Norwegen Angelfreunde

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Reisebericht Topevent 2009

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Moin moin,

hier nun wie versprochen der Bericht zum Top-Event 2009.

Dieser Bericht beschreibt die Erlebnisse aus Sicht des Moderatoren-Teams. Wir hoffen, dass noch weitere Berichte der Teilnehmer dazukommen.

Ich nehme mal das Fazit vorweg. Es war eine gelungene Veranstaltung, wenn auch nicht alles perfekt war. Die Köhler und Pollacks wollten nicht so recht, dafür gab es viele gute Lengs und Dorsche.

Das Wetter war für Mitte April sehr gut. Wenig Regen und auch windbedingt gab es keine kompletten Ausfalltage. Angeln war fast immer möglich, wenn auch nicht immer weit draußen.

Auf jeden Fall war das Wetter erheblich besser, als ich es bisher im April auf Hitra kennengelernt hatte. Mein Gesamtfazit: Daumen hoch!




Zwei Tage vor den anderen Event-Teilnehmern reiste das Moderatoren Team bestehend aus Henrik (Hecht911), Achim (Lengalenga), Patrick (VMAX) und mir (UlliT1964) an. Wir wollten schon mal ein paar aussichtsreiche Stellen antesten und die Ankunft der Event-Teilnehmer vorbereiten.

Im Vorwege hatten wir uns darauf geeinigt, mit nur einem Auto zu fahren. Da war es völlig klar, dass sehr sorgfältig gepackt werden muss, um das ganze Gerödel im Auto unterzubringen. Unter Ausnutzung der letzten freien Millimeter gelang es uns auch tatsächlich, alles zu verstauen.

Es war allerdings recht eng auf den Rücksitzen und in schärferen Kurven drohte eine Gepäcklawine entweder Patrick oder mich auf den Rücksitzen zu erdrücken



Auf diesem Foto fehlt Patrick und wir hatten schon Angst, ihn mit dem ganzen Gepäck im Kofferraum verstaut zu haben, aber glücklicherweise tauchte er dann doch noch wieder auf 

In Kiel am Fährterminal wurde uns dann gesagt, dass die Dachbox runter müsste, da die maximale Höhe von zwei Metern deutlich überschritten sei.

Na Prost Mahlzeit! Wir beschlossen, uns erstmal dumm zu stellen und auf einen gnädigen Einweiser zu hoffen. Das hat auch prima geklappt, denn wir wurden aufs LKW-Deck geleitet und dazu noch auf die "Pole Position". Wir standen ganz vorne und waren bei der Ankunft in Oslo das erste Fahrzeug, welches von Bord fuhr!

Unser "Chauffeur" Henrik brachte uns mit einigen Raucherpausen sicher nach Ulvoya.

Dort bezogen wir Quartier im Rorbuer Bryyger. Dieses ist zwar für vier Personen ausgelegt, aber wirklich Platz, um sich einigermaßen wohlzufühlen, ist eigentlich nur für zwei. Für Achim und Henrik war der "Spitzboden" als Schlafzimmer vorgesehen, der nur über eine Leiter erreichbar war.

Henrik war entsetzt und verzichtete dankend. Er schlief dannn lieber auf der Wohnzimmercouch. So hatte Achim sein kleines Reich für sich alleine.



Nun wollte Henrik den ersten Livebericht schreiben und war einigermaßen fassungslos, dass es mit der Internetverbindung nicht klappte.



Achim konnte sich ein verschmitztes Grinsen nicht verkneifen ...



Patrick grinste etwas weniger verhalten ...



Am nächsten Morgen waren wir natürlich "heiß" und wollten aufs Wasser. Patrick hatte gleich ein Erfolgserlebnis und konnte einen prächtigen Seeteufel dazu überreden, seinen Standort unter Wasser dauerhaft zu verlassen.



Da Seeteufel ein extrem leckerer Fisch ist, beschlossen wir, ihn angemessen zu verspeisen. Frisches Gemüse ist in Norwegen zwar ziemlich teuer, aber den Seeteufel mit irgendwelchen Fertigprodukten zuzubereiten kam gar nicht in Frage.

