Norwegen Angelfreunde

Info Portal

Nordnorwegen-Seminar

Bewertung:  / 0
SchwachSuper 

 Bericht vom Norwegen-Seminar 2007

Moin Leute, nachdem ich mich nach meiner Rückkehr vom Norwegenseminar erstmal um ein paar berufliche und persönliche Dinge kümmern musste,
bin ich leider erst jetzt dazu gekommen, meinen angekündigten Reisebericht einzustellen.
Aber wie heisst es so schön, besser spät als nie.
Hier ist er also....


Norwegenseminar 2007 auf der kleinen Schwester Hitras, Ulvøya, am Knarrlagssund

Die Warterei hat ein Ende.
Endlich geht’s los. Wie im letzten Jahr fahren wir zu Herbert Jordan vom Angelwebshop zum Norwegenseminar an den Knarrlagssund.
Wir, das sind Kurt, mit 66 Lenzen unser Senior, Christian, 29 Jahre alt, im Forum als ShimanoFan bekannt,
Frank hat 35 Winter gesehen, ist im Forum als Flieger unterwegs, dazu kommt meine Wenigkeit mit 46 begangenen Wiegenfesten.
Kurt und Christian sind das erste Mal mit dabei, Frank war im letzen Jahr schon mit von der Partie.
Ihr seht, ein bunt gewürfelter Haufen, der in dieser Besetzung noch nie zusammen geangelt hat.
Doch bevor es richtig losgeht, eine kleine Rückblende in das vergangene Jahr.
Im September 2006 erreichte mich ein Anruf von Herbert Jordan (Eifelshark).
Herbert kündigte das Norwegenseminar 2007 auf Ulvøya am Knarrlagssund an.
Ich sagte nach kurzer Rücksprache mit meinen Leuten für Frank, 2 von meinen Angelkumpels und für mich zu.
Leider sprangen meine beiden Kumpels wieder ab, sodass ich über das Forum 2 Mitfahrer suchen musste.
Nach kurzer Zeit fanden sich Kurt und ShimanoFan als potentielle Mitfahrer. Kurt kannte ich schon von den Hamburger Stammtischen.
ShimanoFan sagte sich zu einem Kurzbesuch auf den Magdeburger Meeresangeltagen im November an,
auf denen ich mit anderen Moderatoren des Forums den Angelfreunde-Stand betreut habe.
Kurt sagte kurzentschlossen auch zu, sodass wir die erste kleine " Vollversammlung " abhalten konnten.
Schnell stellte sich heraus, dass die Truppe gut zusammen passen wird.
Ein zweites Treffen auf dem Hamburger Stammtisch, diesmal war auch Frank dabei, bestätigte dies
und so konnte es an die Feinplanung gehen.
So kam es, dass wir uns gut gelaunt am 01.Mai 2007 bei Kaiserwetter aufmachten, die Fische am Knarrlagssund zu ärgern.

01. Mai 07

Ihr kennt das alle. Endlich ist es soweit, es geht los nach Norwegen und spätestens um 05:00 Uhr ist die Nacht zuende.
Hellwach und topfit schwinge ich die Beine aus der Koje. Die Sachen sind eh gepackt, der restliche Kleinkram ist schnell erledigt.
Bleibt also noch genug Zeit, sich um das leibliche Wohl der nächsten 2 Tage zu kümmern.
Meine Süße macht für uns einen superleckeren Kartoffelsalat, ich kümmere mich um die Frikadellen.
Wir werden mit 2 Autos und einem Anhänger ins gelobte Land fahren, deswegen werden für jedes Fahrzeug Kekse,
Getränke und ein Walkie-Talkie bereitgelegt.
Gegen 09:00 Uhr mache ich mich auf, um Kurt abzuholen. Aufgeregt wie ich bin und finde den Weg zu seinem Haus nicht gleich wieder.
Nach endloser Gurkerei treffe ich auf einer Tankstelle in der Nähe 2 junge Burschen, die mir den Weg exakt beschreiben können.
Diesmal klappt's. Mit 10-minütiger Verspätung fahre ich bei Kurt vor, der gestiefelt und gespornt vor seinem Haus steht.
Schnell sind seine Sachen in meinem Fahrzeug verstaut. Wir verabschieden uns von seiner Frau und fahren wieder zu mir.
Auf dem Weg dorthin machen wir noch einen kurzen Abstecher zu dem See, den ich als Süßwasserangler befische.
Ich brauche noch meine beiden Klappanker, weil wir diesmal bei Schlechtwetter in Norwegen ein Sandplateau in den Schären beangeln wollen.
Dort haben wir im letzten Jahr auf doof schöne Schollen gefangen. Leider habe ich die Rechnung ohne meine Süßwasserkumpels gemacht.
Die haben nämlich Anangeln und meine beiden Klappanker sind auf dem Wasser, weil mich die Jungs bereits in Norge wähnen.
Na ja, gibt schlimmeres. Kaufe ich die Dinger bei Bedarf eben vor Ort. Kurze und herzliche Verabschiedung von den Kumpels
und ab zu mir nach Hause. Es fehlen ja noch Frank und Christian. Frank holt auf dem Weg zu mir Christian vom Busbahnhof in der Hamburger City ab.
Christian reist nämlich mit dem Bus aus Berlin an. Deswegen hatte er mir seine mit allerhand Kram gefüllte Fischkiste vorab per Post geschickt.
Ihr hättet mal die Augen meiner Frau sehen sollen, als der Postbote geklingelt hat. Sofort stand ich im Verdacht,
mir noch schnell etwas Tackle bestellt zu haben, obwohl ich ja " schon alles hätte ".
( Habe ich nicht Schatz, frag die anderen hier, irgendwas braucht man(n) immer noch.
Von der süßen kleinen Avet hatte ich Dir doch schon erzählt, oder? )
Die Geschichte war jedoch schnell aufgeklärt und Christians Fischkiste steht längst auf dem Hänger.
Gegen 10:30 Uhr rollt Frank mit Christian auf dem Beifahrersitz meine Auffahrt hoch und es kann endlich losgehen.
Nicht jedoch bevor Christian noch schnell 4 abgelagerte Kirschholzstücke von gut 20 cm Durchmesser und 50 cm Länge aus Franks Wagen wuchtet.
Die sind für unseren Messermacher Leuchtturm und werden irgendwann von ihm abgeholt. Wahnsinn, was hier im Foum manchmal so abgeht.
Nun geht's aber los.
Auf dem Weg nach Kiel wollen wir auf der Aral - Tanke in Ulzburg Süd noch schnell den Reifenluftdruck vom Anhänger und meinem Fahrzeug prüfen
und ggf. auf den korrekten Wert bringen. Aus mal eben schnell wird dann aber nichts, weil die vollautomatische,
computergesteuerte Luftanlage irgendwie im Eimer ist. (Software von Microsoft??). Aber es gibt ja noch die Raststätte Brokenlande.
Machen wir's eben da. Weit gefehlt Freunde. Auch hier keine Luft für Rollo. Anschlussstück am Schlauch vergurkt.
OK, macht nichts, dann eben morgen auf der ersten Tanke in Norwegen.
Pünktlich um 12:30 Uhr sind wir am Oslokai und checken problemlos auf die Kronprinz Harald ein.
Ein anderes Fahrzeug hat nicht soviel Glück. Ein VW - Bus mit Anhänger
muss mitten auf der steilen Rampe ins obere Autodeck anhalten. Alle Versuche wieder anzufahren schlagen fehl.
Die Norweger haben irgendwann Mitleid und heben die Rampe an, um die Steigung zu verringern.
So klappt es dann, aber ich habe noch nie soviel Kupplungsgestank erlebt.
Ich hoffe für den Kollegen, dass in Norge noch alles gut funktioniert hat.
Nachdem wir die Kabine bezogen haben, sind wir bei Kaiserwetter an Oberdeck und erleben eine fantastische Fördefahrt.
Später treffe ich einen Bekannten vom Norwegenseminar 2006. Es ist Jörg Mieß,
dem ich, wie ich erst jetzt erfahre, in meinem Bericht vom letzten Jahr, versehentlich einen falschen Vornamen gegeben habe.
Sorry Jörg, nichts für ungut, aber das korrigiere ich. In Jörgs Begleitung ist ein Paar aus Stuttgart,
von dem ich Euch später noch erzählen werde. Vorab soviel, ich habe selten soviel gelacht wie mit den beiden.
Unseren Hunger stillen wir dann im Bistro mit dem Tagesgericht. Das ist eigentlich eine eigene Geschichte mit dem Titel " Labskaus in Norwegistan "
Freunde, Freunde, really hot stuff !! Gut dass ich mir noch ein Schinkensandwich geholt hatte.
Denke ich wenigstens. Hat schon mal jemand von euch Kartoffelsalat von fragwürdiger Konsistenz unter dem Räucherschinken gehabt ?
Klar, man kann's essen, aber der wahre Jakob ist das nicht, jedenfalls für mich nicht.
Nach ein paar Ringnes, außer für Christian, der Bursche steht auf alkoholfreie Fruchtcocktails,
gehen wir kurz nach Mitternacht in die Koje.
Mit den Gedanken an die Angelei in den nächsten 2 Wochen und den Daheimgebliebenen schlafen wir friedlich ein.

