Nordnorge-Tour Torsvag 2008

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 angelfreunde -Nordnorge-Tour Torsvag 2008

 Ich möchte über die Erlebnisse der Hütte 103 (Vitaminesinddoof, Nordmannhelmut und Ossi52) bei der angelfreunde­Nord­Norge­Tour 2008 nach Torsvag berichten. Ich werde das in mehreren Schrit­ten tun. Zunächst werde ich auf die Vorgeschichte eingehen, dann über die Anreise berichten und zum Schluss etwas zum Aufenthalt selber sagen.
Da ich als Gruppenmitglied der zweiten Woche an dieser Fahrt teilgenommen habe, werde ich mich auch diese zweite Woche beziehen.
Schwerpunkte sind dabei meine eigenen Eindrücke und Erfahrungen, sowie die Erlebnisse der Hütte 103 und des Bootes Nummer 3.
Vorgeschichte(wie alles begann):
Am Anfang stand das Internet und darin das Norwegen­Angel­Forum auf das ich bei der Suche nach Informationen und Hilfen für meinen ersten Norwegenurlaub gestoßen war.
Anfang tat ich mich ja noch sehr schwer, aber dank der Hilfe vom Member Isfugl fand ich mich bald ganz gut darin zurecht.
Wie ein Staubsauger saugte ich eine Info nach der nächsten in mich auf. Beim Durchforsten des Forums stieß ich dann im März 2007 auf den Beitrag von Dorsch Max. in dem er die Nord­Norge­Tour ankündigte
Ich nahm die Nachricht zwar auf, aber 2008 war damals noch soweit weg und zunächst galt es ja die Fahrt im Mai 2007 zu planen und dafür Informationsmaterial zu finden und zu sichten.
Dabei stieß ich dann auch noch auf die Anfrage von Zitterhaar, der noch einen Teilnehmer für eine Fahrt nach Sæterbrygge Ende August 2007 suchte.
Also wurde der Beitrag von Dorsch Max erst mal wieder auf Eis gelegt. Aber vergessen wurde er nicht.
Immer wieder geriet ich bei der Durchforstung des Forums auf dies Thema. Ich muss dazu sagen, dass ich in dieser Zeit wohl jeden neuen Beitrag gelesen habe, der im Forum neu geschrieben wurde.
Nachdem ich von der ersten Norwegenfahrt aus Grønnevik zurück war und mir dabei den allseits bekannten Norwegenvirus eingefangen hatte, war es um mich geschehen.
Zunächst wurde gleich mal die Fahrt mit Zitterhaar und Fischauge nach Sæterbrygge festge­klopft.
Doch gleichzeitig begann auch das Grübeln über die Nord­Norge­Tour.
Was ist eine angelfreunde­Tour? Wo gibt es Infos zu den angelfreunden­Touren? Das Forum wurde durchstöbert. Jetzt wurden auch die älteren Berichte gelesen. Klang ja alle sehr interessant.
Wo liegt Torsvag? Was gibt es darüber für Informationen? Scheint ja eine geile Region zu sein. Interesse wurde größer.
Eine Gruppenreise? Mit mehreren Angelverrückten gemeinsam eine Woche verbringen. Da kann man als Norge­Neuling bestimmt was lernen. Aber eine gewisse Skepsis bliebt, geht dass über­haupt? Mit völlig Unbekannten einfach so einen Urlaub auf engstem Raum verbringen? Warum eigentlich nicht, war man doch vom Bund her noch gewohnt? Das Interesse wuchs wei­ter.
Fliegen? Keine Stundenlangen Autofahrten. Kurze Anreisezeit, aber auch nur begrenztes Gepäck, dafür lange Zeit am Fisch. Interesse wuchs noch weiter.
Da war die Rede von Heilbutts und Großdorschen. Ja, die wollte ich auch mal an der Angel ha­ben. Interesse wuchs ins unermessliche.
Also wurde erst mal die Option gesichert und ein „Probelauf“ (Die drei mögen mir diesen Aus­druck verzeihen) mit Zitterhaar, Fischauge und Opa65 nach Sæterbrygge gemacht. Waren ja auch alles Angler, die ich erst durch das Forum kennen gelernt hatte. und wie nicht anders zu erwarten war, die Fahrt nach Sæterbrygge war eine dufte Sache. Die Bedenken gegen eine Gruppenreise mit angelfreunden waren damit aus der Welt.
Immer wieder schaute ich in meinen Kalender. Da stand schon drei Mal Norwegen innerhalb eines Zeitraumes von nur einem Jahr drin. Ist ja schon ganz schön krass; …. aber auch schön.
Da galt es dann erst mal die Kassenlage abzuklären. Drei Fahrten nach Norwegen, Umbau am Haus und meine bessere Hälfte sollte ja auch noch Urlaub haben. Da müssen die Groschen schon mal gezählt werden. Nach mehrmaligen Durchzählen des Sparstrumpfes kam ich zu dem Ergeb­nis: Das klappt schon.
Dann kam das vermeintlich schwerste Stück.
Wie überzeuge ich die beste Ehefrau der Welt davon, dass ich mit nach Torsvag muss. Am bes­ten mit der Salamitaktik, dachte ich mir. Immer eine kleine Scheibe mehr. Zunächst mal von Norwegen schwärmen. Immer wieder erzählen, wie toll die Fahrt nach Seter war. Und zum Schuss, das Angebot aus dem Forum einflechten. War aber gar nicht erforderlich. Meine Frau roch den Braten sofort. Nach 35 Ehejahren auch kein Wunder. Doch ihre Reaktion erstaunte mich schon etwas: „Ich merke schon, was du willst. Und da man ja nicht wissen kann, was mor­gen sein wird und wie lange du das noch kannst, fahre! “
Jubeln war daraufhin angesagt und die Anmeldung wurde schnell rausgeschickt.
Im Vorfeld der Fahrt gab es viele Beiträge im Forum zu der Tour. Viele beschäftigten sich mit der Hüttenbelegung und den Bootsbesatzungen. Und da gab es dann auch schon mal den einen oder anderen Anraunzer.
Im Rahmen dieser Erörterungen im Forum fanden Vitaminesinddoof und ich uns. Und um uns zu beschnuppern, verabredeten wir uns zum 5. Ruhrpottstammtisch. Hier traf ich dann auch den dritten Mann, Nordmannhelmut, der von Stefan für die Fahrt überzeugt worden war. Bei den Gesprächen auf dem Stammtisch bemerkten wir drei sehr bald, dass wir ungefähr gleich ticken und es eigentlich ganz gut mit uns klappen könnte. Also beschlossen wir, uns für eine Hüttenge­meinschaft und eine Bootsbesatzung zu melden.
Im Folgenden wurde dann unter anderem auch der Speiseplan entwickelt. Auch hier fanden wir schnell einen gleichen Nenner, bzw. die gleichen Vorlieben. Ich sage nur Knoblauch. (Der Duft lag die ganze Woche über unserer Unterkunft).

