere nennenswerte Probleme bis zum Fähranleger Hirtshals durch. Dort kamen wir gegen 19.30 Uhr an. Noch viel Zeit bis zum Ablegen nach Norge gegen 01.00 Uhr, die wir uns mit Kartenspielen, Spaziergängen und einem kurzen Nickerchen auffüllten.

Die Fähre Christian IV kam pünktlich im Hafen an. Da meine Frau von Hoddels First Lady den Tipp mit dem Ruheraum und den Schlafstühlen bekommen hatte, machten wir uns sofort auf die Suche und wurden auch bald fündig. Ich knöpfte meine Lederjacke bis oben zu und zog mein NAF-Kap tief in das Gesicht um besser schlafen zu können. Leider war meinen drei Mitreisenden die Lüftung etwas zu kalt eingestellt. Ich war eben eingeschlummert als meine Frau mich wieder wach rüttelte. Mit den Worten: „Das ist hier zu kalt, wir verschwinden hier wieder“. In den Gängen und auf den Treppen schliefen Passagiere über die wir uns einen Weg suchen mussten.

 

 

Wir fanden tatsächlich noch einen leeren Tisch im Caffee und versuchten dort wenigstens eine Weile zu Ruhen. Das gelang aber auch nicht so richtig. Wegen der etwas rauen See schaukelte die Fähre doch etwas. So das keiner von uns richtig zum schlafen gekommen ist als wir gegen 07.00 Uhr in Kristiansand anlegten.
Die einzigen Zöllner die wir zu sehen bekommen haben, waren damit beschäftigt den Kleinbus einer deutschen Männer-Angelgruppe zu durchsuchen.

Dann ging es auf der E39 weiten in Richtung Norden. Wir sind dabei durch einmalig schöne Regionen gekommen wo es uns nicht im Geringsten überrascht hätte, wenn der Zauberer Gandalf und einige Hobbits unseren Weg gekreuzt hätten. Das sagenhafte Auenland von Tolkin hätte nicht schöner sein können  .
 

Auch das Wetter spielte mit. Von ein paar kurzen Schauern abgesehen war herrlicher Sonnenschein  .
Ich hatte uns vom ADAC ein Tourset geholt in dem zu lesen war das wir auf der gesamten Strecke 25 Kronen Maut bezahlen müssen. Am Ende der Hinfahrt hatten wir diesen Betrag schon verfünffacht   . Gleich bei der zweiten Mautstelle hat unser Hartgeld nicht mehr ausgereicht. Also bin ich ausgestiegen und habe einen Deutschen der neben uns hielt gefragt ob er einen 50 Kronenschein wechseln könne. Als Antwort bekam ich nur ein patziges: „Nein, kann ich nicht!“. Also weiter zu einem Norwegischen Paar das hinter uns hielt. Snowbird stellte dieselbe Frage auf Englisch. Daraufhin holte sie gleich ihr Handtasche heraus und fing an darin zu wühlen. Kurz darauf reichte sie uns mit einem Lächeln das Wechselgeld heraus und die Fahrt konnte weiter gehen  .

 

 


Unser Vermieter Rolf Isaksen wollte uns vom Ortsschild „Grov“ abholen weil man sonst nicht zu der Hütte hinfinden würde. Also rief Snowbird die Handynummer an die er vom Reiseveranstalter bekommen hatte an. Und da war das zweite Problem. Eine freundliche Stimme teilte mit, dass diese Nummer nicht vergeben ist. Zufällig kam ein PKW mit einer jungen Frau just in diesem Augenblick an uns vorbei. Etwa 10 Minuten später kam derselbe Wagen wieder zurück. Nun mit einem Mann am Steuer. Unserem Vermieter. Und schon hatten wir das dritte Problem. Die sprachliche Verständigung. Er machte uns klar dass er etwas Deutsch verstehen aber noch weniger sprechen könnte, in Englisch war er auch nicht so sicher. So hatten wir einen gesunden, etwas lustigen Mix aus Englisch und Norwegisch mit einigen Brocken Deutsch zu bewältigen. Wir bekamen auch eine neue Handynummer und die Festnetznummer von ihm. Dann brachte er uns zu unserer Hütte.