02. Mai 07

Kurz nach 6 Uhr früh schlage ich die Augen wieder auf. Schnell die Morgentoilette erledigt, leise angezogen
und mit Kamera bewaffnet an Oberdeck. Was bitteschön ist das denn ? Ich kann's kaum glauben.
Allerfeinstes Wetter über dem Oslofjord. Das ist es, was ich unter anderem so liebe.
Früh am Morgen bei herrlichstem Wetter, allein an Oberdeck die Müdigkeit durch eine frische Brise zu vertreiben. Immer wieder ein Genuss.
Nach einer 3/4 Stunde schönster Fjordfahrt bin ich dann wieder runter zu den Jungs. Die sind zwischenzeitlich auch wach
und so rüsten wir uns für das Skandinavische Frühstücksbuffet. Hungrig decken wir unseren Tisch
und genießen das reichhaltige Frühstück. Gut gestärkt begeben wir uns runter zum Autodeck und verlassen pünktlich gegen 09:15 Uhr die Fähre.
Wir hatten im Vorwege besprochen, nicht mehr als die erlaubte Alkoholmenge mitzunehmen und uns ordnungsgemäß auf der roten Spur einzuordnen.
Nachdem wir unser Bier verzollt hatten, geht’s über die E6 Richtung Hitra. An der ersten Tanke halten wir kurz an.
Wir wollen ja noch die Reifen vom Anhänger aufpumpen. Aber so wie es in Deutschland geendet hat,
geht es in Norwegen weiter. Auf meine Frage, ob ich mal kurz den Luftschlauch haben könnte, kommt die Antwort : Sorry, its stolen.
Bitte was ?? Wer klaut denn einen Luftschlauch von der Tanke ? Egal, nächste Tanke eben.
Dort klappt es dann endlich und wir düsen mit politisch korrektem Reifendruck, bei feinstem Wetter,
dass bis kurz vor Hitra anhalten soll, nach Hitra hoch.
Mittags machen wir Rast an einem der wunderschönen Rastplätze und genießen den Kartoffelsalat meiner Frau.
( Schatz, ich soll Dir noch mal ausdrücklich von den Jungs danken. Der war wirklich lecker ).
Nachdem wir dann ohne Portraitfotos den Hitratunnel passieren, ergänzen wir noch unsere Lebensmittelvorräte in Filan
und machen uns auf die letzten Kilometer auf die Insel Ulvøya. Da ich mit Frank schon im letzten Jahr dort war,
finden wir den Weg zu Helges Fishingcamp völlig problemlos. Auf der Zufahrt zum Camp dann die erste Überraschung.
Die ausgemusterte Kühltruhe, die im letzten Jahr dort schon am Wegesrand stand, ist immer noch da.
Gibt es eigentlich keine Sperrmüllabfuhr in Norwegen oder Abgabestellen, wo man so etwas loswerden kann ?
Mir egal, wir fahren die letzten 200 Meter und sind endlich im Camp.
Autotür auf, raus aus der Kiste und beide Lungenflügel vollsaugen mit frischer Meeresluft.
Immer wieder ein geiler Moment. Ich möchte am liebsten ausrufen " Hallo, ich bin wieder zuhause ",
da kommt schon Herbert Jordan um die Ecke. Erst mal großes hallo, wir kennen uns und schätzen uns sehr.
Herbert zeigt uns unsere Hütte ( für diejenigen von Euch, die sich auskennen, es ist Haus 4 ).
Wir koppeln den Anhänger ab, schieben ihn direkt vor unsere Haustür und beginnen mit dem Einräumen.
Frank klemmt als erstes den Fernseher von der Satellitenanlage ab und stellt ihn in den ersten Stock. Dort sollte er,
trotz spannender Phase der Fußballbundesliga, bis zum Ender der Reise bleiben.
Da stehe ich drauf. Ich bin im Urlaub und will von den Geschehnissen, egal was und wo auf der Welt, nichts wissen.
Alle 2 Tage ein kurzer Anruf zuhaus, "Geht's Euch gut?", das reicht für mich. So kann ich mich entspannen.
Danke Jungs, dass ihr das so mitgemacht habt.
Den freigewordenen Platz vom Fernseher nutzen wir dann für unsere Ladegeräte. Wir haben 2 Lagegeräte für die Akkus von den GPS,
ein Ladegerät für die Walky-Talkys, ein Ladegerät für die Fotoakkus, 3 Ladegeräte für die Handys
und ein Ladegerät für Kurts Kamera dabei. Wahnsinn, wenn man das sieht. Was haben wir bloß früher gemacht ?
Nach dem Einräumen trinken wir erst mal ein Ankommbierchen. Kurze Zeit später kommt Herbert vorbei
und übergibt uns die beiden laminierten Seekarten, die Seminarruten, sowie die GPS-Geräte. Kurze Einweisung drauf,
dann der Blick auf die Seekarten. Hier geht der Pollak, da stehen abends die Kleinköhlerschwärme, die dicken Dorsche stehen drunter,
die Brücke kennt ihr ja und bleibt mir von der Untiefenstange an der Hafenausfahrt weg.
Wenn Ihr Fragen habt, kommt zu mir auf die Stube oder meldet Euch bei Jürgen ( Nucki ).
Morgen früh kommt Helge und weist Euch auf Eure Boote ein. Ein Top-Briefing.
Keine 2 Stunden in der Anlage und man weiß schon einigermaßen Bescheid. Das finde ich vorbildlich.
Helge kommt dann doch noch am gleichen Abend und weist uns ein. Nach nicht mal 10 Minuten ist die Sache erledigt.
Vor der Erbsensuppe mit Bockwurst gibt es noch eine kleine Überraschung für Frank.
Seine Freundin hat mir ein kleines Geschenk für ihn mitgegeben. Das sollte ich am Ankunftstag übergeben.
Ich weiß nicht was drin war, aber der Junge ist echt gerührt. So schön kann Liebe sein.
Ihr seht, ich bin nicht nur Reiseleiter und amtlich bestellte Kaltmamsell, sondern auch Botschafter in Liebesdingen. Aber das bin ich gern.
Nach der erwähnten Erbsensuppe und dem dazugehörigen Bierchen geht's endlich in die Falle. Jetzt sind wir doch ganz schön kaputt.