 
Hier mal einige Bilder vom umgesetzten Speiseplan.
Hier brutzelt frisch gefangener Seelachs in der Pfanne
Hier gab es Scholle mit Bratkartoffeln


Seelachs mit Kartoffeln, gemischtem Salat und Tzaziki
 


Das schien auch unserem Gast Patrick es zu schmecken


Es wurde nicht nur Fisch gegessen. Der Grill der Anlage erwies uns gute Dienste bei der Fleischzubereitung
 
Und dank des guten Wetters, konnten wir sogar draußen essen
 


Schmeckt doch einfach herrlich. Nach einem erfolgreichen Angeltag, frisch Gegrillte an frischer Luft.

Nach diesem kleinen Vorgriff auf den Aufenthalt nun wieder zurück zum Thema Vorbereitung. Da für die Flugreise die Menge des Gepäcks vorgegeben war, fand dann zur Regelung der Ein­zelheiten (Wer nimmt wie viel von was mit?) noch ein reger Emailaustausch statt. Auch musste der Transport zum Flughafen noch geklärt werden. Aber auch hier fand sich schnell ein gemein­samer Weg Stefan bot sich an, auf der Fahrt nach Hamburg einen „kleinen“ Umweg über Esens zu machen und mich dort einzuladen (Hat dabei wohl nicht bedacht, dass das für ihn zusätzliche 400 km bedeuteten.) Auch an dieser Stelle sage ich noch mal Danke dafür.
 