Die Straße wurde immer schmaler und endete schließlich vor zwei recht gut aussehenden Hütten. Doch statt vor einer dieser Hütten zu halten ging es kurz vorher rechts ab in einen Wald und Wiesenweg. Oder besser gesagt. Eine Fahrspur durch den Wald   . Der Firmen-Benz meiner Frau jubelte sofort los und alle Warnleuchten strahlten in ihrem grellsten rot. Als ob er uns zurufen würde: „ICH BIN KEIN JEEP!!!“.

 

 

 

 

Dieses Verhalten legte er auch in den nächsten Tagen nicht ab. Dafür wurde der Weg nach jedem Regenguss schlechter. Als wir an der Hütte ankamen waren wir schlicht sprachlos. Denn die Hütten an denen wir eben erst vorbei gekommen waren sahen deutlich besser aus als das Gebäude das dort vor uns auf einem Felsen stand  . Als wir aber eintraten wurden wir doch sehr überrascht. So sauber und gemütlich hätten wir uns das innere nicht vorgestellt. Abgesehen von den Teppichen sah der Innenraum der Hütte aus wie eben erst gebaut  .
Die Bootseinweisung wurde für den nächsten Morgen geplant.


Die Damen stellten mit Entsetzen das fehlen eines Fernsehers fest. Zwei Wochen ohne die allabendlichen Schmalzserien, was für eine Katastrophe! Also genau das Richtige wenn man Ruhe haben möchte  . Snowbird und ich schnappten uns gleich eine Angel und wollten mal den Weg zum Boot runter gehen und mal Abtesten ob es sich lohnt vom Ufer aus zu angeln. Dabei stellte sich heraus, dass wir einen unerwarteten Aktivurlaub hatten. Der Weg runter zum Boot würde das Herz jedes Bergwanderers höher schlagen lassen  . Bis hin zu einer Steigung von etwa 70 – 80 Grad waren alle Schwierigkeitsgrade vorhanden. Da sollten wir nun jeden Tag rauf und runter. Mit der ganzen Montur und dem erhofften Fang. Na herzlichen Glückwunsch! Das würde ein Urlaub ganz im Sinne von: „Mach mit, bleib fit“ werden.

 

 

 

Unten angekommen bemerkten wir dass es mit Brandungsangeln Essig war. Es war schlicht und einfach kein Platz dafür. In etwa 20 m Entfernung rollte ein kleines Plastikruderboot mit Handmixer auf den Wellen und wir rätselten ob das wohl das „Böötchen“ war das uns in unserem Urlaub Spaß machen sollte  .
Wir versuchten noch ein wenig mit der Spinnangel zu fischen, aber das einzige was an diesem Abend gefangen wurde war das Seil mit dem das Boot an die Ankerboje gezogen wurde. Also wurde die Schnur gekappt und an einem Pfahl festgebunden. Den Köder wollte ich schließlich am nächsten Tag wieder holen.


Am nächsten Morgen saßen wir noch beim Frühstück, als der Vermieter sich an der Hintertür meldete. Snowbird und ich gingen mit ihm noch mal den „Trimm-dich-Pfad“ runter zu dem kleinen Ruderboot. Per Flaschenzugsystem wurde das Boot in Landnähe gebracht und der Vermieter erklärte uns in aller Ausführlichkeit wie der Motor bedient wird und worauf wir alles im Boot und auf dem Fjord zu achten hatten.

Dafür nochmals unseren Dank an Rolf Isaksen, der uns alles so erklärte das wir Norgegreenhorns es auch begriffen hatten  !!!

Auf unsere Frage ob er einen guten Angelplatz wüsste, sagte er das dass hier überall ein schönes „Fishing Area“ war. Dem wollten wir gleich mal auf den Zahn fühlen. Als wir wieder oben waren zogen wir uns um, schnappten die Angelausrüstung und machten uns mit unseren Frauen wieder an den Abstieg zum Boot. Wir fuhren bis hinter die kleine Insel mit dem Mini-Leuchtturm die vor unserem Bootsliegeplatz lag. Zum Anfang montierten wir Heringsvorfächer mit einem kleinen Pilker bzw. einem Heringsblei ( bei den Frauen ). Die Pilker hatten noch nicht einmal den Boden erreicht als schon sämtliche Haken besetzt waren . Makrelen ohne Ende. Wir holten 38 Makrelen ins Boot und fuhren dann wieder zurück. Die größeren Makrelen landeten umgehend in der Pfanne und die kleineren wurden vorläufig eingefroren. Bei einem schönen Glas Weißwein und frisch gebratenen Makrelen ist der Abend dann ausgeklungen.