03. Mai 07

Weil wir 2 Wochen vor Ort sein werden, lassen wir es langsam angehen und ratzen erst mal schön aus.
Ich bin um kurz nach 7 wach und schleiche mich in die Küche. Kaffeemaschine angestellt und der erste Runde Kaffee gekocht.
Dann decke ich in aller Ruhe den Tisch. Kurt ist der nächste, der wach wird.
Viertel vor 8 kommt er runter und duscht erst mal ausgiebig. Kurze Zeit später sind auch Frank und Christian am Küchentisch.
Bei einem ausgiebigen Frühstück beschnacken wir den Tag. Heute wollen wir mit der Spinnrute den Mittelwasserfischen nachstellen.
Nachdem wir fertig gefrühstückt haben, erledigen Kurt und Frank die Küche. Das sollte während des ganzen Urlaubs so bleiben.
Ich habe für die Mahlzeiten gesorgt, die Jungs haben anschließend die Küche gemacht und zwar mit einer beachtlichen Selbstverständlichkeit.
An dieser Stelle möchte ich euch danken Männer. Es hat Spaß gemacht mit Euch. Ich habe wirklich gern in der Küche gewirtschaftet und versucht,
leckere Mahlzeiten für euch zu kochen. Auch wenn Ihr es nicht glaubt, das ist für mich Entspannung.
Nachdem die Küche erledigt ist, machen wir unsere Ruten fertig. Jetzt beginnt das Angelfieber.
Anschließend richten wir die Boote mit unseren Rutenhaltern und Moosgummischutz für die Reling her. Nun kann's losgehen.
Ruten und Tackle werden an Bord gebracht danach heißt es " Vor- und Achterleine los und ein.
Petri Heil Männer !!
Wir fischen mit wenig Erfolg etliche Kanten ab. Was ist hier denn los ?? Wieso beißen die Fische nicht?
Wir fangen zwar einige Köhler und Dorsche, aber nichts verwertbares. Alle Fische dürfen wieder rein. Wir wollen die Eltern sprechen.
Dann am frühen Nachmittag eine Schrecksekunde, die sich gewaschen hat.
Wir fahren mit mittlerer Marschgeschwindigkeit einen weiteren Berg an, als plötzlich unser Motor ausgeht. Christian, der mit Kurt im anderen Boot fährt,
schaut unglücklicherweise just in diesem Moment auf's Echolot.
Er rast auf unser Heck zu und erkennt in der wirklich allerletzten Sekunde nach unserem Zuruf die Situation
und reißt das Steuer rum. Wir entgehen einer Kollision um Haaresbreite.
Ich bin sicher, hätte es gekracht, wäre für uns der Urlaub zuende gewesen. Puh, echt noch mal Glück gehabt.
Für den Rest des Urlaubs und auch in Zukunft fahren wir nur noch versetzt und recht weit auseinander. Das war uns eine Lehre.
Wir fangen dann doch noch einen brauchbaren Küchendorsch und 2 Köhler von Küchengröße.
Davon gibt es dann am Abend Hamburger Pannfisch mit einer leichten Senf-Sahnesosse und Gewürzgurke.
Es schmeckt allen vorzüglich und das lecker Bierchen erst recht. Nachdem die Küche gemacht ist,
machen wir erste Bekanntschaften mit den anderen Campbewohnern. Schnell stellt sich raus,
dass alle wirklich in Ordnung sind. Ich habe das Gefühl, dass wir eine schöne Zeit haben werden.
Spät am Abend dann das erste Aufeinandertreffen mit unserem Spaßvogel Achim aus dem Haus 3. Der Bursche ist absolut bemerkenswert.
Er scheint einer von denen zu sein, die wirklich nie schlecht gelaunt sind. Immer gut drauf und einen lockeren Spruch auf den Lippen.
An diesem Abend steht er mit einigen Leuten aus dem Haus 2 am Geländer und schaut ins Wasser. Plötzlich kommt leichte Hektik auf.
An der Wasseroberfläche schwimmt ein wurmähnliches Tier von sicherlich 50 cm Länge. Achim holt schnell einen Kescher
und bekommt das Tier tatsächlich zu fassen. Dann kommt das Drama. Kaum an Land,
zerfällt das Tier praktisch vor unseren Augen. Das tut uns natürlich leid. Ich weiß bis heute nicht,
worum es sich bei dem Tier handelte. Ein Schleimaal war es sicherlich nicht.
Die Meinung der Jungs tendiert eher zu einem Seeringelwurm, aber ein Seeringelwurm mit 50 cm Länge ? Ich weiß nicht.... .
Nach dieser Episode hauen wir uns in die Fallen und hoffen auf einen fischtechnisch besseren Tag.