Anreise nachTorsvag
 
In aller Frühe starteten Stefan und Helmut am 08. Sept. 2008 in Haltern. Wie verabredet, trafen sie gegen 09:30 Uhr bei mir ein. Nach einem kleinen zweiten Frühstück und verstauen unserer Ruten im gemeinsamen Ruten­rohr, ging es dann weiter Richtung Hamburg. Stefan brachte uns pünktlich und ohne Stress zum Terminal 1.
 Während Stefan den Wagen auf den Parkplatz fuhr, bewach­ten Helmut und ich unser Gepäck und beobachteten einige Angelfreunde beim einchecken. Sie waren ja durch ihre Rutenrohre leicht als Angler auszumachen. Beim einchecken gab es Gott sei dank keine Probleme mit der Gewichtsbegrenzung der Koffer und auch das Rutenrohr, ging ohne Beanstandungen durch die Kontrolle. Dem Abflug stand somit nichts mehr im Wege und um 14:45 Uhr hoben wir dann vom Hamburg Flughafen ab.
 
 
  

Es war ein sehr ruhiger und entspannter Flug. Bei dem der eine oder andere wohl schon von dem kommenden Tagen träumte.

Der Flug von Hamburg nach Oslo war ein Katzenspiel. Ohne Stress und Turbulenzen. Schon kurz vor Vier landeten wir auf dem Flughafen Oslo.
Wenn ich denke, wie lange wir bei der letzten Fahrt mit dem Auto für diese Strecke gebraucht hatten.

 
 
In Oslo mussten wir unser Gepäck wieder in Empfang nehmen und neu einchecken.

 
Bereits um 17:00 Uhr hatten wir den „Check­in“ wieder problemlos hinter uns gebracht.
Der relativ lange Aufenthalt in Oslo wurde dann mit einigen Runden Skat verkürzt.
Der Versuch bereits hier den ersten Livebericht abzusetzen misslang, da ich keinen freien Inter­netzugang fand.
 
Natürlich wurde die Zeit auch genutzt, um erste Kontakte mit den anderen Angelfreunden aufzunehmen.

 
Gegen 18:30 Uhr konnten wir dann dieselbe Maschine, die uns schon von Hamburg nach Oslo
gebracht hatte, wieder besteigen und wir hoben mit kleiner Verspätung vom Flughafen Oslo ab.

 
Der Flug Oslo nach Tromsö war ein Traum.

 

 

Wir starteten bei leichten Nieselregen und schon bald hatten wir die geschlossene Wolkendecke überwunden
und hatten eine herrliche Sicht, der zunächst eben nur nach unten eingeschränkt war.
 

 

Doch schon bald wurden die Wolken weniger und gaben den Blick auf eine herrliche Seenland­schaft frei.
Zu guter letzt gab es dann noch einen grandiosen Sonnenuntergang Der Landeanflug auf Tromsö war auch nicht alltäglich, bedenkt man, dass wir ja nichtin einem Wasserflugzeug saßen. Trotz des verspäteten Abfluges landeten wir dann pünktlich kurz nach 21:00 Uhr in Tromsö
 
 

 

Sonja, die Betreiberin der Anlage Torsvag Havfike empfing uns dann am Flughafen und drängte zur Eile. Denn wir mussten die letzte Fähre noch erreichen. Da wir sehr schnell an unser Gepäck kamen, konnte es dann auch gleich weitergehen. Sonja chauffierte uns persönlich durch die Nacht. Dank ihrer rasanten, aber sicheren Fahrweise erreichten wir die auf uns wartende Fähre, die dann gleich, nachdem wir angekommen waren, ablegte. Die Überfahrt dauerte knapp eine Stunde
 
 
Die Überfahrt wurde auch genutzt sich erst mal eine zu drehen und den Nikotinspiegel wieder einzupendeln.
Kurz vor Mitternacht erreichten wir dann unser Ziel: die Anlage in Torsvag
 
 
Hier mal ein paar Bilder von der Anlage

 
 
Das Unterkunftsgebäude. Rechts mit dem Aufenthaltsraum (zugleich Angel­Verkaufsshop). Üb­rigens, der Einkauf von Lebensmitteln und so weiter war auch kein Problem. Die Bestellungen wurden schriftlich bei Steffen abgegeben und der örtliche Kaufmann lieferte die Ware am Abend in der Anlage ab.