Ab Montag hatten wir uns ein paar Orte weiter ein 17

Fuß

 
Boot mit Echo und GPS zusätzlich gemietet. Zu viert zusammen in dem kleinen Plastikboot, da hat man sich schon mal die Montagen und Fänge um die Ohren gehauen. So etwas kann ganz schön Schmerzhaft werden.
Am Montagmorgen regnete es doch etwas heftig, so das wir nur die Bootsschlüssel holen und uns einweisen lassen wollten. Obwohl bekannt war das wir zum ersten Mal in Norwegen waren, fiel die Bootseinweisung doch sehr oberflächlich aus. Wenn unser Hüttenvermieter nicht so gründlich gewesen währe hätten wir kaum durchgesehen.
Auch hierfür nochmals unseren Dank an Rolf Isaksen!!!  
Die Einweisung in das GPS-Echo-Kombigerät fiel schlichtweg aus. Der Vermieter kannte sich selber nicht mit dem Gerät aus und wir sollten uns das alles selber austüfteln. Ich bin zwar kein technischer Tiefflieger, aber das war dann doch etwas zu viel des Guten. Das GPS habe ich überhaupt nicht in den Griff bekommen und die Echo-Funktion nur halbwegs.

Claus, an dieser Stelle möchten wir Dir nochmals dafür Danken das Du uns Dein privates Hand-GPS leihweise zur Verfügung gestellt hast! Es hat uns doch sehr geholfen.  

 

 

 

 


Ohne funktionierende Technik war es uns dann doch zu riskant eine weitere Tour zu unternehmen. So das wir nur kurze Fahrten mit dem Boot machten. Das große Boot haben wir in der gemieteten Woche nur 3,5 Mal benutzt.
Das Komma Fünf war an einem Tag an dem wir bei Ententeichwetter von unserer Hütte gestartet waren. Keine 10 Minuten nachdem wir mit dem Boot abgelegt haben, hatten wir mit meterhohen Wellen zu kämpfen. Das Angeln wurde umgehend abgebrochen und die Heimfahrt angetreten. Meine drei Insassen wurden langsam immer blasser bis leicht grünlich. Mir blieb zum schlecht werden gar keine Zeit. Ich hatte das Steuer und war voll damit beschäftigt gegen die Wellen auf Kurs zu bleiben. Erst als wir angelegt hatten (Ich weiß heute noch nicht genau wie wir das überhaupt bei diesem Wellengang geschafft haben!!!   ) und ich mich zum Wasser umdrehte wurde mir Grottenschlecht.


Aber auch der Fangerfolg blieb mit dem großen Boot aus. Nicht einmal die allgegenwärtigen Makrelen gingen an die Haken. Als wir fragten ob uns jemand mal das Norwegenangeln zeigen könnte damit auch mal etwas beißt das größer ist als ein Brassen, bekamen wir nur ein „Nein“ zu hören  . Wir fingen mit diesem Boot nur einen kleinen
Schellfisch, einen Mini-

Köhler

 
und zwei winzige Rotbarsche.
Aber was soll’s. In der ersten Woche konnten wir wegen Regen sowieso nicht viel angeln. Und an den wenigen trockenen Tagen legten die Damen Wanderungen zum Pilze und Blaubeeren suchen fest.
 