04. Mai 07

Auch heute gibt es fischmässig nichts dolles zu berichten.
Nach dem Frühstück fahren wir mit unseren leichten Spinnruten, kleinen Pilkern und Gummifischen los.
Außer ein paar Küchenfischen kriegen wir nichts anständiges beschickt. Kleinköhler ohne Ende,
aber die wollen wir ja nicht haben. Ein paar nehmen wir dann doch mit, um sie am nächsten Abend zu räuchern.
Die Küchenfische werden abends in Bierteig ausgebacken.
Mit dem restlichen Kartoffelsalat bekommen wir noch eine sehr leckere Mahlzeit zusammen.
Nach der üblichen Schnackerei mit anderen Campbewohnern und den dazugehörigen Pilsetten, hauen wir uns hin.
Irgendwann muss es ja besser werden.

05. Mai 07

Heute geht's erneut mit Lighttackle auf Mittelwasserfische.
Wir angeln an der Brücke, die Hitra mit Fjellverøya verbindet. Plötzlich biegt sich Kurts Rute bis zum Handteil.
Etwas großes nimmt ihm etliche Meter Schnur von der Rolle. Zufällig ist Rainer Korn in der Nähe und holt sofort die Filmkamera raus.
( Wer Rainer Korn nicht kennt... Er ist freier Journalist, Filmemacher, Buchautor und der bekannteste Meeresangler Europas.
Er und sein Freund Michael Quack ( Quacki ) sind für die letzten 2 Wochen des Seminars im Camp und wir fischen gemeinsam einen aus. )
Unser Kurti ist plötzlich Filmstar. Noch immer reisst der Fisch Schnur von der Rolle.
Langsam wird die Situation brenzlig und Rainer rät, hinterher zu fahren. Christian, der ohnehin aufgehört hatte zu angeln,
startet den Motor und fährt dem flüchtenden Fisch hinterher. Langsam bekommt Kurt wieder Schnur auf die Spule
und gewinnt allmählich die Oberhand. Nach einem minutenlangen, spannenden Drill kann Christian den Fisch endlich Keschern.
Ein schöner Pollak von satten 15,5 Pfund wird an Bord gebracht. Rainer macht schnell noch ein paar Fotos
und der verdutzte Kurt muss bei laufender Kamera ein Kurzinterview geben.
Abends beim Wiegen stellt sich heraus, das Kurt mit dem Fisch auf der Highscore-Liste in Helges Fishing Camp landet.
Für alle, die es nicht wissen, sei kurz erklärt... .
Beim jährlichen Norwegenseminar von Herbert Jordan wird auch einer ausgeangelt.
Das Seminar dauert 4 Wochen und wer in dieser Zeit mit seinem Fisch
prozentual am dichtesten an den norwegischen Rekord rankommt, ist der Gesamtsieger.
Der erste Platz gewinnt einen Gutschein über 1.000 € für den Angelwebshop von Herbert.
Der Zweitplatzierte bekommt eine Reise für 2 Personen zum nächsten Norwegenseminar, der Drittplatzierte gewinnt ebenfalls eine Angelreise für 1 Person.
Schöne Preise, wie ich finde. In die Wertung kommen Dorsch, Pollak, Köhler, Leng, Lumb, Seeteufel, Schellfisch, Rotbarsch, Heilbutt und Seewolf.
Wir fangen noch einige schöne Pollaks, Köhler und Dorsche, aber nichts, was man groß erwähnen müsste.
Abends werden die gepökelten Kleinköhler geräuchert. Ich finde sie nicht schlecht,
aber es gibt bessere Fische zum Räuchern. Weil wir nicht so wirklich satt werden,
hauen wir noch ein paar Würstchen auf den Grill.

06. Mai 07

Heute wollen wir eine Köhler-Competition fischen. Der Gewinner bekommt eine NoMono Angelrolle aus Herbert's Webshop.
Pünktlich um 08:00 Uhr erscheint Rainer am Steg und erklärt die Regeln. Gesamtlänge zählt, Wiegen ist um 16:00 Uhr.
Fast das ganze Camp nimmt am Contest teil und fährt hinaus zu den bekannten Köhlerbergen auf Skatran.
Auch Rainer und Quacki sind dort. Uns ist es dort zu voll und so versuchen wir unser Glück draußen auf Svissaflua.
Wir geben wirklich unser Bestes, aber wir können einfach keine Großköhler erwischen.
Den anderen ergeht es aber auch nicht besser. Eigentlich sind beide Seegebiete Garanten für schöne Köhler.
Heute allerdings sind die Fische irgendwie vergrätzt. Warum weiß ich auch nicht. Als der Wind immer heftiger wird,
verlassen wir unseren Angelplatz und fahren wieder dichter unter Land. Als sich der Himmel dramatisch verdunkelt,
fahren wir lieber heim. Heute beisst sowieso nichts.
Wir nutzen die freien Stunden und schrauben an unseren Angelrollen rum. Christian als Zweiradmechanikermeister,
lässt sich so schnell von keinem mechanischen Bauteil ins Bockshorn jagen. Er demontiert erst mal drauf los
und baut anschließend wieder zusammen. Bei meiner Balzer stellt er dann noch so ganz nebenbei einen Konstruktionsfehler fest.
Dazu schreibe ich in einem anderen Thread was. Mal sehen, was die Balzer-Leute dazu sagen, wenn ich denen die Details mitteile.
Irgendwie war das heute ein komischer Angeltag.

07. Mai 07

Heute läuft es wieder besser.
Mit 28 g Jigköpfen, dunklen Gummifischen, meiner 60g Spinnrute kombiniert mit einer Ryobi Zauber 4000 jagen wir wieder erfolgreich schöne Pollaks.
Bis zum Nachmittag haben Frank und ich eine schöne volle Kiste und fahren ins Camp zurück.
Dort angekommen versorgen wir die Fische und legen einige Filets für das Abendessen weg. Der Rest wird vakuumiert
und wandert in die Truhe. Nach dem Abendessen fahren Frank und ich noch einmal los.
Nach nicht einmal 10 Minuten Fahrzeit erreichen wir einen schönen Unterwasserberg auf dem Kleinköhler stehen.
Frank montiert einen Pilker von Speedyfish und lässt ihn ab. Zwischen 25 und 30 Metern knallt es plötzlich an seiner Rute.
Augenblicklich ist das Teil krumm wie ein U.Die Bremse seiner Alubraid 4000 gibt butterweich Schnur frei, die der Fisch auf seinen Fluchten nimmt.
Immer wieder reisst ihm der Fisch Schnur von der Rolle. Wir merken schnell,
dass sich ein großer Dorsch den Pilker genommen haben muss. Deutlich ist das Kopfschlagen des Dorsches an der Rutenspitze zu sehen.
Nach einem spannenden Drill kann ich einen schönen Dorsch keschern.
Beim Wiegen im Camp, bringt der Bursche genau 18 Pfund auf die Waage, bei einer Länge von 1 Meter.
Petri Heil mein Bester, da hat sogar das Zuschauen Spass gemacht. Auch dieser Fisch landet auf der Highscore-Liste.
Jetzt haben wir schon den zweiten Mann auf der Liste. Irgendwie macht uns das ein wenig Stolz.
Bei einem zünftigen Bier lassen wir den Abend ausklingen.