 
 
Die Bootsflotte der Anlage besteht aus 8 Arvor­und 2 Hanswikbooten
 
 
 
Der Bootssteg ermöglicht ein bequemes und sicheres Erreichen der Boote und Entladen der Fän­ge
 
 
Das von uns genutzte Arvorboot Nr. 3hatte einen 100 PS VW Turbodiesel

 
und war mit Farbecholot und Kartenplotter ausgestattet.

 
Der Hafen bei Kaiserwetter

 

 
Die Fischerboote
 
 
 
Der Hafen mit Blick auf das Meeresangelcenter und die Fischfabrik
 
Blick in südwestlicher Richtung, hinten links, die Hafenausfahrt

 

 

Blick von der Hafeneinfahrt in den Hafen und auf die Fischerboote
 
Und hier die allgegenwärtigen Verwandten der Möwe Jonathan.

 

 
 Der Filetierraum mit der Gefrierkammer, hinten links. Für mich das Beste, was ich bisher in Norwegen nutzen durfte,
 
 
 
Und die Fischabfälle wurden per Förderband vom Filetiertisch in den Abfallbehälter transportiert.
 

 
 

 

Filetiermeister bei der Arbeit
 
 
 
Mit diesem Bild schließe ich den Teil Vorbereitung und Anreise ab. In der Fortsetzung werde ich dann über den Aufenthalt berichten.

 
Aufenthalt vom 08.September bis zum 15. September 2008
 
Tag 1
Unser Aufenthalt auf der Anlage begann dann wie folgt:
 
Stefan, Helmut und ich bekamen die Hütte 103 zugeteilt. Hier einige Bilder davon
Links der Wohnbereich mit Sitzgruppe und Sat-Fernseher
 
 
 Die Schlafräume waren zwar etwas spartanisch eingerichtet, aber zweckmäßig und ausreichend. Wir hatten ja auch keinen Wellnessurlaub gebucht, sondern waren zum Angeln gekommen. Die Bettwäsche und die Handtücher wurden gestellt und die Betten waren bereits bezogen.

Nachdem wir unsere Klamotten verstaut hatten, wurde die erste Mahlzeit zubereitet. Es gab Gulasch mit Nudeln und grünem Salat
 
Damit wären wir wieder beim zweitwichtigsten Thema der Reise: Essen und Trinken. Und da fehlte es uns an nichts. Auch kein Wunder, wenn drei Hobbyköche zusammentreffen und sich vorher geeinigt haben, wer welche Speise zubereitet. Auch da habe ich in Punkto Fischzubereitung wieder was dazu gelernt. Stefan’s panierte Seelachshäppchen waren sogar kalt noch ein Renner.
 
Dann wurde noch die Karte mit den gesammelten Hotspots aufgehängt und die Angeln zusammengebaut.  
 
So gegen 03:00 Uhr ging es dann nach einem Absacker ins Bett
 

 


 

Der nächste Morgen begann dann bei herrlichstem Wetter sehr gemütlich. Nach einem kräftigen Frühstück mit reichlich Kaffee, warteten wir auf die Bootsübernahme und die Einweisung, die für 09:00 Uhr angesetzt war.
 
So nach und nach versammeln sich dann alle Teilnehmer und die Guides auf der Veranda
Ich glaube, die meisten haben nur die Hälfte von dem, was uns Dorsch Max, Volker und Steffen erzählten, wirklich aufgenommen. Alle wollten nur das eine, raus aufs Wasser und angeln.  
Steffen nahm dann die Bootsverteilung vor.
Doch zunächst waren erst mal die Formalitäten zu erledigen. Die Bootübernahme musste quittiert und die Kaution in Höhe von 200,­­Euro hinterlegt werden.

 
Dann erfolgte die praktische Einweisung der Bootsführer durch Steffen.
Auf die man hier am Bootssteg sehnsüchtig wartete.
 
Nach einer kurzen Einweisungsfahrt, auf der die Bedienung und die Besonderheiten der Boote erklärt und auf die Gefahrenstellen im und unmittelbar vor dem Hafen hingewiesen wurde, konnten wir uns um 10:40 Uhr endlich auf den Weg zum Fisch machen. Kurz nach 19.00 Uhr beendeten wir dann unsere erste Ausfahrt. Wir hatten mehrere schöne Küchendorsche, Seelachs, 2 Lengs und einen Schellfisch von gut 5 Pfund in der Fischkiste liegen. Das Abendessen war damit mehr als gesichert. Aber es gab auch bereits die ersten Verluste zu beklagen. Wir verloren 2 große Pilker und die ersten Ruten gingen zu Bruch. Stefan schrottete seine „Ever Crack“ angelfreunde­Rute und mir brach meine 40 lbs Inliner. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch Wir waren mit dem Ergebnis der ersten Ausfahrt zufrieden. Zumal das gute Wetter die ganze Zeit angehalten hat. Wir haben an diesem Tag eine Strecke von ca. 38,5 Kilometer zurückgelegt.
 