 

Wir nutzten eine Pause zwischen den Regenschauern um uns die Ortschaft Grov mal etwas näher anzusehen. Das kleine Boot haben wir uns paarweise aufgeteilt, damit es nicht so eng war. Zwischen den Regenschauern nutzte immer ein Paar die Möglichkeit zum Angeln. Dabei wurde natürlich auch hin und wieder etwas in der Hütte vergessen, so dass man zweimal den Trimm-dich-Pfad rauf und runter musste. So etwas sollte man nicht zu oft machen. Es sei denn man ist Leistungssportler und ist derartige Strapazen gewohnt  . Einmal hatte ich meine Vorfachtasche in der Hütte liegen lassen. Als ich sie geholt hatte war ich absolut fertig und brauchte erst mal eine Pause bevor es mit dem Boot raus ging. Man sollte auch zusehen wieder bei der Hütte zu sein solange es noch halbwegs hell ist. Oder man hat eine Lampe dabei. Sonst sieht man nicht wohin man tritt und kann doch ziemlich ungesund stürzen. Aber der Fangerfolg blieb auch hier aus. Von zwei Mini-Köhlern und einigen Makrelen abgesehen. Aber alles nur aus dem Fischkindergarten. Da fängt man ja zu Hause größere Fische !

Die Stimmung verschlechterte sich zusehends und meine Frau war schon drauf und dran den Urlaub abzubrechen und nach hause zu fahren. Das hatte mehrere Gründe. Die Pleite mit dem größeren Boot, die wenigen kleinen Fische, und natürlich die Sehnsucht nach unserem Sohn.
Um die Stimmung zu heben stellte meine Frau eine Liste für einen Besuch von Bergen zusammen. Leider haben wir an dem Tag nur die Hälfte von dem gesehen was wir eigentlich schaffen wollten. Aber hey. Ich habe sogar einen
Seewolf gefunden  . Genau genommen Fünf größere und vier kleine. Allerdings nur im Aquarium von Bergen und nicht an meiner Angel  . Wir fanden das Bergen eine schöne Stadt ist und beschlossen den Rest der Liste in der zweiten Woche nachzuholen.
In Norwegen fuhren wir nur mit Tempomat und stellten die angezeigte Geschwindigkeit genau ein. Was die einheimischen, sogar die LKW-Fahrer nicht daran hinderte an uns vorbei zu hämmern wie die Wildsau auf der Flucht vor dem Oberförster! Da war es egal ob es eine gerade Strecke war oder ob die nächste Kurve schon in greifbarer Nähe war  

 

 

 

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Was das Angeln angeht, hatte ich ein längeres Telefongespräch mit Steffendrde der bei der Schilderung der Lage fast aus allen Wolken gefallen war. Er gab uns noch einige Tipps was wir noch alles ausprobieren sollten um mal einen größeren Fisch an den Haken zu bekommen. Das taten wir auch und der Fisch kam  . Zwar nicht die Größenordnung die wir uns gewünscht hatten, aber immerhin größere als bisher. In der Ersten Woche waren die Makrelen in unserer kleinen Bucht die reinste Pest. Egal was man an der Montage hatte, diese Flossenträger sind drauf gegangen. Sogar auf 10/0 Makks  . Aber die wenigsten waren größere Makrelen. Meistens nur Köderfischgröße, die dann auch teilweise zu Ködern verarbeitet oder wieder frei gelassen wurden. So ging es auch vier Miniköhlern die mal eben Rotaugenmindestmaß hatten. Sie wurden mit den Worten: „Schick mal Deinen Papa vorbei!“ wieder in ihr nasses Element entlassen. Leider kamen ihre Väter nicht . Aber es stellte sich bei meiner Frau und mir ein Trend heraus dass sie Pollacks fing und bei mir die

Köhler

 

an die Haken gingen. Aber immer noch kleine.

Die Abende wurden mit lesen oder Karten spielen beendet. Natürlich wurde auch öfter mal die Fangliste mit Michl per SMS verglichen.

Die zweite Woche fing viel versprechend an. Ich fuhr mit meiner Frau noch einmal nach Bergen, wo wir uns unter anderem die Maria-Kirche ansahen. Von außen macht die kleine Kirche ja nicht viel her, aber drinnen gehen einem die Augen über. Eine so schöne Kirche findet man in unseren Breiten eher selten.
Auch das norwegische Fischereimuseum haben wir gefunden. Allerdings hätten die Norweger mehr daraus machen können. Alles war viel zu eng gestellt. Als ob sich die Norweger dafür schämen. Auch die Festung haben wir besucht. Aber wie eine Festung sah das Gebäude nur von draußen aus. Im inneren war keine Spur von Rüstungen oder Waffen. Stattdessen standen in jedem Raum Tische und Stühle wo Leute saßen und irgendwelche Bücher lasen. Wo bezahlt man schon Eintritt um lesende Personen zu bewundern.