Henrik hatte dann auch ein extrem leckeres Rezept parat. Seeteufel auf Gemüsebett mit Römme!

Nach dem Einkauf waren wir alle vier damit beschäftigt, Gemüse zu schnibbeln.

Ich armer Sack war für die Zwiebeln zuständig und fand das total zum Heulen!

Aber das Endergebnis ließ meine Tränen schnell trocknen. Ich habe selten so etwas Leckeres gegessen! Henrik, stell das Rezept doch hier mal ein ... es findet bestimmt viele begeisterte Nachahmer!



Der nächste Angeltag bescherte Achim ein Erfolgserlebnis. Ein kleiner, aber immerhin maßiger Heilbutt ging an seinen Haken. Ehrensache, dass auch dieser Fisch sofort verspeist wurde!



Beim nächsten Bild frage ich mich allerdings, wer hier eigentlich der Heilbutt ist. Beide haben gierige Mäuler und ich weiß nicht, wen ich im Fall des Falles gegafft hätte ... sehen irgendwie beide sehr fischig aus



Inzwischen waren auch die Teilnehmer des Top-Events eingetroffen. Am Tag der Anreise begrüßten wir sie in Helges Camp und überreichten Broschüren für die Sicherheit auf See. Dann luden wir alle für den nächsten Abend zum Grillen von leckeren Thüringer Würstchen ein.

Henrik übernahm die Rolle des Grillmeisters.

Die ersten Würstchen schmeckten besonders lecker zwischen dem rohen und dem verbrannten Teil, aber dann hatte Henrik den Bogen raus und die Würste wurden wohlwollend eingeatmet. Außerdem wurden von den Event-Teilnehmern zusätzliche leckere Fressalien wie Krautsalat und ein Fässchen Bier gestiftet. Dadurch wurde es eine außerst leckere Freßorgie.



Bei dieser Gelegenheit wurde auch gleich das erste Zielfischangeln ausgelobt. Die nächsten zwei Tage sollte es auf Pollack gehen. Dem Sieger winkte eine Rute der letzten Foren-Edition. Aber irgendwie wollten die Pollacks nicht so recht.

Jedenfalls kam kein Pollack zur Meldung. Wir beschlossen, den nicht vergebenen Preis dem nächsten Zielfischangeln zuzuschlagen. Und Dorsch sollte nun wirklich kein Problem sein.

War es auch nicht! An der ersten Brücke, wo sich Tausende kleinster Seelachse tummelten, wurden vernünftige Dorsche gefangen. Aber auch sonst wurden Dorsche guter Größe gelandet und die Preise konnten verteilt werden.




Als das Wetter am nächsten Morgen besonders stürmisch war, beschlossen wir, Hitra Turistservice einen Besuch abzustatten. Wir schnackten ein wenig mit Jürgen und fuhren danach nach Kvenvaer, um uns die Location des Norwegenseminars 2009 anzusehen.



Auch wenn man mal nicht angeln kann, hat die Gegend um Hitra ihren besonderen Reiz. Außer Fischen hat die Insel jede Menge Wild zu bieten. Wer nicht nur auf die Krümmung der Ruten achtet, erlebt jede Menge Natur pur. Hier leckere Bambis ...



Von den Gänsen mal ganz zu schweigen.



Die fielen laut schnatternd und krakeelend aus ihren Winterquartieren etwa zur gleichen Zeit wie wir ein und suchten verzweifelt einen Partner. Da ging es hoch her.

Ein Ganter war unverkennbar. Jedes Mal, wenn er abhob, "knatterte" sein Gefieder und Achim kommentierte trocken: "Ach, wieder der Ganter mit Getriebeschaden!"

Vielleicht hätten sich die Gänse über uns Menschen ebenso amüsiert. Nach kanpp 14 Tagen hätten wir Männer vielleicht ebenso gebalzt wie die Gänse ... wenn doch nur ein ansehnliches weibliches Wesen in der Nähe gewesen wäre. Aber der alltägliche Anblick der Mod-Kollegen und der Boote ließ dann irgendwie doch keine romantischen Gefühle aufkommen

Stattdessen genossen wir tolle Sonnenuntergänge



und leckeres Grillfleisch



In punkto Boote und Motoren waren wir echt prädestiniert.