 


 

Tag 2
Der zweite Tag begann dann zu einer halbwegs normalen Zeit. Das Frühstück war so angesetzt, dass wir um 06:00 Uhr fertig zur Ausfahrt waren. Ohne Unterbrechung angelten wir bis zu unserer Rückkehr um 17:00 Uhr im Bereich des „Minengürtels“ der sich west­nord­westlich der Anlage befindet. Neben einigen schönen Seelachsen und mehreren Küchendorschen fingen wir auch 2 Steinbeißer und 7 schöne Schollen, von denen einige die ein Kilomarke knackten..  
 
 
 Das Abendessen war gesichert.
 
An diesem Tag legten wir nicht ganz 50 Kilometer zurück.
 
Tag 3 
 
Heute sollte nun für uns ein Sahnestück der Tour stattfinden. Die Einweisungsfahrt mit den Guides Volker und Steffen stand auf dem Programm. Auf Grund der Erfahrungen des Vortages wollten wir früh loslegen und trafen deshalb uns um 6:00 Uhr am Steg. 
Also wechselten Stefan und ich auf das Boot der Guides. Zunächst versuchten wir mit der normalen Drift zu fischen, Dies Unterfangen brachen wir jedoch bald wieder ab, da die Drift fast gleich Null war.
 
 
Nun versuchten wir es mit dem Trolling. Volker, der wegen einer Beinverletzung stark gehandicapt war, fuhr das Boot und Steffen zeigte uns, wie
wir den Köder zu führen hatten. Angeblich hat Steffan mehrere Anbisse verspürt und als Beweis dafür einige Risse in dem Gummifisch angeführt. Aber einen echten Biss hatten wir wohl nicht, denn der vermeintliche Biss an meiner Rute entpuppte sich dann doch nur als Hänger und und nicht als der gewünschter Heilbutt.
 
 
In Erwartung eines spannenden Drills hatte Volker Dapoz schon mal die Kamera ausgepackt. Der hinter ihm stehende Steffen Dietze ahnt aber wohl schon, dass es diesmal nichts wird.
Wie zu vermuten war, auch an diesem Tag war uns das Glück nicht holt. Aber zumindest konnten wir den Drill und die Landung eines Heilbutte live miterleben.

 
 
Wir hatten mitbekommen, dass sich einem boot in unsere Nähe etwas getan haben musste. Also fuhren wir vorsichtig etwas dichter an dies Boot heran.
Und tatsächlich hier fand ein interessanter Drill statt. Vorsichtig fuhren wir noch etwas
näher ran. Gespannt schauen alle in Wasser, was kommt da wohl hoch.
 
 
Als feststeht, dass es sich um einen Heilbutt handelt, werden alle Foto- und Filmkameras aufnahmebereit gemacht.

Da kommt etwas hoch. In dem klaren Wasser ist schon früh zu erkennen, dass es ein Heilbutt ist.
Stück für Stück wir er weiter an die Oberfläche geholt. Und näher ans Boot gezogen und dabei eifrig fotografiert.
 
 
 
 
Es scheint, als wäre er jetzt ausgedrillt und die Landung könnte
beginnen.
Obwohl es sich um einen massigen Fisch handelt, haben die beiden Angler sich entschlossen, den Butt zu releasen.
 
 
Deshalb wird nicht das Gaff sondern die Lösezange zur Hand genommen.
Zunächst wird zur Schonung des Fisches versucht den Haken noch im Wasser zu lösen.
 

Da dies nicht gelingt, wird die Kveite ins Boot geholt. Und es gab ein Bild „Angler mit Heilbutt.“
Es ist übrigens nicht überliefert, ob dem Butt seine Rolle als Fotomodell gefallen hat.
 