08. Mai 07

Eine neue Ära bricht an am Knarrlagssund. Ab sofort wird mit Pose geangelt.
Heute pustet es recht kräftig und ans Angeln ist erst mal nicht zu denken.
Achim, der lustige Typ von nebenan aus dem Haus 3, experimentiert mit einigen sehr eigenwilligen Montagen.
Er baut an eine kräftige Pilkrute eine 300 g Wallerpose. Als Köder dient ein Giant Jighead mit einem 25 cm Gummifisch.
Allein beim Anblick liefen mir vor Lachen die Tränen die Wangen runter. Als er die Montage zum Test rausgefeuert hat,
war's dann ganz aus. Das Teil klatscht auf's Wasser, als wenn man einen Medizinball reingeworfen hätte.
Alle die das gesehen haben, haben sich fast eingenässt vor Lachen. Ab sofort müssen sich die Fische nicht nur vor unseren Haken in acht nehmen,
sondern auch vor Achims Posenmontagen. Angeln können wir erst gegen späten Nachmittag.
Wir fangen ein bisschen was für die Küche und fahren zum Essen wieder rein. Danach fahren wir noch mal zur bereits erwähnten Brücke
und ziehen noch ein wenig die Gummifische durchs Wasser. Plötzlich kracht es an meiner Rute und eine merkwürdige Flucht beginnt.
Die Bremse meiner Zauber 4000 ist wirklich sehr gut. Normalerweise gibt sie die Schnur ruckfrei ab.
Dieser Fisch nimmt aber immer wieder ruckartig Schnur. Ich bin wie elektrisiert, habe ich meinen ersten Heilbutt am Haken?
Immer wieder reißt mir der Fisch Schnur von der Rolle. Rainer ist mit Quacki auch vor Ort und hat schon wieder die Filmkamera in der Hand.
Bloß nichts falsch machen jetzt, denke ich. Bleib ganz ruhig und drille den Fisch sauber aus. Keine Hektik Rollo.
Frank hat seine Angel schon längst eingeholt und lässt sich von Rainer schnell noch einen großen Kescher geben. Wir haben unseren vergessen.
Langsam wird der Fisch müde und ich gewinne immer mehr meiner Schnur zurück. Gespannt starren wir aufs Wasser.
Dann die große Überraschung. Ein schöner Köhler landet im Kescher.
Der Bursche hat sich ganz anders verhalten, als alle anderen Köhler, die ich bisher fangen konnte.
Quacki hat sich einen Tag später extra meine Zauber angesehen, weil er nicht glauben wollte, dass ein Köhler so ruckartig Schnur nimmt.
Auch Rainer sagt " komischer Fisch ".
Mir egal, ich hatte meinen Spaß. Immer wieder eine tolle Fischerei, den dicken Mittelwasserfische mit Lighttackle zu beangeln.
Zufrieden fahren wir heim.

09. Mai 07

Heute trennen sich unsere Wege.
Kurt und Christian fahren mit Nucki an die Brücke, Frank und ich grasen diverse Berge und Kanten ab.
Wir fangen einige Küchenfische, die aber nicht der Rede wert sind.
Nucki erteilt Kurt und Christian eine Lehrstunde im Angeln mit Gummifischen.
Kurt und Christian verlieren 2 wirklich schöne Köhler und fangen nix, während Nucki einige Prachtfische ausdrillen und landen kann.
Klein bisschen gefrustet waren meine Jungs schon, aber so ist das eben, manchmal sind Tage dabei, da geht nichts zusammen.
Mit einem für alle überraschend leckeren Schnittbohneneintopf richte ich die beiden wieder auf.
Morgen greifen wir wieder gemeinsam an.

10. Mai 07
Heute ist früh aufstehen angesagt. Um 04:00 Uhr ist die Nacht vorbei.
Wir wollen das Frühhochwasser ausnutzen um auf Krakvag große Pollaks zu jagen.
Etwas verschlafen nehmen wir ein kurzes Frühstück ein und machen uns auf die knapp30-minütige Fahrt.
Wir sind die ersten vor Ort und lassen unsere Gummifische ab.
Sofort ist meine Rute krumm und nach einem schönen Drill landet ein 11 Pfünder im Boot.
Petri Heil, so kann's weitergehen. Und es geht so weiter. Keine 10 Minuten später kreischt meine Bremse erneut.
Diesmal hat ein 13 Pfünder meinen Kopyto komplett geschluckt. Hey Bürschen, so haben wir nicht gewettet.
Gib den wieder her, das ist mein letzter von der Sorte. Mit etwas Überredungskunst bekomme ich meinen Gummifisch zurück.
Dann legt Frank nach. Auch er befördert einen schönen Fisch ins Boot. Danach bin ich wieder dran.
Kurz hintereinander hole ich zwei weitere schöne Fische aus dem Wasser.
Ich weiß nicht, was heute los ist, aber bei fast jeder Drift fange ich Fisch.
Mir ist das schon fast peinlich, meine Mitangler besacken sich nicht gerade und ich muss schon die zweite Kiste anfangen.
Was für Prachtfische kann ich heute erwischen. Petri meint es heute extrem gut mit mir.
Nachdem auch die zweite Kiste voll ist, einiges hat Frank auch dazu beigetragen, fahren wir heim.
Auch Christian und Kurt können noch ein paar Fische überlisten und so sind wir es,
die heute mal ausgiebigst im Filetierhaus stehen. Schönes Gefühl.
Frank, Christian und Kurt fahren abends noch mal raus, ich habe genug für heute.
Man soll sein Glück nicht herausfordern. Mir hat das Meer heute reichlich gegeben.