Im orangenen Boot waren meist Henrik und Achim unterwegs, das blaue Boot teilten sich Patrick und ich.

Das Boot rechts am Steg durften wir leider nicht fahren. Das gehört Helge und die 225 PS wollte er uns leider nicht anvertrauen. Schade eigentlich ... wir wären mal gerne kurz nach Island rübergefahren, um Heilbutt zu angeln

Eines Morgens wirkte Henrik leicht nervös! Er verschlang seine Marmeladenbrote mit 3 cm Butter drunter in Rekordzeit und wollte unbedingt angeln. Das passte Achim gar nicht, der erst bei seiner vierten Zigarette und dem dritten Kaffee war.

Patrick war nach 1 Liter Milch allerdings schon voller Tatendrang und wollte auch zum Angeln. Ich dagegen war auch noch etwas abwartend, da sich der Morgenschiss zwar ankündigte, aber noch den ultimativen bodenlosen Sturz in die Tiefen der norwegischen Abwasserrohre verweigerte

Die "Angelgeilen" starteten also in Richtung Fisch. Irgendwann wollten auch Achim und ich starten, aber der Motor leider nicht. Nach einem Hilferuf kam Helge schnell vorbei, konnte aber auch nichts ausrichten. "Little problem, wait a half hour." OK!

Dann kam Helge mit einer Batterie zur Starthilfe. Hä? Die Batterie hatte nie schlapp gemacht. Und erwartungsgemäß kam der Motor auch mit Starthilfe nicht in Gang. Helges Kommentar: "Perhaps a bigger Problem, wait a half hour." Na, wenns weiter nix ist ...

Nach einer sehr reichlichen halben Stunde erschien Helge wieder mit einem Hiwi, der ein Notebook dabei hatte. Damit wurde ein Fehlercode ausgelesen und Helge strahlte: "Little problem, please wait a half hour!" Na klar, gerne doch!

Wer erschien nach nach einer großzügigen halben Stunde? Helge samt Hiwi und einem Ersatzteil! Nach Einbau des Ersatzteils, wiederholtem Einlesen des Fehlercodes per Notebook und erfolglosen Startversuchen des Motors äußerte sich Helge: "Uhhh ... a really big problem! I bring you another boat ... please wait a half hour!" Aber klar .. irgendwie kannten wir das schon ...

Nach einer weiteren seeeehr großzügigen halben Stunde brachte Helge tatsächlich ein anderes Boot vorbei. WOW ... 50-PS-Motor, genau das Richtige für mich! Achim hatte keinerlei Interesse, das Steuer zu übernehmen, also entschied ich mich für "Hebel on the table." Nach gefühlten zwei Minuten und erheblichem Spritverbrauch waren wir dann auch in "fischigen" Gewässern.

Ein Wort zu Achim, der armen Sau: Er hat in diesem Urlaub unendlich viel Schnur, Pilker und Gewichte versenkt und ist der unumstrittene "Hängergott" der Tour.

Aber er trug es mit Fassung! Ebenso wie seine Schlafbehausung im Spitzboden.

Dort war es abends nicht nur sehr warm: Vom darunterliegenden Schlafzimmer störte "Hurrikan-Schnarcher" Patrick seine Ruhe. Und war Patrick endlich mal ruhig, übernahm der Berichterstatter den lautstarken Part

Aber nun genug der zwischenmenschlichen Probleme von Menschen auf engem Raum ...

Erstaunlicherweise waren wir bei der Fischjagd relativ erfolgreich, obwohl die ganz großen Rausreißer fehlten. Hecht911 bewies erneut, warum er eigentlich Lumb912 heißen sollte



Ich konnte endlich die Schmach ablegen, noch nie gemetert zu haben und durfte einen Leng von 110 Zentimetern landen



Doch Patrick der Spielverderber überbot mich nur wenige Minuten später mit einem 118er-Leng!



Dann übernahmen die kleinen Haie die Regie und Patrick landete mit zwei Haken drei Haie. Einer hatte sich mangels freier Haken auf den Oktopus gestürzt und sich heillos in der Schnur verwickelt. Völlig verrückt!