 
 
 
 
Zumindest wird es ihn gefreut haben, dass er nach dem Fotoshooting zurück in sein Element und noch ein wenig weiter wachsen durfte.
Ermutigt durch diesen Fang ersuchten wir weiter unser Glück. Doch wie gesagt, Petrus
und die Götter des Meeres waren nicht mit uns.

Dafür erlebten wir aber einen herrlichen Sonnenuntergang.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
An diesem Tag kehrten wir um 20:30 Uhr zur Anlage zurück.
Wie die Auswertung des Trackprotokoll ergab, haben wir an diesem Tag mit 88,5 km zwar die längste Strecke zurückgelegt, aber am wenigsten gefangen.
 
Tag 4
Für den heutigen Tag hatten wir uns vorgenommen wieder Fisch zu fangen.
 

Also legten wir kurz vor 6:00 Uhr, verstärkt durch Patrick, vom Anleger ab, um zu den Hotspots, die etwas weiter draußen liegen, zu gelangen. Hier sollte es schöne Dorsche geben. Fast 12 Stunden waren wir an diesem Tag hart am Fisch. Um es kurz zu machen. Wir wurden nicht enttäuscht. Es gab Fisch ohne Ende. Zunächst fingen wir uns an unserem Unterwasserberg einige Seelachse als Köderfische. Und fuhren dann raus zu der auserkorenen Stelle. 

 
 
Schon wieder konnte einer Stefans Montage nicht widerstehen.
Das war einer der Löffeldorsche. Und hier noch einer. 
     
 

Man sieht, außer Seelachsköderfischen, gab es auch ordentliche Exemplare.
 

 Hier präsentiert Patrick seinem personal best. (Hab leider vergessen mir die Werte zu notieren)

 
Dass es doch noch Heilbutts vor Torsvag gab, wurde uns dann am Abend bewiesen. 
 

 
Freundlicherweise wurde uns einer der Butts zur Verwertung überlassen.
 

Und damit war dann noch einmal Arbeit angesagt.

Und somit wanderten doch noch einige schöne Heilbuttfilets in unsere Fischkisten.

 

Entscheidet selbst, wer würde den Wettbewerb um den schönsten bzw. größten Mund gewinnen?
Eine Besonderheit gab es dann noch von diesem Tag zu berichten. Als wir auf dem ausgesuchten Platz, der
ein ganzes Stück weiter draußen lag, angelten, zog plötzlich Seenebel auf.
 
Da uns das nicht ganz geheuer war, verlegten wir vorsichtshalber etwas mehr in Ufernähe.
 

Wie eine Wand schob sich der Nebel auf uns zu.
Es erinnerte mich irgendwie an den Film Nebel des Grauens.
Der Kutter des Berufsfischers (Hinten links)
verschwand plötzlich in der Nebelwand
 

 


 

Doch Gott sei dank verzog sich der Nebel dann genau so schnell wie er gekommen war.
 

Mit der Flucht vor dem Seenebel legten wir an diesem Tag 77,4 km zurück.
Angeltechnisch war es für mich der schönste Tag. Nicht nur weil wir ordentlich gefangen haben, sondern auch das Angeln mit etwas leichterem Geschirr auf Seelachs hat Spaß gemacht.
 
Tag 5
Da unsere Fischkisten nun schon so gut wie fertig gefüllt waren, beschlossen wir es an diesem Tag etwas ruhiger angehen zu lassen und unser Glück wieder mit dem Trolling auf Heilbutt zu versuchen. Zu einer für uns ganz ungewöhnlichen Zeit, nämlich erst um kurz vor 9:00 Uhr liefen wir aus dem Hafen aus. Bis kurz nach 20:00 Uhr suchten wir unser Glück in dem Revier südlich und westlich der Anlage. Wir fingen beim Pilken zwar wieder einige schöne Fische, aber eben keinen Heilbutt, den wir doch zum Zielfisch bestimmt hatten. Es ist hat so, es gibt Tage da verliert man und dann gibt es wieder tage da gewinnen die anderen, soll heißen, dass Glück war nicht auf unserer Seite. Wir hatten zwar einen Biss, den konnten wir aber leider nicht verwerten. 
 

 Helmut hatte einen Jighead statt mit Gummifisch mit einem Seelachs bestückt.

 

 

Als Entschädigung bot sich dann ein besonderer Anblick.
 

 

Während wir auf der einen Seite des Bootes wieder einen herrlicher Sonnenuntergang hatten, der dem bereits geschilderten in nichts nachstand, konnten wir auf der anderen Seite den Aufgang des Mondes verfolgen.