11. Mai 07

Na, das machen wir doch gleich noch mal.
Früh raus aus den Federn und ab nach Krakvag. Es läuft zwar nicht ganz so toll wie gestern, aber wir fangen wieder schöne Fische.
Heute ist Frank an der Reihe und legt einige schöne Pollaks in die Fischkiste. Allesamt schöne Filetlieferanten.
Ich steuere 2 schöne Dorsche bei, bevor ich auch noch einen Pollak kriege. Schöne Angelei, ich kann mich nur wiederholen.
Am frühen Nachmittag fahren wir ins Camp zurück und versorgen unsere Fische. Heute kocht Frank. Es gibt Spaghetti Bolognese.
Nach dem Essen fahren Kurt, Frank und Christian noch mal los, ich habe genug für heute.
Nach einer Stunde klingelt mein Handy und Frank teilt mir freudig mit, dass er einen Meterköhler sauber ausgedrillt und ins Boot gebracht hat.
Petri Heil, das hat sich ja noch mal gelohnt.

12. Mai 07

Heute war wieder mal tote Hose.
Nix ging, wir haben alles versucht. Krakvag nichts zu machen, Storfosna Fehlanzeige, Svissaflua nur Kleinköhler, Skatran wie ausgestorben.
So haben wir einen wunderschönen Tag auf See verbracht, sind aber nur Boot gefahren. Auch mal was feines.
Man kann eben nicht alles haben.
Abends angeln wir uns schnell noch ein paar Kleinköhler, um sie auf den Grill zu legen. Leckere Grillwürste ergänzen unser Abendbrot.

13. Mai 07

Heute fischen wir wieder einen aus. Eine Lumb-Competition steht an.
Wir treffen uns wieder um 08:00 Uhr am Steg und Rainer erzählt ein wenig über das Tiefseefischen.
Ich höre seine Vorträge gern, hat er doch immer wieder den einen oder anderen Tipp für uns.
Aus angeltechnischer Sicht ist der Tag schnell erzählt. Mit einem Wort: Fehlanzeige.
Obwohl wir sehr sorfältig anködern, schöne Hänge abfischen - zum ersten Mal habe ich mehr als 400 Meter Schnur draussen -
wir fangen nur Haie oder haben Haibisse. Den anderen geht es nicht viel besser, nur Nucki und Herbert fangen 3 schöne Fische in einem Lumbloch.
Was der Rest von den Jungs aus dem Camp gefangen hat weiß ich nicht, da ich beim Wiegen nicht dabei bin.
Ich bereite mich lieber auf unsere Tour morgen vor.
Wir wollen mit dem neuen Katamaran der von Macomarine gebaut wurde, die erste Tour überhaupt mitmachen.
Wir bereiten uns sorgfältig vor und nach dem Abendessen, heute gibt es Frikadellen mit Kartoffelmus und Bratensosse, gehen wir bald in die Kojen.
Morgen geht's früh raus.

14. Mai 07

Der helle Wahnsinn. Heute sollte der Höhepunkt unserer Reise werden und er wurde es.
Wir machen eine Tour mit dem neuen Katamaran in Kvenvaer, der bei Macomarine gebaut wurde.