Das Wetter ließ uns in dieser Woche bis auf zwei kurze Schauer nicht im Stich.
Auch das Angeln wurde erfolgreicher. Obwohl die Makrelenschwärme langsam verschwanden und es immer schwerer wurde eine für die Köderproduktion zu erwischen.
Die Stimmung war wieder auf dem Hochpunkt, wie sich das im Urlaub gehört  . Wir genossen nun jeden Tag in Norge und versuchten das Beste aus der verbleibenden Zeit heraus zu holen. Meine Frau und ich machten tagsüber Ausflüge über die Insel und gingen dann spät nachmittags angeln. Ohne GPS-Punkte. Einfach so nach Lust und Laune. Und nun kamen auch Fische die die Metermarke erreichten.
So fing meine Frau an einem Tag zwei mittlere Pollacks und ich zwei
Köhler. Dann machten wir uns auf den Heimweg. Wir waren kaum losgefahren, da sagte meine Frau mir dass ich noch einmal anhalten sollte. Sie hätte so ein komisches Gefühl im Bauch als ob sie noch was Größeres fangen würde. Sie ließ ihr Pilkvorfach noch einmal runter und rums war die Rute krumm. Nach kurzem Drill kam ein schöner großer Pollack ins Boot  . Darauf sagte ich zu meiner Frau: „Na Du bist gut. Das ist Papa Pollack der seine beiden Jungs wieder nach Hause holen wollte und Du musst ihn auch noch fangen. Jetzt sitzt Mama
 
allein da unten und heult sich die Augen aus!“.

Von nun an richteten wir uns also nach dem Bauchgefühl meiner Frau und den Tipps von Steffendrde. Und wir fingen mehrere Lengs, kleine Rotbarsche, Pollacks,
Köhler, zwei Dorsche und hin und wieder auch noch eine
 
.

Wir machten auch noch eine Wanderung durch diese einmalige Natur. Natürlich mit anschließendem Angeln. Dabei fingen wir einen
Leng, einen Köhler und einen kleinen
 
. Kurz nach dem wir wieder die Heimfahrt angetreten hatten, meldete sich wieder das Bauchgefühl meiner Frau. Also, wieder anhalten. Sie ließ ihre Montage wieder runter und rums war die Rute schon wieder krumm. Nach kurzem Drill kam ein guter Dorsch in das Boot  .

Und die Glückssträhne meiner Frau hielt weiter an. Zwei Tage vor unserer Abreise fuhren wir zum letzten Mal mit dem Boot raus. Nach kurzer Zeit hatten wir gleichzeitig einen Biss und hoben nach kurzem Drill zwei Lengs in das Boot. Natürlich war der Fisch meiner Frau etwas größer als meiner  . Zufrieden und meinerseits auch etwas neidisch machten wir uns an die Rückfahrt. Mein Neid fand seinen Grund darin, dass meine Frau ihre beiden Zielfische,
Leng und Rotbarsch gefangen hatte und ich meinen Zielfisch, den Seewolf nur im Aquarium ansehen durfte. Aber auch darin, das ihr großer Pollack und der letzte
 
größer waren als alles was mir in Norwegen an den Haken gegangen war  . Allerdings bin ich aus demselben Grund doch auch Stolz auf sie. Am heimatlichen Teich ist sie bisher Schneider geblieben, war so gesehen ein blutiger Angelanfänger. Aber in Norwegen hat sie die größeren Flossenträger an Land gebracht .

Am Freitag wurde nicht mehr geangelt. Wir packten den größten Teil unserer Sachen zusammen und beluden die Fahrzeuge soweit, dass wir nur noch die Kühlboxen reinstellen mussten und dann abreisen konnten. Natürlich wurden auch Hütte und Boot wieder auf Fordermann gebracht. Snowbird rief unseren Vermieter am um ihm mitzuteilen das wir am Samstag Morgen um 08.00 Uhr abreisen wollten. Davon schien er doch etwas entsetzt zu sein.