Am nächsten Tag konnte ich mit zwei feisten Lumben (nein, nicht Henrik und Achim) kontern. 94 und 90 Zentimeter sind schon nicht schlecht. Und die Fische waren erstaunlicherweise wurmfrei ... wären das Henrik und Achim auch gewesen?  



Wie schon erwähnt, hat Achim die meisten Opfer gebracht. Unermüdlich riss er Vorfächer, Schnur und Pilker ab und opferte seine Gaben Petrus! Ich hatte erstaunlich wenig Verluste, war aber sehr erstaunt, dass sich ein kleinerer Pilker eines namhaften Herstellers plötzlich als "Winkelpilker" präsentierte.



Ich hätte wohl weiterangeln sollen! Hätte ich damit einen kapitalen Heilbutt gelandet, wäre das Teil als "Little-Knick-Ulli" in die Angelliteratur eingegangen! Es würde niemand mehr vom "Giant Jighead" sprechen und ich wäre inzwischen reich

Genug gesponnen ...

Irgendwann geht jeder Norwegenurlaub zu Ende. Wir waren uns einig, dass es insgesamt eine gelungene Tour war. Eine größere und etwas besser gepflegte Unterkunft wäre nett gewesen. Aber für zwei Wochen ging das grad noch!

Jedenfalls traf das Team wieder heil auf der Fähre von Oslo nach Kiel ein.



Der Typ links mit der orangenen Jacke hatte nichts mit uns zu tun und auch Henriks rechte Hand ist nicht wirklich da, wonach es aussieht

Der dümmlich lächelnde Typ rechts neben Henrik bin ich. Dann folgt Achim und der Macker mit der coolen Sonnenbrille ganz rechts ist Patrick.

Auf der Hinfahrt hatten wir zwei luxoriöse Zwei-Mann-Außenkabinen. Auf der Rückfahrt war es leider nur eine enge Vier-Mann-Innenkabine. Irgendwie hat jeder jeden durch sein Schnarchen vertrieben.

Gegen 1 Uhr nachts suchte ich mir dann einen Liegesessel im Windschatten auf dem Sonnendeck. An Schlafen war aber nicht zu denken, denn immer wieder liefen volltrunkene und kreischende Skandinavier an mir vorbei. Gegen 3 Uhr traf ich dann "Hängergott" Achim mit schlaftrunkenen Augen. Mit ganz viel schlechtem Kaffee überlebten wir irgendwie die Nacht.

Bemerkenswert: Eine total aufgebretzelte und mit mehreren Schichten Spachtelmasse geschminkte Tussi versuchte seit etwa 20 Uhr abends, unter Einsatz sämtlicher weiblichen Reize einen Mann in ihre Koje zu zerren. Die meisten wandten sich relativ angewidert ab. Aber morgens um 4.30 Uhr torkelte sie dann mit einem volltrunkenen, aber selig grinsendem Macker in Richtung Kabine.

Ich hoffe, sie hatten ihren Spaß  Ich hatte ihn jedenfalls ... Menschen in ihrer Freizeit zu beobachten ist total spannend.

Die Fähre legte pünktlich in Kiel an und nach nur einer knappen Stunde waren wir dann bei mir in Hoisdorf. Dort wurde der Fang aufgeteilt und jeder war bemüht, schnell nach Hause zu kommen. Ich wollte noch zum Abschied winken, aber da waren alle schon weg.

Und das mit Recht!

Gruppenreisen sind zwar schön, aber nach 14 Tagen "Gruppe" war ich auch mehr als froh, mal wieder alleine zu sein und etwas Privatspähre zu haben!

Wir hoffen, dass sich die Event-Teilnehmer in Helges Camp wohl und gut betreut gefühlt haben. Wir haben ganz bewusst auf eine extrem intensive Betreuung verzichtet. Wir waren aber für alle Fragen da und haben drei Zielfischen ausgerichtet.

Jeden Abend war mindestens einer von uns im Camp und wir haben auch begleitete Ausfahrten angeboten. Aber wenn dann trotz Zusage niemand zur geplanten Ausfahrt erscheint, können wir auch nichts dafür.

Danke an alle Mitreisenden für eine schöne Zeit!

Gruß
Ulli
 

 

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