Das Teil liegt zwischenzeitlich in Kvenvær auf Hitra, Sipper ist der nette Niederländer Harold Ziemann.
Das Boot ist ein Angelboot der Extraklasse. 12,00 Meter lang, 5,05 Meter breit und Platz ohne Ende.
Motorisiert ist das Boot mit 2 x 300 PS Nanni Turbodiesel-Innenbordern.
Wir haben die große Ehre, die ersten zahlenden Gäste an Bord sein zu dürfen.
Wir, das sind diesmal Kalle, Sven und Hans-Heinrich aus dem Haus 5, Kurt, Frank, Christian und ich.
Außerdem mit von der Partie Rainer Korn, Quacki, Nucki und Enrico ( Enni ) Wyrwar, den Super Guide von Sjøhusferie Kvenvær.
Wir wollen hinaus nach Örneklakken, um große Dorsche und große Seelachse zu fischen.
Um 5 Uhr in der Frühe wollen wir in Kvenvaer ablegen, das heisst für uns, dass die Nacht um 03:45 Uhr zuende ist.
Erwartungsvoll nehmen wir ein kleines Frühstück ein und fahren in Kolonne um 04:30 los.
Auf dem gut 30-minütigen Weg nach Kvenvær erleben wir, warum Hitra der Ort mit dem dichtesten Rotwildbestand Europas ist.
Wir sehen etliche Reh-Herden, manche mit bis zu 30 Tieren. Hans Heinrich, der neben Angler auch noch begeisterter Jäger ist, bedauert,
keine Flinte dabei zu haben. Na ja, wahrscheinlich ist es auch besser so, für ihn und für die Rehe erst recht.
Kurz nach 5 Uhr erreichen wir Kvenvaer und bringen zügig unseren Angelsachen auf den Katamaran.
Der steht schon mit laufenden Motoren an der Pier, mit einem ungeduldigen Harold im Deckshaus.
Bald sind alle Mann sind an Bord. Leinen los und auf geht's.
Zuerst fahren wir ein vorgelagertes Plateau an und versuchen große Dorsche zu erwischen.
Aber irgendwie wollen die Jungs nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Es werden zwar 2 Fische gefangen,
aber Enni und Harold sind unzufrieden und so machen wir uns auf den 30-minütigen Weg nach Örneklakken.
Dort angekommen sehen wir die Kutterlegende Pedder mit seiner Frigg. Seine Gäste sind schon fleissig am Pilken.
Wir fischen völlig anders. Wieder lassen wir unsere kleinen Pilker, versehen mit kräftigeren Drillingen und Sprengringen, runter,
bis ein Kleinköhler einsteigt. Beim Hochholen werden sie dann immer häufiger Opfer großer Dorsche.
Es dauert nicht lange, bis die erste Fischkiste voll ist.
Plötzlich gibt es einen gewaltigen Schlag an Quackis Rute.
Ein großer Köhler hat seinen Pilker direkt genommen und legt eine Wahnsinnsflucht hin.
Quacki hat alle Mühe, dem Fisch Paroli zu bieten.
Nach einigen Minuten Drill steigt der Fisch leider wieder aus. Schade Quacki, der war schon ganz ordentlich.
Kurze Zeit später ist die nächste Rute krumm. Diesmal ist es Kalle, der nach einem spannenden Drill einen strammen Köhler landen kann.
Harold ist immer mit dem Gaff zur Stelle. Auch bei Schnurwooling ist er stehts zur Stelle und bringt wieder Ordnung in die Leinen.
Auch Enni ist jederzeit behilflich. Das ist fischen der Extraklasse.
Nun ist Quacki wieder dran. Leider verliert er den Fisch auch diesmal. Kurz darauf reisst es ihm die Rute fast aus der Hand.
Diesmal scheint der Köhler mit ihm spazieren gehen zu wollen.
Der Fisch flüchtet mit atemberaubendem Tempo von Backbord nach Steuerbord und wieder zurück.
Quacki kann nur reagieren, von agieren kann keine Rede sein. Plötzlich schallt ein Fluch über den Atlantik.
Auch diesen Fisch verliert er, aber auf eine Art und Weise, die ich niemals für möglich gehalten hätte.
Der Fisch hat Quackis Sovig-Wirbel aufgebogen. Ungläubig sehen wir uns das an, was mal ein Qualitätswirbel war.
Das muss ein Monster gewesen sein. Enni und Harold, die ja nun wirklich Erfahrung haben, schätzen den Fisch jenseits der 20 kg.
Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Überall im Boot sind die Ruten krumm und die Bremsen kreischen.
Kalle fängt einen Prachtfisch, Frank und Christian sind dabei, Rainer fängt einen 27 Pfünder.
Ich selbst fange prächtige Dorsche. Nur Kurt ist der Pechvogel des Tages.
Gleich zum Anfang hat er 2 kapitale Schnurabrisse und kann nicht mehr weiterangeln.
Er bekommt meine Ersatzrute.
Allerdings ist er so verunsichert, dass er nur noch mit angezogener Handbremse angelt. Bloß nicht auch noch Rollos Schnur abreissen.
Kurti, hätte ich die Angel schonen wollen, hätte ich sie Dir nicht gegeben. Aber Deine Einstellung ehrt Dich.
Du behandelst geliehene Sachen eben noch sorgsamer als Deine eigenen.
Wir haben dann im Laufe des Vormittags etliche schöne Fische fangen können.
Die Fänger der größten Fische kommen zu einen Gruppenbild zusammen, welches von Rainer gemacht wird
und wohl in einer der nächsten Ausgaben von Rute und Rolle, Kutter und Küste oder Fische und Fjorde zu sehen sein wird.
Deswegen stelle ich es hier auch nicht rein.
Während die Jungs ihre Fische präsentieren, geht Enni zu Christian und zieht ihm seinen Floater zu.
Ich denke so bei mir, was soll das ? Wieso muss der Anzug bis oben geschlossen sein ? Will Enni Sicherheitsdiskussionen vermeiden,
wenn die Fotos publiziert werden ? Sekunden später klärt sich die Sache auf.
Schlitzohr Enni hat eine halbe Pütz Wasser an Bord geholt und giesst sie gnadenlos über Christians Kopf aus.
Tja Leute, das war sie. Christians Taufe zu seinem ersten Fisch über 20 Pfund.
Unvorsichtiger Weise hat Christian beim Wiegen erzählt, dass sein Köhler sein erster Fisch jenseits der 20 Pfund wäre.
Das sollte man im Beisein von Enni besser lassen, denn es gehört zur guten Tradition, den Fänger in beschriebener Weise zu taufen.
Den Floater hat Enni also zugezogen, damit Christian nicht das ganze Wasser in die Unterwäsche läuft.
Für Quacki hat der Angelvormittag dann doch noch ein rühmliches Ende gefunden.
Nachdem er den Sovig-Wirbel gegen einen Crosslock getauscht hatte, legte auch er noch einige Prachtfische auf die Planken.
Auch unser Nucki, zwischzeitlich schon leicht frustriert, überlistete doch noch einige große.
Leider frischte der Wind immer mehr auf und wir mussten diesen herrlichen Tag beenden. Harold macht da keine Kompromisse.
Sicherheit ist absolut oberstes Gebot. Richtig so !!
Lasst mich kurz etwas zum Revier sagen. Örneklakken ist zweifelsfrei eines der besten Reviere Hitras.
Ich kann Euch aber nur davor warnen, auf eigene Faust dorthin zu fahren.
20 Fuß Boote haben dort nichts verloren.
Eure Handies könnt ihr dort vergessen. Die haben auf Örneklakken nämlich keinen Empfang mehr.
Habt ihr einen Motorschaden treibt ihr bis Island. Also, bucht eine geguidete Tour,
den Katamaran oder Pedder's Frigg. Dann seid ihr auf der halbwegs sicheren Seite.
Was wir dort für Boote gesehen haben, hat uns allen schlicht die Sprache verschlagen.
Kleine Angelboote, zum Teil mit 6 Mann besetzt, umherschlagende Pilker an den Ruten in den Rutenhaltern.
Mannomann, was für ein Irrsinn.
Wir sind dann direkt in die Anlage von Sjøhusferie Kvenvær gefahren und haben unsere Fischkisten mit dem Kran auf die Pier gehievt.
Im äußerst komfortablen Filetierhaus der Anlage haben wir unsere Fische versorgt.
Beim Anblick der großen Havseis haben sogar die norwegischen Gäste Bauklötzer gestaunt.
Geschafft und zufrieden haben wir anschließend gemeinsam den Rückweg angetreten.
Es brauchte dann noch eine ganze Weile, bis wir die herrlichen Filets in der Truhe hatten.
Zum Abendessen gab's dann - was wohl ?? -richtig, Seelachsauflauf mit einem kühlen Bierchen.
Was für ein unvergesslicher Angeltag !!

15. Mai 07

Der letzte Tag vor der Abreise.
Schon der erste Blick aus dem Fenster zeigt uns, dass wir das Fischen heute wohl vergessen können.
Es pustet ein kräftiger Südwest und es gießt in Strömen. Wir beschließen, erst mal ausgiebig zu frühstücken.
Danach fangen wir an, unsere Sachen zu packen. Allerdings bleibt zunächst alles im Haus.
Bei dem Schweinewetter den Anhänger zu beladen, ist nicht wirklich lustig.
Gegen Nachmittag klart es doch noch auf und wir beladen den Anhänger und die Autos.
Alles bleibt trocken. So mag ich's. Nucki, der noch einen Tag länger bleibt, entreißt dem Meer noch 3 schöne Pollaks.
Gegen 18:00 haben wir dann die Gewissheit. Unser Kurt ist mit seinem Pollak von 7,8 kg der Sieger des diesjährigen Norwegenseminars.
Sein Gewinn: Stolze 1.000 €
Kurti, von Frank, Christian und mir nochmals herzlichen Glückwunsch und ein kräftiges Petri Heil.
Kurze Zeit später klopft es an der Tür und Rainer und Quacki schauen vorbei. Wir trinken die letzten Biere
und lassen die vergangenen Tage Revue passieren. Rainer hat für jedes Haus eine CD mit den schönsten Fotos
der letzten 14 Tage gebrannt. Dafür möchten wir uns alle noch einmal herzlich bedanken.
Leider kann ich Euch keine Fotos von der CD zeigen, weil Rainer freier Journalist ist und mit Fotos sein Geld verdient.
Wir haben versprochen, die Fotos ausschließlich für den persönlichen Gebrauch zu nutzen
und Versprechen hält man ein. Zum Abendessen gibt es dann noch einmal Hamburger Pannfisch.
Weil es einfach noch zu früh ist, ins Bett zu gehen, gestatte ich den 3 Jungs von nebenan noch einen kleinen Besuch ab.
Als wir so am Schwatzen sind, klopft es an der Tür und Rainer und Quacki kommen rein. Kurze Zeit später folgen Herbert und Nucki.
Wir verbringen dann noch einige richtig lustige Stunden miteinander. Zu fortgeschrittener Stunde kommen Rainer und ich ins Gespräch
und auf einmal hat Rainer eine glänzende Idee. Wir organisieren gemeinsam eine Angelreise der ganz besonderen Art.
Was und wohin genau erzähle ich Euch später. Es müssen vorab erst noch einige Dinge geklärt werden.
Heiße Luft in Tüten ist nicht so meine Sache. Ihr dürft gespannt sein.
Leider reisen wir ja morgen ab und so verabschieden wir uns endgültig voneinander. Wir werden uns aber auf jeden Fall wiedersehen.

16. Mai 07

Der Abreisetag ist gekommen.
Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück packen wir unsere Fischkisten. Mit Schrecken stellen wir fest,
dass wir zu wenig Platz für unsere Filets in den Fischkisten haben. Die Tour mit dem Katamaran hat doch einiges gebracht.
Zum Glück hat Sven aus dem Haus 5 noch 2 supergute Styroporboxen übrig.
Damit sind wir gerettet und wir bekommen unseren gesamten Fisch mit nach Hause. 60 - 70 kg Filet sind es wohl geworden.
Wir klaren unsere Hütte auf und machen uns gegen 08:45 auf den Rückweg. Bei trockenem Wetter geht's zurück nach Oslo.
Allerdings sehen wir auf dem Weg zwei hässliche Unfälle. Beim ersten ist ein PKW in eine kleine Schlucht gestürzt.
Das müssen Angler gewesen sein, denn auf der Leitplanke lag ein ganzer Leng von gut einem Meter Länge.
Der zweite Unfall war ziemlich hässlich.
Ein Norwegischer LKW war von der Fahrbahn abgekommen und in einen Bergsee gestürzt. Es waren noch keine Rettungskräfte vor Ort,
aber Einheimische hatten schon ein Boot zu Wasser gelassen und haben versucht zu helfen.
Der Kühllaster war völlig zerfetzt, das Führerhaus war eingedrückt, lag fast vollständig im Wasser
und die Ladung - grosse ganze Lachse -trieb im See.
Helfen konnten wir eh nicht. Deshalb sind wir mit einem flauen Gefühl im Bauch weitergefahren. Ich hoffe für den Fahrer,
dass er ohne große Blessuren davongekommen ist, aber so wie es dort aussah, glaube ich es eher nicht.
Kurz nach 18:00 Uhr sind wir dann zurück am Fährterminal. Die Color Festival ist noch nicht da.
Das Einchecken gestaltet sich dann ziemlich schwierig. Warum auch immer, es dauert fast 90 Minuten, bis die paar Fahrzeuge an Bord sind.
Mit 45 Minuten Verspätung verlassen wir Oslo und machen uns bei ruhiger See auf den Rückweg nach Frederikshavn.
Beim vorzüglichen skandinavischen Buffet lassen wir unsere Reise ausklingen. Kalle, Sven, Hans-Heinrich
sowie unsere 3 hessischen Freunde aus dem Haus 1 gesellen sich zu uns. Bei Hummer, Kaisergranat, Flusskrebsen und Lachs
lassen wir es uns noch einmal so richtig gut gehen.
In der Captains Lounge trinken wir noch ein letztes Ringnes bevor wir uns in die Kojen hauen.

17. Mai 07

Pünktlich um 08:00 Uhr erreichen wir Frederikshavn.
Die Fahrt durch Dänemark und Schleswig Holstein gestaltet sich unspektakulär. Gegen 15:00 Uhr erreichen wir Norderstedt,
wo Christian schon sehnsüchtig von seiner Schwester erwartet wird. Sie wird ihn mit dem PKW wieder zurück mit nach Berlin nehmen.
So verabschieden wir uns mit der Gewissheit, dass wir uns auf einem der nächsten Hamburger Stammtische wiedersehen werden.
Frank muss noch 60 km weiter nach Stade, wo auch er schon sehnsüchtig erwartet wird.
Ich bringe kurz noch Kurt nach Hause bevor ich selbst 15 Minuten später endlich meine Süße wieder in die Arme schließen kann.
Ein Superurlaub ist zuende gegangen. Von den vergangenen 17 Tagen werde ich noch eine ganze Weile gut haben.
Eines möchte ich zum Schluss noch loswerden.
In meinem Bericht über das 2. Norwegenseminar 2006 habe ich mich über eine Truppe im Camp wahnsinnig geärgert
und das in meinem Bericht mit recht harten Worten auch zum Ausdruck gebracht. Die Jungs waren in diesem Jahr wieder vor Ort.
Diesmal hatte ich den Eindruck, das sind andere Typen. So verhält man sich in einem Angelcamp.
Keine Fischabfälle, die im Filetierhaus rumliegen, keine Fleischmacherei, sondern dicke Fische,
kein Angelplatz kaputt fahren und was mich sonst so alles genervt hatte. Diesmal haben sich die Jungs astrein verhalten.
Männer, ich reiche Euch die Hand. Sorry für meine harten Worte aus dem letzten Jahr.
Wenn ihr wollt, bereden wir das im nächsten Jahr bei zwei Flaschen Ballantines ( bringe ich mit ) persönlich und schaffen die Sache aus der Welt.
Meldet euch bei Herbert oder bei mir, dann regeln wir das.
Ich möchte meinen Bericht nicht schließen, ohne mich zu bedanken bei :
Herbert Jordan und Jürgen Schäfer ( Nucki ) für die klasse Betreuung im Camp.
Rainer Korn und Michael Quack ( Quacki ) für die Supertipps und die schönen Stunden, sowohl auf dem Wasser, als auch im Camp.
Kurt, Frank und Christian. Jungs, es war einfach klasse mit Euch. Ich habe mich amüsiert wie Bolle.
Achim, Evi, Jörg und Holger. Danke Leute, ich habe selten so viel gelacht, wie mit Euch.
Kalle, Sven und Hans-Heinrich, die drei duften Angelkumpels aus dem Haus 5. Es waren nette Abende bei Euch.
Nicht zuletzt bei meiner Frau Patricia, die meinen Norwegen-Tick Jahr für Jahr mit stoischer Gelassenheit erträgt.
Mit diesen Worten möchte ich meinen Bericht beenden.
Ich hoffe, ihr hattet Spass beim Lesen.
 

 

 

Listinus Toplisten Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits

Copyright © 2015 All Rights Reserved.