 

 

 


Wie konnte man an einem Wochenende zu dieser unmenschlichen Zeit aufstehen und abreisen   .
Er kam dann am Freitagabend zur Hüttenabnahme. Wir bedankten uns bei ihm und schrieben natürlich auch noch etwas in das Hüttenbuch, das wir beim Saubermachen gefunden hatten. Snowbird überreichte ihm als Abschiedspräsent eine Flasche „Wilde Sau“. Ein traditioneller Kräuterlikör aus dem Erzgebirge.
Am Morgen des Abreisetages überraschte uns Odin mit dem besten Wetter das Norwegen zu bieten hat. Auch der Sonnenaufgang war ein Traum. Das Wetter hielt sich bis in die Abendstunden und wir waren traurig nun abreisen zu müssen  .

Wir hatten den Zeitpuffer zu gut geschätzt und kamen wieder viel zu früh in
Kristiansand an. Die Zeit bis zur Ankunft der Fähre vertrieben wir uns mit einem Stadtbummel.
Die Christian IV kam wieder pünktlich an. Beim Einfahren dann der Schreck für meine Frau. Die Fähre war anscheinend voll ausgebucht so dass jeder Quadratmeter Parkfläche optimal genutzt wurde. So kam es das wir auf der Rampe zum oberen Parkdeck parken mussten  . Auch der Benzfahrer hinter uns war davon nicht begeistert.
Dieses mal gingen wir gleich in das Caffee. Aßen und tranken noch eine Kleinigkeit und versuchten bei einem Nickerchen zur Ruhe zu kommen.
Um 23.45 Uhr kamen wir in Hirtshals an. Und wieder war kein Zöllner zu sehen. Anscheinend wird die Nachtfähre nicht mehr kontrolliert. Zumindest war ein belgischer Pickup mit an Bord der nur einen Insassen hatte aber die ganze Ladefläche voller großer zugeklebter Kühlboxen hatte . Wir fuhren die Nacht durch und waren zum Frühstück wieder zu Hause, wo wir schon von unserem Sohn und meiner Mutter mit Freude erwartet wurden.

Als Schlusskommentar können wir nur sagen:

Die erste Woche verbuchen wir als Erfahrungswerte. Die zweite Woche als durch und durch genossenen Urlaub  .
Auch wenn nicht alles so gelaufen ist wie wir es uns gewünscht hätten, so haben wir dennoch für unser „Erstes Mal“ eine schöne, abwechslungsreiche Palette an Flossenträgern verhaften können.
Meine Frau und ich haben zusammen gefangen:

6
Köhler, 1 Schellfisch, 5 Pollack, 7 Leng, 2 Dorsche, 5 kleine Rotbarsche und Makrelen haben wir bei 64 aufgehört zu zählen.

Die meisten Makrelen durften aber weiterschwimmen.

Norwegen hat mir geholfen den Tod meines Bruders besser verarbeiten zu können und wieder zur Ruhe zu kommen. Und dieses wunderschöne Land hat mich und meine Frau wieder enger zusammen gebracht. Denn wir haben gemerkt, dass wir den kleinen Zärtlichkeiten im Leben viel zu wenig Beachtung geschenkt haben. Das hat sich nun geändert.

Norwegen wird immer einen festen Platz in unserem Herzen haben. Und es steht jetzt schon fest das wir öfter mal eine Auszeit nehmen und unseren Urlaub in Norwegen verbringen werden. Wenn auch wahrscheinlich nur jedes zweite Jahr.
Zu diesem Zweck wurde extra ein Sparschwein angeschafft das von einem waschechten Norwegentroll bewacht wird  .



 

!!!Norwegen, wir sehen uns wieder!!!




So. Das war unser erstes Mal Norwegen. Ich hoffe dass mein Bericht nicht zu

 langweilig war.

Zum Schluß noch ein paar Bilder zur Mannschaft, zur Hütte, unserem Parkplatz vor der Hütte, der Umgebung, .... - ach, schaut einfach selbst.
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Weitere Fragen zu diesem Thema beantworten wir gern im Forum:

http://www.norwegen-angelfreunde.de