 

 
 

 

An diesem Tag legten wir knapp 42 km zurück. Die uns leider wieder nicht zu unserem Heilbutt brachten.

 

 

 
Tag 6
Da am letzten Tag erfahrungsgemäß Packen und Putzen angesagt ist, beschlossen wir wieder früh aufs Wasser zu gehen und bis zum Mittag noch mal auf Heilbutt zu fischen. Um 05:30 Uhr hieß es leinen los. Diesmal hatten wir in dem ausgesuchten Gebiet auch endlich mal eine vernünftige Drift. Trotzdem wollten die Heilbutte einfach nicht beißen. Gegen Mittag beschlossen wir dann noch eine letzte Drift zu machen und dann zurück in den Hafen zu fahren.

 

 

Stück für Stück drillte Helmut den Fisch an die Oberfläche
 

 

Der erste Sichtkontakt. Es war tatsächlich der heiß ersehnte Heilbutt.
 

So langsam konnten wir erkennen, da kommt was Größeres hoch. Wir sahen aber auch, dass der Haken des Jighead nicht sicher sitzt.

 
 Also wollten wir zur Sicherheit doch lieber die Harpune einsetzen.

 

 Jetzt ist er in erreichbarer Nähe und ich versuche die vorbereite Harpune zu setzen.

Leider gelang es mir beim ersten Mal nicht, den Schaft der Harpune aus dem Fisch zurückzuziehen, weil mir der Schaft aus der Hand geschlagen wurde. Dadurch saß die Harpune nicht richtig fest und durch den Auftrieb des Fenders wurde sie wieder aus dem Heilbutt herausgezogen. Beim zweiten Versuch saß die Harpune dann richtig. Doch beim dritten Auftauchen des Butts riss dann leider das Harpunenseil, das sich wohl an der Kausche der Harpunenspitze durchgescheuert hatte und da sich der Fisch nun auch wie erwartet vom Drilling befreit hatte,
 

 

 

Das war der bei diesem Drill eingesetzte Jighead. Der übrigens wieder statt mit einem Gummifisch mit einem Seelachs bestückt worden war. An diesem Schenkel des Drillings hatte der Heilbutt gehangen. An diesem letzten Tag legten wir noch mal 50,25 km zurück und beendeten unsere letzte Tour gegen 13:30 Uhr. Hier in aller Kürze noch die Zusammenfassung unserer Fischzüge.
 

Verwertetes Ergebnis:
ca. 42 kg Filets
Zurückgelegte Strecke
ca. 350 km
Verbrauchter Sprit:
190 Liter Diesel,
2850 NOK,
365,38 €

 
Verluste 4 Giant Jighead, 6 Pilker, diverse Vorfächer, 2 Ruten 

 

 

Der Nachmittag war dann mit Klönschnack, Packen und Putzen ausgefüllt. 

 


 

Gegen Abend wurde noch ein Gruppenfoto geschossen.

 

 Natürlich durfte auch ein Foto von Sonja nicht fehlen.

In dieser Nacht gab es dann noch ein einmaliges Polarleuchten. Da das leider auf den Fotos nicht so richtig
rüberkommt, verzichte ich auf diese Bilder.
Es war dann noch einmal eine relativ kurze Nacht, denn bereits gegen 02:00 Uhr fuhr Sonja den Bus vor.
Die Koffer wurden verpackt und es hieß Abschied nehmen. 

 

Diesmal ging die Rückfahrt über mehrere Etappen.
Zunächst mit dem Bus der Anlage zum Fähranleger. Von dort ging jedoch nicht mit der Fähre, sondern mit einem angemieteten Schiff weiter.
 

Nach der Überfahrt wartete dort ein Kleinbus auf uns, der uns zum Flughafen brachte.
 

Das Einchecken verlief wieder ohne Probleme.


 Ein letzter Blick zurück.
Und ich bin mir sicher, ich war nicht der einzige, der zu sich gesagt hat:

 

 
Torsvag­ Ich komme wieder!!

P.S.
Ich danke Vitaminesinddoof, Nordmannhelmut, VMax und Saalefischer, dass sie mir einige ihrer Fotos zur Verfügung gestellt haben.

 

Fragen zu diesem Thema beantworten wir gern hier: